Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 36 (1895)
- Issue
- Heft 17 (28.2.1895)
- Date
- 1895-02-28
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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gehoben zu werden. Man wurde stch durch die klare lebendige Schilderung erst recht bewußt, welche Riesenarbeit Nascht vollbracht, welche Geistesgröße und Schaffenskraft, welche Klarheit der Auffassung der schwierigsten Themata und vielseitige Bildung zur Vollendung eines solchen Riesenwerkes gehörte; man erkannte, daß Raschi's Leistung epochemachend und gestaltend auf die folgende Literatur, daß sie unsterblich und noch bis auf unsere Zeit segensvoll fortwirke. Allseitiger wohlverdienter Beifall wurde dem verehrten Redner gezollt. Bei der folgenden Dtscusston wurde über die Zeit der Abfassung beider Commentare, welcher von beiden dem andern vorangegangen oder ob gleichzeitig, debattiert, da stch für jede Annahme Anhaltspunkte bieten; ebenso über den Ort, da man Raschi's Hauptlehrthätigkeit nach Worms zu verlegen pflegt, während der häufige Gebrauch von französischen Wörtern auf Frankreich Hinweisen. Der guf den 18. ds. angesetzte Vortrag wurde von dem neuerwählten Rabbiner in Ansbach, Herrn Dr. P. Cohn gehalten. Der verehrte Redner wählte stch das Thema: „Emanuel (Zifront) ein Zeit- ÄDante's" In klarer wissenschaftlicher Dar¬ und in herrlicher blühender Sprache zog der Redner eine Parallele zwischen den beiden zeitgenössischen Dichtern und suchte dadurch darzuthun, daß wenn auch Dante durch seine Schöpfungen besonders seine „Divina Commedia" eine Weltberühmtheit geworden und in seiner dichterischen Begabung und Größe alle seine Zeitgenossen überstrahlte. an humaner Auffassung der Lebensaufgabe und Weltanschauung wird er von seinem jüdischen Zeitgenossen und Freund Emanuel übertroffen, wie stch dies bei der verschiedenen Behandlung des gleichen Stoffes erkennen läßt; denn, während Dante für Juden und Ketzer in seinem Himmel keinen Raum hat, so finden die frommen Andersgläubigen nach Emanuel in demselben die wohlverdiente Stelle. Es sei aber auch damit der Beweis erbracht, wie zu allen Zeiten die Poesie, diese edle höhere Seelensprache, auch von jüdischer Sette ihre Pfleger und Vertreter fand. Die elegante Vortragsweise des Redners wußte auch das etwas fernliegende Thema hochinteressant zu machen und das zahlreiche Publikum, darunter auch viele Damen, folgte den Ausführungen desselben mit größter Aufmerksamkeit und Spannung. Lauter Beifall folgte der einstündigcn vorzüglichen Rede. Durch die Discussion fand der verehrte Redner Gelegenheit sich darüber zu äußern, daß er sich der Schattenseite unseres Dichters— seine Werke wurden auf den Index ges.tzt — wohl bewußt war; um jedoch den Unterschied in der Weltanschauung und der Toleranz zwischen Dante und Emannel zu zeigen, hielt er das Thema für zeitgemäß. — | Wenn Sie es gestatten, werde von der ferneren Thätigkeit obgenannten Vereins von Zeit zu Zeit weitere Beriete geben. (Die Berichte unseres verehrten Herrn Correspondenten find uns stets hoch willkommen. Red.) P a l ä st i n a. Jerusalem. Chacham Baschi Eljaschar erhielt vom russischen Haupt Consul folgenden Brief: „Hochzuverehrender Hauptrabbiner! Seine Excellenz der Minister des Aeußern läßt durch mich Ihnen mittheilen, daß Seine Kaiserliche Majestät Nicolai II. Allergnädigst geruhete Ihnen im Namen Seiner Majestät für das empfundene Trauergefühl beim Htnsterben des Kaisers Alexander HL und für den an der Thronbesteigung Ricolai's H. dargrbrachten Wunsch zu danken. „Indem ich Ihnen von dieser Gnade des Monarchen mtttheile, benutze ich die Gelegenheit, Ihnen, verehrter Hauptrabbiner, auch meinerseits das Gefühl des Dankes und der Achtung auszudrücken. vermischtes. Mai»;. 28. Februar. Unserer heutigen Nr. liegt ein Aufruf des „Deutsch-Israelitischen Kinderheimes" in Diez a. d. Lahn bei. der vom Verein für Erziehung israelitischer Waisen und Kinder unbemittelter Eltern aus dem deutschen Reich erlassen ist. Wir haben nicht nöthig, besonders auf die große Wohlthat hinzuweisen, die durch eine richiige Erziehung von Waisen und armen Kindern ausgeübt wird. Jedes für diese Bedauernswerthen warm schlagende Herz wird gern sein Schärfiein zu diesem segensreich wirtenden Kinderheim beitragen. Wir werden von Herrn Schocher, dessen Werk in der letzten Literaturbeilage besprochen wurde, ersucht mktzutheilen, daß sen jetziger Wohnsitz nicht Berlin, sondern Wiesbaden, Nerostraße 5 ist, und daß sein Werk 3 M. kostet. Frankfurt a. M. Der Verein zur Bekleidung israelitischer Schutknaben hatte am Mittwoch seine 26. Hauptversammlung. Bei dem Vereinsjubiläum am 1. Nov. v- Jswurde Herr Eppertshausen zum Ehrenmitglied ernannt. Die Zahl der Mitglieder hat sich von 469 aus 517 gehoben. Sie zahlten M 3554 Beiträge; an Geschenken gingen M. 3055 ein, die Zinsen aus dem Vermögen, den Rothschild'schen und Odrell'scben Legaten betrugen M. 1412. Verausgabt wurden für 232 Knaben für Kleidung M. 3763, für Stiefel M. 3219. Das Gesammtvermögen des Vereins betragt nunmehr M. 42,000. Aerrtlletorr. 4M Mur eine Tochter. §>* Erzählung von H. Berger. 24.) (Alle Rechte Vorbehalten. Annh hatte vor, die Reife nicht in einer Tour zu machen, wetl sie befürchtete, es könne Willy zu sehr angretfen. Als W lly iedoch im Wagen saß, wollte er nichts davon w sftn, sondern so rasch wie möglich nach Hause kommen.