Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 55 (1915)
- Issue
- Heft 47 (11.11.1915)
- Date
- 1915-11-11
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Sette 6 Nr. 47 Der Israelit 11. November ISIS „Das vom Gesandten Mary in Aussicht gestellte Entgegenkommen Rußlands wird uns der größten Sorgen um die Vertragsfrage entheben. Möge es so sein! Die durch die Aufhebung des alten Handelsvertrages entstandenen Mtßstäude werden dadurch endgültig beseitigt werden. Das ganze Land ist auf den neuen Handelsvertrag gespannt. Das Nachgeben Rußlands wird überall mit großer Freude ausgenommen." Zur klongreßfrsge. Wem Kork, 10. Oktober. Am 3. Oktober fand im Hotel Astor eine vom „Independent Order Bene Brith" einberufene Konferenz zur Erörterung der Kongreßfrage statt. An der Beratung nahmen 22 Delegierte jüdischer Organisationen in Amerika teil. Es sollte vor allem eine Einigkeit erzielt werden zwischen der auf dem Kongreßstandpunkt stehenden Majorität der amerikanisch-jüdischen Organisationen und dem „American-Jewish Comitee", das an der Konferenzidee festhält. Die Presse war von den Beratungen ausgeschlossen, und Louis Marschalt, der Präsident des „American- Jewish Comitee", griff diese sehr scharf an, wegen ihrer Stellungnahme zum Krieg und zu den jüdischen Fragen überhvupt. Louis Br and eis trat in einer längeren Rede für die Kongreßidee ein. Die Verhandlungen kamen nicht zum Abschlüsse. Der Presse wurde folgender Bericht zugestellt: „Die Konferenz war einer freien Diskussion über die Vorzüge und die Nachteile eines Kongresses oder einer Konferenz und über die Tunlichkeit beider Pläne gewidmet. Sämtliche Redner waren darin einig, daß die Juden dieses Landes im richtigen Moment mit vereinigten Kräften der in Betracht kommenden Autorität — einer nationalen oder internationalen — die fundamentale Forderung unterbreiten, man möge den Juden gleiche bürgerliche, politische und religöse Rechte in denjenigen Ländern gewähren, wo sie bisher noch nicht im Besitz dieser Rechte sind. Die Konferenz hat einen bestimmten Beschluß nicht gefaßt, und es ist der allgemeine Wunsch der Anwesenden, daß eine zweite Beratung stattfindet. Beim Schluß der Konferenz ist durch Abstimmung festgestellt worden, daß die Verhandlungen bloß bis auf weiteres vertagt werden. Dem Vorsitzenden sicht das Recht zu, die Konferenz zu jeder Zeit wieder einzuberufen." Es scheint, daß die Kongreßidee damit ihren Todesstoß erhalten hat. Man wird ihr keine Tränen nachweinen. Personalien. Kaistrl. Rat Adolf Schrämet s. A. Wien, 9. Nov. Wieder hat die Wiener Kultusgemeinde den Tod eines wackeren und arbeitsfreudigen Mitgliedes des Vorstands- und Vortroterkoüegillms zu betrauern. Kaiserlicher Rat Adolf Schramek ist Dienstag, den 2. November, nach kurzem Leiden im 71. Jahre seines ganz der Arbeit und dem Wohle der Menschheit gewidmeten Lebens gestorben. Er war ein wohlwollender Freund und gütiger Helfer und Berater der Armen und Notleidenden, der nicht nur von dem reichen Anteil an irdischem Gut, das er durch eigene Schaffenskraft erworben, reichlich und hochherzig gab, sondern auch überall miihglf und mittar, wo Gutes und Edles zu fördern war, und so werden weite Kreise seinen Heimgang tief beklagen. Mit besonderer Liebe und Hingebung widmete sich aber Adolf Schramek dem Beihaus-Bereine „Am Volkert", den er durch seine zielbewusste Leitung und große persönliche Opfer von ganz bescheidenen Anfängen zu «rüge,«reiner Anerkennung und Bedeutung führte und mir hoher Freude erfüllte es ihn, als es ihm gelungen war, anläßlich des 80. Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers an Stelle des kleinen Vereinsboihauses den imposanten Kaiser Franz Jofef- HuldigungStempel zu erbauen. Aber nicht nur aus dem jüdisch - konfessionellen Gebiete, sondern auch für die große Allgemeinheit entfaltete Adolf Schramek eine rietseltige gemeinnützige Tätigkeit, und in letzter Zeit insbesondere als «kassier des Zweig-Vereines für daS Rote Kreuz im zweiten Bezirke, wo er zur Gründung und Errichtung des Spitales unermüdlich und werktätig beitrug. So erwarb sich der Verblichene durch seinen lauteren Charakter und durch seine stete Hilfsbereitschaft überall Wertschätzung und Anerkennung und wird überall ein ehrendes Andenken zurücklaffen. rasun. Max Weinberger b"Xl- Baisingen, o. Nov. Eine schmerzliche Lücke riß der Weltkrieg in unsere Gemeinde. Max Weinberger, einer unserer besten jüngeren dtd hy2, ist vor Npern, 35 Jahre alt, aus dem Felde der Ehre gefallen. Hervorgegangen aus einer echt jüdischen Familie, erzogen von einer Mutter, die zu den n ’jpjt dto gehört, wurde Max Weinberger nach Verlassen der hiesigen Volksschule, trotzdem er für den Beruf eines Viehhändlers bestimmt war, auf längere Zeit auf die Ptäparandenschule nach Burgpreppach geschickt, um sein jüdisches Wsssen zu vergrößern. Ein Beispiel, welches dann bet mehreren jungen Leuten hier Nachahmung fand und unbeschreiblichen Segen stiftete. Um das „Lernen" unter den EV2 'bvi zu erhalten, besteht hier eine n-an,t n welcher statutengemäß nur „Laien" vorlernen oürfen. Hier hat Mar Weinberger oft die verschiedenen nnurty, die je am rot? siattfinden, geleitet. Besondere Liebe hatte er für das Leinen und rmm und wußte am tib2 dv seine Gemeinde durch seine tiefe N212 sortzureitzen. Am letzten 2'', den er im Felde verbracht«, veranstaltete er in einem großen Saale einen eigenen Gottesdienst, an dem er sämtliche rtfren vorbetete und an dem über 100 Soldaten tetlnahmen. Wie beglückt schrieb er nach Hause, daß es ihm mögliip war, den 2"' in echt jüdischer Weife zu feiern. Bis zum letzten Tage hat er trotz großer Entbehrungen streng gelebt. Eine Gemeinde weint um ihrer Besten einen, der ihr in allen Zetten unvergessen bleiben wird. N'222v. Halber stabt, 6. Nov. Am 12. Kislew vollendet Herr Josef Peruchowski das siebzigste Lebensjahr, ein Tag, der seinen Freunden erwünschte Gelegenheit gibt, die Persönlichkeit des allzu Bescheidenen seinen großen und dankenswerten Verdiensten entsprechend zu würdigen. — In Wilna geboren, ward Ihm die Thora von flühefter Kindheit treueste 'Gefährtin und die Beschäftigung mit ihr der köstliche Inhalt seines arbeitsreichen Lebens. Der Welt seiner Jugend, den vier Ellen der Halochoh, blieb er durchs Leben treu und etne riefe Kenntnis von v'pviBI von hebräischer Grammatik und nicht zuletzt vom Geist unseren zeugen von dem Ernst und der Gründlichkeit seines unablässigen „Lernens". In seiner Heimat zum *©■© ausgebildet, kam er, nach mehrjährigem Aufenthalt in Auona, im Jahre 1872 hierher, um in unermüdlichem Schaffen seinem 2712 jene Vollendung zu gebet«, die fernen Namen und seine kunstvolle Hand in wetten Kreisen zu Ehren gebracht Hat. IN den BHpn ’JHX vieler Gemeinden ruhen seine nnn hbo und erzählen von der stillen Arbeitsstätte, da Josef Petuchowski diese h.iligen Werke jüdischer Kunftvetätigung geschaffen hat. Ein verständnisvolles Erlassen von Harmonie und Rhytmus haben auch auf anderen Gebieten des jüdischen Lebens den verehrten Jubilar zu vtezfacher erfolgreicher Tätigkeit geführt: da ist in erster Linie von fernem TVifln zu sprechen; von der exakten Kenntnis der TVtf'33 des ganzen Jahres, von der Schönheit seines Vortrags und dem Wohllaut seiner Stimme; dg sei seiner Eigenschaft als hervorragender rr-ip gedacht, der jedes -wort zu feinem Rechte komuren läßt und jedem Buchstaben seine Bedeutung givi. Da fei ferner der lieblichen Melodien nicht vergessen, mit welchen er den Akt der n'ro umkleidete, wenn er in hingebungsvoller rnsttt b& AHttP ein Kind in den 13'2K c.vok bv nnn entführt. Erinnert sei schließlich an seine metrrsche Begabung, die rine große Zah« hebräischer Gedichte geschaffen Hot, sei es in der Form von Liedern zu festlichen Stunden oder von empftndungsreichen Inschriften auf den Grabsteinen des Haiverstädter n^nn na. So zeigt sich uns das Leben unseres verehrten Herrn Peruchowski in der Fülle seiner Tätigkeit und der Vielseitigkeit seinerJnteressen als eine cnpn jrroy, als ein dauernder Dienst im Haufe von 'VN, eine rrray, die er in gleicher Rüstigkeit wie heute voni grauenden Morgen bis zum späten Abend noch manches Jahr möge erfüllen können. rrapn möge ihm weiterhin Kraft und Gesundheit verleihen und oied vorbildliche Leben jüdischer Pflichterfüllung zur Freude von Kindern und Ktndesktndern uud aller, die sich »hm nahe fühlen, bis ins höchste Aller bewahren. snoy. WütZburg, 4. Nov. Mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet rvurde Kriegsfreiwilliger Unteroffizier Sally Neumann im 5. bayr. Ref.-Artlllerie-Regt., Sohn des Oberinspektors Joses Neumann, Würzburg. Mergentheim, 4. Nov. Am Freitag, 29. Okt., bewegte sich eu» Trauerzug vor die -stadt, wie selten einer zu sehen war. Galt es doch, die letzte Ehre oem verstorbenen Haimann Max zu erweisen, der vor einigen Jahren hierher gezogen war. Der Verblichene war e»n ireuvesorgler Garte, liebevoller Vater, ein guter, Jehudt. Wie gern weilte er im Gotteshause, wie erfüllte er ferne religiösen Pflichten, weich großer Wohltäter war er gegen die Armen sowohl im Lande als in Palästina. Ja feiner früheren Gemeinde Edelfingen war er längere Zeit Mitglied des Vorsteheramtes. In 11 herrlichen Worten schilderte Herr Bezirksrabbiner Dr Kahn die edlen Eigenschaften und Verdienste des Verklärten. Da der Verstorbene auch Veteran aus dem Kriege 1870—71 war, so beteiligte sich auch der Militärverein Mergentheim an der Beerdigung. rrnjüri. -v Tisenort (Werra), 4. Nov. Eine tief erschütternde Nachricht traf Simchas.Thora hier ein und verwandelte die L" - Stimmung in unserer kleinen Gemeinde in bitteres Weh. Der zu den größten Hoffnungen berechtigende Sally Huhn, einziger Sohn unseres Gemeindemilgliedes Jacob Huhn, hat seine Seele am Vorabend des 2*’ bei einem Sturmangriff vor Dünaburg für seines Vateriandes Ruhm und Ehre ausgehaucht. Ein Kopfschuß hat feinem Leben im Alter von nur 23 Jahren ein frühes Ende gesetzt. In den vielen schweren Kämpf nt, an denen er teilgenommen hat, war es stets der Gedanke an den Allmächtigen, der ihm Gefahr und Anstrengungen überwinden half. Für ve» »eerlametetl ist vre Nevaktto» »ich« verantwortlich; insbesondere ist e* ausschließlich Sache der Leser» die in» Reklametell enthaltene« V«psehlnnge« ritueller Waren oder sonstiger A«, gaben religionsgesetzliche,- Sharattertz ans ihre ftmberläfffatelt za prüfen. Katern» Friedrich Quelle -Offeabaeh a. M.- Gegen Gleht and Rheumatismus bewährt. Alleiniger General - Vertreter: Friedrich StftlL, Frankfurt a. M.. Günthersburgallee 87. Tel. 259 u. 714 Familiennachrichien. Barmizwoh-Feier. Moses Lob, Sohn des Herrn Rabb. Dr. S. Bamberger, Bad Kisfingen. r Telegramm-Adresse: Nesop Frankfurtmain. Telephon: Nr. 83. Amt Hansa. Spezialhans für Silberwaren Modellieru. Ciselierwerkstätte Lazarus Posen fltoe. Hoflieferant Frankfurt a. H. Berlin W. Steinweg 12. Unter den Linden 5. Künstlerisch aasgeführte Kultasgegenstände. 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Zur Versendung au unsere Krieger, die im Felde den Unbilden der Kälte, Näffe und WitterungSumchtäge täglich ausgesetzt sind, eigner sich besonders die Forrnauiut-Fetdpostvriespackung", die in Apotheken und Drogerien erhältlich ist. Wir verweisen ausdrücklich auf den der heuti. e» Nummer beiliegenden Prospekt. Labbat-Anfang u. Ausgang. KL-i rav ö B Ti Anfang fl Uhr.Min. Datum ISIS! 5076 Ausgang Uhr,Mm Srankfnrt *♦ M. 4 20 12. Nov. 5. KiSlew 5 85 Berlin .... — — — — München . . . 4 3V 5 20 Strnttdnrs - . 4 45 5 35 «mttflim . . . 4 öO L 27 tztoßen . . . .. l — — — —! Mrnderg. . . —c — — — Hamburg, < . '■ 4 15 5 30 Sein ist er vor, i stört? Eiter« beim als le furcht winpe denket die &! Eheju Herr 2 Cohi gleiche L gion mein -">0 j ä 1 diesem überzr iudent $ der in lesen r einer Ierus Der 3 iugeni torisie sonder keil, < Borbi zieller biner sich in schibot Rosch- Tager Leben nb an in ihr die Tl D zahlre heit o Wort 4t o t i wohl i Jllusti anstall diejeni mit de Die L geläul das. 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