Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 36 (1895)
- Issue
- Heft 13 (14.2.1895)
- Date
- 1895-02-14
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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242 Todesstrafe von großem Unheil für den Staat wäre. (Mackoth 7 a*) Freilich kann jenen Rabbinen, welche behaupteten kein Todesurthetl fällen zu wollen, die Thatsache vorgehalten werden, daß die Thora auf viele todeswürdige Verbrechen die Todesstrafe tatsächlich befiehlt; aber jene großen Weisen wollten durchaus nicht das Thoragesetz aufheben, sondern fie behaupteten, bei einem Verdict, bei dem es sich um Leben und Tod handelt, sei eine so weitgehende Schonung nöthig, daß ein Todesurthetl zu fällen fast unmöglich werde, damit ein Justizmord, welcher durch menschliche Jrrthümer nicht ausgeschloffen ist, gar nicht vorkomme. In Wahrheit aber besteht nach talmudischem Gesetz die Todesstrafe, und es bleibt der Gewiffenhaftigkeit und Wahrhaftigkeit des Gerichtshofes anheimgestellt, dieselbe vollziehen zu lassen oder nicht. Entzieht sich der Verbrecher durch die unrichtig angewandte Milde seiner Strafe oder durch sonstige Umstände, so steht ja über dem menschlichen Richter der göttliche Weltenrichter, der alles nach Gerechtigkeit fügt, leitet und richtet und der kein Vergehen ungeahndet läßt. Es möge hierüber ein Beispiel folgen: Einer erschlägt einen Menschen mit Vorbedacht, ein anderer begeht einen Todtschlag unbewußt, weder der Eine noch der Andere kann seiner verdienten Strafe zugeführt werden, weil keine Zeugen vorhanden sind. Was thut nun der allgerechte Gott? Er führt beide in ein Haus zusammen. Der, welcher mit Vorbedacht getödtet hat, setzt sich unter eine Leiter, und der. welcher unbewußt getödtet hat, steigt von der Leiter hinab und fällt auf den, der unten sitzt und erschlägt ihn, so ist der, der die Todesstrafe verdiente, getödtet worden, und der, welcher unbewußt einen Mord beging, flüchtet nun in eine der Zufluchtsstädte; so gleicht nun die allwaltende Gerechtigkeit Gottes alles aus und führt Jeden der verdienten Strafe zu. (Mackoth 9d.5) Wie aber Wahrhaftigkeit und Aufrichtigkeit selbst von Personen, die aus der menschlichen Gesellschaft moralisch verstoßen sind, gefordert wird, beweist folgender talmudische Ausspruch: Einer, der einen Menschen unversehens getödtet hat, sonst nn?y?a "iiypx "I , rvpmn xnp: yia»a nnx nmnn (4 n’x onoix jiehü xa’py 'n ,ru» D'yattn nnx -ox p *jx "ox rat? 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Gegen Lüge, Trug und Heuchelei. Lüge, Trug und Heuchelei sind die Gegensätze von Wahrheit und Wahrhaftigkeit. Wie diese von der jüdischen Morallehre zur Bethätigung eingeschärft werden, so wird vor jenen eindrtnglichst wiederholt gewarnt. Das dritte Gebot im Dtalog lautet: Du sollst den Namen des Herrn Deines Gottes nicht zum Falschen aussprechen (Exodus K. 20). Ihr sollt nicht Iügenhaft7und falsch Mn gegen einander (Leviticus 19). Halte dich fern von lügenhaften Worten und Handlungen (Exodus 23.) Daß die Lüge so leicht Eingang in die Herzen findet und die Gemüther der Menge für die Falschheit eher empfänglich sind als für die reine klare Wahrheit, das ist das traurige Verhängniß in« der Geschichte der Menschheit. Darüber klagten schon die Weisen der grauen Vorzeit, darob sind von Trauer erfüllt die Edelsten aller Zeiten und auch heute noch sind wir in dieser Beziehung nicht weiter geschritten und die bedauernden, tief empfundenen Worte des Psalmisten finden noch in unserer Zeit ihre volle Berechtigung: O, Ihr lieben Menschensöhne, wie lange noch soll meine (Gottes) Ehre geschändet werden? Wie habt Ihr das Eitle so lieb und die Lüge und die 'Falschheit so gerne? Selah. Opfert lieber Gerechtigkeit, Wahrheit und Aufrichtigkeit und vertrauet auf den Herrn (Psalm 4.) Die, welche lügenhafte Worte führen, vernichtet ja der Ewige; den Gewaltthätigen und Betrüger hasset und verabscheut der Herr. Mein Gott, leite mich in deiner Gerechtigkeit, um meiner Feinde wegen: denn in ihrem Munde ist keine Aufrichtigkeit, ihr Inneres birgt Trug, ein offenes Grab ist ihr Rachen, ihre Zunge heuchelt (das. K. 5) Klingt es nicht wie ein Nothschrei aus unserer ->gx' naaP Tyn ’twx ist lBPpo Typ npj» nsn (6 . q"’ mao) ono pap’ a"syx n nox ux nsn canp pn m (a"’ px\h) 'Di ymn nmia nnr □noa'iam (7 .('n ,xnna xaa) inDxP nux pp»