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Der Israelit · 1895-01-10 · Heft 3 (10.1.1895) · page 27

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 3 (10.1.1895)
Date
1895-01-10
Page
– (sequence 27)
Language
German
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63 Und noch Eins. Wem nach der bloßen Unterzeichnung des Antrags die Versicherung wieder leid wird, hat bei der „Germania" eine volle Jahresprämie als Conventionalstrafe zu bezahlen. Die Sache wird dadurch nicht besser, daß im gleichen Falle sich auch die „V!ctoria" 2°/0 der Versicherungssumme zahlen läßt. Ist das liberal? — Ist das vorthetlhaft? Ja, für die Aktionäre der Gesellschaft. Dieses Vorgehen ist um so unbilliger, als thatsächlich die Gesellschaft noch gar keine Kosten für die beantragte Versicherung aufgewendet hat. „Stuttgart" hat hierüber überhaupt keine Bestimmung. Keine andere Lebensversicherungs-Gesellschaft Deutschlands hat so liberale und humane Versicherungsbedingungen wie die Lebensversicherungs- und Ersparntßbank in Stuttgart. Daß diese Erkenntniß bereits in die weitesten Kreise der Bevölkerung gedrungen, findet seinen beredtsten Ausdruck in der Thatsache, daß neben einer andern Bank „Stuttgart" im Jahre 1893 den höchsten Retnzuwachs von allen Gesellschaften hatte. Für uns Lehrer mag noch besonders in dte Wagschale fallen, daß der Bayerische Bolksschullehrer-Verein mit seinen 12 Tausend Mitgliedern den seit 22 Jahren bestehenden Vertrag mit „Stuttgart" wiederum auf eine Reihe von Jahren erneuert hat, obgleich es an konkurirenden anderen Gesellschaften wahrlich nicht fehlte und insbesondere die „Germania" in Stettin mit 10°/0 Abschlußbonification und 6°/0 Prämienerlatz in den ersten beiden Versicherungsjahren d n Preis — zu erringen suchte. Aber „Stuttgart" bot weniger, und das war — mehr. Constituiercildc iittb erste Generalversammlung des Vereins der Rabbiner und jüdischen Lehrer in Rheinland und Westfalen am 26. Dezember 1594. Auf Einladung eines provisorischen Komitees waren im Hotel Kaufmann, Köln, auf der Ruhr Nr. 9 nachmittags 3 Uhr cirka 30 Lehrer aus Rheinland uud Westfalen erschienen, um über die Nothwendigkeit und die Ziele eines zu gründenden Vereins zu berathen. Herr Rabbiner Dr. Lazarus, der an der Spitze des Komitees stand, eröffnete die Versammlung. Darauf ertheilte er Herrn Löb als Aeltestem das Wort zur Begrüßung: „Das Chanukahlicht mit dem Thoralicht vergleichend, betonte er, daß das Anzünden dieses Lichtes jetzt leider zum großen Thetl nur in den Händen der Lehrer liege. Das Wort muri weise uns auch auf dte Wichtigkeit der Erziehung. Für den Abend empfehle er dte Worte des Propheten, 'ui raa xbi xa nicht mit Sturm und Wetter, sondern in Ruhe und im Geiste Gottes möge die Versammlung verlaufen." Auf Vorschlag aus der Mitte der Versammlung wurde hierauf das bisherige Komitee zum Bureau, der bisherige Vorsitzende Dr. Lazarus zum Tagespräsidenten, Dr. Munk zum Schriftführer, dte Uebrigen zu Beisitzern ernannt. Dr. Lazarus begrüßte darauf dte Versammlung. Seinen Worten einige Mtoraschim zu Grunde legend, verglich er dte dem jüdischen Lehrer von der Religion zugewiesene Stellung mit der thatsächlichen. Daran knüpfte er die Beschreibung der Mittel an. welche dem Lehrer diese Stellung wieder zurückgeben können, stellte in allgemeinen Zügen die Ziele des Vereins dar und forderte die Anwesenden, auf des Propheten Wort hinweisend, dtü *]V hd auf, recht eifrig an dem heiligen Werk mttzuwirken. Herr Löb refertrt hierauf über das Verhältniß des zu gründenden Vereins zur Unterstütz ungskasse der isr. Lehrer u. s. w. Ec betont, es sei heilige Pflicht, bestehende Kassen zu fördern und ihnen neue Mitglieder zuzuführen. Dies sei auch der sehnlich: Wunsch des neuen Vereins, dessen Erfüllung er aber von dem Entgegenkommen der rheinisch-westfälischen Unterstützungskasse in Bezug auf Abänderung der Aufnahmebedingung abhängig mache. Er empfiehlt eine Kommission für dte Verhandlungen mit der Unterstützungskaffe zu ernennen. <Von der Wahl eines solchen Komitees wurde jedoch Abstand genommen.) In der sich daran anschließenden Generaldiskusston wurde von verschiedenen Mitgliedern der Unterstützungskasse die Befürchtung ausgesprochen, es könne die Gründung eines solchen Vereins der Unterstützungskaffe Abbruch thun. Es wurde dagegen von allen Seiten betont, daß im Gegentheil eine Hebung derselben nicht allein beabsichtigt werde, sondern geradezu in Aussicht gestellt werden könnte. Kollege Graf, Essen stellt den Antrag: „Dte anwesenden Lehrer wollen beschließen, bet dem Verein der isr. Lehrer Rheinland-Westfalens den Antrag zu stellen, eine Statutenveränderung in dem Sinne vorzunehmen, daß er genauer ausdrücke, daß er als Verein existire, sowie daß Erleichterungen bezüglich der Aufnahme der jüngeren Mitglieder in die Wittwen-

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