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Der Israelit · 1895-03-04 · Heft 18 (4.3.1895) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 18 (4.3.1895)
Date
1895-03-04
Page
– (sequence 12)
Language
German
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352 1893 34,863 und 1892 33,774 Portionen gegenüberstehen). An Arme wurden im Berichtsjahr vertheilt 63,814 Portionen, während 1893 98,784 unn 1892 65,175 Portionen zur Dertheilung gelangten. Während der ganzen Zeit ihres Bestandes hat die Anstalt l3U Millionen Portionen verabreicht. Der Rückgang in der Anzahl der gratis verabreichten Portionen läßt sich dadurch erklären, daß in diesem Jahre die Anstalt nicht so sehr von den durchreisenden, speziell russischen Auswanderern in Anspruch genommen worden ist, wie in den vorhergegangenen. Mtt Recht konstatiert die Verwaltung der Anstalt eine weitere rapide Verarmung ihrer Besucher aus den oben angeführten Zahlen. Das läßt sich aus dem Rückgang des Verkaufs der Portionen ü, 10 und 15 Ps. und andererseits aus der Zunahme der Portionen L 5 Pfg. erkennen. Ueber 300 000 Personen haben sich im letzten Jahr mit einer 5 Pfg.-Portion sättigen muffen. Zum Schluß weist die Verwaltung aus ihr neues Grundstück, das in der Gormannstraße zu diesem Zwecke errichtet wird, hin und bemerkt, daß in demselben Gebäude auch anderen Humanitären Zwecken gedient werden soll, vorzüglich einem zu begrünoenden israelitischen Mädchenheim, in welchem junge konditionierende jüdische Damen gegen geringe Entschädigung rin Heim finden sollen. Au^h bemerkt die Verwaltung noch, daß die israelitische Volksküche die Stätte war, wo zuerst arme hungernde Kinder gespeist wurden, und sie den Begründer angespornt hätte, auch den Verein für Kindervolksküchen, der momentan in 9 Anstalten 10000 Kindern täglich warmes Effen verabreicht, ins Leben zu rufen. Pose«. Dem Vierunddreißigsten Jahresbericht des Israelitischen Waisenhauses für Stadt und Provinz zu Königsberg i. Pr. 1895 entnehmen wir: Zum erstenmale feit Begründung der Abtheilung für Handwerkslehrlinge haben wir Zöglinge aus ihr entlasten können, die ihre Ausbildung für gewerbliche Brrufszweige unter unserer Aussicht vollendet und sich nach dem Urtheile ihrer Meister und der Commission, vor der sie ihre Gesellenprüfung zum Theil mit Lob abgelegt, zu tüchtigen, braven und berufsfreudigen Handwerkern entwickelt haben. Die Anstalt zählt zur Zeit 27 Zöglinge und zwar : 18 schulpflichtige Knaben, 4 schulpflichtige Mädchen, 3 Handwerkslehrlinge, 2 in ihrer beruflichen Ausbildung begriffene Mädchen. Mülhausen (Elsaß), 22. Febr. Auch dahier hat sich jüngst ein „Litteraturverein" gebildet. Der Vorstand hat sich bereits mit mehreren Rabbinern in Verbindung gesetzt, um sie zu Borträgen in demselben zu veranlassen. Simon Deutsch. ^Uagvar (Ungarn), 18. Februar. Gestern Abend fand in dem hiesigen amen no der DVD von NjryD iOD rooD statt, bei welcher die D^"i, Rabbi Gerson Wolf und Rabbi Salomon Brodi mit großem Beifalle aufgenommene geistreiche hielten. Emil Rosenberg. -> Personalien. Provinz Haunover. Die Synagogengemeinde Lehe- Geesteminde wählte am Sonntag, den 17. d. Mts. zum Nachfolger ihres dem Universträtsstudium sich widmenden Lehrers Herrn S. Bachenheimer aus Bornheim a. Rh. Die Gemeinde kann sich zu dieser Aquisition Glück wünschen, da ste in Herrn B. eine tüchtige Kraft gewonnen hat, deren Wirken bislang zum Segen gewesen ist und .->"2 es auch ferner fein wird. 8. 8t. Harburg (Bayern). Einr treue, gottesfürchtige Schwester, die es verdient, daß ihrer in diesen gesch. Blättern ehrende Erwähnung geschehe, wurde vor Kurzem aus der Mitte unserer Gemeinde abgerusen, um vor dem Throne des Weltschöpser» zu erscheinen. Frau MirjamMünster, eine kostbare Perle im Kranze der jüd. Frauen, segnete das Zeitliche im 84. Lebensjahre, nach längerem Krankenlager, wo sie geduldig dem Willen Gottes in frommer Ergebenheit sich fügte. Mit den Eigenschaften einer 5'll geziert, war ihr ganzes Streben auf strenge Beobachtung unserer heiligen ReligiouSgebote gerichtet. Fleiß, Sparsamkeit und Bescheidenheit waren die hervorragendsten Tugenden ihres häuslichen Lebens u. den goldenen Frieden suchte sie mit jedermann aufrecht zu erhalten; — ste war eine gerngesehene Person bei Freud und Leid — Die Betheiligung bei dem Leichenbegängnisse war eine sehr zahlreiche, wobei die christliche Bevölkerung reichlich vertreten war. Am Friedhofe pries unser Herr Lehrer Mannheimer mit beredten Worten die seltenen Vorzüge dieser edlen Frau. In Rotterdam ist vorige Woche der Lehrer B. Hildesheim gestorben. Er hat 25 Jahre lang ein jüdisches Wochenblatt herausgegeden und ebenso lange war er Hauptlehrer der jüdischen Kommunalschute. H. galt als einer der tüchtigsten Lehrer Hollands. Wien, 13. Febr. Unter außerordentlich zahlreicher Betheiligung aus den Kreisen des Adels, der Finanzwelt, der Industriellen und der Kunst fand heute Vormittag das Leichenbegängniß des Freiherrn Hermann v. Springer stall. Im Vestibüle bildeten Abtheilungen der Freiwilligen Feuerwehr in Meidling und unter Führung des DirectorS Hecht Zöglinge des israelitischen Waisen-JnstituteS Spalier. Auf dem Centralfriedhof hielt Oberrabbiner Dr. Güdemann dem Verblichenen einen ehrenden Nachruf und hob die Bescheidenheit Baron Hermann Springers rühmend hervor, indem derselbe nur die Pflichten und nie die Rechte seiner Stellung im Auge gehabt habe. (n) Rom. 8. Febr. Einer der ältesten Rabbiner Roms, Chacham Angela Ci tone, ist im Alter von achtzig Jahren aus dem Leben geschieden. Derselbe gehörte zu den D'D'-iyDi D’D’Dtyo und obwohl er sehr entfernt von seiner Synagoge wohnte, so fehlte er doch keinen Abend oder Morgen beim Gottesdienste. In seinem Hause unterrichtete er, trotzdem die Last der Jahre ihn drückte und er auch häufig von Schmerzen heimgesucht war. arme Kinder gratis in der Bibel und hebräischen Sprache. n"35Un Der in Livorno wohnende israel. Geschäftsmann Giuseppe Al vare nga, dessen Ahnen zu den "DSC ’anura (spanischen Ex flirten) gehörten, hat der dortigen Synagoge Villareale eine Thorarolle gespendet, die noch seine Voreltern aus Spanien mit sich genommen haben. Cavalieri Marco Alatri, Sohn des unvergeßlichen Samnela Alatri wurde zum Viceprästdenten der hiesigen Handelskammer gewählt. Jerusalem. Unser Glaubensgenosse, Herr Th. Jppen ist zum osterreichisch-ungarichen Consul hierselbst ernannt worden. Es geschieht zum ersten Male, daß von einer europäischen Macht eiu Jude mildem Consulat in Jerusalem betraut wird. Man benützt mich als ein Höhengeräth. Ein Zeichen mehr; ich bin sodann ein (rituell erlaubtes) genießbares Insekt. Unter den Einsendern von richtigen Lösungen wird geloost und erhält der Gewinner eine» Baud aus „Bcrgangeuheit uud Gegenwart" gratis und franco eingesandt.

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