Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 36 (1895)
- Issue
- Heft 21 (14.3.1895)
- Date
- 1895-03-14
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
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gppEjp^pjsf! Kraft dem kümmerlichen, tätlichen Broderwerb weihen müssen, ziehen die Aufmerksamkeit des Odessaer Central-Comitös auf sich. (Fortsetzung folgt.) Die Alliance-Sehnle in Jernsalem. Im Jahre 1882 nach dem Muster der anderen Elementarschulen der Alliance gegründet, hat sich dieses Institut allmählich zu einer Gewerbeschule umgebildet, in der die verschiedensten und schwersten Handwerke gelehrt werden. Es umfasst jetzt die eigentliche Schule, welche von circa hundert Kindern besucht wird, darunter mehrere Muselmänner, Söhne hoher Beamten eine mechanische Werkstatt, eine Schmiedewerkstatt, eine Schreinerwerkstatt, eine Tischler- und Bildhauerwerkstatt und eine Kesselschmiede. Die Schuster- und Schneiderwerkstätten sind aufgehoben worden, da die jüdischen Handwerker dieser Art im Orient und besonders in Jerusalem zu zahlreich sind. Fast alle diese Werkstätten werden von Meistern geleitet, die in Europa ausgebildet sind. Die Schullokalitäten, welche einem von dem Baron Lionel von Rothschild präsidirten Londoner Comitü gehörten, waren bald unzulänglich. Das Central- Comitö erwarb im Jahre 18 8 9 ein grosses anstossendes Grundstück, das den verschiedenen Dienstzweigen eine bequeme und grössere Einrichtung zu geben gestattete. Auf diesem neuen Grundstücke sind schöne Werkstätten erbaut worden, welche die Bewunderung aller Besucher erregen. Die Schule hat dies den frommen Stiftungen zweier englischer Glaubensgenossen, den Herren Davis und Ralph zu danken. Alle diese Verbesserungen waren sehr kostspielig und die Alliance hat schwere Opfer bringen müssen, um sie zu verwirklichen. Neben der bedeutenden Ausgabe, die zur Erwerbung des Terrains nöthig war, mussten die Werkstätten mit den nöthigen Gerätschaften ausgestattet werden, man musste ihnen flüssiges Geld liefern und Meister heranbilden; man muss einen Theil der Lehrlinge unterhalten und kleiden und ihnen beim Austritt ein wenig Geräth, Kleidungsstücke und etwas Geld verschaffen. Angesichts der Wohltaten, die dieses Institut unter der jüdischen Bevölkerung Jerusalems und des ganzen Orients zu stiften berufen ist, hat das Central-Comitö diese ungeheure Last auf sich genommen. Anfangs bezeugten die jüdische Bevölkerung und das Rabbinatscollegium Jerusalems nur wenig Sympathie für die Schule. Die Werbung der Schüler war schwer; die Hingabe und die seltene Aufopferung des Directors, Herrn NissIm Behar, war nöthig, um die Gefahren jeder Art für die Zukunft des Unternehmens zu besiegen. Die Gegner erkannten bald, dass die Schule und die j Werkstatt das sicherste*Mittel waren, die jüdische Bevölkerung aus dem sie bedrückenden Elende zu ziehen. Heute strömen die Aufnahmegesuche herbei, und für eine freie Stelle sind zwanzig Bewerber da. Die Schule ist das erste und einzige jüdische Institut des Orients dieser'5 Art, daher ist sie. nicht nur von Kindern aus Jerusalem besucht; sie zählt Schüler aus 'den meisten Städtenf des Orients und Egyptens; ebenso zählt sie zahlreiche aus Russland gebürtige Lehrlinge, Von den dreissig internen Lehrlingen*gehört der grösste Theil zu den letzteren. Das Centralcomitö selbst bringt Lehrlinge dorthin, die anderswo ihre Lehrzeit begonnen haben und die die Jerusalemer Schule besuchen, um daselbst ihre technische Ausbilbung zu vollenden. Obgleich im Allgemeinen die Preise höher als bei den übrigen Handwerkern der Stadt sind, haben sich doch die Werkstätten eine gute Kundschaft wegen der Vollendung ihrer Erzeugnisse, Dank der Tüchtigkeit und des technischen Wissens der Meister erworben. In jedem Jahre verlassen fünfzehn oder zwanzig gute Handwerker die Schule, um in Jerusalem selbst zu arbeiten, soweit sie sich nicht daselbst oder in ihrer Heimath etabliren. Im Jahre 18 9 3 zählte die eigentliche Schule 114, in 4 Klassen vertheilte Schüler. Die Lehrlinge vertheilten sich folgendermassen: Mechaniker 11, Schmiede 20, Schreiner 27, Kesselschmiede 14|, Bildhauer und Tischler 18. Das Personal der Schule setzt sich zusammen: Aus einem Director, Herrn N iss im Behar, einem Verwalter, Herren Na von, den Herren Valadji und Rüben Levy. Von der Alliance geschickte Lehrer: 8 Lehrer des Hebräischen, 1 des Türkischen, 1 des Arabischen, 2 R e p ititoren; den Meistern: Bension Cohen, Bildhauer; Be nsion Gui'ni, Mecha, niker; Isaac RA i t a n und Djirios- Schmiede;Soriano, S,ch reiner und G arabet, Kesse ljsch mied; schliesslich einige Be - amten zur Aufsicht. Der Kassenbericht vom Schuljahre 18 9 8 ist folgender; Ausgaben: Besoldung des Personals 28,845.85; Unterhaltung der Lehrer u. Pensionäre 2 2,75 9.8 0; Bekleidung 2,7 38.45; Schulmaterial und Abendkurse 1,600; Lohn {für die auswärtigen Lehrlinge 6,0 18.90; allgemeine und diverse Ausgaben 2,946.35; Einrichtung und Geräthschaften 9,217.80; Total 7 3?,6 2 7.1 5 Francs. Einnahmen: Subvention der Alliance 35,467.55; des Londoner Co mit4 M o n t a g u 12,593.60, der Anglo-Jewish A'ssoci]ation 4,000; des Herrn Baron A. v. Rothschild 2,500;