Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 55 (1915)
- Issue
- Heft 50 (2.12.1915)
- Date
- 1915-12-02
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8. No. 50 »Der Israelit." 2. Dezember 1915 Gemeinde in ihrem Wohnorte Pankow, deren zahlreiche Zöglinge auch an der Beisetzung der Verschiedenen leilnahmen und an ihrer Bahre mittrauerten. Ebenso hat die Verblichene ihr Wohlwollen dem Israelitischen Krankenheime zu Berlin bewiesen, woselbst viele Patienten auf ihre Kosten verpflegt wurden. Die Heimgegangene pflegte stets in ihrem Hause jüdische Gesinnung und in solchem Geiste hat sie auch ihre Kinder erzogen rosan. Hannover, 27. Nov. Dem Unteroffizier Erich Schapira, kommandiert zum General-Kommando deS XII. Referve-ArmeekorpS, wurde von S. Majestät dem König von Sachsen die Friedrich August-Medaille in Silber verliehen. Das Eiserne Kreuz erhielt derselbe bereits im September 1914. Wenkheim, 23. Nov. Am 18 November starb Frau Sara Grünebaum. Sie zeichnete sich durch Frömmigkeit und Edelsinn aus und war stolz auf ihre Kinder, die in gleichen Wegen wandeln und von denen der älteste Sohn feit Kriegsausbruch im Felde steht. Am Grabe schilderte der Lehrer der Gemeinde in bewegten Worten den Verlust, den Gatte, Kinder und Gemeinde erlitten haben, msün. Reichensachsen, 24. Nov. Dem Assistenzarzt im Königsulanenregiment Nr. 13, Dr. Moritz Bachrach Sohn des Herrn Lehrers Bachrach, ist der Oldenburgische Friedrich-August-Orden verliehen worden. Wisnicz, 17. Nov. Eine fromme, brave Frau wurde hier zu Grabe getragen, deren Ableben einen tiefen Ritz in unsere Gemeinde schlägt. Frau Hadafia Schächter hatte ein Alter von nur 53 Jahren erreicht, aber ihr kurzes Leben zu einer dauernden Kette von v'vvi nrco gemacht. Sie übte np^X im Kleinen und Stillen, half durch Darlehen wankenden Existenzen auf, und nicht elten folgte einem mühevollen Tage rastloser Erwerbstütigkeit eine in einem Krankenziwer durchwachte Nacht. Die Teilnahme an der r.L» -n Trauer des Gatten und der Kinder ist allgemein u ch der Heimgegangenen wird ein ehrendes Andenken berührt bleiben, rraiön. Wehrda (Kr Hünfetd), 28. Nov. Herrn Lehrer S. Oppenheim hier, der den gesamten Unterricht an der evang. Schule in Wetzlar erteilt, ist jetzt auch die Leitung der hiesigen ländlichen Fortbildungsschule übertragen worden. Die hiesige jüdische Volksschule ist für Hie Zkriegsdauer aufgehoben. Stendal, 18. Nov. Im hiesigen Lager befand sich der Kriegsgefangene Alfons N a k i n o w i t s ch aus Paris, deffen Vater Russe, Mutter Deutsche und er selbst Franzose war. Eine tückische Krankheit hat ihn dahingeraflt und heute wurde der Dahingeschiedene bestattet. Beim Kommando französischer Kameraden, die dem Toten das letzte Geleit gaben, befand sich auch ein katholischer Geistlicher, der die Erlaubnis erbat und erhielt, am Grabe sprechen zu dürfen. Außerdem hielt Herr Rabbiner Dr. Jacob us, Magdeburg eine ergreifende Trauerrede. Vermischtes. Leipzig, 5. No -. Im Mittelpunkt der gestern im »Mauen Saal" des Kristaüpalastes abgehaltenen MitgliederversammlungderJsrael irischen Religionsgemetnde stand neben der Erledigung einiger geschäftlicher Angelegenheiten ein Vortrag des ZahnarztsEhrmann über„Jüd ischesGemeindelebe n". In historischer Darlegung entwickelte der Redner den mit festen Normen ausgestatteten Beariff der jüdischen Gemeinde, die eine in der Regelung ihrer internen Angelegenheit vollständig autonomeReligionsgememschaft darstellt. Im Anschluß an eine eingehende Erörterung dieser Hauptpflichten der jüdischen Gemeinde schilderte der Vortragende die verschiedenen Wandlungen, die in ihrer Stellung zum Staate die israelitische Religionsgemeinschaft in den einzelnen Phasen geschichtlicher Entwicklung durchmachen mutzte, und kam ferner auf die mannigfache Probleme zu sprechen, deren Lösung die jeweiligen Zeitverhäituifie erforderten. Mit einem Ausblick aus das.Wesen des jüdischen Gemeindebegriffes in Sachsen, wo die Autonomie der Gemeinde nach den Forderungen des jüdischen Gesetzes anerkannt ist und sich der Einfluß des Staates lediglich auf die Regelung der äußeren Form beschränkt, schloß üer Redner seine interefianten Ausführungen, denen lebhafter Beifall gezollt wurde. Basel, 26. Nov. Das schweizerische Erez-Jisroel- Komiiee hielt in Basel am 14. November eine Versammlung ab. Im verflossenen Jahre wurden in 3 Raten Frs. 8070 nach Jerusalem gesandt. Die Herbst- Sammlung ergab bisher ca. 6000 Frs. (2200 Frs. aus Basel 1700 Frs. aus Zürich, 88) Frs. aus St. Gallen und 2St Frs. aus Luzern), wovon 3350 bereits durch das Bankhaus Droyphus Söhne an den amerikanischen Botschafter in Konstaminopel, Herrn I. Morgenlhan zur Weite, beförderung nach Jerusalem abgegangen sind. Basel, 20. Nov. Die beiden hiesigen Jugend- Vereine, Schomre Thora-Jünglings-Verein und Agudas Jtsroel, Frauen- und Mädchengruppen haben auch diesen Winter eine lebhafte Tätigkeit entfaltet. Der Jünglings-Verein hält zwei wöchentliche Versammlungen ab, die von Herrn Rabbiner Dr. Cohn geleitet werden. Circa 30 junge Leute nehmen daran Teil, deren Eifer sich durch eigene Vorträge und die Teilnahme an den Diskussionen bekundet. Die Agudas Jisroel Frauen- und Mädchengruppe versammelt sich an jedem zweiten Sonntag in dem von der Loge in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellten Logen- Logenheim zu belehrenden jüdischen Vorträge. Es nehmen an den Zusammenkünften 70—80 Frauen und Mädchen Teil. Ein hebräischer Sprachkurs, geleitet von Herrn Stud. David Kahn, wird von 10 Damen benutzt. Zum Chanuka-Feft hat die Agudas Jisroel Frauen- und Mädchengruppe an alle Basler Juden, die im Felde stehen, deren Zahl sich auf 40—50 beläuft. Liebesgaben gesendet, die den mit Aufgebot aller ihrer Kräfte ihr Vaterland verteidigenden Männern, die ein Zeichen sein soll, daß in der Heimat ihrer liebeooll gedacht wird. Rakel (Netze), 27. Nov. Infolge der Einführung der fleischlosen Tage sollte hier der Wochenmarkt von Freitag auf Sonnabend verlegt werden, was natürlich für die zahlreichen jüdischen Geschäftsleute, die treu an der jüdischen Lehre festhalten, in dem ohnehin schweren wirtschaftlichen Kampfe der Zeit geradezu ruinös gewesen wäre. Den eifrigen Bemühungen des Herrn Gemeindevorstehers und Magistraismitgliedes Jtzig und des Heirn Baer ist es nun glücklicherweise gelungen, die Gefahr abzuwenden und durch ihre überzeugenden Darlegungen zu erreichen, daß die Wochen- MNi klage aus Montag und Donnerstag gelegt wurden. WA Siicherschau. 'DD Sr '22 rjcr 71'2. s*m mn;nm D"ivn mrcs nnexon bs ibcs: c nnnna per5? -nj> -pix nv memroi ntnni x’pjm rtö^tp rso nö2n k?t ,nopc2 .*T pp2'^> ppttnpn mew Berlin, Verlag »Hausfreund". Für diejenigen, welche die ersten Bände dieses Werkes auf ,12'ü v°v und rwn trän kennen, bedarf dieser dritte Band, der soeben die Presse verlaffen hat, nur der Ankündigung ohne jede weitere Empfehlung. Er unterscheidet sich von seinen beiden Vorgängern äußerlich nur. durch seinen größeren Umfang, der 640 Seiten umfaßt. Die innere Gediegenheit erfährt aus jedem neuen Bande eine Steigerung, die für die Wahrheit des Wertes unserer Weisen Zeugnis ablegr: \vby flBsiru sinn s'i'pws> jpr bs rmypr... In seiner großen Bescheidenheit nennt der Verfasier seine Leistung ncsn sSi Wer sich jedoch in den Inhalt des originellen Werkes verliest, wird dieser Selbstelnschätzung kaum zusttmmen. Selbst in der Sammluna, Zusammenstellung und Gruppierung des weilschichtigen Stoffes bekundet sich eine Meisterschaft, die dem aufmerksamen Beobachter rückhaltlose Anerkennung abringt. Die ganze Anlage des großzügigen Werks zeichnet sich trotz des großen Reichtums der talmudischen Literatur durch ihre originelle Behandlung des Gegenstandes in einer Weise aus, die es zu einer ganz eigenartigen literarischen Erscheinung macht. Wer mit dem Talmudstudium auch nur einigermaßen vertraut ist, weiß, daß man keinen Teil des Talmud sich aneignen kann,' ohne fortwährend auf die Parallelstellen Rücksicht zu nehmen, auf die überall durch Zitate in den Randglossen und den Erklärern hingewiesen ist. Nicht jeder hat diese Stellen immer zur Hand und selbst diejenigen, welche sie besitzen, unterziehen sich oft nicht -er Mühe des Nachschlagens, die doch für das Verständnis unerläßlich ist. Im Besitz dieses Buches har man jedoch alles Erforderliche damit zur Hand, daß man alles, was zur Sache gehört, ersehen kann, ohne durch langes Nachschlagen Zeit und Mühe hingeben zu müffen. Diese mittelbare Förderung des Studiums wird noch dadurch erhöht, daß auch die Jorschungsresultate der spätesten o'Zlinu ausgenommen und mit dem Ganzen kunstvoll verflochten sind. Von der reichen Fülle deffen, was der Verfasser zu dieser Zusammenstellung aus Eigenem hinzugefügt hat, sei hier nur auf die zahlreichen schwierigen Worterklärungen verwiesen, denen man fast aus jeder Seite begegnet. Besonders gilt dies von denjenigen Worten, die aus dem Griechischen und Lateinischen in das talmudische Sprach-Jdtom übergegangen sind. Als Beweis für die Sorgfa t des Verfassers, ein lückenloses Ganzes zu bieten, sei hier nur ein einziger Zug erwähnt. Bei dem pan ',i'-Gebet am Ende jedes Talmud-Traktats ist in unseren Talmud - Ausgaben durch eine Randbemerkung auf eine treffliche Erklärung dieses Gebets in den rc'vin mirn und in dem nvo B”nn von einem Bruder des :joeö frmo verwiesen. Diese Erklärungen sind trotz ihrer Vortrefflichkeit Vielen nicht bekannt, weil sie die betreffenden anec nicht besitzen. Sie finden sich hier in ihrem ganzen Wor laute am Ende des Buches Zur vollen Würdigung der vielfachen Vorzüge dieses Werkes, sei aus das Buch selber verwiesen. Der Verfasser, der am heutigen Chanuckaseste das 70. Lebensjahr antritt, hat mit der Veröffentlichung dieses Werkes seinen Geburtstag in einer Weise gefeiert, die ihm die dankbare Anerkennung aller Freunde der Thora sicherte. Möge ihm die jugendliche geistige Frische, die dieses Lebenswerk atmet, noch ungezählte, ungetrübte Jahre erhalten bleiben und es uns vergönnt sein, noch recht oft die Früchte seiner emsigen, geistvollen Feder zu genießen. Vriestasten. S. H. in M. Wir sind leider nicht in der Lage Ihren Wunsch zu erfüllen. E. B. in ftfr. Die „Chanuckahgeschichte" eignet sich für uns nicht. Bei näherer Angabe Ihrer Adreffe erhalten Sie das Manuskript zurück. R. Se. in B. R. Es fehlt uns leider am statistischen Material, um Ihnen die gewünschte Auskunft zu geben. S. Kr. B. Wir sind zur Zeit mit belletristischen Beiträgen reichlich versehen. Besten Dank. S. A. in D. Das Buch ist in der »Jüdischen Literarischen Gesellschaft", Frankfurt a. M., erschienen und in den hiesigen jüdischen Buchhandlungen zu haven. Unteroffizier D. im W^rthelager. Die Berechnung ist sehr interessant, aber zur Veröffentlichung nicht geeignet. rur den Inseratenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere ist es ausschliesslich Sache der Leser, die im Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben religionsgesetzlichen Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen, Detail- Reisender. Manufakturist f. eingeführte Kundschaft in klein. Stadt gesucht. v"'i u. geschloff. Offerten unter I. N. 11220 an die Expeditton ds. Blattes. 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Hirsch, Herrengarderobe-GeschSst, «ad Mergentheim. (8866 aül B$C