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Der Israelit · 1895-02-11 · Heft 12 (11.2.1895) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 12 (11.2.1895)
Date
1895-02-11
Page
– (sequence 3)
Language
German
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pfahlwinke unserer Feinde, was den beredtesten Mahnungen aus jüdischem Brudermunde bis jetzt nicht gelingen wollte. Lehren doch auch die Weisen, daß der abgestreifte Königsrtng an Hamans Hand die Umkehr Israels bewirkt habe, welche den 48 israelitischen Propheten und 7 Prophetinnen nicht gelingen wollte. — Der Redner auf dem konservativen Parteitage, dessen Ausführungen hier wtedergegeben, ist der Vertreter Weftphalens sveciell Bielefelds im Landtage. Der Verband jüdischer Gemeinden Weftphalens kann daraus die Erfahrung schöpfen, daß sein Attentat auf das historische Judenthum ihm bislang die Sympathieen unserer Feinde nicht gebracht hat. Mit der großen jüdischen Gesammtheit, mit welcher die westphälischen Verbandgemeinden nicht mehr aus einem und demselben Gebetbuch beten wollen, haben dieselben thatsächlich gebrochen. Und nun greisen unsere Feinde diesen Bruch als Vorwand aus, um die Emanclpation der Juden rückgängig zu machen. Die Verblendung, die dieses nicht sehen, der Starrsinn, der sich aus der Höhe der Zeit wähnt, und auf diese Zeichen der Zeit nicht hören will, wird es sicher fühlen und büßen müffen. Zettnrrg-rrachrtchte» und Gorrespo«derrze«. Deutschland. Mainz, im Februar. Wir haben jüngst berichtet, daß ein Reichstagsabgeordneter die auf der Fahrt von Frankfurt a. M. nach Berlin an jeder Station gekauften Butterbrödchen in Berlin einem chemischen Untersuchungsamte überließ und daß dies feststellte, daß der weitaus größte Thell der Brödchen mit Margarine bestrichen war. Der Jude, der es mit den Gesetzen seiner heiligen Religion ernst nimmt und heute noch glaubt, daß man in irgend einem entlegenen ländlichen Winkel „beruhigt" Butter effen könne, der muß einen Optimismus besitzen, um den wir ihn beneiden könnten. Allüberallhin, in die einsamsten Dörfer ist heute die Margarine gedrungen und selbst auf den Höhen der Alpen Überreicht die schmucke Sennerin mit der unschuldigsten Miene der Welt dem hungrigen Wanderer ein Präparat aus Rtnderfett, für das sie sich den Preis der Butter bezahlen läßt. Angesichts dieser sich immermehr vervollkommnenden Kunst der Verfälschung der Nahrungsmittel müßte eigentlich der gesetzestreue Jude trübe in die Zukunft blicken. Ist doch im Laufe der Jahre schon so manche Eßwaare aus der Reihe der erlaubte« in die der verbotenen übergegangen und von den auf Reisen befindlichen Glaubensgenossen — und ihr Beruf zwingt ste gar häufig zur Reise — schwerlich entbehrt werden. „Doch fürchte Dich nicht, mein Knecht Jacob, ich erlöse Dich aus der Ferne!" Bon einer Sette, an die Du gar nicht denkst, kommt Dir oftmals die Hilfe, und so ist es auch in Bezug auf die Butterverfälschung. In dem gleichen Maaße, in dem die Kunst der Verfälschung fortschreitet, gewinnt auch die Kunst, geeignete uns erlaubte Ersatzmittel zu schaffen, an Ausdehnung. Im Talmud (Chulin 109 b) wird uns erzählt, daß Jalta, eine in der Kochkunst gewiß überaus erfahrene Frau ihren gelehrten Gatten, den Raw Nachman darauf aufmerksam machte, daß uns zwar viele Genüsse durch die Thora verboten seien, daß aber die gleichen Genüsse, wenn auch oft in ganz anderer Form, auch in erlaubter Weise zu erreichen seien. So extsttrten namentlich von allen verbotenen Speisen entsprechende Gegenstücke, d. h. solche erlaubte Sp üen, die den verbotenen in Geschmack und Wirkung gleichkämen. Es werden nun im Talmud eine Reihe solcher angeführt, worunter auch ro>ro iwa Fleisch mit Milch als verboten, ’tas das Euter der Kuh hingegen als erlaubt sich befinden. Da Letzteres heute aber ebenfalls nach der endgiltigen Entscheidung unserer Weisen mit seiner Milch oder mit Fleisch nicht genossen werden darf, so könnte man an Stelle von 'bm die neu erfundene Wanzenbutter Laureol setzen. Das ist nämlich das Ersatzmittel für Butter, auf das wir oben hindeuteten. Das Laureol ist ein gesundes, die Verdauung sehr beförderndes Naturfett, und für magenschwache Personen besonders empfehlenswerth. Es ist die vorthetlhafteste Butter und ersetzt die Kuhbutter in allen Fällen des Küchenbedarfs, beim Kochen, Braten und Backen. Das Laureol besitzt die große Eigenschaft sich lange aufbewahren zu lasse», ohne zu verderben oder ranzig zu werden und hat beim Kochen und Braten keinen unangenehmen Geruch, hingegen einen sehr reinen Geschmack. Dasselbe enthält kein Wasser wie die Butter, übertrifft folglich dieselbe an Ergiebigkeit, so daß s/4 Klg. Laureol 1 Kilog. gewöhnlicher Butter ersetzen. DaS Laureol ersetzt die Mtlchbutter erster Qualität in der Mehrzahl der Verwendungsfälle, wie beim Kochen und Braten von Fleisch, beim Backen, beim Schmelzen der Gemüse, bet gerösteten, gebackenen und geblasenen Kartoffeln (sonMäes), bet gebackenen Fischen u. s. w. Der Verkauf erfolgt in Büchsen von Klg. 0.95 M., von 1 Klg. 1.80 M., von 2 Klg. 1.70 M. pro Klg., in 5 und 10Klg.-Büchsen 1.60 M. pro Klg. Das Präparat, das ebenso gut zu Milchwie zu Fleischspeisen verwendet werden kann, wird unter Aufsicht des Rabbiners der orthodoxen Gemeinde

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