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Der Israelit · 1895-01-24 · Heft 7 (24.1.1895) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 7 (24.1.1895)
Date
1895-01-24
Page
– (sequence 8)
Language
German
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ISS sich. Sie sprang auf, schlang ihre Arme um seinen Hals und schluchzte laut. Dte Frauen, deren heiliges Amt jetzt begann, führten sie aus dem Stcrbezimmer hinaus, um nachdem der Tod constatiert war. der Leiche die Augen zuzudrücken und sie zur ewigen Ruhe vorzubereiten. Der Anwalt und seine Tochter weinten und jammerten, und auch Fanny konnte den Schmerz kaum überwinden, doch vermochte sie die bei einem solchen Falle nöthigen Anordnungen und Befehle zu geben, während Anny und Dr. Pretorius sich in ihren Zimmern eingeschlossen halten und sich von Niemanden sprechen ließen. Fanny war es auch, welche noch an demselben Tage folgende Depesche an Willy absandte: Mutter gestorben, komme sofort. Anny. Aber Willy — das wollen wir gleich hier mittheilen — kam nicht; dte Depesche erhielt er nicht, denn Greta v. Toussaint verbrannte dieselbe, ehe Willy sie gelesen hatte. Die Trauer war eingezogen in das Haus des Anwaltes. Wie beliebt Anny und ihr Vater war, das zeigte stch in diesen Tagen, denn von Morgens bis Abends kamen Freunde und Bekannte um ihr Beileid auszudrücken, und trugen, da die Trauernden sich von Niemand sprechen ließen, ihre Namen in ein dazu aufgelegtes Buch ein. Das Begräbntß und die sieben Trauertage, welche Anny und ihr Vater auf der Erde sitzend zugebracht hatten, waren vorüber und die Arbeit rief den Anwalt dringender denn je in seinen Beruf. Um zu vergessen gab er sich derselben mit einem Fleiß und einem Eifer hin, daß er, wenn feine Tochter nicht dafür gesorgt, darüber Essen und Trinken vergessen hätte. Aber er fand kein Vergessen und der Gram um den Berlust der Gattin und der Kummer, den ihm Willy bereitete, zehrten am Marke seines Lebens und bleichten ihm vorzeitig das Haar. Anny war ihrem Vater in diesen schweren Tagen eine Stütze. Sie war des Versprechens eingedenk, das sie ihrer Mutter gegeben hatte und in Folge dessen bezwang sie den eignen herben Schmerz und tröstete den Vater. Er war niemals allein: wenn er zu Hause war, war auch Anny bei ihm und mit der Zeit fand er Trost in seiner Religion und bei seinem Kinde. (Fortsetzung folgt.) Jird. Alle vier. Angeregt durch dte Mtttheilung von Erklärungen über schwierige Raschi Stellen in Ihrem gesch. Blatte erlaube ich mir, auf eine solche aufmerksam zu machen. Genesis XII 13 heißt cs:;yvb rw 'mnx m non ’B'dj nrvm "piaya Sprich doch. Du seist meine Schwester, damit mir Gutes werde um deinetwillen und meine Seele lebe durch deine Veranlassung. Auf dte Worte Tpzijn H-av" sagt Raschi: nuno un\ Da Abraham in seiner Uneigennützigkeit jede Gabe des Königs von Sedom zurückweist mit den Worten; Erna dn .pKi D’ötp rup phy 'n bt* »noin ’mffyn loxn npNsnxi Vyi*TW *iyi Di3N-nN: so ist doch nicht gut anzunehmen, daß er hier Geschenke zu erzielen beabsichtigt. Nachmanides, nach diesem Bechat, erklären diese Stelle in anderer Weise. Abarbanel widerspricht geradezu der Auffassung Raschi's, ebenso Kimchi. Die neuen Commentatoren: Hetdenheim, Jakob, Zwi Mecklenburg und Samson Raphael Hirsch tgnortren Raschi's Worte. Vielleicht ist einer der geehrten Leser imstande, Klarheit in diese Raschi-Stellen zu bringen. N. N. Der „Israelit" «rscheiiu wöchnttUch zweimal, Montags und Donnerstag-, jedeSmal in mindestens zwei Bogen. Preis deS Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs Mark, für's Ausland 16 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen uud Postämter nehmen Bestellungen an. — Durch den Dttchhandel M beziehe« bet E. F. Klei narb er« Leipzig, Drßplah 16. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 »Reichs-Mark oder 8 fl. österr., für's Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition franco einzusenden. Eine Rücksendung von an die Redaction eiugesandte« Mauuscripten findet nicht statt, mau bittet deshalb fich von allen Einsendungen eine Copic zurückznbchalteu. Inhalt sHauptblatt): Leitender Artikel: Der zwanzigste Blies. Von cand. phil. et. theol. A. Tänzer. — Zeitungsnachrichten u. Correspondenzen: Deutschland: Karlsruhe i. B. Nürnberg. Swinemünde. — Oesterr.-Ungar. Monarchie: Lemberg. Rumänien: Bukarest. — Rußland. — Vermischtes. — Feuilleton: Nur eine Toch er. Erzählung von H. Berger (Fortsetzung). Inhalt der ersten Beilage: Leitende Artikel: Aus dem jüd. Leben Londons. — Schwierige Rafchi-Stelle. — ZeitungS, Nachrichten u. Correspondenzen: Deutschland: AuS Baden.— Oesterr.-Ungar. Monarchie: Wien. — Vermischtes. Inhalt der zweite« Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Homburg v. d. H.— Rußland: KutaiS. — Griechenland: Korfu. Inhalt der Belletr. Beilage: Aus dem Tagebuche eineS russ. Haustrers. — Schalet. Eine Skizze v. F. Bachmann. Inhalt der Extra Beilage: Spendern Verzeichnisse. Verantwortliche Redaction: OScar Lehmann in Mainz. — Expedition de» „JSraelit", Schottstraße Nr. 2. Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschatt in Mainz. Hierzu vier Beilage«.

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