Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 36 (1895)
- Issue
- Heft 9 (31.1.1895)
- Date
- 1895-01-31
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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166 -UM Gelingen des Festes beigetragen, schloß die Rede. Weilburg, 28. Januar. Am 30. v. Mts. hielt der Verein zur Unterstützung armer durchreisender Israeliten seine diesjährige ordentliche Generalversammlung ab. Der Vorsitzende Herr Dr. Landau und der Rendant Lehrer Fröhlich erstatteten ihren Jahresbericht, dem wir entnehmen, daß die Kaffe durch Jahresbeiträge M. 710, durch Spenden M. 18 einnahm, wozu der vorjährige Bestand von M. 20,95 kommt, so daß die Gesammteinnahme M. 748,95 beträgt. Verausgabt wurden an 378 durchreisende und im Bezirke wohnende Arme und zwar an 339 Männer und 39 Frauen M. 678,50, so daß sich ein Bestand von M. 70,45 ergab. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurden die Herren Dr. Landau und Lehrer Fröhlich per Akklamation wiedergewählt. — Am Chanukkafeste veranstaltete der Synagogen-Gesangverein unter der Leitung seines Dirigenten Lehrer Fröhlich eine Abendunterhaltung. Herr Dr. Landau sprach über die alten Parteien im Judenthum. Die Fülle des wissenschaftlichen Materials vom Vortragenden in allgemein verständlicher Weise behandelt, verfehlte nicht ihre tiefe Wirkung auf die zahlreich erschienenen Zuhörer, welche dem Redner wohlverdienten Beifall zollten. Hierauf folgten Chorgesang, Deklamationen, Lieder-, Klavier- und Vtoltnvorträge, bei denen die in dankenswerther Weise Mttwtrkenden den reichsten Beifall ernteten. Eine hübsche Gabenverloosung bildete den Schluß der Feier. Vor Kurzem wurde dahier ein Frauenver ein in's Leben gerufen, dem heute schon 38 Mitglieder angehören. Zweck dieses Vereins ist, die religiösen LtebenSdienste bei v'2 sterbenden Glaubensschwestern, die dem Verein angehörten, sowie auch bei unbemittelten Nichtmitgliedern biS zu ihrer Bestattung verrichten zu laffen, und für die Unterstützung und Pflege hiesiger armer Patientinnen Gorge zu tragen. England. Londorr, 30. Jan. Aus Lowe st oft wird gemeldet, daß der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Elbe" untergegangen ist. Von 350 Personen sollen nur IS gerettet worden sein. Aus dem Verzeichnis der Paffagiere entnehmen Wir folgende mit jüdisch klingenden Namen: 2 Herren und Frl. Frank-Amerika, Jake Frank- Buffallo, N. A., D. C. Theodor Geisenheimer-New- Nork, Carl Nußbaum-Berlin, Julius Rosenbaum- Amerika, Simon Schweitzer-Berlin und Gabriel Herz. Rußland. Petersburg. 29. Jan. Morgen wird der Kaiser kaufmännische, bäuerliche und israelitische Deputationen empfangen. Der Finanzminister stellt die kaufmännischen, Durnowo alle üb eigen Abordnungen vor. Indien. Siugapore, im Dezember. Wir hatten vor Kurzem seltene jüdische Gäste hier. Unsere Stadt oder eigentlich die ganze Insel, auf der unsere Stadt und noch andere Ortschaften liegen, gehört bekanntlich zum englisch indischen Reiche und wird von einem eigenen Gouverneur verwaltet. England unterhält auch hier eine starke Garnison, die aus den indischen Truppen genommen wird. Vor Kurzem befanden sich nun unter den hiesigen Garnisonstruppen auch einige schwarze Juden, sogenannte „Bene Israel", die von der indischen Regierung ihrer Körperstärke und ihres herrlichen Wuchses wegen als Soldaten sehr gesucht sind und auch gut bezahlt werden. (Die indische Armee besteht bekanntlich aus Miethsoldaten.) Als strenggläubige Juden führten diese Soldaten hier ihre eigene Küche, um nicht mit den indischen Soldaten zusammen speisen zu müssen, und hielten sie auch den Sabbat strenge, soweit es ihnen ihr Dienst gestattete. Hie und da besuchten sie auch die hiesige kleine Synagoge, um sich unfern Ritus anzusehen. Bon den hiesigen Juden wurden sie selbstverständlich aufs gastfreundlichste behandelt und wurden sie sogar auch zum Besuche in die Familienkreise «ingeladen. ft e n Ule ton. «^5 ilur eine Tochter. As Erzählung von H. Berger. 15.) (Alle Rechte Vorbehalten. Willy behielt feine Ruhe und vermehrte dadurch Gretas Zorn. Sie wurde bis zum Aeußerften gereizt, und als Willy standhaft blieb, da versuchte sie die gewöhnliche Waffe der Frauen. Sie brach in Thränen aus und rief: „Du liebst mich nicht und hast mich nie geliebt. Zur Tändelei war ich Dir gut genug, aber jetzt, wo es gilt, mich als Dein Weib auf die Stelle zu placieren, die mir zukommt, versagt Deine Liebe. Sie ist nicht so stark, um Dich zu veranlassen, mit einem Vorurtheil zu brechen, oder hast Du Dir jemals eingebildet, eine von Toussaint werde einen — Juden hetrathen? Dann bist Du aber irre. So weit vergißt sich eine von Toussaint nicht." „Es scheint doch so. War Dir der Jude zur Tändelei gut genug, so mußt Du auch zur Heirath