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Der Israelit · 1895-01-03 · Heft 1 (3.1.1895) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 1 (3.1.1895)
Date
1895-01-03
Page
– (sequence 11)
Language
German
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11 autoristren, verlangt jedoch unter Vorlage der Zeugnisse in jedem Falle die Einholung der vorgeschriebenen Genehmigung der Regierung. Im Janaur wurde diese Verfügung durch ein Rundschreiben zur Kenntniß der Gemeindemitglieder gebracht, zugleich mit der Aufforderung, darüber Auskunft zu erthetlen, ob und in welcher Weise die schulpflichtigen Kinder vom 7. bis zur Vollendung des 14. Lebensjahrs den vom Gesetze vorgeschriebenen Religionsunterricht erhalten haben. Das Ergebniß der eingegangenen Angaben wurde am 30. Mat d. I. der König!. Regierung zugestellt, die am 9. Oktober eine endgiltige Verfügung an den Landrabbiner erließ. Die wesentlichen Bestimmungen derselben sind, daß es rückstchtlich der Lehrer an .öffentl. jüdischen Schulen, welchen das Zmgniß der Befähigung zum Religionsunterrichte zuständiger Seils ertheilt worden ist, wenn sie privaten Religionsunterricht ertheilen wollen, nur einer vorgängigen Anzeige bei dem Landrabbiner bezw. der Erlaubniß desselben bedarf. Selbstverständlich kann ihnen die Erlaubniß mit Genehmigung der König!. R g'erung wieder entzogen werden. Privater Religionsunterricht durch Seminaristen ist in Rücksicht auf die eigene Ausbildung derselben, wie in Rücksicht auf die zu unterrichtenden Kinder nur bei Ermangelung geprüfter Kräfte ausnahmsweise zu gestatten." Den sämmtlichen Gemeindemitgliedern wurde auch diese Verfügung der Königlichen Regierung durch den Schulvorstand mitgethetlt, und eS wurden dieselben ersucht, ihren Kindern einen den gesetzlichen Bestimmungen entsprechenden Privatunterricht ertheilen zu lassen, indem zugleich die Herren, die zum privaten Religionsunterricht autoristrt sind, angeführt wurden. Hoffen wir, daß diese nach unserer hannöverischen Verfassung voll berechtigte Verfügung die für preußische Gemeinden seltsam klingen mag, ihren Zweck nicht verfehlt. Chemnitz i. G., im Dezember. Es dürfte nicht auffallend erscheinen, daß daS Judentum heutzutage von solcher Stelle aus dem Verfall entgegengeführt wird, von welcher es gerade den größten Schutz erhalten sollte, und dafür spricht folgender Fall: In hiesiger zwar noch jungen, aber aus 300 Mitgliedern bestehenden Synagogengemeinde ist es mit dem pov am Wochentage namentlich im Winter sehr schlecht bestellt, weshalb ich den Vorsatz gefaßt habe, meine „Jahrzeiten" anderweitig abzuhalten. Wie bisher reiste ich auch dieses Jahr nach Dresden, weil mir bekannt ist, daß in dortiger Synagoge in Folge eines bestehenden Legats alltäglich Früh und Nachmittag Gottesdienst abgehalten werden muß, zu welchem sämmtliche Kultusbeamten zu erscheinen verpflichtet sind. Am Vorabend meiner diesjährigen Jahrzeit, am 17. Dezember war es mir wohl möglich in der Synagoge zu Dresden Kadisch zu sagen, aber wie enttäuscht war ich, als am anderen Morgen durch das Fehlen des Rabbiner Herrn Doctor Winter und Herrn Kantor Hoffstein das pao ausfiel und ich dadurch meine Jahrzeitkadeschim nicht weiter sagen konnte. Das Ausbleiben genannter Herren überraschte mich umsomehr, als ihnen in dem kleinen Nebensaal, wo Wochentags gebetet wird und unter der ganz geringen bestimmten Minjanzahl die Vermuthung nicht entgehen konnte, daß ich als Fremder zur Jahrzeit nach dort gekommen bin. Irgend eine Behinderung an ihrem Erscheinen dürfte ich weniger annehmen, da mir von einem Herrn der Minjanleute mitgethetlt wurde, daß seit neuerer Zeit daS Nichtzustandekommen des selbst an rmnn rwnp Tagen gang und gäbe geworden sei. Dagegen habe ich erfahren, daß bet einer kurz vorher stattgefundenen Jahrzeit des Herrn Bankier Matthes circa 3 d darunter der ganze aus 10—12 Personen bestehende Beamtenstand vertreten war; kommen wir da nicht zu der Ueberzeugung, daß die Religiösttät nur sehr kühl oder zum Theil ganz außer acht gelassen wird! Findet da der göttliche Spruch, wonach es heißt:!nm nry ui» Tryn v'pv' Beachtung? Keinesfalls. Ob Reich , oder Arm, ob Hoch oder Niedrig, im GotteShause sind wir alle gleich gestellt, ohne irgend eine persönliche Bevorzugung. Wenn die Hüter der Religion von heiliger Stelle aus der Gesammtheit die schönen goldenen Worte zurufen, aber selbst nicht in das richtige Fahrwasser etnlenken, darf es uns da Wunder nehmen, wenn wir unter einem Antisemitismus zu leiden haben; wären doch schon diese Art Zustände s. Z. die Hauptursache des pnn und der Judenverfolgung zur Zeit «fnuww. Wenn die gegenwärtigen religiösen Verhältnisse im Judenthum so weiter gedeihen, dann steht, Gott behüte, daS Schlimmste zu befürchten. I. B. Aus Tüddeutfchlarrd. (Noch einmal über Kohelet, Hamlet und Faust, und zwar auf die Erwiederung des Herrn Rab. Dr. Rosenthal in Nr. 101 d. Bl.) Weit entfernt die gute Absicht des Herrn Dr. R. zu verkennen, war es der schrille Ton „Koheleth und drei Räthselbücher der Menschheit", welcher um Begriffsverwirrung und Verkennung des Inhalts und Charakters von p"mn, hier rknp, zu verhüten, zu einer Entgegnung dringend veranlaßte. Wenn Herr Dr. Rosenthal auf einen „Vergleich zwischen Thora und Aristoteles" von seiten Maimonides sich berufen zu können glaubt, so wird ein solcher Vergleich im blors

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