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Der Israelit · 1895-03-21 · Heft 23 (21.3.1895) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 23 (21.3.1895)
Date
1895-03-21
Page
– (sequence 19)
Language
German
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469 größere Anzahl Kinder in guten bürgerlichen Familien untergebracht werden Und das ist es, wohin sich die Bestrebungen betreff der Waisenerziehung richten sollten: Erziehung einzelner Waisenkinder in guten bürgerlichen Familien. Das sagt ja auch der Ausspruch unserer Weisen, den wir diesen Zeilen als Motto vorgesetzt: Wer ein Waisenkind in seinem Hause erzieht! in seinem Hause, in der Familie, sür die Familie, für das Leben. In kleinen Städten, auf dem Lande finden sich Familien genug, die gern bereit wären, gegen mäßiges Entgelt ein Kind in ihr Haus aufzunehmen, Elternpfltchten gegen dasselbe zu erfüllen und es zu einem nützlichen Gliede der menschlichen Gesellschaft heranzubtlden. bv Leopold LeyenS. Herr Lehrer M. Schweizer in Norden behandelt in der pädagogischen Beilage zu Nr. 3 des „Israelit" den Mischna Unterricht in der jüdischen Volksschule, einen Unterrichts Gegenstand, den der selige Herr Bezirks-Rabbiner Löwenstein in Tauberbischofsheim y*i nur in den Lehrplan für Religionsschulen mit e r w ei te r t e m Unterricht ausgenommen hatte. Ueber die Wichtigkeit der Ertheilung dieser Religionslchre, wenn Zeit und Umstände es ge statten, wird Niemand, der es mit unserer ruie« gut meint, im Zweifel sein; denn durch sie wird man erst recht in den Geist des wahren Judenthums eingeführt. Es ist die zur That führende mündliche Ueberlieferung, welche der schriftlichen Lehre erst recht das Leben einhaucht. Deshalb eben muß aber bei der Erklärung des Mischna-Unterrichtes, wenn keine folgenschwere Mißverständnisse entstehen sollen, die größte Sorgfalt beobachtet werden. Es sind hier die Worte des pboa« in Aboth 1,11 besonders zu beherzigen. Es kann z. B. als Einleitung zur Mischna und im Laufe des Unterrichtes selbst, nicht genug erörtert werden, daß durch die Aussprüche der Weisen nicht die eigenen persönlichen Meinungen zum Ausdrucke kommen, sondern, daß die ausgesprochenen Lehren überkommene Traditionen sind, die nur durch den Umstand, daß sie lange, lange Zeit d. h. seit den Tagen Moses sich lediglich mündlich fortgepflanzt haben, manchmal in gegenseitige Abweichung gekommen sind. Jeder glaubte (-qd) entweder durch Vernunftschlüffe, oder durch Anlehnung an Schriftverse. andere Mischnas und Beratsa's beweisen zu können, daß feine Tradition die richtige sei, bis nach eingehender Erforschung von den Weisen die richtige Tradition (robn -onb) zum Be- (Manche der von dem Herrn Correspondenten gerügten Punkte bezüglich der Erziehung von Waisenkindern in Waisenhäusern laffen sich bei gutem Willen beseitigen oder werden in einz lnen Waisenhäusern überhaupt nicht Vorkommen. Der Erziehung von Waisenkindern in guten bürgerlichen Famllien, in kleinen Städten und Dörfern, möchten wir aber in dem ausgedehnten Maße, wie hier befürwortet wird, auch nicht das Wort reden, denn diese Erziehung birgt nicht nur einen Theil der in diesem Artikel ausgeführten Mängel in sich, sondern noch andere schwerwiegendere Bedenken, die die Heranbildung der Waisenkinder zu brauchbaren Menschen und Juden in hohem Grade zu behindern geeignet find. Red.) schlusse erhoben wurde, (pa wn nn tdid nvi> .('Dl DD"H Nach diesem Borberichte darf Schweizers Uebersetzung im Anfang des dritten Satzes nicht heißen: „nach der Ansicht" des Rabbi Elieser, was weder die wörtliche Uebersetzung, noch den Sinn des Wortes nan zum Ausdrucke bringt, sondern es muß vielmehr erörternd übersetzt werden, „das find die Worte des R. Elieser" (nach der ihm überlieferten Tradition.) DaS Gleiche gilt von der vorsorglichen Tradition der Weisen muri iy und der ergänzenden des Rabbi Gamliel Toy ny. Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch auf den Jrrthum aufmerksam machen, daß vielseitig die man »xns nicht in dem Ginn als Tradition betrachtet werden, daß die Sätze dem Moses auf Sinai mitgetheilt worden sind, sondern lediglich als weise, fromme Lebenslehren der einzelnen Rabbt's gelten. Hierüber laffe ich den niizvia in Aboth 1, 1 sprechen, der das Auffallende, warum bip rwö gerade vor ddn lDvv (und nicht gleich im Anfang vor cvaia todo) steht, erklärt: Well dieser Traktat nicht, wie die anderen Traktate, die Erklärungen der einzelnen rmro behandelt, sondern Lebensregeln und Wetsheitssprüche enthält, in ähnlicher Weise, wie sie die Weisen anderer Völker in Bezug auf das Verhalten gegen den Nächsten ersonnen haben, könnte man meinen, die D'Dan hätten die Sätze der roaw »pis ebenfalls selbst ersonnen, deshalb steht gerade vor dieser todd der Satz bzp rwo, daß auch diese Sätze von »jd seien. Nach Mischna 2 wurden die traditionellen Sprüche nach demjenigen Rabbi benannt, der den Spruch beständig im Munde führte. E. Eichst etter, Eppingen. *6>G&‘&*=***-«■ Etwas über Mischna - Unterricht

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