Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 36 (1895)
- Issue
- Heft 3 (10.1.1895)
- Date
- 1895-01-10
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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40 / / V«u — kv'« ]’« '3 «3'i — rmyj no«n 'nm „Ist erst die Wahrheit geächtet, gilt der, „wer das Schlechte meidet, für verrückt, dann „sieht es Gott und es erweckt sein Mißfallen, „daß kein Recht gilt. Gewahrt er keinen Mann, „der sich darüber entsetzt, daß keiner eintritt, dann „hilft sich sein Arm selber und seine Gerechtig- „keit stützt ihn. Dann kleidet er die Gerechtigkeit „wie in einen Panzer und den Siegeshelm auf „dem Haupte, legt er die Gewänder der Vergel- „tung als sein Gewand an, und hüllt wie in „einen Ueberwurf seinen Eifer.-Sie „schauen vom Westen den Namen Gottes und „vom Sonnen-Aufgang seine Herrlichkeit, denn er „tritt ein wie ein reißender Strom, in dem der „GeistGottes waltet, jvsfc «31 So kommt „für Zion der Erlöser und den vom. „TreubruchZurückkehrendeninJakob, „ist der Spruch Gottes." Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. Mannheim, 4. Januar. Im Verein für jüdische Geschichte und Litteratur sprach gestern Abend Hr. Rechtsanwalt Dr. Bodenhelmcr Köln über „Napoleons I. Stellung zum Judenthum". Der zahlreiche Besuch bewies wohl am Besten, wie in den betheiligten Kreisen den Bestrebungen des jungen Vereins immer mehr Verftändniß entgegengebracht wird, und die Geschichte mehr und mehr in unserer Heutigen Zeit zum Gegenstand des Studiums und der Unterhaltung gemacht wird. .Der Redner ging in flüchtigen Skizzen auf den Lebensgang Napoleons I. ein, und führte in höchst belehrender und unterhaltender Weise Episoden aus dem Leben des großen Corsen an. Schrittweise begleitet er den genialen Kriegshelden auf seinen Stegeszügen bis zu jenem ewig denkwürdigen egyptischen Feldzug, wo Napoleon zuerst zum Judenthum in Beziehungen tritt. Bei der Belagerung von Arco erließ der damalige General Bonaparte eine Proklamation an alle in Egypten und Syrien lebenden Juden, sich unter seine Fahne zu schaaren und versvrach ihnen die Wtederaufrichtung ihres Reiches. Zwar wurde dieser Aufforderung nur vereinzelt Folge gegeben, denn eine solche Restauration des jüdischen Reiches erschien damals aussichtslos. Napoleon kehrte nach Frankreich zurück, wo er nach dem Sturze der Direktorialgewalt sich die Krone Frankreichs aufs Haupt setzt. Es kam das Jahr 1806, wo Napoleon auf seinem Feldzuge gegen Preußen und Oesterreich in Straßburg verweilt. Dort war es, wo die eUässtschen Bauern ihm ihre Klagen gegen das Judenthum vorbrachten. Ein Staatsmann von der Bedeutung Napoleons sucht dem Uebel an die Wurzel zu gehen und so berief er den Staatsrath, der nach längerer Tagung unter des Kaisers Vorsitz beschloß, ein Synedrium der angesehensten Juden Frankreichs nach Paris einzuberufen. Dasselbe trat im Juli 1806 zusammen und berieth über die vom Kaiser gestellten zwölf Fragen, die sämmilich in günstigem Sinne beantwortet wurden, womit sich das französische Judenthum als einen Theil des französischen Volkes erklärte. Merkwürdig ist dabei die Stellung Napoleons selbst, der niemals das Judenthum als eine Religion, sondern nur als ein Volk, eine Nation betrachtete, und dabei sich auf jene Beweise stützte, die heute noch von antisemitischer Seite als Trumpf ausgespielt werden. Um den Beschlüssen des Synedriums gewissermaßen die Kraft eines allgemein jüdischen Dogmas zu geben, berief Napoleon 1806 das große Sanhedrin nach Paris, das aus Juden aller Nationen bestehend, die Beschlüsse des Synedriums als bindend erklärt. Im späteren Verlaufe seiner Regierung kam Napoleon nicht mehr in Berührung mit dem Judenthum, doch ist die Stellung Napoleons um so weltgeschichtlicher, als er der erste war, der in solcher Weise dem Judenthum nahe trat, die staatsmännischen Erwägungen, die ihn dabet leiteten, sind der Geschichte unbekannt geblieben. Frei von aller historischen Trockenheit wußte der Vortragende seine Ausführungen höchst interessant zu gestalten, und lohnte das zahlreiche Auditorium den belehrenden Vortrag durch reichen Beifall. Oefterr.-Ungar. Monarchie. Budapest. -jTiioa by ^«3r» ’3sn! Mit tiefbetrübtem Herzen bringe ich Ihnen Kunde von dem Hinscheiden eines großen Mannes, von dem Ableben des ('.Tpirr) bn"Q 'ino;i«:n 3in, Oberrabbiner zu Nagy-Surany! Niederschmetternd wirkt diese Kunde auf jeden, der Gelegenheit gehabt auch nur den Namen dieses d’diisö p«a zu kennen; man darf es kühn behaupten, daß das Judenthum in ihm einen "inn vjo verliert, einen seiner hervorragendsten Gestalten hinscheiden steht. Der Verblichene, der noch einer jener nunmehr sehr Wenigen war, welchem die n»»3T zutheil wurde, zu Füßen des ^pis? 3ö*d nnn zu sitzen, und noch dessen heiligen Worten zu lauschen, war ein würdiger td^i seines großen Meisters. Die edlen Tugenden seines '33, und auch so manche seiner bewunderungswürdigen Eigenschaften, vererbten sich auf den Verbliche en. Seine Charakterfestigkeit, das Unbefangene und Nüchterne im Urtheilen, sein 7«-w ron« verliehen ihm jene ungetheilte Anerkennung und Liebe, welche er sich während der Zeit seiner Wirksamkeit allerorten erwarb. Geboren war derselbe