Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 36 (1895)
- Issue
- Heft 1 (3.1.1895)
- Date
- 1895-01-03
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 bald sich beimisch fühlte und sich mit Feuereifer | auf sein Studium warf. Seine freie Zeit verbrachte er regelmäßig in der Gesellschaft seiner Wtrthin und deren Töchter, und da diese feingebildete Damen waren, entbehrte er keine Heimath und keinen anderen Verkehr. Anfangs hatte er einen Thril seiner freien Zeit dem Studium der Thora gewidmet, aber bald fiel dieses Studium aus. Die Unterhaltung mit den schönen Mädchen war ihm angenehmer, und ehe er es selbst merkte, hatte sich sein unerfahrenes junges Herz der jüngeren der beiden Mädchen in Liebe zugeneigt. Greta von Toussaint warein bildhübsches geistreiches Mädchen, welches trotz ihrer sechszehn Jahre das Herz eines Mannes wohl gewinnen konnte. Sie war hochgebildet, musikalisch und hatte ein aristokratisches Wesen, welches dem Studenten imponiite und ihn reizte, alle Warnungen seines b.fferen Jchs zum Trotz, sich dem Zuge seines Herzens zu überlassen und abzuweichen von dem Wege, den er seither gewandelt war. War aber erst der erste Schrit zum verbotenen Baume gethan, so reihten sich in unendlicher, unzerreißbarer Kette die anderen an und führten ihn immer weiter abwärts auf dem Wege der Sünde. Das erste, mit dem er brach, waren die Spetsegesetze. Er wollte die Einladung seiner Wtrthin nicht immer refüsiren und fürchtete den Spott und die Neckereien der Mädchen, so daß er eines Tages zum ersten Male verbotene Speisen aß. Er fühlte sich freilich drei Tage krank, aber Greta pflegte ihn so gut und wußte ihn so zu bethören und zu beschwätzen, daß er die strafende Stimme seines Gewissens mit Gewalt zum Schweigen brachte und die Speisegesctze über Bord warf. Den Speisegesetzen folgte bald der Sabbat, und ehe ein Jahr verging unterschied sich Willy in seinem Leben durch nichts von seinen christlichen Commilttonen. Selbstverständlich mußte auch der briefliche Verkehr mit dem Elternhause ihm peinlich sein und er wurde von ihm auf ein so geringes Maß beschränkt, daß die besorgten Pflegeeltern oft ein ganzes Semester ohne Nachricht waren. Wohl hätte der Anwalt sich schon einmal entschlossen, ihn in Berlin zu besuchen, aber die zunehmende Kränklichkeit seiner Frau und die ungeheure Arbeitslast, die auf seinen Schultern ruhte, machten es ihm unmöglich sich für einige Tage vom Hause zu entfernen. (Fortsrtzung folgt.) Auflösung des AätHsets in Mr. 96: "“jn:w tn s"3 ,t /h -nt ,tn /htn 133 H33 'TIN ,-sN T ö"3 '131 ,T 33 by t '3 :3"I ronoi '“oru Richtige Lösungen sandten ein: Lehrer L. Cohen in Rees a. Rh., Simon Händler in Kotzman, Markus Adler in Wien, Hersch Zucker in Dawidestie, Samuel Enselberg in Lanowce Jezierzany, Alb. Rosenkranz in Ottynia, S. S.in Posen, Meschulim Rath in Kolomea, Hirsch Margulies in Tarnopol, Elias Springer in Matlersdorf, Moses Chaim in Samter, Lehrer Eichstetter in Eppingen, S. M. Bachrach in Elmshorn, David Schapira aus Rußland, Samuel Freireich in S. Tarjan. Auflösung des Mns-Aäthsets in Mr. 97: P’? “ny pw ny® *sn ny nnnn yp®n®D roun u mn msTD n®iy npyin .-ny»® inw hd pp nn inw p»Ti* rO p’rv® mip p® -ny'® m «rv® 7-»« •in» V Unter den Einsendern von richtigen Lösungen wurde geloost und erhält der Gewinner, Herr Abraham Tachauer, Würzburg, Reibeltsgafse 12 ein Werk auS unserem Verlage gratis und franco zugesandt. Die übrigen Einsender erhallen bei Bezug unserer Werke auf Wunsch Ermäßigung. Der s r ««l 11" erscheint wöchentlich zweimal, MontagS und Donnerstag-, jedesmal ln mindestens zwei vage». Preis des Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 1s Reichs-Mark, sür's Ausland 1« Retcha-Mark. Man abannirt ganzjährig, halbjährig »der vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehme» Bestellungen an. — Durch Ae« Duchtzausrt M drsiehr» drt E. /. Dtetnacker« Lripstg, Daßpiatz 1s. — Inserate 26 Pfennig die viergespaltene Petttzetl« »der deren Raum. — Oesterreichtsche Banknoten laut EourS. — Direkte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland »ud Oesterreich 14 Reichs-Mark »der 8 fl. österr., sür's Ausland 18 Reichs-Mark, an die Expedition franco einzusenden. Ei«e ftftdtfetttamt a» die Redactio» eingesandte« Manuscripte» findet nicht statt, «an bittet deshalb sich »an allen «tnsendnngen eine Eopie znrüekrnbehalte». Inhalt (Hanptblatt): Leitender Artikel: Rückblick. — Zeitungsnachrichten und Korrespondenten: Deutschland: Frankfurt er. M. Schotten. — Oester r.» Ungar. Monarchie: Wien. — England: London. — Amerika: New-2)ork. — Vermischtes. — Feuilleton: Nur eine Tochter. Erzählung von H. Berger (Fortsetzung). Inhalt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Der Antisemitismus in Oesterreich im Jahre 1894. — Zeitungsnachrichten u. Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Hannover. Chemnitz i. S. AuS Süddeutschland. Aus Baden. — Oesterr.-Ungar. Monarchie: Lemberg. — Personalien. Inhalt der zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Frankfurt a. Main. Berlin. Eisenach. — Oesterr.-Ungar. Monarchie: Neuhäusel. Aus jüd. Vereinen, Schulen und Stiftungen. — Vermischtes. Inhalt der Extra Beilage: Spenden-Verzeichnisse. Verantwortliche Redactton: OSear Lehmann in Mainz. — Expedition des „JSraelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei-Actten-Gesellschaft in Mainz. Hierzu drei Beilage«.