Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 36 (1895)
- Issue
- Heft 21 (14.3.1895)
- Date
- 1895-03-14
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
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Nhina.^ Durchs Lehrer I. Emmrich 5 M. 8. L. in 8.: Jahresbeitrag 10, Spende 30, zus. 40 M. Stuttgart. Durch^H.^G.: Von sich 5, Frau Therese Ries in Oettingen 5, zus. 10 M. Saargemüud Durch Cantor A. Kahn 5 M. Strattowo. Durch I. M. Rosenfeld S M. Stuttgart. Durch Prediger S. Abraham 5 M. Stargard i. Pommern. Aus R. I 5 M. 8. K. in Z 5 M. Zirndorf. Durch Lehrer Mich. Kahn 4 M. B efr i c h t über die Thätigkeit des Kolonisations-Comites in Odessa in der Zeit vom 9. Ijar 5650 bis zum 12. Jjar 5653116. April 1890 —15. April 1893) (II. Fortsetzung*.) ---<***-*&*8&&*~*f Die Besitzlosen erwerben theils als Lohn- und Tagearbeiter in Feld und Weinberg, theils als Handwerker in den Werkstätten der nach den Kolonien ansgewanderten Gewerbetreibenden ihren Lebensunterhalt. Die Kolonialbevölkerung zerfällt somit in Arbeitgeber und Arbeitnehmer; beide Theile aber sind der Subvention bedürftig. Jeder Kolonist, der in seiner alten russischen Heimath noch etwas aus den Trümmern zu retten vermochte, und aus der allgemeinen Verwirrung mit heiler Haut nach Palästina entkam, machte aus der Noth eine Tugend, und legte der frühere Kaufmann das gerettete Baarvermögen in Bodenbesitz, der Handwerker in der Errichtung einer Werkstätte an. Diejenigen aber, welche auch in der Heimath keines Besitzes sich erfreuten, und nur als Arbeiter bei den besser Situirten, sei es als Handwerker, sei es als Kommis, Buchhalter, Geschäftsführer etc. ihr Brod erworben hatten, sahen sich, mit leeren Händen in Palästina angekommen, genöthigt, als Lohnarbeiter den Boden zu bebauen, oder in den Werkstätten ihrer emigrirten Landsleute einzutreten, der Hoffnung lebend, durch Fleiss und Sparsamkeit später selbstständig zu werden. Die Besitzenden ermangelten jedoch des ausreichenden Bodenbesitzes zu Anpflanzungen, der Sämereien, Ackergeräthe, Feldutensilien und vor Allem des nöthigen Viehstandes, den Nichtbesitzenden fehlte es in Folge dessen an hinreichender Arbeit, um ihren Lebensunterhalt gewinnen zu können und um wie viel weniger erst die Hoffnung nähren zu dürfen, in nicht ferner Zeit in die bodenbesitzende Klasse überzugehen und wirkliche Kolonisten zu werden. Wer jedoch sollte zuerst unterstützt werden? Ob der Handwerker, der, der alten Maxime gemäss, „das Handwerk hat einen goldenen Boden“, auch ausserhalb Palästinas sein Auskommen Anden könnte, oder Diejenigen, welche, dem Zwecke der Kolonisirung Palästinas entsprechend, schon Land erworben hatten und nur mangels der zur Cultivirung desselben erforderlichen Mittel, es brach liegen zu lassen gezwungen waren? Dieselbe Frage galt auch im Betreff der Lohn- und Tagarbeiter. Sollen die ein Handwerk Treibenden, oder die der Bodencultur sich Widmenden [zunächst subventionirt werden? ^Es musste unbedingt ein Modus herausgefunden werden, nach welchem nicht einzelne Individuen, sondern das allgemeine Hilfswerk vorzugsweise gefördert und für das gedeihliche Fortschreiten des Kolonisationswerks eine feste Grundlage geschaffen werden möchte. Das Executiv-Comitö^iieferte zu diesem Behufe eine statistische^ Liste aller sich in den Kolonien befindenden Arbeitskräfte, mit einer genauen Angabe ihrer Beschäftigung, und machte den Vorschlag, unter den Handwerkern, sowohl den selbstständigen, als den Lohnarbeitern, vorzugsweise diejenigen? zu berücksichtigen, deren Handwerk auch der Bodencultur nutzbringend sein kann, beispielsweise Sattler, Wagner etc., und aus den in Feldarbeit Bediensteten nach und nach die Erprobtesten auszuwählen, um ihnen allmählich zur Selbstständigkeit durch Ertbeilung von Grund und Boden zu verhelfen, ebenso den bereits Land Besitzenden, aber der Mittel zur Cultivirung desselben Ermangelnden, letztere nach Möglichkeit zu gewähren. Dieser Vorschlag erwies sich als ein den Kolonialverhältnissen vollkommen angemessener. Die Kolonie HTTP ^2 allein beherbergt 250 und der übrige Kolonialbezirk weitere 250 Lohn- und Tagearbeiter, welche sämmtlich kräftige, arbeitsame, mit den Landesverhältnissen und der Landessprache vertraute Leute sind. Nach ihrem bisherigen Leben und ihrem rastlosen, mühevollen Arbeiten zu urtheilen, erscheint die Hoffnung als eine nicht unberechtigte, sie, bei einer sachgemässen, auf einen angemessenen Zeitpunkt sich erstreckenden Unterstützung zu guten Kolonisten zu machen, so dass sie auch ihre Nachkommen in diesem Berufe erziehen könnten. Diese 300 Arbeiter, die bis jetzt ihre *) S. Nr. 634.