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Der Israelit · 1895-03-21 · Heft 23 (21.3.1895) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 23 (21.3.1895)
Date
1895-03-21
Page
– (sequence 3)
Language
German
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453 weist sich als die Quelle der lautersten Freude, der die menschliche Brust fähig ist. Denn es ist die einzige Freude und der alleinige Genuß, die Gottes prüfenden Blick ohne Erröthen ertragen. Als Gott aber sein Gesetz, welches die Verwirklichung dieses Ideals anzubahnen bestimmt ist, der Menschheit gereicht hatte, feierte es daher die Edelsten des Volkes durch solchen Ausblick zu Gott, inmitten des heitersten Lebens Knuffes. »Ja intsn •featn 'sn na lim it nbw ab Vsib”. Wenn Gott anknüpfend an diese erste Kundgebung s ines Willens einst wiederkommen und nicht länger schweigen wird, wenn er Himmel und Erde ausruft, um sein Volk zu richten, dann wird er diejenigen als seine Frommen um sich sammeln, die nicht erst in besonderen, gehobenen Momenten des Lebens, sondern die mit jedem Mahle, zu dem sie sich ntedersetzen, den Band schließen, der sie unzertrennlich mit Gott verbindet, »rnia [’tdh *b iddn nar mna (Psalm 50.) Zu dieser Lchthöhe haben sich jedoch in den Jahrtausenden, die zwischen diesen beiden Grenzpunkten liegen, nur vereinzelte Ausnahmen erhoben. Daß diese von Unrecht und Unglück erlösende Wahrheit aber auch in die Massen dringe, damit sie gerade inmitten des wogenden Volkslebens ihre herrliche Triumphe feiere, das ist es, was wir dem Peßach und speziell den Sederabenden verdanken. Groß und Klein, Arm und Reich essen sie acht Tage lang dasselbe Brod, wie es die Väter im Lande Egypten aßen. Sie brauchen sich nur mit ganzer Seele in diese Geschichte ihrer Vater zu vertiefen, brauchen nur, treu der alten Weisung, sich anzusehen, als seien sie selber aus Mizrajim gezogen, der eine Gedanke genügt, um alle socialen Unterschiede auszugleichen. Alle, welche dieser Gedanke zur gemeinsamen Festfeier verbrüdert, lassen sich an derselben Festtafel nieder, die in jedem Palast und in jeder Hütte nach einem und demselben Festprogramm gedeckt ist. Das armselige und doch so vielsagende Brod — nmn onrn vbv piyt? Dr6 — das sonst die Menschen verfeindet, scheint in das Gegentheil, in ein Symbol der Verbrüderung umgewandelt. Es wird nicht wie sonst von seinen Besitzern krampfhaft an sich gezogen, sondern hoch hinausgehoben und alle Hungrigen zu Gast geladen und alle Dürftigen zu ihrem F.ste gerufen. Dürftige? Es gibt solche nicht mehr in den gehobenen Wethestunden, am Eingang unseres Bcfreiungsfestes. Der Aermfte in Israel ist in dieser Stunden reich, so unermeßlich reich, daß er den Freudenkelch, den ihm fein Fest credenzt, so reichlich an die Lippen führen darf, als der reichsten einer. Dieses Brod, das uns zu Brüdern macht, es ist der einzige von allen durch Gottes Wort uns vorgeschriebenen heiligen Genüssen, die kein Sturm der Zeit uns zu rauben vermochte. noE> bha nxo rfrax bv nry mxo S7> 7^> ]'H mm bD2V i1^2N 51722 ^53 n*7NSfJ HTrP 'x rrx3 pi »j# ivya nonn ,0'itnp pidö .(rnoottrp V'sp ds»d -D'v ünn n"ur) hjb6 rjpo Der Genu» dieses Biodes fordert mehr als sonst die Weihe und Erhebung der Hand, die es bricht. Es hat die Kraft, selbst das Bittere genießbar zu machen, dessen Symbol wir daher in dem ->7-,v nach der Anleitung Hillels gleichzeitig genießen. — Wir haben diese Anordnung Hrllels, gleichzeitig mit der Bedeutung von Mazzah und Maror gelegentlich der Erklärung des Ausspruchs von Rabbon Gamliel onn 'j mtt nbv »d b 7N27N VT NT nDB3 in dem ÖOdflCIt Jahrgang eingehend erörtert und verweisen darauf. (Fortsetzung folgt.) Literarischer Bericht. Abodat Israel. Vierundfünfzig Hebräische Vorträge mit deutscher Ü bersetzung über die fünf Bücher Moses nach Ordnung der Wochenadschnitte von Rabb. Dr. Israel Schwarzstein. Frankfurt a. M. I. Kauffmann. Verlag. Preis M. 4.50. Gediegene - Vorträge zur allsabatltchen Belehrung in nnan sind trotz mannigfacher Versuche, die in den jüngsten Jahren nach dieser Sette hin zu verzeichnen sind, ein lebhaft empfundenes Bedürfnitz. Es ist auch nicht so leicht diesem Bedürfniß Rechnung zu tragen, wie vielleicht manche Autoren glauben. Es gehört dazu eine umfassende Kenntnitz der weitschichttgen, einschlägigen Litteratur und die Fertigkeit aus dem Guten das Beste herauszulesen und in den Rahmen eines kurzen Vortrags unterzubrtngen. Hat man erst aus dem minder Werthvollen die Perlen herausgelesen, so bietet die Fassung dieser Perlen eine oft ebenso große und ebenso oft unterschätzte Schwierigkeit wie die Auffindung derselben. Auch wird in hervorragender Weise die Beschränkung nach verschiedenen Seiten hin gefordert, in welcher sich schon, nach dem Sprichwort, der Meister erst bewährt. Nicht nur die Beschränkung bei der Auswahl des zu verwerthenden Stoffes, sondern die ungleich schwerer zu übende, welche dem eigenen Mitrhetlungsbedürfntß oft sehr wenig Spielraum läßt. Wir freuen uns, in dem vorliegenden Buch ein Werk gefunden zu haben, dessen Verfasser es verstanden hat den erwähnten Momenten Rechnung zu tragen. In schlichter, ansprechender Form und klassischer hebräischer Sprache werden uns die Geistes-

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