Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 55 (1915)
- Issue
- Heft 40-41 (21.9.1915)
- Date
- 1915-09-21
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Gin bedeutendes Ridrafchwerk. Bon Rabbiner Dr. M. L. Bomberger in Schönlanke. Nachdem der verdienstvolle Herausgeber der hebräischen Encyklopädie New-Aark (10 Bände) von 1907—1910] Jehuda David Eisenstein in New-Z)ork, dieses wertvolle jüdische Lexikon beendet hatte, richtete er an eine Reihe von Gelehrten ein Rundschreiben, um sich für seine nächste größere wissenschaftliche Aufgabe Rat zu erbitten. Sieben großartig angelegte Pläne — die er hoffentlich auch noch alle zur Durchführung bringen wird — hatte Eisenstein: I. Heraüsgri'e einet hebräischen Sammlung der Apokryphen nd Pseudoepigraphen, der Schriften osephus u. Philos,- 2. Gesamtausgabe aller Targumim, einschließlich des samaritanischen Targum, der Peschtta und des arabischen Targum von Räbbon Sadja ©cton; 3. Sammlung aller existierenden kleinen Midraschim) 4. Sammlung aller Teschuwoth der Geonim und Inhaltsangabe der Schalolh utschuwoth bis Ende des 19. Jahrhunderts (ca. 1000),- 5. Sammlung der Maschaliteratur,- 6. Sammlung, der hebräischen Reisebeschreibungen,- 7. Sammlung hebräischer Werke mit 7 Bildern, Holzschnitten rc. Man muß zugeben, daß jedes einzelne dicfir«Arbeitsgebiete unser volles Interesse verdient, wenn auch des Einzelnen Neigung einem dieser Pläne mehr sich znr^endet. Mir persönlich wäre die Teschuwothsammlung als die schönste Gabe lieb und teuer gewesen. Die Mehrzahl der Antworten scheint jedoch am Midrasch größeres Interesse gefunden zu haben und so entschied sich Herr Eisenstein für das Midraschwerk, das nun in zwei stattlichen Bänden vorliegt. Der Titel lautet: „ Osar Midraschim a Libray of two Hundrev Mino Midraschim, edited with introductions and notes by J. D. Eisenstein, Volume I b~X, Volume II J7—ö, New-York, J. D. Eisenstein, Canalstreet 121, 1915." Hebräisch: ipff 7,'2 ,2^112 -ttflK rrn'2 xaSx *7122 nwm tihjki d’WHö umn '"v 1OQN2V c^mon b2 iSSa: 12 D?^n ntrw "men 112^^2 pvvbv' /D’rjrn no,»i nv /2*nnx D’toipb'ö dwdi D'tojnßi »nnn mten bv pbo /ninrea mir.' ,/yr “pw ^dx: n'bbz noipm »wte n"xnn .jnirw - rBirjmx *7H- (Lexikonformat I. Teil XIII u. 1—2, 76 S. II. 277 bis 605, Preis 20 Mk. Selbstverlag des Herausgebers.) Die Bedeutung des Midrasch, sowohl des halachischen als des agodischen ist genügend bekannt, als daß es erforderlich erscheinen könnte darüber ein Wort zu sprechen. Es erübrigt sich , deshalb auch über die große Bedeutung dieses Midraschwerkes viel Worte zu machen. Wir wollen nur über die Anlage dieses „Ozar" uns aussprechen, um zu zeigen, welch wertvollen Dienst Eisenstein der jüdischen Literatur geleistet hat. Jeder Midraschkenner weiß Jellineks Bethhamidrasch zu schätzen und bedauert es, daß dieser seit Jahren schon nicht mehr zu bekommen ist. Diesem Mangel ist jetzt abgeholfen, Eisenstein hat den Inhalt der 6 Bände des Jellirukschen Brthhamidrasch in seinen Ozar ausgenommen. Wertheim's Likute Midroschim, Grünhut's Likutim, Chaijim Mair Horovitz's Beth Eked Hagodaus, sind im Ozar vereinigt. Aber noch weit mehr finden wir darin, so das XJT2 XB^x XTD i2 (ev. Steinschneider), oder mm ttPVlö nach Munk D'üsn n2*T. Man darf wohl behaupten, daß alle kleinen Midraschim in diesem Sammelwerk Aufnahme gefunden haben. Die Anordnung ist infolge der alphabetischen Aufeinanderfolge sehr gut, die Benützung sehr leicht. Literarhistorisch wertvoll sind die jedem Midrasch vorausgehenden kurzen Einleitungen und die Auskünfte über uns verloren gegangene Midraschim, die ebenfalls alphabetisch eingeordnet sind. Die bibliographischen Notizen (S. 5) dürften keineswegs Anspruch auf Vollkommenheit machen. Wir vermissen u. a. den Namen Theodor, der doch sicher in einer Bibliographie zum Midrasch genannt werden muß! Die Texte scheinen im Allgemeinen korrekt ediert zu sein. Wir sind Eisenstein auch recht dankbar dafür, daß er offenbare Druckfehler in der Handschrift oder im Truck einfach verbessert hat und nicht erst durch einen langen kritischen Apparat den Druckfehler festgestellt hat. Trotzdem ist noch mancher offenbare Druckfehler stehen geblieben, so z. B. S. KCpSlB an mehreren Stellen statt XB^p12 (ßay^ov, baculus) wie tatsächlich auch im Midrasch rabba Berelchis 38 so geschrieben sich findet 7I2^p2 2*>22 Xp. Das Vokabularium hätten wir etwas ausführlicher gewünscht, wir vermissen darin manches Wort, das der Erklärung bedarf. Derartige Bemerkungen sollen aber keineswegs etwa als eine Herabminderung des schätzbaren Werkes aufgefaßt werden. Wir wollen damit nur die Anregung geben, bet einer zweiten Auflage, die wir dem Werke recht bald wünschen, diese kleinen Schönheitsfehler zu beseitigen. ' Wcherscha«. 121'2 2V “121* Grundsätze der jüdischen Lebensanschauung in populärer Form behandelt. Predigten und Borträge von Rabb. Dr. Ansbacher, Heilbronn. Verlag von A. I. Hofmann, Frankfurt a. M., 5675—1914. (36 Seiten.) Diese Reden, die im Kriegsjahr erschienen find. wurden bereits in der Friedenszeit gehalten und entbehren daher des Hinweises auf die weltgeschichtlichen Ereignisse unserer Tage. Gleichwohl sind sie durch die zur Erörterung stehenden Fragen wie durch die Lösung, die diese finden, durchaus zeitgemäß. Themen wie. Tugend und Glück, Willensfreiheit, Gott der Lenker des Menfchengeschicks, Möglichkeit der Wunder, gehören doch wohl zu den Gegenwartsfragen, wie sie sich dem Denkenden allenthalben aufdrängen. In unserer Sammlung werden diese nach den Grundsätzen unserer Thora geschickt in gemütvoller Weise und in gewandter Form behandelt und so sind diese Predigten durchaus geeignet, den Glauben zu festigen und in dieser schweren ernsten Zeit Mut und Vertrauen einzuflösen. — (Die Druckfehler werden von jedem als solche erkannt werden.) Möge das Büchlein das Ziel erreichen, dem es dienön soll, daß die Liebe zu unserm Judentum allenthalben wachse und zur treuen Gesetzesübung führe. Dr. M. L. in Wr. Gottesdienstliche Vortröge aus dem Kriegsjahr 1815. Von Dr. Salomon Stein, Distriktsrabbiner in Schweinfurt. Verlag von I. Kauffmann, Frankfurt a. M. 102 Seiten. (2 M.) Obige Kriegsreden, die eine Fortsetzung der bereits veröffentlichten Sammlung „Gottesdienstlicher Vorträge während der Kriegswochen des Jahres 1914" bilden, rechtfertigen den guten Ruf, den der Verfasser als gediegener Redner genießt, in glänzender Weise. In edler Sprache und streng durchgesührrer Gedankensolge werden die verschiedensten Fragen, wie sie durch die welterschütternden Ereignisse nahegelegt wurden, unter Anwendung treffender Texte oder Ausdeutung ganzer Psalmen vom Standpunkte des überlieferten Judentums erörtert und in sachkundiger, die Geschlossenheit einer gediegenen Weltanschauung und öobonsanschauung bekundenden Weise behandelt. Wenn auch in diesen Vorträgen, wie die.Einleitung darauf hinweist, mehr das Gedankenmäßige übermiegt, so ist doch die ganze Beweisführung so klar und eindringlich, von solcher Ueberzeugungskrast und Glaubenssicherheit getragen, daß sie auch den Weg zum Herzen finden und sicherlich von keinem ohne Befriedigung aus den Händen gelegt werden. Für mein Urteil Beweise anzuführen, muß ich mir versagen, da mir bei dem durchwegs Gediegenen die Wahl schwer wird. Ich möchte aber hier doch auf die behandelten Psalmen 120, 126 und 127 wie auf die Predigten am Passah- und Wochenfeste Hinweisen und zum Schluffe dieser Sammlung recht viele Leser wünschen. Dr. M. L. in Wr. B'Vf mmir^TTn nb-cn. Bon Rabbi Hirsch Braude frsr. Herausgegeben von S. Bengis Lazzinen (Ostpr.) Zu beziehen beim Herausgeber. Zu Nutz und Frommen aller derer die aus Reisen gerne über des Menschen Bestimmung nachzudenken bereit sind, sei hier auf ein kleines handliches und ansprechendes Büchlein hingewiesen, das Herr S. Bengis in Lappienen (Ostpr.), ein Enkel des Berfaffcrs, neu herausgegeben hat. Entsprechend seinem Titel *pnn rfr'Byi enthält es das Gebet, das jedem auf Reisen zu sprechen geboten ist, es sind ihm aber auch neben einigen Stücken aus dem täglichen Gebetbuch erbauliche Kapitel angefügt, in denen unter Anwendung und Deutung von Gleichnissen, die aus den Erfahrungen des Reiselebens gewählt sind, der Lesende erbaut und ur Selbstbetrachtung angeregt wird. Der Berfaffer, 'ST ktvq tPvn ’SS b»t: ’i :n sin, erweist sich in diesen Auseinandersetzungen, die als am fiima bezeichnet weiden und auch in einem gefälligen und leichten Hebräisch geschrieben sind, als ein ebenso geistreicher wie gemütsvoller Sittenprediger, dem mit Verständnis und willigem Herzen zu lauschen einem jeden nur Segen bringen kann. Dr. M. L. in Wr.