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Der Israelit · 1915-12-16 · Heft 52 (16.12.1915) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 52 (16.12.1915)
Date
1915-12-16
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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4tete 6 Rr. 62 Der JSraeltt auf die Landstraße stellte und sie ihrer Heimat be» Inzwischen haben sich die Dinge in '«wt-, ««« R«bbi »br«h-m »mjam-n »lugki dar I 2tz«ftpatami«- s« entwickelt, »aß s,e England der Haupt-ener Hilfsaktion, die niil ludischer B | Sorgen um die Beßedelung des Landes vorerst 1«. Dezember 1945 das Schandwerk der Tyrannei zu paralysieren suchte Er war ein Talmid-Chochom alten Schlages und als solcher der würdige Sohn eines weltbekannten Vaters flöte 'n Kluger, dessen Werke er zumeist der Oeffentlichkeit zugänglich machte. AuS dem reichen Schatz seiner großen Bibliothek rettete er ins Golus nichts als das Tehilltm, das fein steter Begleiter und Beschützer war. Der Krieg machte ihn landflüchtig, das GoluS entriß ihm seine geliebte Lebensgefährtin) der brennende Schmerz um ihren Verlust nahm ihm feine letzte Lebenskraft. Tief betrauert und beweint vom gesetzestreuen Kreise Budapests wurde er auf seinem letzten Weg begleitet. Rabbi S. I. Schreiber widmete ihm ergreifende Worte des Gedenkens. Z. B. A. Budapest. Bei dem letzten RabbinerKongreß kam es zu einem Austritte aus dem alles umfassenden Verbände. Rabbiner Dr. Julius Fischer, Budapest, stellte den Antrag, daß die Sitzung mit einem in der modernen Synagoge der Tabakgaffe abzuhaltenden Gottesdienste feierlich eingeleitet werde, was zu einem Proteste der konservativ gesinnten 8tstus quoRabbiner Anlaß gab. Sie wollten dem nicht zustimmen, da sie prinzipiell keine Orgelsynagoge be-reten. Der Antrag wurde auch abgelehnt, woraus der Antragsteller seinen Austritt onmeldete und die Sitzung ostentativ verließ. Pretzburg. Der Verein „Zeirei Zion", deffen Präses Moses Weinreb und vierzig seiner Mitglieder inS Feld zogen, kämpfen unter einer jüdischen Fahne, der der PsalmverS: s: rwn n um eingewebt ist. Z. B. A. England. Melvvcttsmien. London, 10. Dez. Unter dieser Ueberschrift schreibt „Jewtsh Chronicle" in seiner Nummer vom 12. November d. Js.: „In einer sehr interessanten Vorlesung, die in Birmingham staltsand, ließ Herr Hermann Landau von neuem das Projekt einer jüdischen Siedelung in. Mesopotamien wieder aufleben. Andere haben früher schon sehnsüchtigen Auges in die Richtung geblickt und in der frühesten Wiege des Mischen Volkes die beste Hoffnung für die jüdische Zukunft gesehen. Unsere Leser mögen sich die glühenden Visionen ins Gedächtnis zurückrufen, die uns Herr Zangwill in dem gleichen Zusammenhang gezeigt hat und sie mögen sich der aktiven Bemühungen erinnern, die er in dieser Richtung unternahm... Wenn aber Herr Zangwill von einem Kostenaufwand von 8 Millionen Pfund sprach, die einen Verdienst von 22 Millionen ergeben sollten, so spricht Herr Landau, auf dem Wtllcock'schen System basierend, davon, daß eine Ausgabe von 26 Millionen Landwerte von über 90 Millionen schaffen könnte. Herr Landau ist, wie es bei einem tüchtigen Geschäftsmanne nur natürlich ist, bereit, wett bescheidener anzufangen, und unsere Leser können die Details seines Planes dem Berichte über seine Vorlesung entnehmen." Der „Jewtsh Chronicle" meint, daß dieses Projekt nach wie vor durchaus beachtenswert fei. Mesopotamien — „ehemals der Preis jedes großen, Asien erobernden Volkes" — könnte bet sachgemäßer Bewässerung auch jetzt eine beträchtliche Bevölkerung ernähren. Es sei zwar wahr, daß eine jüdische Siedelung in der Nähe Bagdads den deutschen Ambitionen wohl ungelegen sein würde. (? Red.) Aber wo auch immer die Juden sich niederlaffen würden, überall würde es Widerstände zuüberwinden gelten. Zwei Punkte seien festzulegen, die bei einem solchen Vorschläge unbedingt zu beobachten wären. Er dürfe die jüdischen Palästina-Hoffnungen nicht beeinträchtigen (und Herrn Landau selbst sei daran gelegen, das zu vermeiden), und es müsse et"e klare und nicht mißzuverstehende Anerkennung derMischen Siedler als einer besonderen Einheit erstrebt werden. „Wenn ein solcher Plan von dem jüdischen Volk ausgenommen wird, darf das alte philanthropische Immigrations-Prinzip keinesfalls wiederholt werden. Zu den bereits zahlreichen verschiedenen Kategorien von Juden, eine Kolonie von „Mesopotamiern jüdischen Glaubens" hinzuzufügen, hieße nur, die jüdischen Sorgen noch vermehren, und es hätte keinen Zweck, wenn wir zu unseren bereits existieren Fragen noch ein mesopotamtsch-jühischeS Problem hin zubekämen." entheben. Mul UNS kintiutz nicht vereinigt <Lo«dou, 10. Dez. Vorige Woche fand hier eine große Versammlung unter Vorsitz von Leopold de Rothschild, zugunsten der Juden in Rußland statt, auf der bedeutende Redner zum Worte kamen. Der Chiefrabbi Dr. Herz schilderte die Lage der russischen Juden, und bedauert?, daß man erst jetzt beginne, die Not derselben zu erfahren. Dabei sei das Leid schon ein altes, ein faßt unerträgliches für die zahlreichen Vertriebenen. Am ergreifendsten waren die Worte des Herrn Dr. Gaster, der viel schärfer die Verhältnisse in Rußland zeichnete und dabei die Zensur hervorhob, die nicht gestattet, daß man sich deutlich über die armen Juden in Rußland ausspreche. „Unser Mund ist verschlossen", rief er aus, und alle verstanden, wohin dies zielte. „Wtr sind dafür ta, um für die Freiheit unserer Brüder zu wirken, und protestieren dagegen, daß sie lebendig schmachten in den Gräbern." Das war für London ein starkes Wort. Mr. Leopold de Rothschild und Claude Montefiore waren der Meinung, daß solche Reden nicht gehalten werden dürften, aber die Versammlung war anderer Ansicht und war hingeriffen von der offenen Stellungnahme Dr. Gasters. Auch Israel Zangwill sprach in ähnlicher Weise wie Dr. Gaster. Claude Mon t eftore dagegen erzählte der Versammlung, daß den russischen Juden ein Hoffnungstrahi winke, ihre Lage sei schon besser geworden, erfand aber damit keine Zustimmung. Ja, wenn Dr. Gaster Rothschilds Einfluß und Rothschild Güsters Mut hätte, wte viel wäre da für die jüdischen Dulder in Rußland gewonnen! jfcanktteidr* Die 5rem9enbehan9luno in Sranhreidi. Saris, 12. Dez. Zu der neuesten Campagne gegen die in Frankreich ansässigen russischen Juden schreibt Hervv in der „Guerre Sociale" vom 26. November : „Sofort begann, wie vor einigen Monaten, als eine ähnliche Maßregel wie ein Damoklesschwert über ihren Häuptern hing, ein allge meiner Auszug der Juden zu der hohen Pforte der Präfektur, wo arme, aus dem Häuschen ge brachte Juden jeden Alters und Geschlechts eine lange Reihe bildeten, um die Auswande rungserlaubnts nach dem gastlichen Amerika zu erlangen. Für Rußland wollen die Juden sich nicht schlagen, wetl Rußland bis jetzt wenigstens das gelobte Land des Antisemitismus ist, das Land, wo sie noch nach mittelalterlicher Sitte auf bestimmte Landstriche wie auf ein gewaltiges Ghetto beschränkt sind, das Land der Pogrome, wo seit einem Bierteljahrhundert die Volkswut, aufgestachelt durch eine verrottete Bureaukratte, zu Maffenabschlachtungeu übergeht, deren traurige Ueberbleibsel viele der Pariser Juden bilden. Wenn Sie, Herr Gallt (das ist der nationalistische Schreier und Pariser Abgeordnete) die Ihrigen hätten hinschlachten sehen in Kischinew, wenn Sie wüßten, daß Ihre Religionsverwandten (Gallt ist selber jüdischen Geblüts) in Rußland keinerlei staatsbürgerliche Rechte haben, wenn Sie selbst vor Verfolgung und Pogrom hätten fliehen müssen, würden Sie dann als Freiwilliger für Rußland ins Feld ziehen und auch noch Ihre Haut für ihre Peiniger zu Markte tragen? Aber für Frankreich, für das Frankreich der Menschenrechte? Zehntausend russische Juden sind in dem Augenbick, wo die deutschen Heere auf Parts marschierten, im August 1914, zehntausend russische Juden sind damals als Freiwillige bei uns eingetreten, aus bloßer Liebe zu dem Frankreich der publikanischen Frankreich. Aber wie hat man diese zehntausend Freiwillige, von denen mehrere Tausende im Artois und in der Champagne ruhmreich gefallen sind, wie haben wir sie behandelt? Haben wir nicht die Eselei begangendie russischen Juden als Ausländer samt und sonders in eine neue Fremdenlegion zu stecken, der wir als Ausbildungspersonal Gefreite und Unteroffiziere unserer alten Femdenlegion gegeben haben. Es sind tapfere Kerle, die zwar ein bischen ungehobelt, dafür aber um so abgefeimter und dazu noch oft wütende Antisemiten waren j gewöhnt, den Dickschädeln der Legion im Frieden mit einer Disziplin zu begegnen, wie sie bei den afrikanischen Strafbataillvnen üblich ist. Haben Sie, Herr denn gar keine Ahnung davon, mit welchen Qualen die unseligen jüdischen Freiwilligen ihre Selbstverleugnungbezahlt haben? Und trotzdem wundern Sie sich,7daß die frisch aus Rußland hierhin geflüchteten Juden den Eintritt auch ins französische Heer ablehnen." Rumänien. Die Duden im rumänifdien Meer. Bukarest, 6. Dez. Aus dem Kriegsm nistertum wird verlautbart, daß zur Assentierung der Klaffen 1917 und 1918 sich auchalle naturalisierten Fremden zu melden haben, die das 40. Lebensjahr nicht überschritten haben. Desgleichen haben sich zu melden, alle jene, die, wenn sie auch nicht naturalisiert sind, sich doch des rumänischen Schutzes erfreuen, was bet dem weitaus größten Teile der Juden des Landes zutrifft. Kamiliennachrichten. Geburt n: Einen Sohn, Disiritisrabbiner Dr Breuer (Goldberger), Aschaffenburg. — Einen Sohn Max Gutmann (Emanuel), Burgpreppach. Bavnriztvoh-Feier: Joseph, Sohn des Herrn Abraham Liberbes, Grötzingen (Baden). Sabbat < Anfang u. Ausgang. Oft Ta | Anfang Datum AuSgang I Ubr 'Min. ISIS! SSV« Uhr Mn. Frankfurt «. M. 3 45 17. Dez. 10. Debet 5 15 ©er»« .... - — — — Müuche« . . . 4 15 5 09 Otfritfcftitrfi . . 4 15 B m etttttgart. . . 4 80 S 12 Pose« .... — — — — Nürnberg . . — — — — Hamburg. . . — — — — Die Einrichtung eines Borschul-Zirkels durch den seit vielen Jahren in weiten Kreisen unserer Gemeinde als tüchtiger Pädagoge bekannten Lehrer P. Klibansky in seinem Schülerheim-Frankfurt,Trutz 47, scheint einem dringenden Bedürfnis entsprochen zu haben. Gar viele Eltern und auch mancher Kinderarzt haben, wie der Besuch des Schulzirkels tm Schuljahre 1915 zeigte, die Einrichtung eines solchen mit Genugtuung begrüßt. In kleinen Gruppen wurden im Schulzirkel Knaben und Mädchen, die aus irgend einem Grunde eine öffentliche Schule nicht besuchten, nach dem Lehrplane der städtischen Schulen unter Berücksichtigung der neuesten pädagogischen Erfahrungen unterrichtet, und jedes einzelne Kind seiner Individualität entsprechend, behandelt und gefördert. Obwohl der tägliche Unterricht nur 3-3 Stunden umfaßte, und Samsiag und Sonntag schulfrei waren, wurden die Schüler, ohne daß sie irgendwelche Hausaufgaben erhielten, so weit gebracht, -atz sie das gesumte Pensum der Vorschule eingehend durcharbeiteten und sich auch gründliche Kenntniffe im Hebräischen und und in der Biblischen Geschichte aneigneten. Die luftigen, schönen Schulräume, sowie der hübsche Garten waren;sür die Schüler von nicht zu unter» schätzendem Werte. Wir tvünschM dem Schulzirkel im Jntereffe unsere, Sk»°lu.l°n und'-»« Anhänglichkeit zum' re. •*** '***»?

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