Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 55 (1915)
- Issue
- Heft 40-41 (21.9.1915)
- Date
- 1915-09-21
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Sette 4 Ao. 40 u. 41 Der J-raettt. 21. September 1015 21. S Lage find, den ersten Freitagabend-Gottesdienst zu besuchen (lies allen: ros? 'bbnn), die Möglichkeit zu geren, an anderen Gottesdiensten am Freitagabend teilzunehmen." Und Herr Löwenthal bewies diese Verpflichtung sogtr aus dem Talmud, denn ein alter jüdischer Spruch sage, „daß der Mensch nicht für den Sabbat, sondern der Sabbat für den Menschen da sei." (Ueberffüffig zu bemerken, daß der klare Sinn dieses ialnnttischen Lehrsatzes, wie der Zusammenhang mehr als deutlich lehrt, der ist, daß Lebensgefahr von ter Sabbar Heiligung disp'-nsiett!!) Schließlich gelangte noch lä' ge»em Hin und Herr, w e von vornherein festston d, der Aneschußantrag zur Almahme. In derselben Sitzung (27 Dezember) w rrden die ausjcheidenden Vorstandsmitgl eder, dre sämtlich ter liberalen Sfhdjtunq angehören, wedergewädlt. Der Burgfriede bot alto hier, trotzdem das Kaiferwort ja keine Parteiunlerschiede in öff ntlichen Dingen m»hr kenn n will, keinen Anlnß, den Konservativen oder gar den Orthodoxen einen Sitz in dem homogenen Gemeindevorstand einzuräumen. In derselben Sitzung wird die Beschlußfassung über den Ritus der neuzueröffnenden Synagoge Kottbuser Ufer vertagt. Am 5. Dezember fand ein Konzert in der Neuen Synagoge zum Besten der N tonalftiftung ,ür die Hinterbliebenen der tut Strieme Gefallenen statt. Januar 1915. In der S'tzung am 17. wird die Beich!ußt»ssung über den Ritus d r Synagoge, Kottbui»r Uf?r, bis zur nächsten Sitzung vertagt. (N nrnrn r 2). Februar. An Stelle des verstorbenen Louis Sacks w'rd Dr Minden zum Vorsitzer d<n "er Rep ätentante» Versammlung g wählt. Die Liaison zw'scken der jüdischen Gemeinde UN der R formgrnvffe ichafr, deren Reptäienlanienvornv.n er ebenfalls H rr Dr. Mind " ist, wi d damit auis Deutlichste dok'im'ntiert. Di.' Arb it, die seit d»n Tagen, du Mey r Magnus d e Geschicke der jüdischen G n e » d» ir» kie, ei^ s tz'e u, d s i ^em z'elbewtt't. ohn< j den E' dzweck .»»«s d n Aug n zu lassen, vor und hinter den Koni ff Ii der Gewkin-evtrwalrung betrieben wurde, har damit den vorletzter' Sckr tt auf jh em W»-ge getan. Man muß diele Koni quenz in der erfolgung des einmal 'orgeziitcten Z -le b wu dein und kann den Konsrrrmt t>?n i ut o>r n chen, daß sie einen tiei^tn B udjttil ö eur E e gie und dreier Zrelsicherh«"t sich rbenf-lls a» e gnen .möchten. Was die Rew mgenosien chait j tzt erreicht hat, ist, menn man dre Mü en der zurock i leann Weges übeiblckr, ein l£notj, der sich geru sehen l« ff " darf. Es ist »bren Bor ampr rn gelungen, das Odium, das auf ihr in den Augen der „alten" Berliner Juden jeder religiöse« Hlichtuvg seit und aus der G sch chte ihrer Enc- Nehuog ruhte, das sie brs vor einem Jahrzehnt für dtese Kreise überhaupt n cht als verhanlungsfähig gelten lreß, nach und nach so vollnändig zu v.rwischen, daß heute ihr L tter zugleich auch ^en maßgebendsten Platz in der Verwaltung der jü'ischen Gemerrde ernnimmt. Dabei d >rf man nlcht an d r Tatsache vaiünerglhen, daß von den Rn:e n des Geistes, auf deren Zug7 Hörigkeit d-e jüdiiche G meinoe mit Recht stolz st, von den Lazarus, Steinthal, L. Gol schmidt, Senator u.s. w. u. s. w. kaum jemals einer d^r Ref^tmge, off iifchaft «gehört hat. D>tür trat d r aisimUaimiscke Ra iialismuS, auf dem sie aufgebaur ist, d sto m hr den Ge>chm rck der Krciie dcr hohen Finanz, deren moderierten und mojesten religiösen Aniri ben er ausgezeichnet eniiprach. Diese Erkenntnis ist zur richtigen Würdigung ihres Erfolgs am wesentlichsten. In derselben Sitzung wurde die Beschlußfaffung über den Ritus der Synagoge, Kottbuser User, vertagt (Nummer 3). Marz. In der S'tzung vom 7. d. Mts. gelangt endlich der Ritus der Synagoge, Kottbuser Ui er, zur Beratung. Der Gemeindevorstand hatte nach eingehenden Beratungen mir Vertretern liberaler und konservativer Rest gionsver eine in jener Stadigegend beschlossen, für diese neue Synagoge den Ritus K Uferstraße (konservativ) einzuführen. Dieser Beschluß hat aber nicht d'e Zustimmung des zuständigen Aus sckuffes gesunde". Herr Löwenrhat, der in seinem Nauen berichtet, rechnet erne iiknrale M»h heit für jene Gegend heraus und be,elch>ut es as „eine Vergewaltigung dieser Majorität, wenn man ihr den Ritus Kaiserstraße ausdrängt! — Herr Justizrot Dr. Cohn polemisiert glücklich gegen diesen Standpunkt. Zum Schluß macht er noch darauf aufmerksam, daß es eine Jnkonseg renz sei, w nn der Ausschuß den Ritus Neue Synage fordere. Denn bei der Festsitzung d-s R tu» für die Sy nagoge Lewetzowstraße sei aus rückuch f<stqestellr w'-rden, daß es nicht angängig ie, eine i a>de»en Rius als den der Fasanenft atze za wählen, wen mal in den Orgelsynagogen nicht rückwärts schreiten dürfe! — Nimens des Vorst--«des b tont Herr Feilchenfeld die Ob jektb-i ä« des G merudeoorstandes. Kanietvarioe un> Lkbe ale hie ten sich do t dre Wage/ da 'ür, dre Liberalen die L ndenstraßensy ragöge da sei, hätten de Konfe nativen Anipruch auf eite Ey naqoqe ihrer Rlchtung. „Hrerza käme noch, daß die Liberalen im Allgemeinen am S'bbat eher fatjren ale die Konservatrven. in für d e^e ein Gort^s^ienst in der Nähe ein unbedingtes Bedürfnis sei." Schließ ltch wolle er noch bemerken, daß für alle Fälle der Platz für eine O gel in der Synagoge Kottbuser User vorgesehen sei! — H rr Lewinski kann es nicht versteh n, daß es für Liberale ein Grwiffenszwang sei, einer Andacht ohne Orgel beizuwohnen, wohl aber bedeute es einen Gwiffenszwang für die Konservativen, in eine Orgel ynagoge zu gehen. — H-'rr P of. Blas ch ke findet, daß „j d r moderne Mensch oh e Rücksicht auf relig ö'e Parteirtchtung z lgeben muffe, daß die Orgel die Andacht erhöhe und dre O dnu 'g im Gottesdienst aufrecht erhalle." Die Hauplbedeutunq läge aber ln der Gevetordnung. Man tö me dcn L beraten nicht zumuten, in einer konservativen Synage Gebete zu sprechen, die ihrer Ueberzeugu-ig widersprechen. Wenn er Gebete sprechen solle, die di; Wiedereinführung des Opferkults und den Wiederaufbau des Tempels erfleh n. so müffe er seiner Ueberzeugung einen schweren Z vang antun! Da einer der Rabbiner in fernem Gutachten erklärt habe, daß aus Gemetndekreisen an ihn der Wunsch herangetreten rei, den Ritus Kaiserstraße durch den RituS Alke Synagoge zu ersetzen, so befürchte er (!), daß man schließlich sogar dem Wunsch statrgeben werde! Der Standpunkt, daß die liberalen GotteShäwer nur an dr i Tagen im Jahr, die konservativen das ganze Jahr benutzt werden, sei um Jahrzehnte (!) veraltet. Der Liberalismus bedeute w'der U iwiffenhert noch Nichtachtung der religiö en Gebräuche, dir unserer Anschauuna und unserer Ze t ent'prechm. — In dieselbe Tonlage verfällt der Barstandskomm ff\x, Herr Justizrat Lilien; hrl, den Liber »len sei ihre Uederzeuqung ebenso heilig wie den Konservativen! Die Konservativen müßten sich durchaiis (!) daran gewöhnen, drß es einen Gewissenszwang für einen Liberalen bedeute, einem Gottesdienst beizuwohnen, der seinen Anschauungen nicht entspreche. Aus Gründen der ausgleichenden Gerecht gkeit aber müsse dieses Mal den Konservativen R chnung getragen werden. In letzten Jahrzenten seien fünf Synagogen entstanden, in denen liberaler Gottesdienst eingefühit wurde,d igegen nur eine einzige, m^t konservativem Ritus, und auch dort mutzte diese Rücksicht auf konservative Ansprüche gegen den Willen verLiberalen vom Gemerndeoorstand erst erzwungen werden!! Wo gäbe es denn überhaupt einen Sr idrreil, in dem eine Synagoge mit kouiervativem Ritus errichtet werden könnte, wenn als Vorbedingung eii e tonitvoariv' Majorität in di-ffem Bezirk gesondert werd.? — H?rr Lö oenberg beto rt, daß bte fionieiuaitven gezwungen seren, in dre Ocgel y rr'-go^en z-r nehi'n, m e \ t i ff» r gen ü g e ii > l' o r>- servai slibero sinau iSYna Ischwac Ikung o Ilen. — herein ISYnagr Iführt n I In «Vorsitze |clievf§ Idrs Sä Iber Rk I bringt. Itrag de Izemischt jKultus Der I^ä'enll «beklagt sache,! lsich tro Irecht eir Inner cti laufoktrc IJmmerl Ijtrieren. Inoch hir Isegnung Iden Pai Idiese - iLerwah Am sKriegsh! der Sy Zerühm die Mit rignatu zehen, t!ur au gierende ersten: ' soll, na nugen, purch A :ynago mH untn b'iAa» r p.sSi rvrc pa wpv. Lcd vp". (Am lbend, Ii kann mi kn Edighi Längte i rus dem dasselbe lbreise Zwanzig dem Hau noö in (roi un fei oelche in siicht ichlc ')auptma mtzien. lleiüer v dauen fi« Miik den sie Abret oeiteren dnser Ha deiUgon i londers n )n{} die 8 gingen ut sie veclo keine u«t daß man ubeit ve |übbe, vo int" zu: Welä LlUen ooi Geschirr Teller, Messer, Gabeln neu nnaeschafft. Die Mahlzetteu bennndcn aus Luppe, Fleiscb, Kartoffeln, Kompott; es gab außerdem Itzein, Hier Tee, Kaffee, Kuchen, Hrvi, Buner und NauchbareS In erster Vinie ist das alles der Intendantur ztr danken, die das Hieh^ u. s. w. lieserre. Dann aber gebührt besonders Dank der „Freien Bereinigung." iLsn tüchtiger Schocher war zuin Schächten und Po»scheu neun Tage vorher schon beur iiiubt wvrderi — also kur j unb niii; scheinbar Nnnrögiicheo war möglich geworden. I,n Dual (in einer ichemaligen Scheune) harten »ich inziuischen noch mehr Franksueiee zuiainmen gesunden, so dah die Fsr. Rel.-Ges recht stattlich vertreler» war. Fn »neiner Nahe »atz Herr H. der in I. »rns gegenüber >vol,»n. fvdntz imfeie F ftraste gleich drei Mann hoch vertreten war und nutzerdeni noch eii F».»tfurie»' es tarnen noch <• ehr dastU. Ans n,ei»nni Frontabschnitt n»ar ich n»oi,l der einzige und von allen Anaioienden der diördlichste; die meisten waren vom — Korps und voni .... Es < nb keine Waffengal!»»g und auch keine Charge, die nicht vertreten war in unserer gemliilichen Franlsurter Crke. der sich auch nach Dr. M aus H., ütirch manuigsliche Bande mir Frantsuri ve>knüpft, anjchton. r'lnch am Borminag vertief der Gariesdienit »ehr schön »nd würdig; unser Franksarler Hyz (D. H.) hat sehr korrekt gebtase»! Die zroei Tage verttese«i >vnndervvll. Ich rnuß (jcftcljcii, öait . mir der Abschied »ehr sehr schrver gefallen ist. Bei solchen (Gelegenheiten fiihit nian so recht, »vo man »»ingehörl. Die heterogensten Elemente hatten sich friedlich zuiamniengefunden, u»id es zeigte sich, »vie das Band, das die Fsr. Rel -G. und ihre Schule NM ihre Angehörigen schlingt, noch ein viel festeres ist, als man zu glauben geneigt ijt ... L. G. Eine stille, Helle Spätsommernacht liegt auf Frankreichs roter Erde. Bon bewegt glühenden F»mken bestäubt wölbt sich über mir' aus stiller Wacht der nächtliche Himmel und ich suche über >ntr die freundlich alten, goldnen. Sternenbüder bei deren Anblick mich schon als Knabe sehnendes Träumen überkam. An^. dunklen Horizont steigt »nanchmat wie werdende Sonne eine Vichtkligei strahlend znm Himmel und .erlischt fallend, iuuunt wie sie aulgestiegen. Fernher klingt manchmal veri reu das Rakern der Feldbahn, die ihre i.ächliche Arbeit int und ich ahne dort in der Mulde ihre schneeweihe :)!auchfahne. Donner und Rauschen hör ich. Wie rin Schiss die Wogen, teilt ein schweres Geschoß die ^usl. Das klagende Pfeifen eines Infanteriegeschosses. Dann ruhen wieder t;ichl und Laut. Nur d e Sternenbitder funke!u ruhig und ich träume davon, in »vie trauten Nächten ich sie so suchte »vie herrte. Wie schwingt »ntv me»n Herz im Blute, wenn ich eurer gedenke, rhr schimmernden 4tächte in« npr. Wie oft sah ich hinauf zu dir, gvtdbcsäter Himmel, »venn die müde Hand, die die n2D ruftctc, einen Augenblick ruhie. Und »n später nnchulkiteruächtiger Strecke tarn so grüß und milde der gotdgegürlete Orion herauflieichtvoitl.urn, goldne Tage versprechend für das Fest der und des Wehe Weichheit übetfomint inich da heule, den todbeiveheten Wächter. Kein schlank grünendes \5ulof, kein gv;denes, duftendes Esrog »vird diesmal am Feste mein Herz erfreuen. Nicht glitzens diesmal am Feite «vie Sierngesunkel durch das Dach weinev Hütte. Die genügsame graue Weide am Rande kahler Felder ist diesmal alleit» ein Shrnbol und Genosse des Festes. 'Noch einen zweiten rauhen, rauhen Mahner des Festes habe Ich. Die Hüne, gebaut für den Tag, mit rohem Holze verschalt, gleich einer ron. Gegen den schwelen feindlichen Feuergruß bedeutet ihre Decke aus schwerlastendem Sande und sproffendem Gras nicht mehr als die schwanke Decke der Zelte, die unsere Barer in der Wüste schirmte. Wem, ich euch anch nicht erfüllen kann, ihr heiligen Gebräuche, eueren Sinn erkenne ich tut Spiegel tneiner Umgebung klarer als je. Die stille, glühende Sternennacht sieht meine Tränen, die nicht Tränen der Schwäche sind, sondern Tränen der Trauer^über eine Welt, der Got: mit eiserner Zunge erklären muß. »vas sie als wegiveifertdes Sillnbild im Frieden nicht erkennen mochte. Dr. Leo», München. Sine russische Einquartierung im Zahre isiz. Auf dem Bor der blatte einer in der Frankfurter Slndibibliothek befindliche»! Ausgabe des B'Tsn -®a (Frankfurt a. M. 7x71» besiudet sich folgende, heute nicht unintereffante Eintragung: -pco mp ’d;wn v"2 j-"!r nv- S'“irp.: r:r± 'm '*8n S*n *r;>s2 nno c*»*» npn rss n; rzv rx'X'H :2L>» '"rrr-ryne *rrn -pre cwr» w-npa ov n^in 'i'.ir: K'i pn - r\':z -rri ‘nrtt rsi Tiix s]-.ti /rocs vSc2 0’,'z S’nn cv so: '2 ny nbz r.n-z vrex xis*? a*B»n-r «**■■: n^v, ar t*2 'tsrnbi -h h\& m’tP cv ancfyt — *b', c’:i .mv an^ uonS rs njx-ta i^ax nisinn o^maot er 22277 7^71^2' bz bv 'iv'i'i ins z via ,10'N rupenen bzzr ,m by s^an afw» rnr '*nt? »Tip nsa ’T ”11732 '71V7 ,.13^2 'TI TJ7 717" TS'CT bv ''7W7 nS’2X njiTj ab nbibi sv nonzi^nsz cii'zz r#avb mn-cio irw’atnr ,rt‘z 'wrib iutw kjvrr mca arna 3rr a«ino rayi