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Der Israelit · 1915-12-23 · Heft 53 (23.12.1915) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 53 (23.12.1915)
Date
1915-12-23
Page
– (sequence 6)
Language
German
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MüttHWe. 'A gleich er b^weiKf, -aß die Gtaat-dehör-e etn Recht' hake, die Transaktion -er Banken zu verhindern. Bemerkenswert ist weniger die Antwort, die ja der Haltung des Präsidenten Wilson in Neuiralitätdangelrgenhelten entspricht, als daS energische Vorgehen deS Komitees, das ihm durchaus zur Ehre gereicht. ver jüdtfdie Kongreß. New'TorK, 10. Dezbr. Die Frage „Kongreß oder Konferenz" ist insofern in ein neues Stadium eingetreten, als das -„Amerikanisch-Jüdische Komitee" die von ihm etnberufene Konferenz angesichts deS Protestes, den dies Projekt erfuhr, bis auf Weiteres vertagt hat. Dagegen hat am 21. November in Boston eine Vorbesprechung derjenigen Organisationen, die dem Kongreßplan freundlich gegenüberstehen, stattgefunden, wobei daS „Jüdische Kongreß-Organisierungs- Komitee" gebildet wurde. Es repräsentiert 14 national-jüdische Organisationen u. a. auch die Union der orthodoxen Rabbiner und„Misrachi." DaS „Jüdische Kon greß-Organisierungs: Komitee" bewahrt aüen kriegführenden Nationen gegenüber strikte Neutralität. Personalien. Jerusalem, 15. Nov. In diesen Tagen feiert Herr Dr. Moritz Wallach aus Cöln, Chefarzt des „Schare Zedek'Hospiials" zu Jerusalem, die 25. Wiederkehr des TageS, da er feine segensreiche Tätigkeit in der heiligen Stadt ausgenommen hat. Nur wer Gelegenheit hatte, Herrn Dr. Wallach in Ausübung seines Berufes zu beobachten, kann beurteilen, was dieser Mann, gleich hervorragend als Mensch und Jehudi wie als Arzt, in Jerusalem geleistet hat und trc? leistet. Ist doch das rühmlichst bekannte Allgemeine jüdische Krankenhaus (Schare Zedek) das einzige modern eingerichtete füdische Hospital Jerusalems, in welchem sowohl große Operattonen vorgenommen, als auch ansteckende Krank« betten behandelt werden. Bewundernswert waren die Leistungen, weiche Herr Dr. Wallach z« Zetten schwerer Epidemien vollbracht hat. ES sei nur an die schwere Zett der Meningitis erinnert und an die Flecktyphus- Epidemie vor einigen Monaten. Tag und Nacht war er der treue Helfer seiner 5kranken. nächtelang fand er kaum Zeit, sein Bett aufzusuchen. Durch diese Auf« opferungSfreudigkeit war es ihm mit göttlicher Hilfe oftmals vergönnt, schon fast aufgegebene Kranke dem Tode zu entreißen. Aber auch in regelmäßigen Zetten kennt der unermüdliche Arzt keine Ruhe. Bevor er noch zum Morgengebet in die AnstaltSfynaaoge geht, macht er oftmals bet seinen Schwerkranken Visite und vielfach ruft man chn vom Gebet hinweg, Patienten außerhalb des Hospitals aufzusuchen. Gar manchmal mutz er von solchem Besuche aus direkt in die Poliklinik etten, »vo mehr als ioo Patienten seiner warten. Und so geht es den Tag hindurch, nicht selten auch in der Nacht. Neben dieser anstrengenden ärztlichen bewundert man an Herrn Dr. Wallach seine philanthropische Tätigkeit. Wer kennt nicht die allzeit offene Hand, mtt welcher er zu Hunderten den Allerärmsten die bitterste Not zu lindern bemüht ist? Und wer sonst in Sorgen ist, kommt, fich Rat und Hilfe zu holen. Mit Recht ist ja Herr Dr. Wallach bei den höchsten staatlichen Behörden angesehen, und gar oft ist es seiner Fürsorge gelungen, manches Menschenschicksal zu verbessern. Die größte Achtung flößt einem jeden die vornehme Uneigennützigkett Dr. Wallachs ein. Wie oft wird er von armen Patienten zn Konsultationen gerufen und statt Bezahlung zu verlangen, hinterläßt er »och Gaben, um dem Kranken Kräftigung zu ermöglichen. Zum Schlüsse sei noch erwähnt, daß dieser rastlos arbeitende Mann doch noch Zeit findet, mp .Tvn? cny zu sein. Möge es ihm und der von Ihm so geliebten helligen Siadt vergönnt sein, daß er seine segensreiche Tätigkeit in Gesundheit noch viele, viele Jahre ausüben kann! * * * Aus Frankfurt a. M. schreibt man uns: Außerordentlich segensreich war die Tätigkeit, die Herr Dr. Wallach von Angebinn feines BerweilenS in Jerusalem an enrsaltete, und unermüdlich war er, als es galt, das von hier aus geplante Werk durch alle Schwierigkeiten hindurch der Vollendung entgegen zu führen. Unter seinen Augen wurde in den Jahren 1796—1002 daS Hospital errichtet, welches heute eine stolze Zierde der jüdischen Bevölkerung im Heiligen Lande bildet, und welches dank seiner vorzüglichen hygienischen Einrichtungen und dank seiner vorzüglichen Leitung durch Herrn Dr. Wallach und seinen treuen Genoflen, den Verwalter Herrn JonaS Marx in einem Matze rettend und fegenbrtngend so vorbildlich wirkt, daß die höchste Anerkennung Über die Leistung deS HofpiialS nicht nur von denjenigen ausgesprochen wird, die seine Wohltaten direkt genoflen haben, sondern von Laufenden von Besuchern, die seit seiner Eröffnung ,» zu sehen Gelegenheit hatten. Ung^ählt find die frei. £jff0|{§t willige« Ausdrücke der Anerkennung, die nicht nur von jüdischen Besuchern, sondern auch einer großen Reihe nichtjüdischen Besuchern, darunter hohen und höchsten Persönlichketten, ausgesprochen wurden. ES in daS hervorragende Verdienst des Herrn Dr. Moritz Wallach, durch feine aufopferungsvolle, nimmer rastende, liebevolle Tättgkeit, die Leistung des Hospitals auf diese Höhe gebracht, und auf dieser Höhe erhalten zu haben. ES würde im Rahmen dieser.Zeilen zu weit führen, eine eingehende Beschreibung alles besten zu geben, waS eS bei den leider immer wiederkehrenden Epidemien für die Bevölkerung der Heiligen Stadt und des Helligen Landes bedeutet. In welchem Maße das Hospital mit der Persövlichkeit seines Direktors und Chefarztes verknüpft ist, drückt fich in schlichter, .aber um so eindringlicherer Weise in dem Namen aus, unter dem das Hospital in Jerusalem landläuM bezeichnet zu werden pflegt: „Das Wallach-Spital". Möge eS dem verdienstvollen Herrn Dr. Wallach, der mit den geschilderten Lugenden die höchsten eines wahrhaften Menschenfreundes und herrlichen Jeduhi vereinigt, noch lange Jahre vergönnt sein, zu seiner Befriedigung und zum Wohle der Bevölkerung der Heiligen Stadt zu wirken. Braunfchweig, 18. Dez. Landesrabbiner Dr. Rüls ist am Freitag Mittag von einem Herzschlag getroffen worden und alsbald verstorben. Bet der Trauerandacht, die der Beisetzung des im Kampfe für das Vaterland gefallenen Leutnants der Reserve, Elias vorausging, war Dr. Rüls nach Beendigung seiner herzbewegenden Ansprache bis zur Mitte des Schlußgebetes gekommen. Da versagten plötzlich seine Kräfte und.er brach ohnmächtig zusammen. Die Aerzte konnten nur noch den eingetretenen Tod konstatieren. Durch seinen ausgeprägten Wohitätigkeitssinn und feine gesellschaftlichen Vorzüge verstand es Dr. Rüls sich ei«en großen KreiS von Freunden zu erwerben. Hungen (Oberhessen), 19. Dez. Im Alter von 79 Jahren wurde Herr Adolf L ö b unter zahlreichem Trauergefolge zu Grabe getragen. Er war der Typus eines jüdischen Biedermannes, deffen an Kampf, Erfolg, Leid und Enttäuschung reiches Leben getragen war von den Grundsätzen der Redlichkeit und Rechtlichkeit, der schlichten, tiesntzenden Frömmigkeit und dev unerschütterlichen Gottvertrauens. Als langjähriger Verwalter des Unrerstützungsvereins hatte er reichliche Gelegenheit, sich der Armen und Bedürftigen anzunehmen und ihnen fein gastliches Haus zu öffnen. Um den Toten trauern zwei verheiratete Töchter und ein Sohn, der zur Zeit an der Westgrenze unter den Waffen steht. Am offenen Grabe verlieh der Schwiegersohn des Verewigten, Herr Redakteur Schachnowitz, Franksurt a. M., dem Schmerze der Familie und der Gemeinde Ausdruck und widmete dem scheidenden Vater unter Schtldernng seines Lebensganges und vorbildlichen Lebenswandels Worte liebenden Gedenkens. .T32ttn. Qberberg (Oesterreich), IS. Dez. Fran Rabbin-r Dr. Friediger erhielt für ihre Verdienste um das „Rote Kreuz" vom Erzherzog Franz Salvator im Namen des Kaisers die S iberne Ehrenm edaille mit der Kriegsdekoration. Brreruvsl, 16. Dez. Am zweiten Chanukahtag ist hier Herr Rabbinats-Affeffor Juda Leib Meisels iw Alter von 73 Jahren nach kurzem Leiden verschieden. Seine Frau, eine Tochter des Jaffyer Rabbiners Schmelke Taubes, ist ihm vor vier Monaten in den Tod vorausgegangen. Der Verblichene war der älteste Sohn des Przemysier Rabbiners Lipe Meisels, der als talmudische Autorität und Verfasser gediegener rabbtnifcher Werke weit über die Grenzen feines Heimatlandes hinaus bekannt ist. Rabb. Leib Meisels hat in unserer Gemeinde ein halbes Jahrhundert lang als Rabbinats-Affeffor segensreich gewirkt und sich wegen feiner talmudtschen Gelehrsamkeit und wahren Gottesfurcht in unserer Gemeinde und weit darüber hinaus eines großen Ansehens erfreut. Er hinteriätzt vier Kinder/ sein ältester Sohn, Lipe Meisels ist Rabbiner in MonaSteryska, fein zweiter Sohn ist der Schriftsteller Samuel Meisels, und einer seiner Schwiegersöhne ist Ofias Heschel Babad, Rabbiner in Tarnopol. — Unsere Gememde wird dem Verewigten etn ehrendes Andenken bewahren. rrMKn. Veremsnachrichten. Hannover, 26. Dez. Umer dem Vorsitz des Herrn Dr. Knoller fand im November 1915 die erste ordentliche Mitgliederversammlung des Israelitischen Kinderhortes zu Hannover stau. Aus dem von dem Rechnungssührer,Herrn Mare. L. Ja ffe, vorgelegteu Bericht erfahren wir folgendes: Das Gebäude des Kinderhorts mit vollständiger Einrichtung war Mine des Jahres 1914 fertig gestellt. Durch Sammlungen und Beteiligung von Vereinen wurde der Betrag van ca. 65,(Mi M. aufgebracht. Hierzu kam die hochherzige Gabe des Herrn Kommerzienrats Joseph Berliner und seiner Frau in Höhe von 50,000 M., wodurch es möglich wurde den Kinderhort in genügender Größe, mit allen mo> dernen hygienischen Einrichtungen zu errichten. Die beabsichtigte feierliche Eröffnung des Kinderhorts in den ersten Tagen deS August 1914 mußte wegen des Kriegsausbruches unterbleiben und erfolgte in einfacher Form Anfang Oktober 1914. Die Leitung des HauseS wurde dem Lehrer Grünbaum übertragen. Die Aufsicht der Kinder bet den Schul-, Hand- und Flocht- LS. Pezembor lütt arbeiten liegt in Händen einer Handfertigkeit,-L«hrerir^ welche von Damen hiesiger Gemeinde unterstützt wird Die Kosten deS Baus inkl. Werkzeuge, Ausstattung, Gartenanlage, Küchenanlage — eine Schulküche ist vorgesehen — belaufen sich auf etwa 105,000 M. Der Kinderhort befindet sich in gesunder, freier Lage/ der Besuch des HortS ist ein guter und regelmäßiger, er betrug durchschnittlich etwa 70 Kinder täglich. Vermischtes. Frankfurt a. M., 16. Dez, Die „Agudag Jisroel Jugendorganisation", (Bund gesetzeStreuer jüdischer Jugendvereine), hatte auf Chanukah ihren Mitgliedern je ein Exemplar Wohlgemuth „Der Weltkrieg im Lichte des Judentums" ins Feld gesangt. Die in großer Zahl einlaufenden Dankbriefe legten von der Freude Zeugnis ab, die die Bücher im Felde bereiteten. Diese Woche übersandte die A. I. I. O. ihren Mitgliedern im Felde ein Schmaus-Chumisch. Fortgesetzt kommen zahlreiche Bitten nach Teftüin auS dem Felde an die A. I. I. O. Jeder der ein Paar Teffiltn übrig hat, sollte dieses der A. I. I. O., Tiergarten 8, mitteilen. Dieselben werden alsdann abgeholt. Frankfurt a. M., 20, Dez. Das eben erschienene sechste Heft der „Blätter der Agudas Jisroel Jugend- Organisation" enthält folgende lesenswerte Aufsätze, Rabbiner Dr. A. Cohn-Basel: „ Aus neutralem Lande", stuck, jur. E. Feilchenfeld z. Zeit im Felde: Feldpostbrief, M. L.: „Die Lage der jüdischen Kolonien in Süd-Palästina". Außerdem Mitteilungen aus den Gruppen (Niederaula, Cölnj und SpendenverzetchniS. Ulm a. D., 19. Dez. Am 5. Dezember fand in Anwesenheit des stellvertretenden Rabbiners Dr. Treidel aus Laupheim, sowie der jüdischen Soldaten der Garnison Ulm und Neu-Ulm die Einweihung eines von Unteroffizier Louis Marx gestifteten, zur Nagelung zugunsten von Wohltätigkeitszwecken bestimmten Mögen Davids statt, zu der fich über 160 Kameraden und ein großer Teil der Gemeindeeingesunden hatten. Lübeck, 19. Dez. Am Ehrentage unseres Herrn: Rabbiners Dr. Carlebach hat Herr Rabbiner I. Horovicz aus Jerusalem, z. Zt. Frankfurt a. M., auch im Namen der „Deutsch-Holländischen Palästina-Verwaltung" in seiner Begrüßungsrede die Verdienste hervorgehoben, die sich der ehrw. Jubilar in führender Mitarbeit um Erez-Jsroel erworben hat. In dem segensreichen Arbeitsgebiete der Deutsch-Holländischen Palästina-Verwaltung — sagte der Leiter des Jerusalemer Palästinaamtes — gibt es keine Hilsstätigkeit, an der Herr Rabbiner Dr. Carlebach nicht in hervorragendem Matze beteiligt ist. Mehrere Spezialaklionen, bezw. Institutionen, zum Besten der notleidenden Bevölkerung Palästinas, verdanken ihre Entstehung und dauernde segenreiche Wirksamkeit dem Lübecker Rabbinerhause. Am Festabend wurden von einiger! Teilnehmern 2000 M. für die Hilsstätigkeit der Deutsch-Holländischen Palästina-Verwaltung zur Linderung der augenblicklichen Not gespendet. Sn'efiasten. B. S in G. Nur wenn der Arbeitgeber in der betreffenden Stadt die Genehmigung des Polizeipräsidiums dazu erhält. M. L. in Gr. Ueber das Datum geht Ihnen direkte Mitteilung zu. Das fragliche Salz ist uns nicht bekannt. Familiennachnchten. Barmizwoh Feier: David, Sohn des Herrn M. Schwarz, Liestal (Schweiz). Labbat« Anfang u. Ausgang. 0 R Ti Anfang Datum AuSgang Uhr »Min. 1915 5676 Uhr (Min. 24. 17. Frankfurt a. M. 4 05 Dez. Lebet 5 20 Berlin ....! - — — — München . . . 4 20 5 11 Strakchnrg . . 4 30 5 25 Stuttgart. . . 4 30 5 18 Bofe» .... — — — — Nürnberg. . . — — — — Hamburg. . — — — — Bei Eintritt der herbstlichen Witterung wird sich jeder gern wieder des bekannten Schnupfenmittels „Dr. Jo. May er's „viifin Salbe" erinnern. Seinen verblüffend günstigen Einfluß auf den Schnupfen und andere fich daran anschließende Katarrhe har dieses Mittel seinen überaus wirksamen Bestandteilen zu verdanken, die den Schnupfen in seinen ersten Ursachen bekämpfen und die Folgeerscheinungen rasch und sicher beseitigen. Dieses Mittel wird hergestellt bei der Pharmaceuttschen Industrie G. m. b. H., Wiesbaden und ist erhältlich in allen Apotheken. Prospekte umsonst.

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