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Der Israelit · 1895-01-10 · Heft 3 (10.1.1895) · page 23

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 3 (10.1.1895)
Date
1895-01-10
Page
– (sequence 23)
Language
German
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dafür, daß die ns byw min, durch welche die n"vvvn erst ihre richtige Würdigung erfährt, wieder im jüdischen Volke zur Geltung kommt, müßte der Lehrer seine ganze Kraft einsctzen. Eine natürlichere Konzentration ist nicht anders denkbar, als vom wvin ausgehend, die anderen Disciplinen tuwü, d*in »n sich um dasselbe gruppirend und also eins in das andere greifend. Unbewußt verfährt der Lehrer in den ersten Schultagen mit den neueingetretenen Schulkandidaten nach Rambams Rezept. Es mag. wohl paradox klingen und doch ist dies thatsächlich der Fall und ohne Künstelei läßt sich der Nachweis erbringen. Die Kleinen werden nach der sog. Normalwörtermethode mit den Elementen des Lesens bekannt gemacht. Das Wort „Ast" soll durchgenommen werden. Es erfolgt zuerst die Beschreibung, das Kind lernt ihn als Theil des Baumes kennen u. s. w. Um den Gegenstand interessant zu machen, erzählt der Lehrer die Geschichte von dem wilden Knaben, der die höchsten Aeste der Bäume erklomm, der oft von seinen Eltern davor gewarnt wurde, schließlich herunterfiel und ein Bein brach. Ist in der Beschreibung nicht min, in der Erzählung nicht rnva und in der Anwendung „Du sollst gehorchen" nicht n^n enthalten? Im biblischen Unterricht treten diese drei Momente ebenfalls hervor. Em nichrssagender Einwand wäre es, wenn behauptet würde, es könnte mit diesem neueinzuführenden Unterrichtszweig ein nennenswerther Erfolg nicht erzielt werden. Es ist aber jedenfalls besser wenig als gar nichts zu erreichen, und der Erfolg wird zeigen, daß es so gar wenig doch nicht sein kann. Würden mit den Schülern während der letzten zwei Schuljahre wöchentlich nur 2 Mischnoth durchschnittlich „gelernt" werden, so sind das bet 40 Schulwochen 80 Mischnoth. Das ist schon ein ganz netter Gewinn. Im folgenden Jahre kommen weitere 80 Mtschnoth zur Behandlung, so sind im Ganzen 160 Mischnoth in zwei Jahren durchgenommen. Und ist erst dieses fremdklingende Idiom in der Schule eingebürgert, so kann vielleicht schon ein früherer Jahrgang mit dazu genommen werden. Während Anfangs nur der Mischna Text gelernt und die Erläuterung des Bartenorah frei vorgetragen wird, kann im letzten Schuljahr auch der Bartenorah- Text geübt werden. Um für diesen Unterrichtsstoff Zeit zu finden, müssen freilich Kürzungen an andern Stoffen vorgenommen werden, und selbst vor gänzlichem Wegfall des grammatikalischen Unterrichts sollte man nicht zurückschrecken. Die beste Schule kann heute ihre besten Schüler nicht dahin bringen, selbstständig auf Grund des erlernten Sprachmatertals auch nur einen Vers übersetzen zu können. Und wie viele Gelehrte hat es in jüdischen Kreisen gegeben, die mit Meisterschaft die hebr. Sprache beherrschten und von grammatikalischen Regeln keine blaffe Ahnung hatten! Der systematische Religionsunterricht kann auch eine Kürzung erfahren; die Bekanntschaft mit der nachbiblischen Geschichte, die Nachrichten über ihre geistigen Herren können erst recht im Anschluß an den Mischna- U literricht behandelt werden. Die Schüler lernen betspielweise die Tana'irn nicht nur dem Namen nach kennen, ste hören ihre Lehrsätze, lernen die Hoheit ihres Geistes, die Schärfe ihres Denkens an Musterbeispielen selbst schätzen. Als Schülerbuch empfiehlt sich die kleine Schulausgabe ohne Punktation. Die geläufigsten Traktate sind in dieser Ausstattung zu sehr billigem Preise zu haben. Die unpunkttrte Schrift ist der punktirten deshalb vorzuziehen, weil wir den Schüler gerade mit dieser Schriftart bekannt machen müssen. Es wird anfangs ohne Aufwand von Geduld nicht gehen, aber die Schwierigkeit wird bald überwunden sein. So möge im Folgenden eine Anleitung für die unterrtchtltche Behandlung gegeben sein, und der Verfasser ist gerne bereit, weitere Lehrproben in dieser Form zu geben.*) Vielleicht bedarf eS nur der Anregung, und es werden sich noch viele Kollegen, die in dem Bestreben, das talmudische Gebiet in der Schule zum Lehrgegenstand zu erheben, mit uns sich eins wissen, finden. Wird darin auch Neues nicht geboten, so soll der Versuch wenigstens zeigen, wie der „alte Drill" der Lomdim zum modernen pädagogischen Drill gemacht werden kann. Lehrproöe. Traktat 'K rUEJD X D1D 00*0 Der Wortlaut der ruttfD wird als bekannt vorausgesetzt. Als Einleitung werde kurz erwähnt, daß dieser Traktat deshalb nirp genannt wird, weil er meistens von den Segenssprüchen und von den Gebeten handelt. Auf die Frage, welche nina den Kindern bereits bekannt sind, werden viele genannt werden. Sie werden in 2 Gruppen eingetheilt; solche die von der .nun geboten sind (pivn na-o) und solche, die von den pai angeordnet wurden. Zu letzteren gehören die Vor- und Schluß-nw-ia zum y&p und weil dieses das wichtigste in unfern Gebetstücken ist, beginnt mit ihm die nwo. Der Lehrer liest nun langsam und deutlich den ersten Satz vor. _? waipa yöff n« pip wnd *) Wir bitten darum. Red. d. Bl. f. d. iSr. Schule.

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