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Der Israelit · 1915-12-16 · Heft 52 (16.12.1915) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 52 (16.12.1915)
Date
1915-12-16
Page
– (sequence 7)
Language
German
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i« Dezember 1915. 1915 t utau k|«« npagne sie beäugent und stecken, e und gegezwar abgelnttseer Lebegeqi gar n die Selbstwunhier- > ins »ez. Hart, 1918 n zu über« mel rtu« chen jßten c $>x 5ofj« >errn »g x» Srhrvei;. Die poiniftfHöönmen Studenten. Genf, 13. Dez. Im duzen werk der Entente ist letzten Endes auch die letzte „Affäre" an der hiesigen Universität begründet. Bor einigen Tagen gingen jüdische Studenten zum Profeffor Erernod, um ihn um Stundung der Kollegien gelber zu bitten. Profeffor Eternod lehnte ab und beleidigte noch obendrein die Studenten mit der Bemerkung: „Le Juifs de Pologne sont traitres, ils ont vendu la ßussie." (Die Juden Polens sind Verräter, sie haben Rußland verkauft.) Man kann sich denken, welchen Eindruck diese Worte auf die gesamten jüdischen Studierenden machten. Die Studenten protestierten öffentlich gegen diese Insinuation. Der Senat der Universität beschäftigte sich mit dieser Angelegenheit und bewies den jüdischen Studenten auS Polen vollste Sympathien. Er erklärte die Anklage gegenüber den polnischen Juden für durchaus unbewiesen, Hknd Profeffor Elternod bedauerte sodann die /gebrauchten Worte, denen er jede antisemitische .'Gesinnung absprach. In einer Versammlung wurde beschloffen, keine weiteren Schritte mehr zu unternehmen und sich mit der Resolution des Senates der Universität und der Erklärung des Profeffors zufrieden zu geben. Amerika. HJIKon für Sie Oleidiberedifigung Ser luSen in RuSlanS unS Rumänien- 3t«*-®*»#, 12. Dez. Wie der „Jüdischen Rundschau" mttgeteilt wird, fand in Baltimore anläßlich der Gründungsfeier des jüdischen Ordens Bne- Berith eine Maffenversammlung statt, in der der jüdische Politiker Simon Wulf aus Washington einen Brief des Präsidenten Wilson zur Kenntnis brachte, in dem dieser versichert, er werde in der Stunde des Friedens feinen ganzen Einfluß, als Haupt der Bereinigten St raten dafür einsetzen, daß die Jul . Rußlands und Rumäniens Gleichberechtigung bekommen. In kineK zweiten, ebenfalls von Herrn Wulf mitgeteilten Schreiben des Präsidenten gab dieser die Erklärung ab, er werde keinem neuen Handelsvertrag mit Rußland seine Zustimmung geben, bevor die Gleichberechtigung der Juden in diesem Lande durchgeführt ist. New-Varker öriek. Aew-'N-rk, 1. November. Die bekannte „Hebrew Sheltering and Immigrant Aid Society" hat einen ihrer Leiter, den bekannten Rechtsanwalt Isidor Hershfield nach Russisch-Polen zu entsenden beschloffen, um einerseits dort größere Kenntnis über die Bedingungen der amerikanischen Einwanderung zu verbreiten, andererseits aber eine Organisation zu schaffen, welche die Verbindung zwischen der jüdischen. Bevölkerung in den okkupierten Gebietsteilen mit ihren Verwandten in Amerika Herstellen soll. Es ist dies ein Unternehmen, das durchaus im Jntereffe nicht nur der Notleidenden selbst, sondern auch tu dem der Zentralmächte liegt, denen es ja nur erwünscht sein kann, wenn die Not während des Winters durch Geldsendungen aus Amerika gelindert wird. Die Mission des Herrn Hershfield wirb von den amerikanischen Konsularbehärden weitgehendste Unterstützung finden. Mr. Hershfield ist bekannt als Ehrensekretär des Verbandes der orthodoxen jüdischen Gemeinden in Amerika. Fräulein Therese Dreyfus aus Jerusalem, die hierherqekommen war, um für die von ihr errichteten NotstandSküchen in Palästina Propaganda zu machen, ist es gelungen, daS amerikanisch-jüdische Komitee zu einer regelmäßigen Subvention zu bestimmen. Augenblicklich ist eine Bewegung im Gange, um das System des Religionsunterrichtes, mit dessen Ergebnissen mqn alle Ursache hat, unzufrieden zu sein, auf eine gesündere Grundlage zu stellen. Der Hauptmangel, an dem der Religionsunterricht krankt, ist seine Beschränkung aus einen einzelnen Nachmittag oder aus bestimmte Abendstunden . . Dem soll nun dadurch abgeholfen werden, daß zwar nicht in der Schule — das gestattet die strenge Trennung von Kirche und Staat nicht — wohl aber außerhalb derselben, jedoch während der Unterrichtszeit, Religionsstunden erteilt werden. Es sollen dafür Synagogen oder sonstige Gemeinderäumlichkeiten in dec Nähe der Schulen zur Verfügung gestellt werden. Die ganze Idee geht von christlicher Seite aus und ist an einzelnen Orten auch schon praktisch. erprobt worden. Im Prinzip ist sie jedenfalls mit Freuden zu begrüßen. Personalien. Lüb ck, 5. Dez Eine erhebende Feier war es, die heute am 70. Geburtstage ihres verehrten Herrn Rabbiner Dr. Car leb ach, der zugleich auf eine 45jährige Amtszeit in Lübeck zurückblicken konnte, von der Gemeinde Lübeck zu seinen Ehren veranstaltet wurde. In der festlich erleuchteten Synagoge fand ein I zu Ehren des Jubilars veranstalteter Festgoitesdienst statt, an dem sämtliche Mitglieder der Gemeinde teit- ' nahmen. Im Aufträge der Gemeinde feierte nach Absingung des Psalmes 128 Herr Rabbiner Dr. Emanuet Carlebach-Köln in formvollendeter Rede die Tätigkeit des Jubilars. Mit einem durch Herrn Lehrer G o l d s ch m i d t. Lübeck vorgetragenen, eigens für den Tag verfaßten Mifcheberach schloß die eindrucksvolle Feier. Es reihte sich nunmehr die Gratulationskur | im Hause beö Gefeierten an, hier hatte schon am Vormittag der Senat ein in ehrenden Worten die Verdienste des Jubilars um Stadt und Gemeinde feierndes Schreiben durch eine offizielle Deputation überreichen lasten. Es sprach jetzt im Aufträge des Vorstandes der Gemeinde der Vorsteher Herr Eduard Joel, der dem Rabbiner für seine segensreiche Tätigkeit herzlichst dankte und als sichtbares Zeichen der Anerkennung eine Urkunde über eine Rabbiner Dr. Salomon Carlebach-Stiftung von 8000 Mark überreichte, über die derselbe nach se nem Guldunkin verfügen möge. Adressen überreichten weiter der Asylverein Lübeck durch seinen Vorsitzenden, Herrn Rechtsanwalt Meyer, die Chewrahkadischa usw. Bei der anschließenden Festtafel gratulierten für die „Freie Bereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums" Herr Rabbiner H o r o w i tz aus Jerusalen», zur Zeit in Frankfurt a. M., für das Rabbinerseminar und für den gesetzestreuen Rabbinerverband Herr Rabbiner Dr. Hildesheimer . Beilin, für die „Agudas Jisroel" Herr Rabbiner Dr. Neuhans-Ostrowo, für den großen Freundeskreis Herr Bankier Wolfs- Hamburg. Das Mahl wurde gewürzt durch herrliche Tyoraworte, insbesondere durch die Enkelkinder des Gefeierten aus Köln. Hunderte Depeschen und Briefe liefen ein aus allen Teilen des Vaterlandes u. a. vom Hilfsoerein der deutschen Juden, vom Lehrerseminar Köln, von der Höheren Jsr. Schule zu Leipzig und uvn vielen Gemeinden. Die Familie Carlebach selber begründete eine Familienstistung zu Ehren deS Jubilars mit alljährlichem Familientag. Frankfurt a. M., 1l. Dez. Raphael Rosenberg, Einjährig Freiwilliger beim 2. Garde-Regiment zu Fuß, erhielt das Eiserne Kreuz. Braunst» ch sWürttembergs, 14. Dez. Israel Wollenberger, Sohn des Herrn JnliuS Wollenberaer zu Braunsbach, erhielt die Bayrische Verdienstmedaille für Tapferkeit und Treue. Jmhhitigc», 13. Dez. Herr Lehrer Bernhard Heu mann von hier wurde zum Offizier befördert. Laugenfchwalbach, 14 Dez. In seltener körperlicher und geistiger Rüstigkeit begingen Montag, den 28. Nov., Herr Abraham Ro os und Frau dahier das Fest der goldenen Hochzeit. Herr Stadl- und Bezirksrabbiner Dr. Kob r, Wiesbaden, überreichte die vom Kaiser verliehene Jubiläumsmedaille. Trenchtlingen, 13. Dez. In der Freitag Nacht wurde unser 3. Kullusvorstand, Herr Simon Mayer, infolge eines Schlaganfaüs feiner irdischen Laufbahn entrissen. Familie und Gemeinde haben durch den Heimgang dieses -itp't einen schweren, ja unersetzlichen Verlust erlitten. Gehörte doch der Entschlafene zu den WjS, zu den Männern, die treu zur alten Fahne halten und vor keinem Opfer zurückschrecken. In diesem Sinne erzog er im Verein mit seiner edlen Gattin seine Kinder und machte fein Haus zu einem »*m So waltete er nach den Prinzipien jrmp 7tp seines Amtes als 2. Borstand und Kassier der Nultußgemeinde und war stets ein Förderer aller Bestrebungen des orthodoxen Judentums. Die Beerdigung fand unter sehr großer Beteiligung von Nah und Fern am Montag, 20. v. Mts., statt. Am Grabe hielten Herr Distriktsrabbiner Dr.' Kohn, Ansbach und Herr Hauptlehrer F u l d e r ergreifende Trauerreden. n*33ixi. » * j Vorigen Sonntag wurde der älteste Sohn des Verstorbenen, Herr Sicgfr. Mayer, z.Z. stellvertretender FelbmagazinS-Jnspektor, mit großer Majorität zum 2. Kultusvorftand und Kassier gewählt und hat der Entschlafene so einen würdigen Nachfolger erhalten. E. Anhausen, 13. Dez. Eine brave, fromme Frau wurde hier zu Grabe ge.ragen, deren Ableben eine tiefe Wunde, ritz. Frau Fanni Kaufmann, geb. Löwenstein hat im 61 Lebensjahr das Zeitliche gesegnet. Cie führte ein echt jüdisches HauS, worin v'pvi rrp*TSt in würdiger Weife betätigt wurden. Durch ihren Edelmut und ihre Güte hatte sie sich viele Freunde unter allen Konfession n erworben, weshalb ihr Hin« scheiden in allen Schichten der Bevölkerung tief betrauert wird Zwei ihrer Söhne und drei Schwiegersöhne stehen im Felde. An der Bahre schilderten Lehrer P o l l a k aus Tübingen als Hausfreund und Lehrer Lahm aus Oehringen als Verwandter ihre gottergebene Lebensführung. n'2tUr>. Ber »n, 3). Nov. Der ob seiner hohen Verdienste um die jüdischen Soldaten an der Westfront bekannte tldrabbiner Dr. Emil Levy erhielt das Hessische anitätskreuz. Berlin, 9. Dez. Ein Jüdisch-deutsches Wörterbuch mit Berücksichtigung der viel gebrauchten hebräischen, polnischen und russi scheu Wörter wird der Geheime Konfistorialrat Professor Dr. Hermann L. S t r a ck in Berlin herauSgeben. DaS Jüdisch- Deutsche oder Jiddische, von mehr als sechs Millionen Menschen in Polen und trn westlichen Rußland gesprochen, hat seit dem siebzehnten Jahrhundert eine beachtenswerte Literatur entwickelt. Mit großer Mühe hat Prof. Strack den Wortschatz aus Büchern und Zeitungen gesammelt. Berlin, 14. Dez. Eine vollständige Zusammenstellung aller jüdischest Kriegsschriften, kderen eine sehr große Anzahl veröffentlicht wurden, plant die Buchhandlung Louis Lamm, Berlin, zu veröffentlichen. Die Buchhandlung bittet alle Rabbiner, Gemeinden und Vereine ihre auf den Krieg bezüglichen Druckschriften in je einem Exemplar zu überlaffen. Heilbronn, 14. Dez. Die in hiesiger israelitischen Gemeinde erfolgte Sammlung zu Gunsten unserer notleidenden Glaubensgenossen in den von unseren tapferen Truppen besetzten Gebieten Rußlands ergab die stattliche Summe von über 0000 M. Karlsruhe, 5. Dezember. Die soeben erschienene Stummer des Verordnungsblattes des großherzogl. Oberrates der Israeliten enthält die Kassenabschlüsse für das Jahr 1914. Hiernach konnte der badische Oberrat trotz Kriegszeit mit einem sehr erheblichen Ueberschusse wirtschaften. Die Zentralkaffe legte 23000 .ff., de. Religionsschul- und Pensionsfond etwa 27 000 Jh und der Fond für soziale Zwecke 32000 Ah zurück, int Ganzen also über 70 000 M. Bermö.ten«- Vermehrung. Hoffentlich findet die Synode für diese Rücklagen bald günstige, das religiöse Leben fördernde Verwendung. Außerdem enthält die 2drmnter einige Mitteilungen über Seelsorge an israelitischen Kriegsgefangenen, einen Bericht von Feldrabbiner Dr. L e w i n und über die Genecalver- »ammlung des Friedrich-Luisen-Hospitzes. ölhause», 3. Dez. Ein Freund unseres Blatte» nacht uns auf folgendes Inserat in schweizerischen Leitungen aufmerksam: Für Schweizer Aerzte! „Für die innere Abteilung des Deutschen Hospitals in London wird ein Assistenzarzt gesucht. Besondere Vorkenntnisse nicht nötig. Vorzügliche Gelegenheit zur weiteren Ausbildung. Reichhaltiges Material. Alle Sektionen, pathologische Arbeiten, Wassermann, Bidal usw. werben im Institut vorgenommen. In der ausgedehnten Poliklinik selbständige Tätigkeit. Englische Sprachkenntnisse nicht unbedingt nötig. Moderne Zweizimmerwohnung und beste Verpflegung. Gehalt 108 Shilling. Chefarzt Dr. ParkeS Weber, Assistenzarzt Dr. HanS Schmidt, früher wissenschaftlicher Assistent imListerInstitut. Die Stelle ist nur frei wegenMangelsan de u Ischen Aerzte n christlicher Abstammung. Antritt mög. lichst bald. Reisekosten können nicht vergütet werden. Meid, an die Abteilung Steüenuerm. des AerzieverbandeS. Leipzig, Dufourftr. 18." Wie aber wäre es mit einem deutschen Arzte nicht- H - I fl . I i Otti.il 4* Briefkasten. „Liebesgaben" Ihre Ausführungen eignen sich aus sehr naheliegenden Gründen, die hier nicht erörtert werden können, nicht zur Veröffentlichung Das Manuskript erhalten Sie bei Angabe der Adresse zurück. Nr. 100. „Lehmannsche Volksbücherei, im Berlage von I. Kauffmamr, Frankfurt tt.JBt. L. F. in T. 1. Man kann die Zeitung zur Zeit von dort nicht beziehen. 2. Etwa 30,000. I G. Den in der Sexta der Realschule der JSr. Rel.-Ges. gesammelten Betrag von M. 8.13 erhalten und dem Zwecke Angeführt.

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