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Der Israelit · 1895-02-25 · Heft 16 (25.2.1895) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 16 (25.2.1895)
Date
1895-02-25
Page
– (sequence 3)
Language
German
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SOS zum Egel auf, so spenden sie, fordert man ste zum Mtschkan auf, so spenden sie wieder;" lautet das Wort, in welches sich seine Verwunderung kleidet, daß man die Eigenart dieses Volkes nicht ergründen könne. ’dw by tidyb Vd» on y» win na xa »an non yanw pvvv yyaw pn«i biyb yyaru imi now bv .(«'B Düpier ’D^n’) Unsere Zeit spendet angeblich für's Mtschkan, thatsächlich dient aber die Spende dem CultuS der Zeitidole. Die Gotteshäuser und die Art und Weise des Gottesdienstes find daher mit Fug und Recht das Schiboleth, das unterscheidende Kriterium geworden, welches jüdische Gemeinden von Reformgemeinden unterscheidet. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, so hat der Zwiespalt, welchen diese Entweihung des göttlichen Namens im jüdischen Gemetndewesen heraufbeschworen hat, bereits seinen Gipfelpunkt erreicht und überschritten. Dank der Gestnnungstüchttgkett der Gesetzestreuen, Dank der immer drastischer zu Tage tretenden Hohlheit und Haltlosigkeit der angestrebten Neuerungen bricht sich immer mehr und mehr die Ueberzeugung Bahn, daß die Rückkehr gesunder, jüdischer Gemeindeverhältniffe eine unabweisbare Forderung der Zeit ist, der in vielleicht absehbarer Frist wieder unverkürzt Rechnung getragen wird. Das fortschreitende Durchdringen dieser Ueberzeugung ist es auch, welches die Verächter des überlieferten Judenthums gegenwärtig nöthigt ihre Verachtung durch eine salbungsvolle, ostentativ zur Schau getragene Friedensseltgkeit zu bemänteln. Sie jammern über den Frieden, den sie frivoler Weise gebrochen, weil der Fluch des FriedensbrucheS sich über ihren eigenen Häuptern entladet. So fchmerz'tch die Nothwendtgkett dieses Zwie fpaltS auch das jüdische Gemüth berührt, es braucht vor seinem Ausgang nicht zu bangen. Zuversichtlich darf es der alten Verheißung vertrauen: .(n" 'd »vii p« *p“i) Y»nr6 nsio nwan rraa np^no Auch dieser Kampf wird, wo man ihn nur aus reinen Motiven und mit reinen Händen führt, seinen nicht zu unterschätzenden Beitrag liefern, daß die von Gott gezogenen, von seinen Verächtern zertrümmerten »Schranken und Zäune" wieder die alte Würdigung und Anerkennung erfahren. Wenn Gott einst die fallende Davidshütte wieder aufrtchtet, und so sein altes Heiligthum wieder neu erstehen läßt, so wird er auch die Trümmer wieder zu einem harmonischen Ganzen aufrichten, die heute die Signatur des Hauses Israel bilden. Aber erst müssen diese o»yu wieder zu Ehren kommen. Erst wenn sie ihre Mission erfüllt haben, wird Gott diese Trümmer aufrtchten und aufbauen wie in den Tagen der Vergangenheit. ndvun ui naio nn D’p« amn ova n*no m *mrni ü’pN rrnonm .odw 'v'3 rvn’jai Zeit««gSnachrtchte» mrd Gorrespondenzerr. Deutschland. Berlin, 16. Febr. Ueber »Juden in China" sprach am Donnerstag Herr Schriftsteller Albert Katz im »Verein für jüdische Geschichte und Lteratur". Der Vortragende führte den Verkehr zwischen Palästina und China bis auf die Zeiten des Königs Salomo und des Propheten JefaiaS zurück. Sichere Nachrichten über die Anstedlungen von Juden im Reiche der Mitte haben die Araber überliefert. In den Werken des Iba Said wird berichtet, daß im Jahre 878 dlc Stadt Kanfu belagert und erobert worden sei, und daß bei dem Sturm viele Juden und Nestorianer ihr Leben eingebüßt hätten. Wettere Gewährsmänner sind einige portugiesische, italienische und deutsche Reisende u. a. der -Mitreisende Petachja aus Regensburg. Genaues über Wohnsitz, Sitten und Gebräuche sowie über die religiösen Anschauungen der chinesischen Juden erfahren wir jedoch erst um die Zeit des dreißigjährigen Krieges aus Berichten von Jcsuitenunsfionaren. Der berühmte Rrbbt Manaffe den Israel — dessen Gefichtszüqe, wie wir hier einschalten wollen, durch die Meisterhand Rembrandts der Nachwelt überliefert find — hat diese Berichte gesammelt und aus ihnen wissen wir, daß die Juden in der Provinz Chunan wohnen, daß ste dort in allen Gewerben erfahren stad, die chinesische Art völlig angenommen haben, jedoch treu an ihrer Religion und deren Gebräuchen festhalteu. Sie besitzen tu hebräischer Sprache einen großen Tye>l der Bibel, davon vollstäadkg die fünf Bücher Moses und außerdem das Buch der Makkabäer. Aus der Beschreibung ihrer inzwischen verfallenen Synagoge geht hervor, daß diese dem salomonischen Tempel mit seinen verschiedenen Vorhöfen und Abthetlungen nachgebildet war. Als die Engländer Hongkong in Besitz genommen hatten, bemühten fich von hier aus englische Missionare, um die Bekehrung der chtuestschen Juden, hatte» damit jedoch wenig Erfolg. Im Jahre 1850 erschienen in Hongkong zwei jüdische Chinesen aus Chunan; seitdem fehlt es an allen weiteren Anknüpfungen und dtrecten Nachrichten über die Israeliten im htmmltscheu Reich. Wan» sie in dieses etngewandert und wie ste nach China gekommen, darüber fehlt jeder Anhalt. Auch die

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