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Der Israelit · 1895-02-21 · Heft 15 (21.2.1895) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 15 (21.2.1895)
Date
1895-02-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
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280 schmutztriefenden Artikel in ihren Zeitungen, die den höheren Standpunkt am treffendsten charakteristren. Red. d. Jsr.) am sympathischsten aber ist Herrn Jakobskötter der Standpunkt der Konservativen, wie ihn diese in der Tivoli-Versammlung und auf dem jüngsten Parteitage in der Tonhalle bekundet haben. (Wogegen die wüstesten Radauversammlungen der Sozialdemokraten wie Schäferspiele find. Red. d. Jsr.) Wenn hier der Rechtsanwalt Clastng für die Aufhehung der Judenemanziatton eingetreten sei, so glaube er in der heutigen Zeit des Parlamentarismus nicht an die Durchführbarkeit dieser Forderung. (Widerspruch.) Berlin, 16. Februar. Die „Staatsbürger tg." berichtet: Ein besonderer Verein für jüdische rankenpflegerinnen hat sich in Berlin gebildet zu dem Zwecke, armen Familien ohne Unterschied der Confeffion, aber mit besonderer Berücksichtigung bedürftiger jüdischer Familien unentgeltliche Krankenpflege zu verschaffen. Hamburg. Dem Corresvondenten aus Straßburg i. E. im Hauptblatt von Nr. 13 des „Israelit" ist ein kleiner, sehr häufig gemachter Jrrthum unterlaufen, den auch die löbl. Redaction wohl übersehen hat. Derselbe schreibt nämlich zum Schluß: .... ist ein Dan im Sinne der „Sprüche der Väter" n« rwro oan wro. Dieser Satz findet sich nun in ganz nun *p"® nicht vor, nur getrennt in 2 Stellen 'iai -iv^ri Dan in:»« idin ndit p und im zweiten piv: 'iai onan na paTff naiv *pn nr« n n nxnn iöin wd# 'n. Es wurde mir einmal gesagt, daß der von Ihrem Correspondenten angeführte Satz in einer «m« in roana naoo Vorkommen soll; dieselbe ist mir allerdings noch nicht zu Gesicht gekommen und wäre es mir sehr lieb, wenn vielleicht einer der Leser Ihrer Zeitung das angeben könnte, wo der Satz steht. (Die fragliche Stelle steht Tamid 32 a bet den Fragen Alexanders. Red.) Würzburg. Herr Distrtktsrabbiner Bamberger hier erließ an die Gemeinden seines Bezirks, sowie an noch viele andere außerhalb deffelben den nachfolgenden Aufruf: „Die Lage unserer Glaubensgenossen im heil. Lande ist eine derartig bedauernswerthe, daß dieselben stets auf die Unterstützung vom Auslande angewiesen sind. Nun rückt die Pesach-Zeit heran, welche es uns zu ganz besonderer Pflicht macht, diesen Armen im heil. Lande zur Deckung ihres Mazzos-Bedarfs zur Seite zu stehen. Ich stelle daher die höfliche und dringende Bitte an Sie, eine Sammlung zu Mazzos in Ihrer Gemeinde vornehmen zu wollen, und das Ergebnis baldigst anher einzuschicken, damit diese Spenden rechtzeitig ihrer Bestimmung zugeführt werden können, worauf die öffentliche Rechnungsablage erfolgt." Halberstabt, 13. Februar. Die Mittheilung aus Königsberg in Nr. 12 betreff, die Bestätigung des Dr. A. Ehrlich als Rabbinatskandidaten seitens der ruff. Regierung bedarf insofern einer Berichtigung, als Dr. Ehrlich kein Ausländer, sondern russ. Staatsangehöriger ist. Die vom Correspondenten an diesen Punkt geknüpften Hoffnungen dürften daher eine kleine Einschränkung erfahren. P. Oesterr. Ungar. Monarchie. Wien. Der Kardinal-Staatssekretär Rampola in Rom hat nicht immer eine glückliche Hand bewiesen. Zu wiederholten Malen rief er die kritischen Bemerkungen verschiedener diplomatischer Kreise gegen sich hervor. Es war dies anläßlich der Haltung des Vatikans den Vorgängen in Frankreich gegenüber und später auch mit Bezug auf die Stellungnahme der Kurte zu dem ktrchenpolttischen Kampfe in Ungarn der Fall. Papst Leo XIII. kam schon öfter in die Lage, Jrrthümer und Mißgriffe seines Staatssekretärs zu verbessern. Kardinal Rampolla besaß freilich bisher immer die Geschmeidigkeit, oder wenn man will, die Geschicklichkeit, sich nachträglich den geänderten Dingen jedesmal anznpaffen. Neuestens macht ein etgenthümltcher Schritt Rampollas viel von sich reden. Derselbe betrifft direkt zwar Oesterreich, beziehungsweise die innerösterreichischen Vorgänge allein, indirekt und prinzipiell reicht er aber viel weiter, und darum verdient er allgemeine Beachtung. In Oesterreich herrscht seit geraumer Zeit ein ebenso heftiger wie tiefgehender Kamps zwischen der sogenannten christlich-sozialen Partei und dem Episkopat. Die „Christlich-Sozialen" haben diese Bezeichnung für sich gewählt, um ihrer Demagogie und ihrem Radau Antisemitismus bei den Massen eher und leichter Eingang verschaffen zu können. Eine Weile h ndurch haben die kirchlichen Obern und auch ein Theil der weltlichen Obrigkeit der zerfetzenden Wühlarbeit dieser Partei ruhig, um nicht zu sagen, wohlgefällig zugeschaut. Vergeblich warnten weiter Blickende vor einem derarigen Gewährenlassen; es kam, wie es kommen mußte: das centrifugale Treiben der „Christlich-Sozialen" wuchs allgemach in bedenklichem Maße an, und in erster Reihe war es das Episkopat, das darunter empfindlich zu leiden hatte. Der niedere Klerus wurde gegen seine Vorgesetzten aufgehetzt, die kirchliche Drsclpltn erschien arg gelockert, und der bischöfliche Einfluß ward ganz offen bekämpft. Jüngst unternahmen die „Christlich-Sozialen" sogar schon Er-

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