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Der Israelit · 1895-01-27 · Heft 8 (27.1.1895) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 8 (27.1.1895)
Date
1895-01-27
Page
– (sequence 8)
Language
German
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willst Du Dich weigern, Deine Zugehörigkeit zur christlichen Gemeinschaft durch die Taufe besiegeln und legaltsiren zu lassen? Es ist ja nur eine Ceremonie, eine äußere Form." „Gerade detzhalb, weil es nur eine Ceremonte, eine äußere Form ist, werde ich auf dieselbe verzichten." „Und damit auf Deine ganze CarrlLre, auf den Traum Deiner und meiner Jugend. Nein, Willy, das darfst Du meinethalben schon nicht thun." „Ei, Närrchen, wenn mich der Staat so nicht gebrauchen kann, so bin ich ihm auch als Getaufter nichts werth; die paar Tropfen Wasser machen mich nicht besser. Ich kann mein Brod auch auf eigenen Füßen stehend verdienen." „Das wohl, aber Du kannst das Ziel nicht erreichen, das Dir im andern Falle winkt. Hast Du denn alle die Lustschlösser vergessen, die wir gebaut haben? Sind Dir die Stunden nicht mehr im Gedächtniß, wo Du mir versprachst, alles zu thun, um ein hohes Ziel zu erreichen? Wie, so nahe am Ziel schreckst Du vor einer Lappalie zurück? Wer A sagt, muß auch B sagen. Nicht wahr, Du thust es, mir zu Liebe. Unsere Liebe wird die Triebfeder fein, die Dich jedes Hinderniß spielend überwinden läßt und die Aussicht, das Glück der Liebe bald ganz und voll genießen, mich als Dein trautes Weib heimführen zu können. Diese Aussicht allein hätte Dir genügen müssen, sofort auf alles, was man von Dir verlangt — es ist ja nichts Unehrenhaftes — einzugehen." „Gerade sie hat mich davon zurückgehalten. Ich werde eher selbstständig und kann eher daran denken, meinen eigenen Herd zu gründen, wenn ich unabhängig bin. Ich werde mich der Advokatur s zuwenden und bald im Stande fein, Dich ernähren und als mein Weib hcimführen können. Auch als Anwalt kann ich Carröre machen." Greta sprang nun auf und stellte sich vor Willy hin. Ihre Augen blitzten zornig, aber der Zorn machte sie nicht schöner und mit fast keifender Stimme sagte sie: „Und deßhalb meinst Du, hätte ich meine Jugend, würde ich Dir meine Schönheit und meinen alten adligen Namen opfern, um die Frau eines Juden, eines jüdischen Rechtsanwalts zu werden? Da täuschst Du Dich aber gewaltig. Wer den Muth hat, die Augen zu einer Greta v. Toussaint emporzuheben, sich uw ihre Hand zu bewerben, der muß auch den Muth haben, seine niedere Abkunft, durch eine glänzende Stellung und rasche Carriäre vergessen zu machen. Als Jude ist es Dir nicht möglich, und wenn Du Jude bleiben willst, so verzichtest Du freiwillig auf mich und meine Liebe." „Aber denke doch, daß ich gerade deßhalb, um Dich bald heimführen zu können, nicht in den Staatsdienst eintreten will. Welche lange Zeit würde vergehen, bis ich so gestellt wäre, um heirathen zu können, denn ich bin arm. —" „Gerade deshalb mußt Du in den Staatsdienst eintreten. Die Zeit bis zu unserer Heirath soll mir nicht zu lange werden, denn ich bin überzeugt, Du wirst sie abkürzen." (Fortsetzung folgt.) Wochen - Kalender. Freitag, 1. Februar, 7. Schebath. Sabbat-Anfang in Mainz 4 Uhr 55 Min. (II. E. Z.) Samstag, 2. Februar, 8. Schebath. dt 2 Sabbat-AuSgang in Mainz 8 Uhr 05 Min. (II. E. Z.) Der „JSraelit" erscheint wöchentlich zweimal, Montags und Donnerstag-, jedeSmal in mindestens zwei Bogen. Preis veS Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, für'S Ausland 16 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Durch de» Drrchhandrl M beziehen bet T. F. Steiuacker, Leipzig, Noßplah 16. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterretchische Banknoten laut CourS. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland «nd Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 st. österr., für'S Ausland 18 Reichs-Mark, an die Expedition franco einzusenden. Eine Eiicksendnng von au die Redaktion eingefandten Manuskripten findet nicht statt, man bittet de-halb sich von allen Einsendungen eine Copie zurückzubehalteu. Inhalt <Ha«Ptblatt>: Leitender Artikel: Der Eid in der jüdisch-biblischen und talmudischen Literatur. — Zeitungsnachrichten u. Correfpondenzen: Deutschland: Rödelheim. Frankfurt a. M. Berlin. Hannover. — Oesterr.-Ungar. Monarchie: Budapest. — Vermischtes. — Sprechsaal. — Feuilleton: Nur eine Tochter. Erzählung von H. Berger (Fortsetzung). Inhalt der Beilage: Leitender Artikel: Maimontder als medizinische Autorität. Bon Dr. I. Münz (Fortsetzung). — Zeitungsnachrichten u. Eorrespondenzen: Deutschland: Berlin. AuS Baden« — Vermischtes. Verantwortliche Redaction: OSear Lehmann in Mainz. — Expedition des „JSraelit*, Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Zoh. Wirth'schm Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschaft in Mainz. Hierzu eine Beilage.

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