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Der Israelit · 1895-02-07 · Heft 11 (7.2.1895) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 11 (7.2.1895)
Date
1895-02-07
Page
– (sequence 21)
Language
German
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MWWMWWWWWWW 223 Dasselbe enthält auch einige Proben des jüdischen Schrtftthums. Im Unterrichte sind etwaige Proben literarischer Erzeugnisse besonders dem Stddur, Machser, den Seltchoth und Ktnnoth zu entnehmen. An den mit allseitigem Beifall aufgenommenen Vortraa des College« Abraham schloß sich eine kurze Besprechung, welche hauptsächlich die Frage betraf, ob der Unterricht in jüdischer Geschichte auch in niederen Volksschulen in streng chronologischer Reihenfolge zu ertheilen sei. Die Versammlung entschied sich dahin, der Unterricht habe Überall da eine chronologische Reihenfolge tnne zu halten, wo er als ein für sich getrennter Lehrgegenstand behandelt wird. Nach Erledigung dieser wichtigsten Punkte der Tagesordnung vereinigten sich sämmtliche Theilnehmer der Versammlung, zu einem gemeinschaftlichen Mahle in Beuthner's Hotel und wohnten sodann dem Abendaottesdienste in der Synagoge bet. Bet Wiedereröffnung der Verhandlungen brachte der Vorsitzende ein Begrüßungstelegramm des Obercantor Finkelstein in Leipzig zur Verlesung, welcher im vorigen Jahre mit regem Interesse den Verhandlungen der Vereinigung beigewohnt hatte und damals die Seele des gemüthlichen Theiles gewesen war. Hierauf kam der letzte Punkt der Tagesordnung zur Erledigung; „Geschäftliche Anträge und Anregung wichtiger pädagogischer Fragen." Wir heben aus diesem Theile nachstehende wichtige Punkte hervor. Als Ort der nächsten Versammlung, welche wiederum am 26. Dezember 1895 stattfinden soll, wird Känigshütte bestimmt. Der Vorstand wird außerdem ermächtigt, eine außerordentliche Be sammlung nach Beuthen einzuberufen, wenn besonders wichtige Angelegenheiten dies erfordern sollten. In den Vorstand der freien Vereinigung werden die Collegen Bern har d-Tarnowitz und Rosenbaum I- Beuthen wieder — College B ö h m - Köntgshütte neu gewählt. — Aus der von dem Ausschuß des deutsch-israelitischen Gemeindebundes gewährten Beihilfe wurden den Teilnehmern an der Versammlung die ihnen entstandenen baren Auslagen voll erstattet; nach Erledigung der für die Vorbereitung der Versammlung nothwendig gewordenen Unkosten konnte noch ein kleiner Bestand in das neue VereinSjahr übernommen werden. In Folge eines aus der Versammlung gestellten Antrages wird der Vorstand beauftragt, für die Tagesordnung der nächstjährigen Versammlung rechtzeitig Sorge zu tragen. In gleicher Weise wird dem Vorsitzenden anheim gestellt, sich mit den Mitgliedern der Vereinigung, welche der heutigen Versammlung nicht beigewohnt haben, persönlich in Verbindung zu setzen, um eine noch stärkere, möglichst allseitige Beleidigung an den Versammlungen herbeizuführen. — Die Veröffentlichung eine- Berichtes in den politischen TageSblättern wird nicht gewünscht; dagegen soll ein umfassender Bericht den jüdischen Fachblättern zugestellt werden, welche sich zur Aufnahme bereit erklären und diesen Bericht den Mitgliedern zu Gebote stellen. Der Vorsitzende. welcher die Abfassung des Berichts übernimmt, wird mit den betreffenden Blättern in Verbindung zu treten ermächtigt. Schluß der Verhandlungen 6'/, Uhr. Es folgte ein gemüthliches, kollegiales Beisammensein, welchem alle Thetlnahmer der Versammlung beiwohnten. Die Worte eines Collegen beim AuSeiuandergehen: „Das war eine schöne Chauukahfeier und ein herrlicher Ferientag" sind wohl daS beste Zeugnis dafür, daß die freie Bereinigung auch in diesem Jahre für das jüdische LehrervereiuSwesen, für die Fortbildung ihrer Mitglieder und für die Kollegialität ihre Schuldigkeit gethan hat. Und nun auf Wiedersehen im kommenden Jahre in Königshütte s. G. w.! Der Vorsitzende der freien Vereinigung jüdischer Lehrer Oberschlefiens, Bernhard. Mus und Land. Samten, 3. Januar. (2. Bezirkstag jüd. Religionslehrer.) Die Mitglieder des Bezirks IV. (Südposen) des deutschen ReichSverbandS jüdischer Religionslehrer hielten am 1. Januar c. in der hiesigen jüdischen Schule ihren zweiten Bezirkstag ab. Lehrer K u t t n e r-Gostyn hielt eine Lehrprobe über die Bedeutung und Feier des Sabbats im Anschluß an Exod. 20, 8—11 für die Mittelstufe. Diese Lehrprobe gab zu einer längern und lebhaften Debatte Anlaß; jedoch wurde die Leistung deS Lekttonärs allgemein beifällig ausgenommen. Die zweite Lehrprobe hielt Herr Rabb. Dr. R o s e n t h a l- Rogasen über die Einführung in Raschi für die Oberstufe. Diese Lektion wurde in Anbetracht der Schwierigkeiten, welche in den Verschiedenheiten der Unterrichtsstufen der Kinder lag, als meisterhaft anerkannt. Der sodann folgende Bortrag des Herrn Rabbiner Dr. B amberger-Schrimm über das Thema: „Die jüdische Religionsverfaffung in Altpreußen" war hoch tntereffant und trug dem Referenten den allgemeinen Beifall der Versammlung ein. Der Antrag des Herrn Rabb. Dr. Bamberger, betr. die Bildung einer ReltgtonSschulkommisstou für die Provinz Posen wurde einer Kommission zur wettern Ausführung überwiesen und in diese gewählt alS Vorsitzender der Präsident des

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