Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 36 (1895)
- Issue
- Heft 18 (4.3.1895)
- Date
- 1895-03-04
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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348 zum Ausgehen bereit. Sie wollte einige arme Wöchnerinnen besuchen. Da kam ihr Willy entgegen. „Bist Du fertig für Heuted" fragte sie. „Wie man's nehmen will; wenn Du meiner bedarfst, stehe ich zu Deiner Verfügung, im anderen Falle gibt e8 immer noch etwas zu arbeiten." „Es wäre mir angenehm, wenn Du mich ein Stückchen Weg begleiten wolltest. Ich habe allerlei mit Dir zu reden." Willy bot ihr den Arm uud sie gingen, lebhaft mit einander plaudernd die Straße entlang. Sie waren ein schönes Paar, als sie so nebeneinander hergingen und manches Auge blickte ihnen bewundernd nach. „Nun", sing Willy an, „was hat mein Schwesterchen denn Wichtiges mit mir zu besprechen, daß es eine Unterordnung auf der Straße herbeiführt, an einer Stelle wo man am sichersten vor Lauschern ist?" „Was ich Dir zu sagen habe, darf auch Niemand hören", entgegnete sie mit gedämpfter Stimme. Und ste thetlte dem Bruder ihre Unterredung mit Menascheh und dem Vater sowie Menascheh's Plan mit. Willy hörte mit Aufmerksamkeit zu. Was er befürchtet hatte, war eingetroffen und in noch schlimmerem Maße als er befürchtet. Jetzt galt es, den Kopf oben zu behalten. Er kannte die strenge und peinliche Gewissenhaftigkeit meines Vaters und war überzeugt, daß derselbe lieber Hunger erleiden, als sich auf eine Weise helfen würde, die nicht in jeder Hinsicht vor dem Gesetz und vor seinem Gewissen gerechtfertigt werden könnte. Was Menascheh beabsichtigte, verstieß, wenn sein Plan gelang, nicht gegen Gesetz und Recht. Aber er könnte sich auch täuschen und dann erlitt Anny einen größeren oder geringeren Verlust. Willy stellte Anny dieses vor und sie sagte: „Was ist denn dabei? Wenn ich auch einen Theil meines Vermögens verliere, so wird mich dieser Verlust nicht schmerzen, wenn mein Vater nur seiner Sorgen ledig wird, dann ist alles Uebrige Nebensache. Mein Vater hat mich so lange ernährt, da ist es nicht mehr als billig, daß er, so lange er es bedarf, von dem Meinen lebt." Willy übernahm es, noch einmal mit dem Vater zu sprechen und zu versuchen, ihn zu veranlassen Annys Hilfe anzunehmen. Konnte auch er nichts erreichen, sollte Menaschehs Plan ausgeführt werden. (Fortsetzung folgt.) Wo find in der Thora die Tage angedentct, an denen ganz Haler gesagt wird? Unter Denjenigen, die außer den bekannten und bereits anderweitig veröffentlichten D’ftD“) gute neue Andeutungen einsenden, wird geloost und erhält der Gewinner Ein Körbchen mit drei Flasche« Champagner Nos by von Hugo Bondf n. Co., Mainz gratis und franco zugesandt. Wochen - Kalender. Donnerstag, 7. März, 11. Adar. nnpw nnvtt n’jyn. Ausgang des Fasttags in Mainz 6 Uhr 55 Min. (N. E. Z.) Freitag, 8. März, 12. Adar. Sabbat-Anfang in Mainz 5 Uhr 45 Min. (N. E. Z.) Samstag, 9 März, 13. Adar. “o 'd man Sabbat-Ausgang in Mainz 7 Uhr — Min. (M. E. Z.) Sonntag, 10. März, 14. Adar. oms Montag, 11. März, 12. Adar. dhis Der „JSraelit" erscheint wöchentlich zweimal, Montags und Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis der Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, für's Ausland 16 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Durch den Buchhandel M dntehr» drt E. $. Ktrtnackrr« -rixsig, Deßplah 16. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Direkte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. österr., für's Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition franco einzusenben. Ettw Ntlckseuduug vo« au die Redaetio« etugesaudten Manuskripten findet nicht statt, mau bittet deshalb fich von allen Einsendungen eine Copie zurückzubchalte». Juhalt (Hauptblatt): Leitender Artikel: Die Vorgänge in Frankreich. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Nürnberg. — Oesterr.-Ungar. Monarchie: Virovitika. — Rußland: Petersburg. — Aus jüdischen Vereinen, Schulen und Stiftungen. — Vermischtes. — Feuilleton: Nur eine Tochter. Erzählung von H. Berger (Fortsetzung). Juhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Lübeck. — Oesterr.-Ungar. Monarchie: Prag. — Rußland: Kkyschopol. — Vermischtes. Beramwortliche Redaction: OScar Lehmann in Mainz. — Expeditton des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei-Actten-Gesellschast in Mainz. Hierzu eine Beilage.