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Der Israelit · 1915-12-16 · Heft 52 (16.12.1915) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 52 (16.12.1915)
Date
1915-12-16
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1 ■JE"—»l> »J» JW , l»' W- "W", 9 JUjMM» MPWWWV»M«Uj».:: «fett« 4 No. 52 liebenden Gedenkens gewidmet'). Kraftvoll, wie ..« dM,MMrl^eL?,7Wumoch7rMn^ depr-rV-orberÄrftte »k?« MlvlckwÄhvenDrertzvn ekSSe i aknd;Wüsp Kl« se 'NsrWDMMWjeWE^sijckMMe^ &* - sympathrsch an, daß trt der E:nle:tung zwar kein Hehl aus der Freude darüber gemacht wird, daß Sender sich als Jude im Heere so bewährt hat, im übrigen über gänzlich darauf verzichtet wird, aus dieser Tatsache Kapital für Mwehr zwecke zu schlagen. Cs soll im Büchlein das Bild nicht nur eines Helden, sondern auch eines liebenswürdigen Menschen festgehalten werden, was durch die abgedruckten Feldpostbriefe Senders am besten erreicht wird. Das vierte Heft der „B lau-W ei ß-B lütter"') ist als Chanuckahgabe für jüdische Krieger gedacht. Es enthält eine reiche Auswahl von Aufsätzen, Gedichten und Schilderungen, darunter auch solchen, die nicht durch zu stark ausgetragene Parteifarbe die Lesefreude verderben. Eine ebenso sinnige, wie nützliche Gabe fürs Feld bedeutet der vom bekannten volkstümlichen Anton Fendrich herausgegebene, mit vielen guten Bildern geschmückte „Kriegs- und Friede ns kalender"^). Mit dem Namen Max Bosch bezeichnet Fendrich einer: wackeren deutschen Feldgrauen, von dem er lauter gute, treuherzige, oft sogar ganz „barbarische" Stücklein zu erzählen weiß. Außer dem Kalendarium und dem erwähnten belletristischen Teile finden wir noch viel Nützliches und Lesenswertes. Ein jüdischer Kalender in dieser Art und Ausstattung^ zu einem gleich billigen Preise, für jüdische Krieger bestimmt, würde einem Wo« ßen Bedürfnisse entgegenkommen. Den gewiß nicht alltäglichen Namen ,,Morija und Go l g a t h a"5 j trägt eine Schrift, in der Binjamin Segel auf 24 Seiten die Größe und Reinheit der Opferung auf dem Morijaberg hervorhebt, im Vergleiche zu den unüberwindlichen Schwierigkeiten und unbesteigbacen Höhen, die die GolgathageWchte dem Gewissen des .Juden bietet. Für uns rennt die Schrift offene Türen ein, für die Apologetik in der Bibelexcgese dürfte , sie aber wegen ihrer Sachlichkeit uno Klarheit der Beweisführung nicht ohne Bedeutung sein. Im Schlußkapitel gibt der Verfasser eine Zusammenstellung der agadisch^n Berichte über den Tod Moses nicht ohne poetischen Schwung wieder. (Schluß folgt.) -) „Leutnant Sender", Blätter der Erinnerung für seine Freunde. Von Dr. M. Spanier. Verlag M. Glogau jur., Hamburg. 31 „Monatsschrift für jüdische Jugendwandtrer", Berlin N.W. 4) „Kriegs- und Friedenskalender für den deutschen Feldsoldäten, Bürger und Landmann auf das Der JSraeltt. Vermißte Wische Kamillen. XXXVIII. Es sucht: Es werden gesucht: B. Schneie», Savannah s. Bater: Atter Schneier (Amerika)4tt»,W.Gaston. aus Iazlowice b. Buczarz (Galizien.) Meldungen nimmt auch die Expedition des „Israelit" entgegen. Lorrespondenzen und Aachrichten Keutsttzes Ketctz. fiusjahlung des fllenagegeldes an jüdifdie ttlannfdiaften ln Bayern. Krauüfurl a. W, 12. Dezember. Im Einklang mit den bei den Heereskontigenten der übrigen Bundesstaaten geltenden Bestimmungen hat nunmehr auch das bayrische Kriegsministertum auf Antrag der bayrischen Rabbiner-Konferenz folgende Verfügung unter dem 5. Dezember (Nr. 106 774) erlassen: Es ist nichts dagegen zu erinnern, daß einzelne Mannschaften israelitischen Bekenntnisses, auf Antrag unter Berufung auf die Religionsgesetze — soweit es die dienstlichen Verhältnisse nach dem Ermessen des Truppenkommandeurs gestatten — von der Teilnahme an den gemeinsamen Speiseeinrichtungen entbunden werden. Der Antragsteller hat jedoch glaubwürdig nachzuweisen, daß er auch vor seinem Dienstantritt nach den religiösen Speisegesetzen gelebt hat. Wenn es die örtlichen Verhältnisse erlauben und Unzuträglichkeiten daraus nicht entstehen, kann solchen Mannschaften auch gestattet werden, sich rituell zuberettete Speisen in die Kaserne zusenden zu lassen. Die Höhe der Geldabfindung zur Selbstbeköstigung richtet sich nach Z,ff. 3 des K. M. E. vom 21. 10. 1915 Nr. 99063 — V.Bl. S. 962/963 —. Jahr 1916". Preis 40 Pfennig, Sanunlerausgaüe 1 Mark. Stuttgart, Franckh'sche Berlagsh mdliing. „Morija und Golgatha", von Binjamin Segel. Verlag von 91. Poppelauer, Berlin C. __IS. Dezember 1915 Die * Deulfch - Israelisch - Osraanifdie Union." Auf Einladung Einers' Mößürn''W^Äuer Kreises fand Sonntags! Leii 'M.'DWWc''jld15 im „Bruderverein" zu Berlin eine Besprechung statt, welche Teilnehmer aus allen Gegenden Deutschlands vereinigte. Die Veranlassung zu der Konferenz hatten die Verhandlungen gegeben, die gelegentlich der Uebergabe der Spende des jüdischen Hilfskomitees „Roter Halbmond" mit der türkischen Regierung stattgesunden und zur Gründung einer „Osmanisch- Jsraelitischen Union" in Konstantinopel geführt haben. Der neue bedeutsame Gedanke, zwischen den Juden und Osmanen innigere Beziehungen zu schaffen, die einerseits für die Türkei vorteilhaft wären, andererseits der Besserung der Lage unserer osteuropäischen Glaubensgenossen dienlich sein könnten, hat in zahlreichen jüdischen Gemeinden Deutschlands ein äußerst lebhaftes Echo geweckt. Gegen 300 im Vordergründe des öffentlichen Lebens! stehende jüdische Persönlichkeiten beteiligten sich cm der Konferenz, darunter die Vertreter zahlreicher B.B.-Logen. Ueber hundert zustrmmende Zuschriften und lAnerbiettmgen zur Mitarbeit trafen außerdem aus den verschiedensten deutschen Städten ein. Die Konferenz wurde durch Kommerzienrat Gerfon Simon eröffnet und geleitet. In seiner Ansprache führte Kommerzienrat Simon ausdaß die Ereignisse des Weltkrieges die Juden vor eine neue Situation stellen. Einerseits ist die den Juden seit jeher sympathische Türkei durch das Bündnis mit Deutschland uns' nun auch als Deutschen besonders nahe gerückt. Andererseits wird, infolge der Besetzung von Russisch-Polen und L'ttrauen durch die Zentralutächte, die vUüdW? Frage zu einer Frage der deutschen Judenheit uno des Deutschien Reiches'. Zwischen diesen neuen Tatsachen können gewisse ersprießliche Zusammenhänge geschaffen werden. Die Verwirklichung dieses GedankenA hat das jüdische Hi l s Akomrtee „Roter Halbmond" angebahnt. Durch seine Sammlungen zu Gunsten der tückd scher: Armee, die über 120 000 Mark ergeben Haien, erbrachte es einen sehr bemerkenswerte?! Beweis der besonderen Sympathie der deutschen Judenheit für die Osmanen. Der Vertreter des Komitees, Dr. Mfred Nossig, hatte dann in Konstantinopel Gelegenheit, festzustellen, daß diese Sympathien von den türkischen Regierungs- Weisen erwidert werden, und daß die Türkei geneig.'. sei, sich für die Sache der osteuropäischen Jnven einzusetzen. Im weiteren Verlause rief das Komitee „Roter Halbmond" daA „Zentral- Hilsskomitee" ins Leben, welches einen Italien: »7112p v'17 »2 (fiel ab und schloß sich Fremden an.) Das befreite Polen: b22iii ^22 f*p »jiytPU D’jDtf (Das Elend hat ein Ende, mir ist geholfen.) Türket: Pp2 vro Tioip 71112 (einrennen die Dardanellen) .17121W HHK31 Pp 10*3 1*? .171'.131 (sie wurden ihm zur Falle, die seinen Stolz brach.) Galizien: littpj dw (Es strömten die Kosaken ins Land) inrrvi '121 istiei (zerstörtenund schändeten.) Lhanukah im Zelde. Tief in der Erde ein Unterstand. Da drinnen ein Funkeln und Leuchten,— Der Posten im Graben steht wie gebannt. Schaut, ob die Augen nicht täuschten. Ob in dem sonst so düsteren Raum Ein Engel viel Lichtlein entzündet Und den schlafenden Kriegern im Trauni Den Frieden der Menschheit verkündet. Einer der wacht. Und sieht nur die acht Lichtlein auf schlichtem Gestelle Die ihm in finsterer Kriegesnacht Ltchtglanz spenden und Helle. Einer der wacht. Und sinnt und singt An dem oft gar lichtlosen Orte, Daß es leise durch Hütte und Graben dringt — Seltsame Weisen und Worte .... Tief in der Erde ein Unterstand, Dadrinnen ein Leuchten und Funkeln — Der Posten im Graben steht wie gebannt Und schreitet weiter im Dunkeln .... Unteroffizier K. D. Begrüßung des österreichischen Thronfolgers durch eine jüdische Maffendeputation. Nachstehende interessante Schilderung entnimmt die „Oesterrenyssche Wochenschrift" dem Feldpostbriefe eines jüdischen Hauptmanns von der wolhvnischeu Front: „Der gestrige Tag wird uns unvergeßlich bleilin, örad>te er uns ja den Besuch unseres Thronfolgers. Daß fijchl der hohe Gast durch sein Auftreten alle Herzen im Fluge erobert hat, brau he ich nicht erst hervorzuheben. Aeußerst sympathisch und lieb als Mensch schön uno mild, findet er für jeden ein gutes Wort. Zunächst vollzog sich vor der ausgerichtet in Front der militärische Teil der Feier. Mtr war es als Amateurphotographen gegönnt, die ganze Zeit über in der Nähe des Thronfolgers zu. verweilen. Nach der offiziellen Begrüßung wurde die Truppe eingkbend besichtigt, sämtliche Offiziere und die dekorierte Mannschaft mit Ansprachen beehrt, Io0raus der Thronfolger persönlich einer Reihe von Soldaten die Auszeichnungen an die Brust heftete. Am Eingang des Städtchens war eine Trlumphpsorte errichtet und neben derselben erwartete die gesamte jüdische Bevölkerung des russischen Städtchens B. den Thronfolger, um chm ihre Huldigung darzudringen. Beiderseits der Straße war ein dichtes Spalier gebildet. Links standen die festlick gekleideten Mädchen, die ersten zwei hielten ein oüoßes. mü Reisig bekränztes Kaiserbild in Händen. Rechts stand die Vertretung der jüdischen Gemeinde, die angesehensten jüdischen Bürger verschiedenen Alters. Einer hielt ein silbernes Tablett mit Salz und Brat, daneben befand sich ein Baldachin, unter dem Vorsteher und Rabbiner, mit dem Tallis unrhüllt, die Thora trugen. Hinter der Repräsentanz hatte sich die ganze Kehilla, an 900 Köpfe, versammelt, alles schön geordnet und im Sabvathgewand. Scheinbar wußte der Thronfolger nichts von dieser Huldigung, denn das Auto hielt erst im letzten Augenblick. 9inu traten die Nettesten vor, reichten dem hohen Gast Salz und Brot als Willkommengruß, der Rabbiner sprach einen Segensspruch, ein anderer Herr einige Bcgrützungsworte, die der Thronfolger in herzlicher Weise beantwottete, woraus er sich mit den Mitgliedern der Deputation leutseligst unterhielt. Dann wandte er sich zu den Mädchen, nahm von denselben eine Huldigungsadresse entgegen, bedankte sich ebenso herzlich und setzte dann unter brausenden Hochrufen der Versammelten die Fährt fort. Die Huldigung trug einen echtjüdischen Charakter und machte auch auf die vielen Offiziere, die dieser spontanen Kundgebung beiwohnten, einen ausgezeichneten Eindruck..." x..ij

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