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Der Israelit · 1895-03-04 · Heft 18 (4.3.1895) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 18 (4.3.1895)
Date
1895-03-04
Page
– (sequence 11)
Language
German
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851 Rußland. Im Städtchen Krhschopol im Odessaer Bezirke wurden am 8. d. M. fünf Personen ermordet, und zwar wegen des nichtigen Betrages von 10 Kopeken. Der Mörder, der sechztgjährtge Nachtwächter Katerintschuk, erzählte, wie die Adeffktja Nowosti melden, er sei mit einer Frau Namens Feldmann wegen zehn Kopeken, die sie ihm versprochen, in Streit gerathen; er sei ihr nachgelaufen und habe sie mit einer Eisenstange niedergeschlagen. Auf die Hilferufe der Frau eilte ihre Köchin herbei, welche der Mörder auf dieselbe Weise erschlug; sodann begab er sich in das Haus und töbtctc die zwei schlafenden Pensionäre der Frau F-ldniann, die vierzehn- und siebzehnjährigen Rabinowttsch und ihren Lehrer Bernstein. Als Feldmann selbst nach Hause kam, trat ihm Katerintschuck entgegen und holte zum Schlage aus. der aber fehlging und dem alten Mann nur die Schulter streifte. Auf dessen Geschrei liefen die Nachbarn herbei und Katerintfchuck wurde gefesselt der Polizei übergeben. Aü5 Wschrn Nklki»eii, Sdjulen nnD Stiftungen. «erlitt. Dem ersten Jahresbericht des Vereins für jüdische Krankenpflegerinnen dahier (gegründet 1894) entnehmen wir: Die Ueberzeugung von der Nothwendigkeit, daß auch jüdischen Mädchen und Frauen, insbesondere denen unserer gebildeten Kreise und besseren Stände, die Gelegenheit nicht verschlossen bleiben durfte, sich dem schönsten Beruf weiblicher Thätigkeit, der Krankenpflege, zu widmen, hat unfern Verein ins Leben gerufen. ES galt, Vorurtheile zu bekämpfen und zu besiegen, welche vielfach selbst in den besten jüdischen Kreisen herrschten und noch herrschen. Der Zweck unseres Vereins ist in den Satzungen klar zum Ausdruck gebracht; es gilt: jüdische Mädchen und Frauen unter gewisien, durch Regulativ festgesetzten Voraussetzungen zu tüchtigen Pflegerinnen für Kranke aller Confessionen heranzubilden. Sie sollen ihren Beruf ausüben, ohne Rücksicht auf Stand oder Glauben, bei Arm und Reich, bei Hoch und Niedrig, überall, wo man ihre Hilfe begehrt. Die Bedenken, welche bei Begründung unseres Vereins von manchen Seiten erhoben worden sind, und von denen wohl Niemand sich ganz frei machen konnte, bestanden hauptsächlich in der Frage, ob. mit einer guten Bildung ausgerüstete, jüdische Mädchen aus befferen Familien sich bereit finden würden, diesen, an Entbehrungen und Anstrengungen reichen, Selbstlosigkeit und Opferfreudigkeit erfordernden Beruf zu ergreifen, einen Beruf, welcher ihnen überdies keine Aussicht auf materielle Vortheile zu bieten vermag. Eine zweite Frage war, ob solche Personen, selbst wenn sie sich in ausreichender Zahl finden. Festigkeit, Zähigkeit, Ausdauer, Geschicklichkeit, kurz, die Eigenschaften besitzen werden, ohne welche der Beruf der Krankenpflege nicht denkbar ist. Wir sind in der glücklichen Lage, über diese Fragen unfern Gönnern und Freunden völlige Beruhigung gewähren zu können, weil die erwähnten Bedenken gänzlich geschwunden sind. Eine mehr als ausreichende Zahl von Schülerinnen, welche den Anforderungen des Vereins entsprechen, wird wohl immer vorhanden sein; zur Zeit verfügen wir über eine so reiche Zahl von Anmeldungen, daß wir unS die besten heraussuchen können, weil uns die Mittel, alle einzustellen, fehlen, und weil da» Krankenhaus der jüdischen Gemeinde, in welchem unsere Schülerinnen ihre Ausbildung empfangen, zu gleicher Zeit höchstens 12 im Jahr aufnehmen kann. Hierbei erlauben wir un» zu bemerken, daß die Ausbildung durch die dirigirenden Aerzte resp. ihre Assistenten in der Weise geschieht, daß die Schülerinnen das erste halbe Jahr auf der inneren und das zweite halbe Jahr auf der äußeren (chirurgischen) Station, in den Frauen- und Männer Abtheilungen, sowie auch in den JnfectionSbaracken thätig sind, auch längere Zeit auf dem Operationssaale arbeiten. um schließlich selbstständig die Stationspflege auSzuüben. Während des praktischen Lehrjahres empfangen die Schülerinnen einen durch die Herren dirigirenden Aerzte, Herrn Profesior vr. Israel und Herrn Sanitätsrath vr. Lazarus geleiteten theoretischen Unterricht, müflen auch schriftliche Arbeiten machen und sich schließlich einer Prüfung unterziehen. Da nun die auSgebildeten Schwestern, durch dar Entgegenkommen der Königlichen Charits-Direktion, der wir bei dieser Gelegenheit unseren aufrichtigen Dank auSzusprechen uns verpflichtet fühlen, noch einen in der Regel sechs Wochen dauernden Pflegedienst auf der EntbindungSabtheilung der Charitö zur Erlernung der Wöchnerinnen- und Säuglingspflege durchmachen, wozu ihnen das jüdische Krankenhaus keine Gelegenheit bietet, so kann die Ausbildung unserer Schülerinnen als eine sorgsame und vorzügliche bezeichnet werden. Bis zum Schluß dieses Jahres sind von den 16 aufgenommenen Personen, von welchen zwei während der Lehrzeit wieder auSgeschieden sind, also von 14 Schülerinnen bereits drei als Schwestern völlig für die Außenpflege ausgebildet, welche sie auch schon unter den verschiedensten Verhältnissen und mit bestem Erfolge auSgeübt haben. Nachdem im Laufe des kommenden Jahres sich die Zahl der auSgebildeten Schülerinnen erheblich vermehrt haben wird, werden wir in der Lage sein, dieselben weiteren Kreisen zur Verfügung zu stellen und hoffen zuversichtlich, daß unsere Schwestern allen Ansprüchen genügen und ihren Beruf, sich der leidenden Menschheit dienstbar zu machen, voll erfüllen werden. Der Sorge um eine für die wachsende Zahl der Schwestern und Schülerinnen angemeffene Wohnung hat uns die Freigebigkeit eines unserer Vorstandsmitglieder und seiner Gattin für absehbare Zeit überhoben; glücklicherweise haben wir somit die hauptsächlichste Grundlage für das Bestehen unseres Vereins, sein eigenes Heim, viel schneller erreicht, als wir zu hoffen wagen durften. Dieses, neben dem Kranken- und Siechenhause gelegene. Grundstück Augustst. 17 ist bereits durch notariellen Akt dem Verein als ein Schwester- Heim überlassen und soll, nachdem die bei der Behörde beantragten Corporationsrechte ertheilt sein werden, für den Verein grundbuchlich ausgelassen werden. Berlin. Die Verwaltung der israelitischen Volksküche erstattet soeben Bericht über die Frequenz der Anstalt. Diesem Berichte ist folgendes zu entnehmen: Es wurden im Jahre 1894 verkauft zu Mittag: 409 große Portionen Gemüse mit 2 Stücken Fleisch ä 25 Pfg. (gegen 2004 Portionen im Vorjahre und 10,669 im Jahre 1892); 15,491 Portionen mit 1 Stück Fleisch ä 15 Pfg. (gegen 50,809 im Vorjahr und 105,849 im Gründungsjahr); 80,234 Portionen Gemüse ohne Fleisch L 10 Pfg. (gegen 142,013 im Vorjahre und 105,849 im Gründungsjahr; 221,351 Suppe resp. Gemüse ohne Fleisch ä 5 Pfg. (gegen 57.384 im Vorjahre und 59,077 im Jahre 1892) und 35,214 Portionen Kaffee ä 3 Pfg. (gegen 42,798 im Jahre 18 -3 und 16,213 im Vorjahr). Zu Abend wurden verkauft im verflossenen Jahr: 45,415 Portionen Kartoffeln und Hering ä, 10 Pfg. (1893 47,121 Portionen, 1892 45,509 Portionen); 90,330 Suppen ä 5 Pfg. (1893 69.742, 1892 83,671); Würste ä 5 Pfg. 14,720 (gegen 22,046 im Borjahr und 46,863 im Gründungsjahr) und 28,320 Portionen Kaffee ä 3 Psg. (welchem im Jahre

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