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Der Israelit · 1895-01-14 · Heft 4 (14.1.1895) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 4 (14.1.1895)
Date
1895-01-14
Page
– (sequence 4)
Language
German
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68 brauchen die Großen vor den Kleinen nicht zu erröthen, wenn sie dieselben beten lehren: Nip'i Dnyjn ns in bm »ms ^>s«n ^s^on 2ip3 ani> nnn prur dh-dn >nns om 'vv ona psn und nur dann dürfen wir der Erfüllung dieses Gebets mit heiterer Zuversicht entgegensehen. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 13. Jan. Man bittet uns, die geehrten Leler des „Israelit" darauf aufmerksam zu machen, daß das jetzt von allen Seiten so angelegentlich empfohlene Stärkungsmittel „Somatose", das auch Stollwerk als Beimischung zur Chokolade feilbietet, ein Fletschpräparat ist. Dasselbe ist mithin, wenn nicht rituell hergestellt, zum Genuffe religionsgesetzlich nicht gestattet. Wiesbaden, 13. Jan. Die Feier des Jubiläums der altisraelitischen Cultusgemeinde dahier, die zugleich die festliche Begehung des 25jährtgen Amtsjubtläums unseres Herrn Rabbiner Dr. L. Kahn bildete, verlief in würdigster Weise. Da wir der Bedeutung des Doppelfestes bereits in unserer vorigen Ausgabe eine eingehende Betrachtung widmeten, so können wir uns heute auf die Mittheilung beschränken, daß alle Veranstaltungen: Festgoltesdienst, Festreden, Bankett rc. rc. sich des Beifalls aller Theilnehmer erfreuten. Hunderte von Depeschen aus allen Weltgegenden liefen von Gesinnungsgenossen und Freunden ein, ein Geschenk im Werthe von einigen tausend Mk., das bei dieser Gelegenheit dem Herrn Rabb. von der Gemeinde überreicht werden sollte, wies dieser in feiner bekannten Uneigennütz'gkeit auf das Entschiedenste zurück. Hannover, 5. Januar. Die Kinder der „Erziehungsanstalt zu Ahlem" blicken mit frohem Bewußtsein auf Chanuka, „das Lieblingsfest der Kleinen" zurück. Der imposante Lichterglanz, die begeisternde Melodie des Weiheliedes, die allabendlichen Spiele — sie haben die kindlichen Gemüther mit wahrhafter Wonne erfüllt. Jedoch den höchsten Ausdruck ihrer Freude forderte die eigentliche Ehanukafeier heraus, die in erhebender Weise begangen wurde: Den Kindern wurde in einer herzlichen Ansprache sowohl die historische Bedeutung des Festes, als auch die Bedeutung für deren zukünftiges religiöse und berufliche Leben entwickelt. In dem darauffolgenden Theile wechselten warm empfundene Deklamationen mit heiteren Sangesweisen ab. Nachdem das herrliche Lied „Chanuka in allen Straßen, Chanuka in allen Zonen" (von Schönfeld) verklungen war, traten die Zöglinge an die prächtig dekorierte Tafel heran, um ihre Geschenke zu empfangen. Dank dem Edel, sinne einiger Glaubensgenoffen, namentlich aber vieler Nichtjuden, stand eine stattliche Anzahl von werthvollen Geschenken zur Verfügung: Die „Lehrlinge" erhielten nützliche und lehrreiche Bücher, sowie mannigfache Schreib- und Malutenstlien; die „Schüler" wurden durch Schlittschuhe, allerhand Spielsachen und Naschwaaren erfreut. — Ein köst. liches Mahl, gewürzt mit hebräischen Tafelgesängen, beschloß diese wirkliche „Weihestunde". Noch lange Zeit werden die Kinder von dem Genuffe solchen Glückes zehren. Trotz des schlechten Wetters waren zu dieser Feier mehrere Gäste aus Hannover erschienen, u. a. Frau Baurat Oppler, ein Mitglied der seit einem Jahrhundert durch ihre Hochherzigkeit und Wohlthätigkeit weit bekannten Familie Cohn, eine Dame, die „der Adel der Gesinnung" wahrhaft auszeichnet und die auch der jungen Anstalt schon seit ihrem Entstehen ein bewunderungswürdiges Jntereffe entgegenbringt. Frankreich. Paris, im Januar. Heute bin ich in der angenehmen Lage, Ihnen mittheilen zu können, daß die in Nr. 9« des „Israelit" enthaltene Correspondenz, worin über den Mangel an min dahier mit Recht Klage geführt wird, bereits wohlthätig gewirkt hat, indem sich eine ziemliche Anzahl Männer und junge Leute zusammen gethan und eine min Dübn man gegründet haben, wo vorerst wöchentlich dreimal Abends von 8^—10 gründlich 07010 und siv) gelernt wird. D^r Verein hat bereits gestern seine Thättgkeit begonnen. Herr Salomon Cohn hatte dte Güte, das Vorlernen beim njrr zu übernehmen. Möge es uns auch gelingen, den angestrebten Verein mm mt^n für Kinder zur Ausführung bringen zu können, *n*n mm Amerika. New Orleans, im Dezember. (Eine b edeutsameRedeüberdieamerik. Reformrabbtner von einem amerik. jüd. Advokaten.) In der am 4. Dezember in New Orleans stattgehabten Versammlung der Delegtrten des „Verbands amerikanischer tsr. Gemeinden" trat Herr Leo N. Levy, Advokat von Galveston, als Redner auf. Die geräumige Rotunda des Hotel Royal war dicht besetzt und viele der anwesenden Damen und Herren mußten mit Stehplätzen vorlieb nehmen. Herr Advokat Levy wurde von der Versammlung in herzlicher Weise begrüßt; nachdem er die Rednerbühne betreten hatte, trat ttefe Stille ein und Alle lauschten mit höchstem Jntereffe seiner Rede. Der-

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