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Der Israelit · 1915-11-11 · Heft 47 (11.11.1915) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 47 (11.11.1915)
Date
1915-11-11
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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11 November ISIS. LS ns** Verwiege erein ernde idelie ie in t be- Ge- : am )ünausgec von »ielen hat. der ^half. »tcht »ttch e«e« Am. ihre l» »•714 ^errn Q ie I i» S. J einer terien iitzten. irlach, miltch c Attt die g bektrma :n im as in dort' Felde sSUM- :s die »ti. en ng. 85 30 Sein Gruppenführer schreibt: „Seinem Glauben getreu ist er gestorben; täglich nahm er sein Gebetbüchlein vor, niemals wurde er von uns in seiner Andacht gestört." Die gesamte Heimatgemeinde trauert mit den Ettern um diesen Edlen; der Ortspfarrer hat feiner beim Gottesdienste in ehrender Weise gedacht und ihn als leuchtendes Beispiel für Rechtschaffenheit und Gottesfurcht hingestellt. Dürch seinen Seelenadel, sein ge« winpendes LSesen hät er sich selbst ein dauerndes Andenken in aller Herzen geschaffen. Marburg, 8. Nov. Am 10. November feiern die Eheleute Koppel S t r a u tz nnd Frau ihr 6« »jähriges Ehejubiläum in voller körperlicher und geistiger Frische. Herr Strauß erhielt den Kronenorden. Ballenstedt, 2. Nov. Siegfried und Norbert Cohn, Söhne des Herrn Hermann Cohn, haben zu gleicher Zeit das „Eiserne Kreuz" tzrhaleu Ohlau, 30. Okt. Der Kantor und Religio n s l e h r e r bei der hiesigen Synagogenge^- m e i n d e. Jakob U ck o feierte am 26. Oktober sein 50 jäyriges Amtsjubiläum. Herr Ucko, der an diesem Tage auch sein 70. Lebensjahr vollendete, ist ein überzeugungstreuer Lehrer, deffen Leben dem Thorajudentum galt. WPW. - Aerusalöm» 20- Okt. In Nr. 4 vom 7 Tifchrt der in Jerusalem erscheinenden Zeitung „Hacherout" lesen wir folgendes: RabbinerJottäSchulsinger einer der hervorragendsten jungen Thoragelehrten vön, Jerusalem ist. im 28. Jahre seines Lebens gestorben. Der Verblichene, ein großer Gelehrter, wurde schon im jugendlichen Aller von 21 Jahren zum Rabbiner autorisiert. Er war einet bet Jeschiwahleiter und besonders ausgezeichnet durch Gestnnungsadel/ Rechtlichkeit, Güte, Bescheidenheit und Demut. Er war ein Vorbild für Viele und wirkte zeitweilig auch als ossizieüer Rabbiner im Stadtteile Mea-Schearim. Rabbiner Schulsinger war in Jerusalem gebürtig und hat sich in den Jerusalemer Talmudthoraschulen und Jeschiboth sein immenses Thorawlffen erworben Vor Rosch-Hafchonoh erkrankte er und schon nach einigen Tagen hat eine bösartige Lungenentzündung sein junges Leben hingerafft. Die Bothe Dinim haben eine große ,,;i7 angeordnet und die Rabbiner Jerusalems beweinten in ihren Trauerreden den herben Verlust, von welchem die Thorakreise der heiligen Stadt betroffen wurden. Der junge Gelehrte hat, wie die meisten feiner zahlreichen Berufs- und Zeitgenosse»», von seiner Kindheit an ein kümmerliches Leben geführt. Das alte Wort von den „Talmide Chachomim, die in Not und Entbehrung Thora lernen", findet wohl nirgends eine solche drückende, ja beängstigende Illustration wie in Jerusalem. In den heiligen Lehranstalten selbst ist aber nichts davon zu merken, daß diejenigen, die mit solcher Begeisterung Thora lernen, mit den größten Nährnrigssvrgeti zu kämpfen haben. Die Liebe zur Thora, der heilige Wiffensdrang, die geläuterte Liebe zum Torastudium und nicht zuletzt daserhebende Bewußtsein, aufheiligem Bäterüoden für die Pflege der heiligen Thora zu leben, entschädigt diese geistigen Helden reichlich für die Annehmlichkeiten eines Wohllebens, welches zu k o st en ihnen nicht vergönnt ist Ein solcher Held unter Helden war der so früh entschlafene Rabbiner Jona Schulfinger. Mit seltenem Fleiß und Scharfsinn forschte er Tag und Nacht im jüdischen Schrifttum. Seine Talmydschiurim erregten Bewunderung in fachmännischen Kreisen, ebenso auch seine l öffentlichen Vorträge an Sabbathen und Festtagen. Rabbiner Schulsinger hinterlätzt eine Frau mit 6 Waisenkindern und eine alte Mutter, die alle in großer Not sich befinden. Wer meldet sich als Bürge für die Wahrheit des alten Wortes: „ . . . und habe nie einen Frommen verlassen und seine Kinder um Brot betteln gesehen."?! Vermischtes. Berlin,28.Okt. Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Hermann Cohen war aus Anlaß seines 50jähriger Doktorjubiläums Gegenstand mannigfacher Ehrungen. Eine Abordnung der Kantgesellschaft überreichte eHe Adresse, in der Cohens Fortsetzung der Lehre Kants in Der JSraelit. seinem neuen System der Philosophie rühmend gewürdigt wird. Leipzig, l. Nov. Das Landgericht Stuttgart hat am 2. Juni ISIS den Viehhändler Wolf Gutmann in Cannstatt wegen Störung eines israelitischen Gottesdienstes tReligionsvergehen nach 8 167 St.-G.-B, zu zwei Tagen Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte führte mit seiner jüdischen Heimatgemeinde seit langen Jahren einen Kampf über die Art der Lü'tung der Örtssynagoge und bedrängte zahlreiche Behörden mit immer wiederkehrenden Eingaben, in denen er kategorisch verlangte, daß während des Gottesdienstes die Fenster in der Cannstatter Synagoge nicht geöffnet werden dürften.' Am Versöhnungstag 1914 hatte zur Zeit des Schlußgebetes der Synagogendiener in Gutmanns Abwesenheit wegen der im Raume herrschenden dumpfen Luft ein Fenster geöffnet, bas von Gutmanns Platze weit entfernt war, damit frische Lust einftrömen konnte. Als Gutmann eintrat, lief er sogleich wütend nach dem offenen Fenster hin und schlug es derart geräuschvoll zu, daß bet den Betern Aufregung und Unruhe entstand. Gutmanns Revision wurde jetzt vom Reich sgericht am 1. November 1915 auf Antrag des Reichsanwalts als unbegründet verworfen. Karlsruhe. 3. Nrv. Aus den Erträgniffen der Friedrich st t ft ung wurden für das Jahr 1915 an Bolksschullohrer und jüdische Religionslehrer 30 Unterstützungen von je 30 Mark bewilligt. BrcSlau, 3. Nov. Am 31. Oktober fand hier die Jahresversammlung des Gemeindeverbandes der Regierungsbezirke Breslau und Liegnitz statt. Nach dem Jahresberichte/ der über die Tätigkeit des Verbandes auf dem Gebiete der Kriegsfürsorge mancherlei Mitteilungen machte, fand eine längere Diskussion statt, die sich auch agf die Sammlungen für Russisch - Polen erstreckte. Die bisherigen Ausschußmitglteder wurden wiedergewähtt. Mannheim, 31. Okt. Herr Rabbiner Dr. Unna in Mannheim schreibt uns: Ein "ibid, namens Jakob Reiner, versendet Postkarten, in welchen er niritis, und JV2T2 anbietet. Die von ihm (unter Nachnahme!) nachgesandten JV,rms sind, wie ich mich überzeugt habe, Sias; sie scheinen sogar auf mechanischem Wege vervielfältigt zu sein. Der Mann stammt aus Munkaes und wohnt in Budapest, und es wär: meines Erachtens Sache der ungarischen Rabbiner ihm das Handwerk zu legen. Jedenfalls möchte ich aus das Treiben dieses Mannes aufmerksam machen und davor warnen. Bambepg, 27. Okt. Ein Beweis, wie einträchtig die verschiedenen Konfessionen hier leben, lieferte die feierliche Enthüllung des von etnerjüdischenDame zur Naglung gestifteten „Eisernen Ritters", bei der der Erzb i sch of v on Bamberg die Weiherede hielt. Stratzbitrg, Elf., 10. Oktober. Die Verwaltung des hiesigen israelitischen Krankenhauses hat den Besch lutz gefaßt, den Betrieb vom kommenden 1. November ab einzustellen und als Grund für diese Maßnahme den durch die Krieasberhüttnisse erheblich zurückgegangenen Besuch von Patienten uno Rekorwaleszenten angegeben. Diele Nachricht wird mit großen Bedauern encgegengettomtnen werden, namentlich auf dem Lande, denn von dort rekrutierte sich hauptsächlich die Frequenz des Krankenhauses. Für die Stadt Straßburg, in der an ganz hervorragenden Universitätsuns städtischen Kliniken kein Mangel ist, hätte ein jüdisches Hospital nur dann seinen Zweck erfüllt, wenn es seinem Namen entsprechend den religiösen Bedürfnissen aller in Betracht tornmenden Kreise — auch der orthodoxen — Rechnung getragen haben würde. Das ist aber in Wirklichkeit nie-- mals der Aalt gewesen. Die rituellen Einrichtungen des Hauses find wenig oder gar nicht beaufsichtigt worden und bei der Besetzung des Pflegepersonals tst auf dessen religiöse Qualifikation überhaupt nicht gesehen worden. Diese und ähnliche Uebelstände sind bereits Vor einigen Jahren in dem damals hier erscheinenden Jüdischen Blatte eingehend besprochen worden, ohne daß es seither zu einer wesentlichen Aenderung tn dieser Beziehung gekommen wäre. Seil -ungefähr fünf Jahren hatte dieses Krankenhaus infolge Umbau und Erweiterungsbau einen ausgedehnteren No. 47 Sette 7 Betrieb erfahren; umsomehr wird es Erstaunen Hervorrufen, daß man nicht das Ende des Krieges abgewartet hat, bevor man sich zu einer solch folgeschweren Maßregel, wie sie in der Schließung des Krankenhauses liegt, entschlossen hat. Nach einer Zeitungsnotiz ist es nicht ausgeschlossen, daß das große und schöne Gebäuöe nach dem Kriege für die Zwecke eines Kriegswaisenhauses verwendet wird. Ostrowo, 1. Nov. In dieser Woche konnte Rabbiner Dr. Neu Haus wiederum dank der tatkräftigen Unterstützung seitens der deutschen Glaubensgenossen einen Bahnwaggon gebrauchte Kleidungsstücke, Schuhe und Bücher jhebr.) nach Kali sch senden. Es ist dies innerhalb eines Jahres bereits der zweite Waggon derartigen Inhaltes, den Rabbiner Dr. Neuhaus zum Zwecke der Fürsorge nach Kalisch gesandt hat. An dieser Stelle sei öffentlicher Dank dem Kretschef von Kalisch, Herrn Geheimen Regierungsrat Hahn gesagt, er in so loyaler Weise die Erlaubnis gegeben hat, daß die Kleidungsstücke u.s. w. von der Sammelstelle Ostrowo an seine persönliche Adreffe frachtfrei als Liebesgaben für die arme jüdische Bevölkerung abzusenden. Ferner sei den Herren D. und M. Hartmann hier gedankt für die große Mühewaltung bei der Aufbewahrung und Sortierung, der Firma Mescyts-Berlin für die unentgeltliche Hergabe ihrer Speicherräume in Ostrowo. der Speditionsfirma Max Teichmann für die unentgeltliche Abrollung der Stücke. Ihnen allen, insbesondere aber allen denen, die es durch reiches Spenden von Kleidungsstücken ermöglichten, daß so viele Nackte gekleidet werden konnten, sei an dieser Stelle innigster Dank gesagt; auch den vielen christlichen Spendern, denen die große Not in Kalisch zu Herzen ging. Kopenhagen, 12. Okt. Der Rabbiner der orthodoxen Gemeinde mn 'pnna, Herr Dr. Winkler. ist dieser Tage vom König in Audienz empfangen worden. Krakau, 5. Okt. Auf Grund der Beranlaffung des hiesigen K. und K. Festungskommandos wurde für die jüdischen Feiertage zum Zwecke der Abhaltung gemeinsamer Gottesdienste für 200 jüdisch-russische Gefangene eine eigene Baracke in der Nähe der Stadt hergerichtet. Stockholm, 12. Okt. Nach einer Mitteilung des italienischen Gesandten in Stockholm hat der im Jahre 1909 verstorbene Italiener Emilio T r e v e s ein großes Legat hinterlaffen, das als italienischer Nobelpreis zu vergeben ist für die beste Lösung der Frage der Bekämpfung des Religionshaffes und des Antisemitismus. Das Legat wird durch die italienische Gesandtschaft in Stockholm vergeben. London, 3. Okt. Nach dem „Daily Telegraph" ist der als Vertreter des Handels und der Industrie in den ReichSrat gewählte Freisinnige, W e i n st e i n , der e r ste Jude im Russischen Reichsrat. Jerusalem, 15. Okt. Der Oberkommandierendc der türkischen Syrienarmee, D j e m a l Pascha, hat am vergangenen Sukkoth dem Leiter des Schare Zedek- Hospitals, Herrn Dr. Wallach, in deffen Wohnung einen Besuch abgestattet, und sich mit dem verdienten Arzte in freundschaftlicher Weise über verschiedene Anliegen von jüdischem Jntereffe ausgesprochen. Sriefkasten. K. S. in T. Das Wort wird einfach mit nnen übersetzt. V. F. in Z Die genannten Zeitungen kann man aus Warschau zur Zeit noch nicht beziehen. I. Str. in H. Es war uns bereits ein Nachruf von anderer Seite zugegangen Besten Dank. Gl. M. in P. Zur Zeit erscheinen in Deutschland keine hebräischen Zeitschriften T. L. Nach uns gewordener fachmännischer Auskunft ist gegen den Genuß des Fabrikates, sofern es sich nicht um nae handelt, nichts einzuwenden. C. L. in G. Betrag dankend erhalten. B. in S. „Israel im Kriege", von Jakob Diamant. Erschienen bei Gebr. Knauer, Frankfurt a. M. N. G. in M. Die Sache müßte noch eingehender geprüft werden. bür den Inseratenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere ist es ausschliesslich Sache der Leser, die im Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben religionsgesetzlichen Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. Lhaimka-Leuchler Lhamika - Kerzen Trendelohen ä 40 Pfg. (11167 Präludium von Arndt, Mo aus zur Jeschuosi. ä M. 1.— empfiehlt ft.3.0o[mimn.8u(6(M(ii. Frankfurt a. M. Telefon Amt Hansa 44ö. Samuel ha Nagid Preis broschiert H* 2 —. in eleg. Geschenkband «. 2.54 3u beziehen durch alle Bus Handlungen, sowie durch de »erlag d-S „Israelit". « m. h. S.. »muff*«« a. an. .r bitte Preisliste einfordern. Tettllin Mk. 6.—, 7.—, 8.— Mesussoth Mk. —.75. -.85. BsbrHsehs Bnehkandlug C. Boas Nach!. Berlin, Neue Friedrichstr. 69. Gepr. Wochenbett' ll. Krankenpflegerin m. ia Res. s. sof. pass. Beschäftig. StaUravarnlttlug i.weibl. Fftrsorge, Fraak-1 fart *,U.,Langestr.36,p. 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