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Der Israelit · 1895-02-07 · Heft 11 (7.2.1895) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 11 (7.2.1895)
Date
1895-02-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
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205 nementalen RetchStagsabgeordneten" eingebracht sein und die direkte und geheime Wahl der Landesausschußabgeordneten durch das Volk fordern soll. Geigel stimmt diesem Antrag zu, fordert aber als Corelat zu der Wahl der Abgeordneten durch das Volk auf der andern Seite eine „Zntheilunq hoher Würdenträger, welche Kraft ihres Amtes Sitz und Stimme im Landtage erhalten sollten." Er nennt dabei: Die Bischöfe, den Präsidenten des evangelischen Direktoriums, den dtenstältesten Oberrabbiner. Wenn dieser Geigel'sche Antrag zur Geltung gelange, fiele dieses Loos „Sitz und Stimme im Landtage zu erhalten" dem Oberrabbiner zu Colmar zu, da derselbe, seit dem Tode des Oberrabbiners Aron in Straßburg der dienstälteste Oberrabbiner in Elsaß-Lothringen ist. Eine solche Erneuerung auf dem Gebiete unserer sozialen Stellung im Retchslande würde um so mehr mit außerordentlicher Genugthuung hier im Lande begrüßt werden, da bis heute kein Israelit im Landesausschuß Sitz und Stimme erlangen konnte. Straßburg i. E., 3. Febr. Zu der Mittheilung der Staatsbürgerzeitung, wonach der Reichstagsabgeordnete Ahlwardt am 31. Januar von der (antisemitischen) deutsch-sozialen Reformpartei aus der Fractton ausgeschlossen worden ist, fügt die „Straßburger Post" hinzu: „Der Rector aller Deutschen" ist selbst also ein regelrechter „Wilder," was er übrigens nach Ansicht mancher Leute schon längst war. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Prag, 31. Januar. Heute fand das Leichenbegängniß des Arti ll eri em ajor s Moses Götz statt. Zu demselben waren 4 Züge Artillerie, eine Kriegsbatterie mit 8 Geschützen und die Musikkapelle des 88. Infanterieregimentes ausgerückt. Im Trauerzuge befanden sich Oberrabbiner Ehrenfeld, der Commandant der 8. Artillerie-Brigade Oberst von Venas, der Regimentskommandant Oberstlteutenant Winkler und zahlreiche Stabs- und Oberofstziere aller Waffengattungen. Feldprediger Dr. Kisch hielt dem Verblichenen einen ehrenden Nachruf. Der Conduct bewegte sich zum Franz-Josefsbahnhofe. Vor diesem gaben die Geschütze die Ehrensalven ab. Die irdische Hülle wird Morgen nach der Heimath des Verblichenen überführt. Lemberg. Unter dem Vorsitze des Hypothekenbankdtrectors Herrn Lazarus traten die leitenden Männer der hiesigen jüdischen Gemeinde zusammen und beschlossen, in Würdigung der Intentionen Sr. Majestät des Kaisers das bevorstehende fünfzigjährige Regierungs-Jubiläum Allerhöchstdesselben durch die Erbauung eines zweiten israelitischen Hospitals mit dem Kostenaufwande von 100,000 fl. zu begehen. Herr Salomo» Buber spendete zu diesem Zwecke als erster 2500 fl. Rußland. Petersburg, 27. Januar. „Nowosti" melden in einem Telegramme aus Odessa: Der Kaiser bestätigte die Vorlage des FinanzministerS, nach welcher das percentuale Berhältniß der hebräischen Schüler der Obeffaer Commerzschule zu den nichthebräischen Schülern dieser Lehranstalt welche von der Kaufmannschaft unterhalten wird, dem Verhältnisse der hebräischen Kaufleute zu den nichthebräischen gleich sein soll. Warschau. Generalgouverueur Schuwalov, empfing eine Deputation Juden, die zu seiner Begrüßung erschienen war, sehr freundlich, und sagte, er sei von der Anhänglichkeit der Juden überzeugt und dieselben können auf sein gerechtes Borgehen rechnen. Riga. Zur jüdischen Auswanderung gibt der „Woschod", wie die „Now. Wr." referirt, einige Daten über die Thätigkeit der jüdischen Colonisations- Gesellschaft, aus denen hervorgeht, daß im Laufe von fast zwei Jahren ungefähr 3000 Personen aus Rußland nach Argentinien übergestedelt sind. Bon dem der Gesellschaft gehörenden Areal in Argentinien ist mehr als die Hälfte noch unbewohnt und unbebaut. Die Uebersiedelung der 3000 Personen hat der Gesellschaft 377,000 Pfund oder 2.700,000 Rbl. gekostet; das heißt, jeder einzelne Emigrant verursachte eine Ausgabe von annähernd 1090 Rbl. Der „Wosch." sagt, daß dte gemachte Erfahrung zeige, daß „die russischen Juden zur Landarbeit fähig sind und sich gern mit ihr beschäftigen." England. Merivale Hall, Bournemonth 82. Jan. Bei dem bekannten Jntrefle, das Sie an Allem nehmen,'? was dem glaubenstreuen Juden geboten wird, um seine Gesundheit wieder herzustellen oder auch Erholungen aufzusuchen, werden Sie meinen Zeilen Aufnahme gewahren. Zur Kräftigung meiner Gesundheit sollte ich während unsers urgermanischen Winters ein milderes Klima aufsuchen. Da sich wegen der Schwierigkeiten in der jüd. Verpflegung die Reviera schwer dazu eignet, swandte ich! mich auf Empfehlung eines engl. Freundes hierher^und bin nun seit Wochen hier. Wer jemals in der ^südlichen .'Schweiz. jenseits des Gotthard gewesen, wird sich hier sogar während des Winters in die ähnliche Gegend versetzt fühlen. Das jüd. Boardinghouse steht inmitten eines Eichwalds,^indeffen'Bäumen''deS Morgens die DögelAhr Morgenlied in7.die"Lüfte hinaussingen wie bei uns im^Frühling. Wenige " Minuten (.davon ist das Meer, an dessen User entlang auf hohem Felsplateau wundervolle Spaziergänge durch, grünbelaubte Waldungen sich hinziehen. Villen inmitten wundervoll angelegter Gärten geben dem Ganzen ein selten pittoreskes Aussehen. Da hier die Südostküste Englands iss, so sind südliche Winde vorherrschend, die dem Gesunden Erholung und dem

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