Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 36 (1895)
- Issue
- Heft 1 (3.1.1895)
- Date
- 1895-01-03
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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12 wohl nicht zu finden sein, indem Maimonides lediglich die damaligen philosophischen Anschauungen, hauptsächlich die des Aristoteles prüft und deren Mangelhaftigkeit darthut, nicht aber dieselben mit der Thora v-rgleicht. Ein Vergleich zwischen K. einerseits, H. und F. andererseits ist aber abgesehen von der Profanirung von 'zirp tnpn entschieden unzutreffend; denn daß „inK. der Nachweis des Gottesgedankens positiv, in Hamlet und Faust negativ" ist, ist, so weit es letztere betrifft, mcht richtig. Ist doch in Faust das fortdauernde Zweifeln und das ungestillte Begebren des Genusses dargestellt, die auch im weitern Verlauf des Stückes nicht beseitigt werden, vielmehr lediglich eine Ablenkung im thättgen Leben und im säuern Schweiße der Arbeit erfahren. Hält man hingegen die Tendenz des n^np idd, welche im vorigen Artikel bereits präcistlt, so ist die Unmöglichkeit eines derartigen Vergleichs in die Augen fallend. Es sei hierzu noch auf die Ausführung des Maimonides in seinem Com. zu Aboth Kap. 4 zu Mtschna roirrn nnx nyr nv' htngewiesen, daß „der Grundgedanke des Buches Kohelet sei die Belehrung: die Aufgabe des Lebens besiehe darin, Schätze der Ewigkeit und geistige Vervollkommnung fich zu erwerben." Wohl ein ganz anderer Inhalt als der des H. oder F. Aus Bade«. Es ist erfreulich, aus Nr. 101 Ihres geschätzten Blattes zu ersehen, daß nun endlich auch eine israelitische Synode Zusammentritt, um u. a. die Steuersrage zu regeln. Wem bekannt ist, wie besonders auf dem Lande das seitherige Verfahren gar oft zu Widerwärtigkeiten, Streitigkeiten und Zerwürfnissen führt, der muß eine Aenderung der Verhältnisse schnlichst herbeiwünschen. Der Einwurf, der da und dort erhoben wird, daß Mitglieder aus den isr. Gemeinden das Vermögen ihrer Glaubensgenossen besser bestimmen können, als die staatliche Steuerkommisston, ist nicht stichhaltig, denn 1. find Beispiele genug vorhanden, daß seither in der Einschätzung sowohl nach oben als nach unten Fehlschüsse genug vorkamen, und 2. sind durch die neuen Steuergesetze die Verhältnisse denn doch ganz andere geworden, was schon daraus hervorgeht, daß z. B. im Großherzogthum Baden die Kapitairmtensteuerkapitalien im Jahre 1894 allein um 40 Millionen Mark zugenommen haben. Mit dieser Neuordnung würde auch das sogenannte Rosch habajis wegfallen, das in weiten Kreisen sehr unbeliebt ist. Es läge also im Interesse der Gerechtigkeit und des allgemeinen Friedens, wenn sich die Synode alsbald mit dieser Sache beschäftigte. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Lemberg, 9. Dez. Der Höchstbesteuerte der hiesigen isr. Caltusgemetnde schreibt im „8. Isr.": Wir haben einen Tempel, in dem viel in Reform gemacht wird, wie in Frauengesang. Abschaffung des alten Kol-Nidre und in dem löblichen Vorhaben auch mit der stillen Lebenwve Lsrod aufzuräumen, während der Tempel selber innerlich und äußerlich stark vernachläßigt ist, so daß er die Besucher eher abstößt als anzieht und sich am Sabbat und Feiertagen kaum einige gezählte Beter zusammen finden, die in der gähnenden Leere, die hier zu treffen ist, kaum bis zu Ende des Gebetes aushalren. (Außerdem giebt es hier noch orthodoxe Synagogen, die gefüllt sind.) Wir haben ein Spital, es ist in seiner ganzen örtlichen Lage, mit dem Ausblick auf den Friedhof viel eher geeignet. Gesunde krank, als Kranke gesund zu machen. Dazu fristet es seine Existenz ganz von den Todten, deren Htnt erlassene gehörig geschunden werden, damit es möglich sei, daß es sich fortbringe. Wir haben auch eine Schule, gelegen in einer Sackgasse, umgeben von einer Bevölkerung, die keineswegs dazu geeignet ist, auf die Moral der Kinder günstig einzuwirken, dabet entbehren die Lehrsäle des Lichtes und der Luft und entsprechen in keiner Weise den Gesetzen der Hygiene, auch fehlt es an einer Parkanlage, ohne welche die Exsstenzeiner Schule beinahe undenkbar (?) ist, und zum Ueberflussc wird ein beträchtlicher Raum des Schulgebäudes zum Zwecke einer Speiseanstalt verwendet, die ungesunde Dünste erzeugt, und ein anderer Theil derselben wieder als Gemeindesaal, wo die ewigen Versammlungen, die dort stattfinden, nicht wenig den Unterricht stören. Endlich haben wir auch ein neuerbautes Waisenhaus mit einer großen imposanten Fronte, palaisarttg mit einem Eisengitter umfriedet, was aber auch Alles ist, was man an diesem Waisenhause sehen kann, die Korridore sind dunkel, die Zimmer feucht und ungesund und die ganze Einrichtung im Souterrain in keiner Weise dem Zwecke entsprechend. Wle bei dem Baue des Waisenhauses nur auf die marktschreierische Außenseite gesehen wurde, so wird auch bei der Erziehung der Waisenkinder vorzüglich nur auf den Eclat und auf den augenblicklichen Knalleffekt gesehen. Fast sämmtliche Waisenkinder nämlich werden zu Musikanten erzogen, so daß das ewige Geigen. Fiedeln und Probe abhalten, ihnen ganz die Zeit raubt, die sie für den zweckdienlichen Lchrunterricht brauchen. Doch was kümmert unsere Matadoren die Zukunft dieser Armen, die Hauptsache ist, daß der Gemeindevorstand seine eigene