Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 55 (1915)
- Issue
- Heft 40-41 (21.9.1915)
- Date
- 1915-09-21
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2446951-2448506-2448546--67732-2488638- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
«T? 1015 cklietz ftafle Kottnskt ein «Dcqel G - Orchke cksjcht Satz nu^q ittpl- Man konihrer rbeie des tpels inen tner Geeren Alke daß eben alen die den, lltsach- An- In s.r, sei sertch es bkaen den ses er- >yler en em cf* E N ndo em tet i! e )i * )ie Y n- >ie ich en er re 'n it i x s t tj i? i 3 I 1 21. September 1916 servar,ve etxicbti*t werdenwohl aber liberale Synagogen über den Bedarf hinaus. Der beste Beweis dafür sei die Synagoge Levetzowsiraße, die nur sehr schwach besucht sei. D eier letztere.» Bemerkung glaubt Herr Platte widersprechen zu sollen. — Das Ende vom Liede ist der von vornherein feststehende Besä luß, daß der R tus Neue Synagoge (Orge', gemischter Chor usw.) emgcführt werden solle. In der Sitzung vom 21. d. M. bringt der Vorsitzende ein Schrrio»n eines Gemetndemit- Llie. es zur Kenntnis, welches die B friedigung des Schreibers über d e Wahl des Präsidiums der Rrpräsrntäntenversammlung zum Ausdruck bringt. (Na, also!). — Außerdem wird auf Antrag des Gemeindevorstands die Einsetzung einer gemischten Kommission zur Beratung über den Kultus der Synagoge Kottbuier Ufer beschlossen. — Der Vorstand ist also dem Besch!uß der Rep^ä'entantenversammlung nicht beigetreren. April. In Nummer 4 des Gen eindeblaiteS beklagt Herr Dr. Hochfeld die betrübliche Tatsache, daß die Einsegnung der Mädchen sich trotz allen Eifers der Konfirmawren nicht recht einbürgern wolle. — Als ob es mit irgend einer anderen, von der Rtform dem Judentum aufoktroy erten Einrichtung sich anders verhielte! Immerhin ist das Geständnis dankbar zu registrieren. Wenn er aber zum Schluffe „das eine noch hinzufügen" zu sollen glauvt, daß „dte Einsegnung der Märchen kein Streitpunkt zwilchen den Parteien des Judentums sei", io muv gegen diese — Korrektur der Tatsachen entschieden Verwahrung eingelegt werden. Am 25. d. Mts. findet zum Besten der Kriegshllfskowmjision der jüdischen G.metnde in der Synagoge Fasanenftraße das zu trauriger Berühmtheit gelangte Konzert statt, das durch die Mitwirkung von Frau Hedwig Wangl seine Signatur erhält. Auf dte Sache selbst etnzugehen, veiblerer sich aus den bekannten Gründen. Kur auf zwei aus der Affaire sich auskristalliierende Momente sei hier eingegangrn. Zum irsten: ein bei dem Konzert anwesender Rabbiner oll, nach Berichten von Augen- und Ohrenseugen, die Konzertbesucher aufgefordert haben, durch Anstimmen des „Schema" die entweihte Synagoge neu zu weihen. Gegen diesen Versuch, jwS intn w '2 nr«a ,oe>n ntry rH b‘in r*?D2 a*m ora. 'r.rhy nr:’ bar «np 'neon uiao bv van «kxo w'D'a M.iSi nur* bv nan diipb* w ib rm^ vrr "ps nnra m» rpn kb di ,vmro «f?i «in *»fli33 ’ntw r.vv «3 :cd B>p"a »6 oa ,niB"its 3a«o nanair D»o»n bat "2^3kl )bsXD ^2K>2 p*B> ''7>V N1N2VN sNl«2 :'i 113 ^a "n 'v' ^a 'by ’rfeapi Sti pann niD'sa .''bi3 ,vbas 2'D nva rwn *722 (Am Sabbath, den 27. Cheschwan 5574 (1813) gegen ilbend, ließ sich unerwartet ein kranker russischer Hauptnann ,nit drei Mann seiner Bedienung in meinem Hause n Edigheim nieder und belegte auch mein Bet». Er »rängie mich, meine Frau und meine zwei Töchter ius dem Haus und ließ mich, auch auf eine Weile, »asselbe nicht betraten. So war es bis zu seiner übreise mit dem anderen Militär am 17. Kislew Zwanzig Tage irrte ich mit meiner Familie außer >cnt Hause herum und wir aßen unser armseliges 3»od in Angst und Sorge. Aus Furcht und Sorge im unsere geringe Habe und die heiligen Bücher, velche in ihrer Hand geblieben waren, konnten wir licht schlafen. Dazu kam die ganze Verpflegung des dauptmanns, die wir aus eigenen Mitteln bestreiten nutzten. Meine zwei Töchter mußten für ihn waschen, kleider reinigen und üergl. " ehr. Tag und Nacht lauen sie keine Ruhe. Trotzdem weiße ich heißen dank dem Heiligen, gelobt sei Er, der es gefügt, daß >ie Abreise des Hauptmanns am 17. Kislew keine veiteren Folgen mit sich gebracht hat. Wir kehrten in mser HauS zurück und fanden alles in Ordnung, die »eiligen Bücher wie die mühsam erworbene Habe. Beonders muh ich dem Heiligen, gelobt sei Er, danken, 'atz die Russen mir meinen zwei Töchtern gut umm>gen und keine unpassenden Reden mit ihnen führten, sie verlangten auch in all den Tagen und Nächten eine unrituellen Speisen. Auch verlangten sie nie, 'atz man ihnen zuliebe am Sabbathe irgend welche ltbeit verrichte. Ich nahm mir deswegen, ohne Geübde, vor, mein Leben lang am 17. Kislew eine „gute lat" zu vollziehen. „Gedaija" ) Welcher Unterschied zwischen den russischen Sollüten von 1813 und ihren Enkeln im Jahre 1915 . . . ft. Her JSraeltt fto. 40 w. 41 Sette 6 außer jüdische Vorstellungen in das Judentum einzuführen, muß provstterr werdn! Eine Synigoge e' p'ängt weder noch verltert sie ihre We he durch Personen oder Akt?, dte sich in ihr abipielen, sondern lediglich aus sich selbst heraus. — Zam zwe t--n: in der Jnterpellationsdebaue, die sich auf jenen Vorfall bei»og, äußerte sich ein Redner dahin, daß man über d:e Fr^ge, ob es richtig fei, die Synagoge für Konzerte zur Ver fügung zu stelle,-, v rfch »dener Meinung fein kö >r>e. — Demgegenüber muß festgeftelll n erben, daß für Synagogen, d. h. für GoitcSHLuk'er mit jüdischem Kultus diese Frage überhaupt keine ist. Ob iür Orgeltempil eme ander Auffrsiunq zulässig ist, vermögen wir, da wi in deren R-tualcod ces unbewandert sind, nicht zu beurteilen. Lehrreich für die Priester dieses Kultus wä^e es aber, wenn sie aus dem Gemein^ earchiv sich die Stimmungsberichte über das erste Konzert, drs je tn einer Sy 'aqoqe slattfand, vä ultet) jenes aus dem Jahre 1865 in der Neuen Synagoge zu Berlin zugänglich machten. Juni. In der Satzung vom 6. d. Mts. gelangt eine Borlag; des Vorstandes zur „grundsätzlichen Annahme", wonach an den diesjährigen hohen Feiertagen ein Jugendgottesdienft nach altem Ritus eingerichtet werden solle. In der Debatte regt Herr Prosi Blaschte für die Gestaltung des Gotresdi nstes noch besonders a n, daß falls am Nachimtlag des V e r s ö h n u n g stages überhaupt eine Tboravorlesung stattftnden solle, an Stelle des 18.Kap. des 3. Buchs M. das 19. Kopi e! verlesen werde. In der S'tzung vom 27. d. Mts. wird derselbe Gegenstand wieder verhandelt und Herr Praß Blaschke formuliert seine Anregung als R sotution, mir dem Hinzufügen, daß er seinen Wunsch darum nicht als Antrag vorbringe, weil er Bedenken trage, von der konservativen Partei etwas zu verlangen, was er in enrsprechenoer Aenderung nicht annehmen würde, wenn es die orthodoxe Partei von ihm verlangen würde. Herrn Prof. Kalis cher fochten diese Bedenken aber nicht an, sondern er erklärte es für das Recht und die Pflicht der Mikglieder der Versammlung, Anträge zu stellen, die sie für notwendig halten! Die Resolution Blaschke wird einstimmig (!) angenommen. In der obigen Sitzung gelangte auch noch die Vorlage berr. Miecung der bisherigen Vereinssynagoge Pestalozziftraße auf eine R?ihe von Jahren zur Annahme. Für diese Synagoge wird der Ritus Hetdereutergaffe (alte Synagoge) beschtoffen. So ist denn bte Befürchtung des Herrn Prof. Blaschke zur erschrecklichen Wirklichkeit geworden. Und die Berliner Gemeinde ist nicht aus ihren Fugen gegangen . . . Es ist ein alles andere eher denn erfreuliches Bild, das unsere Chronik von den Seelenzuständen führender Kreise in der Verwaltung der hiesigen jüdischen Gemeinde zeichnet. Es genügt ja, auf den einen Fall, die Angelegenheit der Gestaltung des orthodoxen Jugendgottesdienst zu exemplifizieren und sich das Auftreten des Herrn Prof. Kalischer — im Gegensatz zu der wohltuend berührenden Objektivität des Herrn Prof. Blaschke — zu vermerken/ daß es unS an Stoff zur Klink nicht gebricht, dürfte daraus zur Genüge erhellen / 'und daß wir uns diese Kritik nicht versagen würden, werden unsere Leser nicht bezweifeln — wenn der Burgfriede uns nicht zur Selbstüberwindung und schweigendem Groll verpflichtete! * * * Zu der Sitzung vom 6. Juni wird uns von anderer Seite noch geschrieben: Seit Jahren veransrairet die Gemeinde für die hohen Fesnage besondere Jugendgottesdienste in den verschiedenen Stadtteilen. Diese Veranstaltungen waren bisher trotz ihres provisorischen Charakters ausnahmslos mit Orgel- oder Instrumentalbegleitung versehen, so daß sie für Anhänger des überlieferten Judentums unbenutzbar blieben. S?it Jahren hat der Verein zur Erhaltung des überlieferten Judentums seine Stimme dafür erhoben, daß auch für einen JugendgoiiesdieNst nach überliefertem Ritus bei dieser Gelegenheit Vorsorge getragen werde. Das Vorgehen des Vereins zeitigte den Erfolg, daß in diesem Jahre auch ein konservativer Jugendgottesdienst seitens der Gemeinde eingerichtet wurde. Bei Beratung der betreffenden Vorlage in der Rcpräsrnranien- Betfammlung fanden es einige Vertreter der rad'kalen Rlchtung für angebracht, den Vorstand da. aus aufmerksam zu machen, daß der Thoraabichniit, der am Nachmittag des Bersöhnungstaqes zur Verlesung kommt, für die fugend wenig geeignet sei! Der Vorgang wurde zunächst wenig beachtet, da man nicht annehnren konnte, daß man auch bei Einrichtung eines spezisiich konservativen Gottesdienstes Rciorinen einführen würde, einzig u»»d allein, wett ein paar liberale Heißsporne auch bei dieser Gelegenheit die durch Iah, raufende bewährten Anordnungen unserer Chachvmim kritisieren zu müssen glauben. Aber das Unertvartere wurde Ereignis; der Vorstand ordnete an, daß statt Kap. 18. B. M. 3, Kap. 19.. B. M. 3. gelesen werde Als in der Oeffenrlichkeir bekannt wurde, daß der Vorstand tatsächlich eine Aenderung für die Thoravorlesung einrreten laßen wolle, richtete der „Verein zur Erhaltung des übrrlirferierr Judentums" die folgende Eingabe an den Vorstand „An den verehrlichen Vorstand der Jüdischen Gemeinde Berlin. Der Vorstand des Vereins zur Erbaltung des überlieferten Judentums hat es mit großer Genugtuung begrüßt, daß seine schon vor Jahren gegebene und immer wieder!,olle Anregung, zu den hohen Festlagen einen Jugendgottrsdienft nach ortbodoxem Ritus einzurichten, in diesem Jahr verwirklicht werden soll. Um so stärker sind wir von der Mitteilung berührt, daß bei diesem Jugendgottesdienst für den Bersöhnungsrag eine einschneidende Aendcrung geplant ist, indem an Stelle des rcligionsgeteylich vorgeschriebenen 18. Kapitels des 3. B. M. das folgende Kapitel verlesen werden soll. Wenn wir auch anerkennen wollen, daß bei dieser Aenderung eine ethisch-pädagogische Absicht obgewaltel haben mag, so müssen wir doch mit aller Entschiedenheit erklären, daß niemals niemals eine gute Absicht schlimmer in ihr Gegenteil verkehrt worden ist, als hier. Würde es zu jener Aenderung kommen, fowäre dte unausbleibliche Folge, daß reifere Kinder, denen die Uuiänderung aufs allen mutz, erst recht dazu geführt werden, sich nach dem in Wegfall gekommenen Abschnitt umzusehen und seinen Inhalt kennen zu lernen. Die Uebersetzung steht ja nicht nur im Machsor sondern auch in allen Ueberrragungen der Bibel, wi sie z. B. den Konfirmanden als Andenken gegeben werden. Es erweist sich somit schon aus pädagogischen Gründen dte vorgeschlagene Aenderung als durchaus unangeb'acht. Wäre dies aber selbst nicht der Fall, so müßten wir aus r e l i g i ö s. gesetzlichen Gründen gegen die geplante Aenderung den schärfsten Widerspruch erheben. Die Festsetzung der 18. Kapel des 3. B. M. beruht auf einer klaren, bestimmten, von allen rcligionsgesetzlichen Autoritäten anerkannten Anordnung des Talmud und Schulchan Aruch. Auch von keinem der Decisoren wurde eine Aenderung ins Auge gefaßt, oder angeregt. Obschon in der gottesdienstlichen Liturgie bei den verschiedenen M'nhogin, sonst manche Abweichungen herrschen, finden wir auf der ganzen Welt keinen von jener gesetzlichen Norm abm< tchenden Brauch. Bei Aschkenasim, Sefardim und Chafiidim wird übereinstimmend dieser Abschnitt verlesen. Es bedeutet doch den Gipfel des Widerspruches, einen o.thodoxen Jugendgottesdie.st einführen zu wollen, bei dem in dem wesentlichsten Punkte, der Thora-Borlesuüg, ein Bruch mit den reltgionsgesetzlichen Vorschriften vollzogen wird. Wir halten es für ausgeschlosien, daß der verehrt. Vorstand eine solche Aenderung einführt, ohne zuvor eine Befragung des zuständigen Rabbiners, Herrn Dr. Pctuchowski, vorgenommen zu haben. Ebenso undenkbar erscheint es uns aber, daß Herr Rabbiner < r. Peiuchowski mit der geplanten Aenderung sich einverstanden erklären wird. Zahlreiche Anfragen, die von den Mitgliedern der Gemeinde an den Unterzeichneten Vorstand gelangt sind, lasten es wünschenswert erscheinen, eine Klärung dieser Angelegenheit schleunigst vorzunehmen. Wir bitten daher, uns Bescheid aus unsere Anfrage gütigst umgehend zukommen zu lasten. Bereits heute wollen wir allerdings daraus aufmerksam machen, daß, falls wider unser Erwarten die geplante Aenderung durchgeführt werden sollte, es unserem Vereine nicht möglich wäre, dies stillschweigend hmzunehmen. Die Verantwortung, die aus. unserem Vereine ruht, zumal wir die Anregung zur Eins hrung eines orthodoxen Jugendgottesdienstes gegeben haben, würde uns die Pflicht auferlegen, gegen die geplante Aenderung auch in der Ocffenttichleit aus den oben erwähnten Gründen schärfsten Widersp> um zu erheben." Auf diese Eingabe erfolgte eine ablehnende Antwort, der eine Motivierung nicht beigeeeben war, dagegen wurde bekannt, daß das vom Borstande eingeforderte Gutachten des Herrn Rabbiner Dr. Peruchowskt sich entschieden gegen die geplante Neuerung ausgesprochen habe Trotzdem blieb der Vorstand aus seinem Beschlüße bestehen. Es wurde ferner bekannt, daß der Vorstand sich bei einigen wegen Leitung dieses ZugendgottesdienireS angegangenen Herren, ob der getroffenen Arnderungen einen ent-