Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 55 (1915)
- Issue
- Heft 42 (7.10.1915)
- Date
- 1915-10-07
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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1915 te auf ts die verker abrik- Verlust : beichlechtb der ln die irrenz mdler Ausarbeit m die eines rmten Ischen! sehr Punkt i die >run-i 1,80'.) 7. Oktober ISIS Der mit den herannahenden Unbillen, indem er sich krampfhaft bemühte, seine alte wirtschaftliche Stellung auszubauen und zu erhalten. Dies gelang aber nur zum Teil. Und so wurde er, nach einem schweren Kampf niedergerungen und völlig ruiniert, zum Fabrik- und Heimindustriearbeiter. Die große Maffe verblieb freilich in den kümmerlichen Verhältnissen des jüdischen Handwerks der Neuzeit. Die Zahl der jüdischen Proletarier ist unter den Juden in Rußland sehr gering. Man zählte dort:?) Fabrikarbeiter 46,313, Lehrlinge . . 101,062, Gesellen . . 140,528, sonstige Taglöhner . 105,000, in Sa. 392,903. Wir wollen uns zunächst mit den jüdischen Fabrikarbeitern beschäftigen. Ihre kleine Zahl fällt sofort auf. Die Tatsache ist umso befremdender, als die Juden gerade in denjenigen Gebieten wohnen, wo das industrielle Leben am frühesten einsetzte und eine große Blüte erreichte. In der Tat müßte es, wenn man das Verhältnis der jüdischen Arbeiter zu der städtischen jüdischen Bevölkerung mit der Zahl der nichtjüdischen Arbeiter zu der nichtjüdischen städtischen Bevölkerung vergleicht, etwa 13 mal mehr jüdische Arbeiter geben (a. 700,000), als ihrer tatsächlich in Rußland vorhanden sind. Jedoch wäre diese Erscheinung an und für sich nicht so bedauerlich, wenn die jüdischen Arbeiter sich aus der Landbevölkerung rekrutierten; sie könnte im Gegenteil auf eine gute Lage der jüdischen Landwirtschaft hindeuten. Tatsächlich entstammt jedoch die jüdische Arbeiterschaft der breiten Masse von verarmten Handwerkern und Kleinhändlern, die alle zusammen eine mächtige jüdische Reservearmee bilden. Eine Vergrößerung der Zahl von jüdischen Arbeitern hätte somit unmittelbar eine Verminderung der Stoßkraft der jüdischen Reservearmee zur Folge und zugleich eine Ver- 2) Die russisch-jüdische Statistik ist sehr arm an gediegenen wirtschaftlichen Untersuchungen. Abgesehen von verschiedenen Zeitschriften-Aufsätzen kommt hauptsächlich die zweibändige „Sammlung von Materialien über die ökonomische Lage der Juden in Rußland" (Sr. Petersburg, 1901, russisch) in Betracht. Die Materialien bilden das Resultat einer Enquete, die von dem Petersburger Komitee der jüdischen Kl lonisations geseüfchaft (ICA) in ben Jahren 1897—99 veranstaltet wurde. Ferner enthält die erste und bis jetzt die einzige russische Volkszählung vom Jahre 1897 recht viel Material über die berufliche Gliederung der jüdischen Bevölkerung Rußlands. („Die erste allgemeine Volkszählung des russischen Reiches vom Jahre 1897" unter der Redaktion von R. A. Tojnitzki, 2 Bände, St. Petersburg, 1905.) Alle in der Abhandlung angegebenen Zahlen sind diesen zwei Werken entnommen, soweit nicht eine andere Quelle erwähnt ist. befferung der Konkurrenzverhältnisse innerhalb der jüdischen Arbeiterschaft. Dies ist jedoch in dem jüdischen Ansiedlungsrayon, wo die Juden Rußlands zusammengepfercht wohnen, keineswegs der Fall. Die jüdischen Arbeiter werden hauptsächlich in den jüdischen Fabriken beschäftigt. Wie es aber mit der jüdischen Industrie Rußlands bestellt ist, kann man aus folgenden Tatsachen ersehen: In Russisch-Polen gab es im Jahre 1897 4291 Fabriken, davon gehörten den Juden 1416, d. h. etwa 33 Prozent. Doch entfielen von 247,041 Arbeitern nur 43,011 auf jüdische Fabriken, sodaß durchschnittlich an jeder jüdischen Fabrik nur 30,3 Arbeiter ihren Unterhalt fanden, während jede nichtjüdische Fabrik durchschnittlich 101,8 Arbeiter beschäftigte. Die jüdischen Fabriken waren also fast ausnahmslos Zwergfabriken. Von allen jüdischen Arbeitern erhielten 11,994 oder 96 Prozent aller jüdischen Arbeiter Polens ausschließlich an jüdischen Fabriken Beschäftigung, während nur 426 jüdische Arbeiter an nichtjüdischen Fabriken beschäftigt waren. Die Rückständigkeit der jüdischen Fabrik, deren Entwicklung aufs engste mit den Schicksalen der jüdischen Arbeiterschaft verknüpft ist, bleibt jedoch nicht nur eine für Polen charakteristische Erscheinung. Der jüdische Anfiedlungsrayon, der, abgesehen von Polen und der Moskau-Wladimirer Industrie, 15 der industriereichsten Gouvernements Rußlands umfaßt, kann nach dem Grade der industriellen Entwicklung eingeteilt werden. Das nordwestliche Gebiet ist noch verhältnismäßig zurückgeblieben. Die jüdischen wie die nichtjüdischen Fabriken sind noch nicht groß. Der Durchschnittswert der Produktion in einer nichtjüdischen Fabrik beziffert sich auf 24,600 Rubel, in einer jüdischen auf 21,370 Rubel. Das südwestliche Gebiet weift einen mehr konzentrierten Großbetrieb auf. Die Zahl der jüdischen Fabriken dieses Rayons finkt auf 33 Prozent} eine nichtjüdische Fabrik stellt durchschnittlich für 52,000 Rubel Werte her, während eine jüdische nur für 37,600 Rubel Werte produziert. Der Unterschied wird noch augenscheinlicher im südlichen Gebiet, wo der Großbetrieb durchaus vorherrscht und die Metallverarbeitung, wie überhaupt die Urproduktion, maßgebend ist. Hier bilden die jüdischen Fabriken nur 23,9 Prozent der gesamten Fabrikzahl mit nur 7 Prozent der Arbeiter. Eine nichtjüdische Fabrik produziert hier durchschnittlich für 137,600 Rubel Werte, während die Produktion einer jüdischen Fabrik nur die Höhe von 47,000 Rubel erreicht. Wir wollen dies allgemeine Bild nur noch durch einige Einzeldarstellungen ergänzen, die Li!» 7>v'',? Rabbi Jehudah nimmt auf Grund dieser Schwierigkeit tatsächlich an, r.B'i.T rnr "pw fxro, daß die mit ntpa ctr riö’i beginnenden Verse von Jehoschuah geschrieben sind, da Moscheh diese Worte nicht Niederschreiben konnte, während er noch lebte. Rabbi Schimon erklärt dies für ausgeschlossen. Wäre es deün möglich, daß auch nur ein Buchstabe von der Thora selhte, wenn es ausdrücklich heißt: „Nehmet dieses Buch der Thora und leget es der Lade des Bundee zur Seite?" Moscheh Rabbenu hat die ganze Thora bis zum letzten Buchstaben niedergeschricben. Nur während er bis dahin das von Gott Vernommene vor dem Niederschreiben sich wiederholt, habe er die letzten Verse unter Tränen niedergeschricben und das von Gott diktierte Wort selbst nicht nachgesprochen. Diese Erklärung ist fast noch rätselhafter als die Schwierigkeit, der sie enigegentreien will. Zunächst ist das Wort „ya“!2" dunkel. Wörtlich bedeutet es Träne. Aber wenn hier gesagt sein sollte, Moscheh habe seinen Tod unter Tränen niedergeschrieben, so ist ja damit die Schwierigkeit nicht behoben, da jemand seinen eigenen Tod unter Tränen ebensowenig wie ohne Tränen berichten kann. Auch würde die Bezeichnung „unter Tränen" wie im Deutschen, nicht durch die Einzahl „vvn , sondern durch „mysn" in diesem Falle korrekter ausgedrückt sein. Maßgebende Gesetzeslehrer haben denn auch eine andere Erklärung des Wortes „Demo" versucht und es als „Mischung" aufgesaßt, im Anklang an die Stelle 1 nsn sb "]>o-n ■jrw^o, wo unter die „Teruma" verstanden wird, weil bei ihrer Mischung unter „Ehuiin" besondere gesetzliche Bestimmungen in Geltung treten. Der Sinn wäre dann, Moscheh habe auch die Buchstaben nieüergeschrieben, aus welchen sich die letzten Verse zusammensetzen, jedoch regellos untereinander gewischt. Jehoschuah habe erst die regellos gemischten, von Moscheh niedergeschriebenen Buchstaben in acht Versen gruppiert. Es ist dies die Erklärung deS Gaon Rabbi Elia Wilna, die jedoch die kabbalistische Vermischung der einzelnen Buchstaben zur Voraussetzung hat und daher die Schwierigkeit vSDN 7TD nicht evllävt Hält man jedoch die Worterklärung fest, die in „pon" eine „Mischung" erblickt, so dürfte sich diese Schwierigkeit lösen lassen, ohne daß es sich hier gerade um eine Mischung von Buchstaben zu handeln braucht. (Schluß folgt.) Kleines Feuilleton. Aus einem Feldpostbriefe. . . . Und wie vor etlichen tausend Jahren am Berge Sinai das größte aller Weltenerergnisse, daS sich auch in Blitz und Donner am rauchenden Berge vollzog, von mächtigen Scho fartönen begleitet war, so werden auch morgen früh bei Tagesanbruch hie ersten S ch o f a r töne in diesem Jahre den vorausgegangenen nächtlichen a’pnsi nPip folgen. Mit diesen Gedanken beschäftigt, stehe ich am Abend des ersten vor dem Feinde, und bevor noch die Mitternachtsstunde verkündet wird, rufe ich mir die schönen Worte unserer 2'22n ins Gedächtnis zurück, indem sie in den Anfangsbuch st a: en dieses Vorbereitungsmonats für den großen 2"' den. Liebesgruß Gottes an sein Volk erblicken. nm nrA 'Jk „Ich gehöre meinem Freunde, und mein Freund mir!"-- Als ich von meinem Wachtposten schlammbedeckt .. •. ... V-.'- •; ' f-j;. . . \ ... No. 4a Weite s auf die Rückständigkeit der jüdischen Industrie und auf die damit zusammenhängende schlechte wirtschaftliche und politische Lage des jüdischen Proletariats ihr eigentümliches Licht werfen. Im Gouvernement Jekaterinoflaw gab es im Jahre 1897 109 Fabriken, die der Metallverarbeitung' gewidmet waren, mit einer Jahresproduktion von 66,48 Millionen Rubel und mit 14,651 Arbeitern. Davon gehörten den Juden nur 23 Fabriken mit einer Produktion von 1,31 Millionen Rubel und mit nur 747 Arbeitern. Die jüdischen Fabriken bilden somit nur 2 Prozent der Produttion. Noch schlimmer stand es jedoch mit den jüdischen Arbeitern. In dem Gouvernement Cherson gab es unter 32,715 Arbeitern, die in der Metallverarbeitung beschäftigt waren, nur 437 jüdische Arbeiter. Dasselbe sehen wir auch in Polen: In den 11 Gußetsenfabriken, die zusammen 950 Arbeiter beschäftigten, gab es nur 9 jüdische Arbeiter. Hingegen bilden die Juden die Mehrheit der Arbeiterschaft überall dort, wo die Industrie sich mehr und mehr von der Urproduktion entfernt, und wo die Arbettsverhältniffe bedeutend schlechter sind. So gehören von den 110 Zigarrenfabriken der drei oben erwähnten Gebiete 83 den Juden. Dementsprechend bllden die Juden in diesen Fabriken 90 Prozent der gesamten Arbeiterschaft. Treffend bemerken hierüber die Verfasser der „Materialiensammlung": „Eine solch große Zahl von jüdischen Arbeitern konnten wir sonst nirgends antreffenwir haben sie so zahlreich vertreten nur in einem Industriezweig gefunden, der inbezug auf die schädlichen Wirkungen der Arbeit auf den Gesundheitszustand der Arbeiterschaft nicht seinesgleichen hat. Es ist hervorzuheben, daß die Ztgarettenindustrte von allen Industrien, die wir untersucht haben, die einzige tst, in der auch in den nichtjüdischen Fabriken die Anzahl der jüdischen Arbeiter recht groß ist. Dies tst dadurch zu erklären, daß die christlichen Arbeiter sehr ungern in den Zigarrettenfabriken arbetten, weshalb hier der Raffenantagonismus der Fabrikbesitzer selbstverständlich zurücktritt.". Die Beschäftigung der jüdischen Arbeiter in den Endstadien der Produktion blldet eine der anormalsten Erscheinungen im Leben der jüdischen Massen des Ostens. Hierzu kommt noch, daß die jüdischen Arbeiter nur in den Betrieben beschäftigt werden, wo die Technik am unentwickeltsten ist, und wo nicht der Dampf und die Maschine, sondern die Handarbeit vorherrscht, während die Fabriken, die eine höhere Technik und vollkommenere Produktionsmethoden ausweisen, ausschließlich christliche Arbeiter beschäftigen. Auch die „jüdischen Weber arbeiten fast nur an Handstühten. Die Zahl der Juden, die und wafiertriefend, aber innerlich hoch befriedigt von den soeben empfundenen Eindrücken, in die Batterie zurückkomme, sind sämtliche Mannschaften damit beschäftigt, das in die Unterstände eingedrungene Regenwaffer eimerweise nach den Waffergräben zu tragen. Letztere befinden sich seitwärts der Batterie, und ist dies keine kleine Arbeit, namentlich vei der herrschenden Finsternis und dem schlammigen Boden. Doch nie vermag man mehr zu leisten, aiS dann, wenn es gilt, für seine eigene Sicherheit und Bequemlichkeit zu for gen. So können wir uns denn auch bereits nach eine» Stunde zur Ruhe begeben. Jeder beitet sich, so gm es in den mit Brettern belegten unterirdischen engen Räumen möglich ist, auf seinen Mantel, und bald tritt völlige Stille ein, An dieser Stelle der Front ist es in den letzten Wochen zu keinen stärkeren Offensiv - stoßen gekommen, und braucht nur selten des nachts die Artillerie in Aktion zu treten. So schlafen, oder beffer gesagt,, liegen wir wachend ungestört bis Tagesanbruch. Kurz bevor sich die Ersten von ihrem harten Lager eicheben, habe ich mich möglichst geräuschlos in meinen Mantel gehüllt und trete aus meiner Höhle an's Tageslicht. Die betreffenden Mannschaften, die in dieser Nacht keinen Wachrdienst zu versehen hatten, sorgen jetzt für den Morgnkaffee. Das dazu erforderliche Waffer mutz aus dem nahe gelegenen Ort herbeigeschafft werden. Indes gehe ich durch den Laufgraben an das eine Ende der Batterie und trete von dort aus in das etwas bewaldete Gelände. Friedliche Ruhe bei Freund und Feind. Die ausgehende Sonne bestrahlt die von der Natur so reich auSgestattete Gegend, und lätzt die zahllosen Regentropfen, die noch jedes Pflänzchen bedecken, wie ebensooiele Diamanten erscheinen. In Ermangelung des nötigen Wassers bediene ich mich der Regentropfen, um wenigstens einiger matzen den «wellen Waschvorschriften gerecht zu wer- *