Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 55 (1915)
- Issue
- Heft 50 (2.12.1915)
- Date
- 1915-12-02
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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2 Dezember 1915. verein der Deutschen Juden Berlin." stellt uns ein Schreiben aus Grajeivo zu, das eine Illustration unserer 'Ausführungen im Leitartikel der Nummer 47 über die „Dringenden Gegen- Wartsaufgaben in Polen" enthält. Das Schreiben besagt u. a.: „Nun sind wir in große, fürchterliche Verlegen-' heit geraten. Unsere Mittel sind bis auf den letzten Pfennig verbraucht, aber die Armen und Notleidenden, die wir letztens unterstützt, hoffen von uns weitere Unterstützung zu erhalten. Sie werden wieder zu uns kommen und uns bitten, ihren junger zu stillen; wie können wir sie da mit leeren Händen fortgehen lassen! Wie sollen wir ihnen klar machen, das; sie sich in ihrer Hoffnung getäuscht haben! Wie sollen wir es mitansehen, wie unsere Schwestern und Brüder vor Hunger zu Grunde gehen! Obwohl wir wissen, daß nur Gott allein diesen Unglücklichen ganz helfen kann, sind wir momentan gezwungen, nochmals Ihnen den Notschrei dieser Verunglückten, Verwitweten und Verwaisten, die dem Hunger und der Kälte ausgesetzt sind, vorzutragen. Gutherzige Brüder, erbarmt Euch, schafft rasche Hilfe! Dre deutschen Juden haben von jeher, wenn die russischen in Not geraten waren, Hilfe gebräche und haken viele Tausende gerettet. Umsomehr hoffen wir jetzt auf Ihre Hilfe, wo wir durch den Krieg total abgeschlossen sind und uns nicht hin, nicht her wendest können. Die früheren großen Unterstützungen des Moskauer Komitees find zu Ende. Z-vistheu ihnen nnd uns liegt die eiserne Wand. Uns bterbk nur übrig, uns an Sie zu wenden, und wir bitten Sre, uns in dieser unermeßlichen Katastrophe, aie über alle russischen Juden und über uns besonders hereingobrochen ist, nicht zu Verlassen, soweit Eure Hände reichen und Helsen können, ehe es zu syät wird. Unsere Hoffnung aus Eure Barmherzigkeit ist stark, der allmächtige, barmherzige Gott soll Euch für Eure Wohltaten ewig belohnen!" Dazu bemerkt noch das „Schntzkomitee für durchreisende. Juden in Königsberg in Pr.": Wir haben enge Fühlung mit dem Grajewoer Komitee und können die große Not nur bestätigen. In Bialystok, Kowno und anderen Städtei; herrschen genau dieselben Zustände. Es ist Pflicht, durch Veröfsentlichungen auf die unermeßliche Katastrophe aufmerksam zu machen nnd Hilfe zu schaffen. Leider sind unsere Mittel zu schwach t um all den notleidenden Orten Hilfe zu bringen.' Nach Grajetvo konnten wir nur 10 Zentner Kleider und 600 Mark senden. Inzwischen ist es noch schlimmer geworden, indem wir Kleider nicht mehr ausführen dürfen und sich überhaupt Schwierigkeiten ergeben, mit all den notleidenden Orten die 'Verbindung aufrecht zu erhalten. Schn-etr* St. Hallen, 28. Nov. Herr Oöerrabbiner A. I. Kuk aus Jaffa, einer der größten Kapazitäten der Jetztzeit, der zur Teilnahme an der Knessijo g'edaulo der Agudas Jisroel nach Europa gekommen und durch den Ausbruch des Krieges an der Rückkehr in seine Gemeinde verhindert, seither in der hiesigen Gemeinde seinen Wohnsitz genommen, hat einem Ruf an die mn 'pinv in London erhalten, und denselben für die Kriegszeit angenommen. Sebald der Frieden wieder hergestellt ist, wird er nach Jaffa zurückkehren. Die zahlreichen Berehrer, die sich der große Mann in der Schweiz erworben, bedauern einerseits sein Scheiden aus unserem Lande aufs Lebhafteste, freuen sich aber andererseits, daß der große Mann einen seiner würpigen Wirkungskreis gefunden, in welchen er nach feinem Herzenswunsch schaffen und sicherlich viel leisten wird. Rußland. Die Regierung unB Sie JuBen. St. Petersburg, 20. November. Der Minister des Innern Chwostoff tritt den Gerüchten entgegen, daß die von seinem Vorgänger Schtscherbatoff den Juden zugestandenen Erweiterungen ihrer Rechte wieder aufgehoben werden sollen. In einem Rundschreiben erklärt Chwostoff, daß unter den gegenwärtigen Umständen nicht der geringste Grund zu derartigen Schritten gegen die Juden bestehe. Anderseits wurde die Ausgabe von jüdischen Blättern für die Dauer des Krieges verboten. In St. Der JSraelit._ Petersburg allein trifft das Verbot acht Blätter und Zeitschriften. England. LonSoner Brief. J. M., London, 15. November. Das Hilfskomitee für die jüdischen Kriegsopfer in Rußland ist nunmehr mit einem Aufrufe an die Oeffentlichkeit getreten. Bis jetzt sind etwa M. 800,000.— eingegangen. In verschiedenen jüdischen Zeitschriften macht Hermann Landausür eine großzügige jüdische Siedlung unter englischem Protektorate in MesopotamienStimmung. Landau geht von der Annahme aus, daß wohl in Bälde Bagdad in den Händen der Engländer sein wird, und so solle in Anlehung an die große orthodoxe jüdische Gemeinde in Bagdad das „jüdische Kronland" ins Leben gerufen werden. — Damit scheint es aber, nach Lage der Dinge, noch keine große Eile zu haben. Dieser Tage feiert Leopold von Rotschild, bekannt unter dem Namen „Mr. Leopold", seinen 70. Geburtstag, er kann wohl als eine der derzeitig populärsten jüdischen Persönlichkeiten Londons bezeichnet werden. Die Zeitungen bringen überschwengliche Artikel über seine große philantrophische Tätigkeit. — Viel beachtet wird der Weckruf Max N ord a u' s an die amerikanische Judenheit, sich in dieser schweren Zeit der europäischen Judenheit in ihrem harten Kampfe gegen die Not und um ihre Bürgerfreiheit anzunehmen. No. 50 Seite 7 Kür de« tteflawetoU tft dte ItetooltUm ulcht -eranrwartttch; insbesondere ist il ausschließlich Zache der Leser, dir i« Nettametett euthatteue» Lmpfehluuge» ritueller Ware« oder ssustlger Au» gäbe« reliyionSgesetzlichen LHarakters auf ihre iuver»Ssss-reit z« briife«. Telegramm-Adresse: Nesop Frankfirtmafo, Telephon: Nr. SS. Amt flsnu. ■\ Spezialhans für Silberwaren Modelliern. Ciselierwerkstätte Lnzarns Posen von. Hoflieferant Frankfurt a. M. Berlin V. Steinweg 12. Unter den Linden 5. Künstlerisch aasgeführte Kaltasgegenst&nrie. Ez Chajim, Tass, Jad, Ner-Tomid, Channkalampen etc. <22,7 Man verlange gratis unJ franco Zusendung meines neuen Musterheftes. das eine reichhaltige Auswahl in allen Preislagen enthält J Familiennachrichlen. 1-armizwoh Feier: Julius, Sohn des Herrn Joses Karpf, Fulda. — Moses, Sohn des Herrn Simon Erlanger jun, Luzern. L e lobte: Hanna Bachrach, Hamburg, I. van Norden, Amsterdam. Personalien. «tzranksurt a. M., SO. Nov. Der Offiziersstellverireier Dr. Felix K a u f f m a n n ist zum Leutnant befördert worden. 3' erlitt, 24. Nov. Am Freitag voriger Woche verschied in Berlin-Pankow nach schwerem Leiden Frau Rosa Garbaty-Rosen thai, die Gattin des in weitesten Kreisen Berlins bekannten Fabrikbesitzers Garbaty-Rosenthal. Die Heimgegangene, die im sechszigsten Lebensalter stand, entsprotz einer guten jüdischen Familie und entwickelte eine rege Tätigkeit auf dem Gebiete der jüdischen und allgemeinen Wohltätigkeit. In ihren letzten Lebensjahren widmete sie ihr besonderes Interesse dem Waisenhause der jüdischen Sabbat'Anfang u. Ausgang ppa ns» * Ti Anfang Datum AuSgang Uöt Min. 1915! 5676 Uhr Mn. 3. 26. I Kraukfurt a. M. 4 — Dez Kirlew S ' 15 Herli« - - - i ~ Müuche« . . 4 05 5! or Stratzburg . . 4 SO e jse Stuttgart. . . 4 80 5 11 Voten . . . - - — RSrubera — — i — 5! 15 Vorteilhaftes Angebot in: Gardinen, Stores, Haibstores, Rollos, Betiecken in allen Arten und Preislagen Taschentücher glatt Leinen nnd Holsanm Madeira, handgestickte nnd Spitzen Taschentücher Filet nnd Klöppelspitzen Einsätze, Drein. Vierecke Fertige Spitzendecken Zusammenstellen von Filet-Arbeiten in geschmackvoller Ausstattung Leibwäsche und Bettwäsche Fra&kfnrter Heimarbeit Deutsches Material Tischwäsche abgesonderte Damast-Gedecke znr Hälfte des heutigen Preises Küchenwäsche Handtücher Spitzentücher, Rüschen, Westen, Schleifen, Kragen Eine Partie achter Brüsseler Artikel David Bonn, Zeit 119/121.