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Der Israelit · 1895-02-14 · Heft 13 (14.2.1895) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 13 (14.2.1895)
Date
1895-02-14
Page
– (sequence 6)
Language
German
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246 jiw. Gemeinden Böhmens das Gefühl für Judenthum, trotz mancher Versuche es im Keime ersticken zu wollen, doch noch nicht ganz erstorben ist, und daß es nur der Anregung seitens der daselbst fungirenden Rabbiner bedarf, um Tino nuenH muy zu sein — dafür zeigt die Thatsache, daß es dem jungen Rabbiner zu Reubydschow während seiner kurzen Amtswirksamkeit gelungen ist, einen njw für Knaben, wo m\itwD und einen solchen für btd HpD, wo «idj und d-is '"n vorgetragen wird, einzuführen und einen segensreich wirkenden jüdischen Frauenverein ins Leben zu rufen, der sich mit wpv und Dvn m^n zu beschäftigen habe. Aus all diesen Thatsachen geht hervor, daß wir die Reformbestrebungen der jüd. Kreise Oesterreichs auch nur als vorübergehende Sturm- und Drangperiode bezeichnen und mit Zuversicht die Hoffnung hegen dürfen, daß diese für die gedeihliche Entwickelung des wahren Judenthums schädliche Bewegung auf daffelbe nur von der Wirkung sein werde, wie die Wirkung des leisen Lispelns eines lau und linde wehenden Windes auf die spiegelglatte Fläche eines tiefen Sees, den es nur im Vorübergehen kräuselt, während es eine nachhaltige Wirkung knicht auszuüben vermag. Frankreich. Einen Beweis für die allgemeine offizielle Nichtachtung, deren Drumont hier sich zu erfreuen hat, liefert die gcsammte hiesige anständige Presse dadurch, daß sie es nicht einmal der Mühe werth hält, die Rückkehr des Verbannten in ihren Spalten zu erwähnen, was doch der collegialische Anstand, wenn es sich um einen anständigen College» gehandelt^hätte, erfordert hätte. > Vermischtes. *4? i T Erklärliches Aufsehen erregte in Wollstei« die Ausstoßung des Antisemitenführers H. "Hecker (Strohhändler) aus dem Kriegerverein. Der zu Ende des vorigen Jahres in San-FranziSko verstorbene „Bonanza-König" Senator7James G. Fair hat 500,000 L. den katholischen, ebenso viel den evangelischen und 25,000 L. den jüdischen Waisenhäusern seiner Vaterstadt vermacht. In Bedford starb am l0 v. M. Morris Lifsack, rin hervorragender Glaubensgenosse. im 81. Lebensjahre. Derselbe war 1814 zu Schwerin a. W. geboren, kam aber schon 1835 nach England und lebte seit 1839 in Bedford als einer der angesehensten. Bürger dieser Stadt. L. ist der Verfasser des bekannten Buches: „Jewisli Perserverarice“ Er kämpfte in Wort und Schrift für die Emanzipation der Juden und vetheiligte sich mit besonderem Eifer an allen Wohlthätigkeitsbestrebungen. Heuilleion. Paris, 8. Februar. In der ersten Beilage z<Nr. 11 des „Israelit" befindet sich eine Korrespondenz aus Paris vom 5. Februar, nach welcher der^aus' Brüssel zurückkehrende Drumont vor dem Nordbahnhof von zweitausend Personen erwartet wurde rc. rc. Diese Correspendenz scheint ein Auszug aus»der hier erscheinenden „Libre Parole" zu sein, die blaue Wunder von der Ankunft ihres Direktors Eduard Drumont und den „begeisterten" Empfang erzählt, den die Menge ihm bereitet haben soll, die aber unbändig übertreibt. „Tausende," so erzählt Drumonts Organ, „sind dem Fiaker gefolgt und haben beständig gerufen : „Hoch Drumont! Nieder mit den Juden! Conspuez Rothschild!" solche Rufe hat man allerdings stellenweise gehört, aber sie kamen nur aus den Kehlen einer kleinen Schaar, und die „Tausende" dürfen, gut gezählt, auf 200 Stück herabgesetzt werden. Man hatte es fich, wie es scheint, vorgenommen, in der Rue Laffite vor dem Bankhause Rothschild Lärm zu machen; aber an der Ecke der Rue Laffayette und desFaubourg Montmartre stand eine Mauer von Schutzleuten und zwang die Ruhestörer, auf dem kürzesten Wege nach dem Boulevard Montmartre zu fahren, wo die Redaction der „Libre Parole" ein.leuchtendes Schild aushängen hatte mit der Ueberschrift: „La Franke aux Fran^ais!“*uttb die Rufe bas Rothschild Vive Drumont!“ sich wiederholten. Uur eine Tochter. K» Erzählung von H. Berger. 20.) (Alle^Rechte Vorbehalten. „Irdischen Bortheils halber seinen Glauben zu wechseln ist eine Infamie, der ich mich niemals schuldig machen werde. Ich sbin weit genug gegangen und ich wäre unglücklich, wenn Du versuchen wolltest, mich noch weiter zu bringen. Laß ab davon, Greta, bei unserer Liebe beschwöre ich Dich, sei genügsam und mit mir zufrieden wie ich jetzt bin. Ein Mehr wirst Du niemals erreichen, hörst Du, niemals." „Du bist eigensinnig," rief Greta, mit dem zierlichen Füßchen aufstampfend. „Du bist es erst in so hohem Grade, seitdem Du die schöne Jüdin, die sich Deine Schwester nennt, ha, üa ha! gesprochen Haft. Nun, ich will Dir Dein Vergnügen lassen, so lange sie hier ist. Schäkere und kokettste mit ihr so viel wie Du willst; denn sie ist ein schönes Mädchen und ich gönne Dir gerne die Abwechslung. Ich weiß ja doch: Oa revient toujours L son premier amour. *) „Pfui!" rief WrUy empört, „wie kannst Du so etwas Häßliches denken oder gar noch aussprechen. Anny ist meine Schwester, die mich liebt. —" I *) Man kehrt immer wieder zu seiner ersten Liebe zurück

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