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Der Israelit · 1895-01-27 · Heft 8 (27.1.1895) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 8 (27.1.1895)
Date
1895-01-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
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14» Berlin, 21. Januar. Bei dem KrönungS- und Ordensfeste haben die Herren Justizrath Fuld in Frankfurt a. M. und Regierungsrath Dr. Paul Meyer in Köln den Rothen Adlerorden 4. Klaffe erhalten. Auf eine Anregung des jetzigen Ministers des Innern dürfte wohl zurückzuführen sein, daß der Präsident der Handelskammer und Präsident des israelitischen Konsistoriums für den Bezirk Lothringen Bankier Isaak Mayer in Metz, und der Oberrabbiner Weil zu Straßburg i. E. dekorirt worden sind, und zwar Beide ebenfalls mit dem Rothen Adler-Orden 4. Klaffe. Hannover. In der am 8. d. M. dahier stattgesundenen Generalversammlung des Provinzial- Gartenbauvereins für die Provinz Hannover, dessen Vorsitzender der frühere Landesdirector. jetzige Minister für Landwirthschaft, Freiherr vonHammerstein war, der auch heute noch dem Verein ein sehr warmes Jntereffe bewahrt hat, wurde an deffen Stelle zum Vorsitzenden der Landesforstrath Quatfaslem gewählt. Neugewählt wurden in den Vorstand der Baumschulenbefitzer Schiebeler in Celle und der Consul Simon in Hannover. Der Einspruch des Letzteren, an seiner Stelle im Jntereffe des Vereins einen erfahrenen Gärtner in den Vorstand zu wählen, wurde zurückgewiesen unter Hinweis auf die, durch Errichtung der mit der Israelitischen Erziehungsanstalt in Ahlem verbundenen Gartenbauschule für den Gartenbau im Allgemeinen sich erworbenen Verdienste. Es ist gewiß erfreulich, wenn in diesen jedenfalls maßgebenden Kreisen schon jetzt nach kurzem Bestehen die Bedeutung der Israelitischen Erziehungsanstalt in Ahlem in dem Maaße gewürdigt wird und es ist umsomehr unsere Pflicht, den Bestand dieses nicht localen, sondern für alle deutschen Glaubensgenossen zugänglichen Instituts durch reichliche einmalige und jährliche Beiträge zu sichern. Wie wir vernehmen wird in der nächsten Zeit ein, von den angesehensten Glaubensgenoffen Berlins, Frankfurts und anderer Plätze unterschriebener Aufruf mit Aufforderung zu Beiträgen veröffentlicht werden, dem wir besten Erfolg wünschen. Berlin. In dem Organ des „Bds. d. Landw. f. Pommern", „amtlichen" Blatt der Provinztalabthetlung, erschien ein von dem Stöckerschen „Volk" übernommener Artikel unter der Spitzmarke „Bütow", in welchem ein „Dorfjude" K. (Kohls?) in Alt-Kolziglow verdächtigt wurde, gegen einen armen Arbeiter in Alt-Kolziglow in ganz besonders raffinirter Weise unter Zuziehung eines Bütower Gerichtsvollziehers eine!Zwanzigvollstreckung ausgeführt zu haben. Die Gerichtsvollzieher des hiesigen Amtsgerichts, die Herren Maester und Lansche, erklären nun in Nr. 16 der „Ztg. f. Htp", daß sie für einen Juden K. auS Alt-Kolziglaw feit geraumer Zeit überhaupt keine Zwangsvollstreckungen vorgenommen haben, daß sie außerdem derartige Aufträge, wie sie die beiden genannten konservativantisemitischen Organe darstellen, überhaupt nicht ausführen refp. auszuführen versuchen würden. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Budapest, 23. Jan. Der Ministerpräsident Banffy versicherte heute einer Deputation der jüdischen Gemeinden des Landes feines aufrichtigsten Wohlwollens, da er von dem Patriotismus und der Treue der Juden von jeher überzeugt gewesen sei. Vermischtes, < Frankfurt a. M., 23. Jan. Freitag 11. Januar verschieb hier plötzlich und unerwartet Herr Leopold Schottenfels in der Mitte seiner Lebensjahre, in der Fülle seiner Kraft. Als würdiger Sohn seiner längst Heimgegangenen, durch Menschenliebe, Gottesfurcht und Wohlthätigkeit ausgezeichneten Eltern, war auch er bemüht, in ihrem Sinn und Geist zu wandeln, LiebeSwerke und edle Thaten in vollem Maße auSzuüben. DeS LebenS heiligste Pflichten hat er erkannt und bis zum letzten Augenblicke vollzogen und den ihn umgebenden Kreis mit allen Seelenkräften beglückt. Gprechsaal. (Für alle unter dieser Rubrik erscheinenden Artikel übernimmt die Redaction dem Leserkreise gegenüber keine andere als dir preßgesetzliche Verantwortung.) Aus Rogase«. Mein Anonymus (den ich herzlich gern kennen lernen möchte) kommt wieder auf meine „Räthselbücher" zurück. Er erkennt meine gute Absicht an, findet meinen Vergleich zwischen den drei Büchern unzutreffend, „abgesehen von der Profanirung von «npn 'ans." Er hat meinen Bortrag nicht gehört, er weiß Nichts von der Besonderheit der Durchführung, er weiß nicht, ob ich Hamlet und Faust gleich Kohelet gestellt und aus Salomo an Stelle eines Propheten einen Shakespeare oder Göthe gemacht habe. Er weiß aber sehr wohl, daß „Profanirung der Bibel" zu dem calumniare audacter gehört mit dem Nachsatze ssmxsr aliguiä baeret; er wirft ein solches Wort in die Welt hinein, ohne, wenn ein Mißverständniß obwalten sollte, mir allein die Beseitigung desselben zu überlassen. Ich hätte das mit weniger Schaden für meine Person thun können, als e r. Und er hat sich nicht an mich gewandt, sondern den Pfeil in die Welt hineingeworfen, geschützt durch seine Namenlosigkeit. Er hat nicht einmal sich darnach erkundigt, ob mir derartige Unterstellungen in meiner näheren und weiteren Umgebung schaden könnten, ob daran sich nicht die größten und gefährlichsten Mitzdeutunaen knüpfen könnten. Dies für die „Profanirung der anpn 'ana!" Jchlgebe ihm seine gutmüthige Anerkennung meiner

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