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Der Israelit · 1895-03-07 · Heft 19 (7.3.1895) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 19 (7.3.1895)
Date
1895-03-07
Page
– (sequence 4)
Language
German
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360 über der Purimsreude die kleinen und großen Mi fsren des Lebens vergessend, zu seinem eignen freu dtgen Staunen gewahrt, wie selbst die fluchwürdigsten Hamansbestrebungen der Förderung desselben SegenS dienten, den Mordechat seinem Volke gebracht, so hat seine Freude den von unseren Wetjen gezeigten rechten Höhepunkt erreicht. — Migtllah 7 a. j/y Nniea ktyn r<2-> idn .'DTio pn thn p Literarische Hkotij. Die hebr. Buchhandlung I. Kauffmann, Frankfurt a. M. sendet uns ihren eben erschienenen Katalog Nr. 22, der das Verzeichniß einer großen Auswahl wissenschaftlicher, volksthümlicher und feuillktonistischer Werke und Schriften enthält, und ist derselbe jedem Freunde der jüdischen Literatur zu empfehlen. Auf Verlangen mittels Correspondenzkarte werden sowohl dieser, als auch die übrigen Kataloge der genannten Buchhandlung jedem gratis und franko zugesendet. Zeittt«gS»achrichte« «rrd ^ettejpottbeu^tn. Deutschland. Gelnhausen. Im hiesigen Literaturverein „Mendelsohn" hielt kürzlich Herr Lehrer Strauß einen sehr gut besuchten Vortrag über „Die Juden in Gelnhausen", aus welchem wir Folgendes als erwähnenwerth hervorhcben: „Die älteste Urkunde, in der von in Gelnhausen wohnenden Juden gesprochen wird, datiert vom Jahre 1280; tiod) ist es erwiesen, daß schon bei Schließung des Wetterauer Städtebundes (1265) hier Juden wohnten. D e irtzige Synagoge wurde 1601 erbaut. Der Friedhof ist ungefähr 100 Jahre älter; das Recht zur Anlage desselben gewährte der Erzbischof von Maivz. ES wirkte dahier im Anfänge des 18. Jahrhunderts Robbt Henoch Juda Halevi, der Ver. fasser des onwa iwh-i und später Rabbi Jcch el Speier (gest. 1822 in Dessau)." — Der im vorigen Winter gegründete Verein bezweckt, seine Mitglieder mit den Erzeugnissen der lüd. Literatur vertraut zu machen und sucht dieses Ziel durch das Ausleihen von Büchern, durch Vorrräge und Leseabende zu erreichen. Die Bibliothek besteht bereits aus ca. 300 Bänden, von denen der Verein einen Thetl der Güte des Herrn Charles Hallgarten, Frankfurt a. M. verdankt. Den Reigen der Vortragenden eröffnete Herr Provinzialrabbtner Dr. Koref, Hanau. Herr Dr. Koref, dem an dieser Stelle für seine Uneigennütztgkett nochmals der wärmste Dank ausgesprochen sei, gab seinen Zuhörern ein Bild von dem Leben und Wirken Berthold Auerbachs. Es sprachen ferner noch: Herr Arthur Meyer hier über „Samson Raph. Hirsch", Herr Lehrer Strauß hier über „Das jüd. Kalenderwesen" und über „Die Juden im Mittelalter" und Herr S. Geis hier über „Die Juden in Spanien". Leseabende fanden jeden Freitag und Sonntag Abend von 8—10 Uhr statt; es lagen an denselben der „Israelit" und die „Jüdische Presse", sowie verschiedene wissenschaftliche Werke zur Benutzung aus; auch regte der Vorstand oft Discusstonen an. 8. G... -h- Fürth i. B., 1. März. Kürzlich wurde uns die Aeußerung eines gelehrten und gewissenhaften nKYin fyn übermittelt, welcher in Bezug auf Cacao befragt, die Bemerkung machte: „Was soll an Cacao nicht koscher sein?!" Der geehrte Herr, dem diese Aeußerung entfiel, hat inzwischen, wie uns berichtet worden, sein Urtheil rektificirt; allein da die Anschauung, aus der die gemachte Aeußerung geflossen ist, auch in anderen religiös frommen Kreisen eine weit verbreitete sein dürfte, so erlauben wir uns diese auf folgende Annonce in einer der jüngsten Nr. der „Frankfurter Ztg." (Nr. v. 28. Febr.) aufmerksam zu machen. Die Annonce lautet: „Somatose." Cacao, Btscuit, Chocolade mit ärztlicherseits bestimmtem Gehalt an Somatose hergestellt durch Gebr. Stollwerk, Cöln. Der Mhrwerlh von Chocolade und Cacao wird ganz besonders erhöht durch den Zusatz von Somatose der Farbenfabriken von Friedr. Bayer u. Cie., Elberfeld, einem aus Fleisch bereiteten geruch- und geschmacklosen Nährmittel, klinisch geprüft und empfohlen." — Mögen diese Zeilen dazu beitragen, daß auch andere Personen, welche der Meinung sind, es könne an Cacao nichts trefa sein, diese Anschauung als eine irrige erkennen und berichtigen. st. Stratzbrrrg i. E., 28. Februar. Heute Morgen wurden die sterblichen Ueberreste des Herrn Leon Blum Auscher, der am 21. Februar in Nizza, wo er wie alljährlich in den rauhen Wintertagen Erholung suchte, in Folge eines Schlaganfalles im Alter von 70 Jahren plötzlich gestorben ist, — zur letzten Ruhe bestattet. Herr Blum Auscher, der hier ein Bankgeschäft betrieb, und bet einer großen Zahl industrieller und sonstiger Unternehmungen thätig war, wurde von der deutschen Regierung durch Verleihung des Kronenordens IV. Classe ausgezeichnet. Seit dem Tode des hiesigen Oberrabblners A. Aron, war der Verstorbene Präsident des israelitischen Konsistoriums des Unter-Elsaß, worauf er, trotz seines großen Reichthums, einen hohen Werth legte und gerne „Herr Präsident" sich nennen ließ. Den großen Leichenzug eröffnten sämmtliche dienstfreien Straßenbahnbeamten. Neben dem einfachen, schmucklosen Leichenwagen,

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