Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 36 (1895)
- Issue
- Heft 3 (10.1.1895)
- Date
- 1895-01-10
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
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64 und Waisenkasse stattfinden." Kollege Abraham, Kettwig macht darauf aufmerksam, daß ca. 25 Kollegen ihren Beitritt zum Verein schon erklärt hätten, dieser Verein sich als solcher konstituirt habe, man daher nur von Vereinsbeschlüssen reden könnte, und macht das Amendement: „Der Verein der Rabbiner und jüdischen Lehrer in Rheinland und Westfalen wolle beschließen, bei der Unterstützungskaffe der isr. Lehrer Rheinland-Westfalens zu beantragen n. s. w.streicht man die Worte „daß" bis „sowie." Der Antrag Graf wird abgelehnt, derselbe Antrag mit Amendement Abraham angenommen. Es folgt hierauf die Speztaldiskusston der Statuten und die Vorstandswahl. Rabbiner Dr. Lazarus dankt darauf den Erschien neuen für ihre Mühe und hebt die Sitzung auf. gez. Dr. Lazarus, gez. Dr. Munk, TageSprästdent. Schriftführer. Auszug aus de« Statuten. 8 1. Der im Jahre 1894 zu bett im § 2 genannten Zwecke gegründete Verein führt den Namen: „Verein der Rabbiner und jüd. Lehrer im Rheinland und Westfalen". Er hat seinen Sitz in Köln. 8 2. Der Verein hat den Zweck, die gegenseitige Weiterbildung, die echte Standeszusammengehorigkeit, und die wirtschaftlichen Interessen seiner Mitglieder zu fordern § 3. Dieser Zweck soll erreicht werden: I. durch Anschluß an die bestehende Unterstützungskaffe der isr. Lehrer Rheinlands und Westfalens; II. durch Errichtung einer Stellennachweis- und Vermittlungsstatte; III. Unterbringung Kranker und Leidender in Badeorten; IV. Vertretung der StandeSinterefsen durch Gewährung von Rechtsschutz in Fragen, die den Lehrer als solchen betreffen. Wann Rechtsschutz zu gewähren ist, entscheidet der Vorstand; V. Oeftere Zusammenkünfte der Mitglieder; VI. Periodische Mittheilungen. § 4. Der Verein besteht aus 1. ordentlichen, 2. außerordentlichen Mitgliedern, 3. Ehrenmitgliedern, a. Ordentliches Mitglied kann jeder Rabbiner oder jüd. Lehrer werden, der in einer Gemeinde oder an einer Schule angestellt und von der Regierung bestätigt ist. b. Außerordentliches Mitglied kann jeder durch Zahlung eines Beitrags von mindestens 3 M. jährlich werden, c. Zu Ehrenmitgliedern »erben solche Personen ernannt, die einen einmaligen Beitrag von mindestens 100 M. gezahlt oder sich besondere Verdienste um den Verein erworben haben. Ernannt werden sie vom Vorstand. § 6. Der Jahresbeitrag ist auf 3 M. festgesetzt und wird jährlich erhoben. 8 19. Jährlich sollen mindestens drei Vereinsversammlungen stattfinden und zwar in der Regel in Zeiten, die einer größeren Anzahl gestatten, an ihnen theilzunehmen. ES sollen ferner Bezirke gebildet werden, innerhalb welcher mindestens alle 14 Tage Zusammenkünfte stattfinden. Die Vorsteher der Bezirke werden von den Mitgliedern derselben gewählt. 8 20. In jeder Vereinsversammlung soll womöglich ein Bortrag gehalten werden. Die Themata zu den Vorträgen werden in der letzten Vereinsversammlung festgesetzt. Die Einführung von Nichtmitgliedern entscheidet der Vorstand. Beitrittserklärungen wolle man an den Borsttzenden Rabb. Dr. Lazarus, Köln, Königsplatz 33III richten. Euö Stndk uni» Ctwi». Berlin, 27. Drzember. Gestern tagte im Hotel Cassel dte Generalversammlung der Hilfskaffe für jüdische Kantoren und deren Wtttwen und Waisen in Deutschland. Der Vorsitzende, Rechtsanwalt Dr. F. Stern, eröffnete dte Sitzung mit einem warmen Nachruf auf den Begründer der Hilfsrasse, Professor Lewandowskt, und schilderte ziemlich ausführlich die Verhältnisse des Vereins, der in den Jahren seines Bestehens wohl bedeutende materielle Erfolge erzielt hat, diese aber hauptsächlich dem Wohlthätigkettssiun der Berliner Judenheit zu verdanken habe. Es sei zu beklagen, daß viele Mitglieder gestrichen werden mußten, weil sie ihre Beiträge nicht entrichtet haben. Mit einem Appell an die ordentlichen Mitglieder, unter ihren Kollegen ein regeres Jutereffe für die Bestrebungen der Hilfskasse wachzurufen, schloß der Vorsitzende seinen Bericht und ertheilte dem Kassirer, Herrn Göttinger, das Wort zum Bericht über den Kaffenbestand. Die Ausführungen des Herrn Göttinger werden von den Anwesenden mit großem Jubel ausgenommen. Auf Veranlassung des Kassirers erheben sich die Versammelten zu Ehren des abwesenden Herrn Siegfried Brünn, der innerhalb eines Jahres in Berlin allein für die Hilfskaffe 100 außerordentliche Mitglieder mit einer Jahreseinnahme von über 1000 Mark geworben hat, von ihren Plätzen. Der Kaffenrevisor, Herr Jacobus, bestätigt die Angaben des Herrn Göttinger und beantragt die Dechargeerthetluug, die auch einstimmig erfolgt. Die Verhandlung über eine Anzahl von Anträgen seitens der Mitglieder nimmt fast den ganzen Tag in Anspruch, und erst in später Abendstunde wird zur Vorstandswahl geschritten. Es wurden in den Vorstand gewählt die Herren Kantoren Friedmann. Rosenthal, Chordirigent William Wolf-Berlin, Schönberger-Potsdam, Jonassohn- Stettin, Kantor Neumann, Dr. Pagel und Siegfried Brünn-Berlin. Die Versammlung sprach Herrn Dr. Stern, dem Leiter der Generalversammlung, ihren Dank aus, und die Mitglieder erheben sich zum Zeichen der Hochachtung von ihren Sitzen. Ein gemüthltches Beisammensein bildete den Schlußakt der Generalversammlung. Verantwortliche Redaction: OScar Lehmann in Mainz. — Expedition des „JSraelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdntckerer-Actien--Gesellschaft in Mainz.