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Der Israelit · 1915-09-08 · Heft 38 (8.9.1915) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 38 (8.9.1915)
Date
1915-09-08
Page
– (sequence 5)
Language
German
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8. September 1915 Der JSraeltt. No. 88 Sette b Deutschen Generalkonsuls in Jerusalem, sowie durch den Botschafter der Bereinigten Staaten in Konstanttnopel und durch die Deutsche Bank in Berlin in einzelnen Raten und Zeitabständen ihrer Bestimmung zuzuführen. Sie hat damit ihre eigenen Schulen, sowie ihre segensreich wir kendktt hygienischen und wirtschaftlichen Institutionen unterstützt und so ermöglicht, daß sie ihren Betrieb nicht einstelleu mußten. Sie hat außerdem, um der dringendsten Not abzuhelfen, Verteilungen von Mehl und Brot an Tausende von Familien, die Speisung Hunderter armer Schulkinder und die Errichtung von Notküchen in die Hand genommen, in denen schon heute über dreitausend Personen täglich gespeist werden, sowie den Witwen und Waisen, Greisen und Greisinnen ihre besondere Fürsorge zugewandt. Für die Kranken hat sie durch Bezahlung von Armenärzten und Verteilung von Medikamenten gesorgt und sich die materteüe Unterstützung kleiner Kaufleute und Handwerker durch Gewährung von zinsfreien Darlehen. auch für den Bau billiger Wohnungen und überaus wirksamer Weise angelegen sein lassen. Die Fürsorge der Verwaltung erstreckte sich auch auf die brotlos gebliebenen Lehrer der städtischen Talmudthoraschulen, die feit Ausbruch -es Krieges von ihren Leitungen kein Gehalt erhielten. Diese sowohl wie die notleidenden Familien der Thoragelehrten erhalten monatliche Unterstützungen, die für die in Betracht kommenden Kreise von lebensrettender Bedeutung sind. Eine besondere Fürsorge verlangte die Unterstützung solcher Familien, deren Ernährer zum Kriegsdienste einberufen wurden. Diese Wenigen aus der Vielseitigkeit des großzügigen Hitfswerkes herausgegriffenen Momente zeigen, wie große Summen erforderlich sind, um den allgemeinen Notstand auch nur mit einigem Erfolg entgegenzutreten. So waren z. B. um den Aermsten die Feier des Pessachfestes zu ermöglichen, Frs. 50000 erforderlich. Die Deutsch-holländische Paiäftinaverwaltung, diese älteste Wohlfahrtseinrtchtung zum Besten unserer darbenten Brüder und Schwestern im heiligen Lande hat sich bei dieser Aktion in überaus anzuerkennender Weise bewährt, was sich aus jeder Seite ihres jüngsten Nechenschaftsbcrichtes ergibt, der kostenlos durch die deutsche Zentrale der Deutsch-Holländischen Palästtnaverwaltung in Frankfurt a. M. zu beziehen ist. Wir sind überzeugt, daß angesichts der täglich wachsenden Not auch die unermüdliche jüdische Hilfsbereitschaft nicht erkalten, sondern in ihrer ganzen achtunggebietenden Weise fort und fort bewähren wird. Ein aufmerksames Studium Schmerz und ihrer Trauer nach ihren Kindern.... Da wird ihnen die Luft in der Baracke gar zu dick und heiß, und es hält sie nicht mehr in diesem kleinen Leben des sorgenlosen Einerleis. „Aheim, aheim!" .... M Gott.*) dieses Berichtes wird dazu sicher in der erwünschten Weise bettragen. „Werden wir siegen?" Kannst du noch fragen?! „Wer wird unterlegen?" Brauch ich's zu sagen? Seufzt einer: „Gott weiß eS!" — der Himmel verzeih's! Wer Gott glaubt, dem heiß' es: „Ich weiß, was Er weiß!" Gott weiß das Rechte, Gott wahrt das Gute im wilden Gefechte, im strömenden Blute. Mit Gott btS zum Falle für'S Recht kämpfen wir, nun wisset ihr'S alle: „Gott ist mit mir!" Für Unrecht und Tücke gtbt'S kein Beschwören, gibt'S keine Brücke zu Gottes Erhören. Wer mutz unterliegen? Wem Gott ein Spott. Werden wir fiegen? Mit Gott! Mit Gott! Bayreuth. Hans von Wolzogen. *) Aus der „Lodzer Deutschen Zeitung," Huf den Trümmern non Sochaffchero. Lodz, 3. September. d. Bon allen Städten, über die der Krieg verwüstend dohingefegt ist, dürfte keine einen so gräßlichen Anblick bieten, wie das ehrwürdige, in der Geschichte des Chassidismus wohlbekannte Sochatschew. Keinen Menschen, kein lebendes Wesen traf der Berichterstatter des „Lodzer Volksblattes" in der Stadt, kein Haus, kein Stall ist verschont geblieben. Nichts wie Schutt und Scherben, Trümmer und Ruinen. Auf dem Markt, auf dem das Gras wild wuchert, fand der Besucher unter Schmutz und Kot Fetzen von Thorarollen. Die alte sehenswerte Ruine auf dem Schloßberg hat ihre Rarität verloren, es ist jetzt hier alles Ruine. Am schrecklichsten sieht es in der „großen Schul" und im Beth Hamid rasch aus, wo die Rotten gräßlich gehaust haben. Haufenweise liegen hier die Thorarollen und heiligen Bücher, zerrissen und geschändet, durcheinander. Keine einzige Lampe, kein einziger Hängeleuchter ist zu sehen. nicht mitgenommen werden konnte, wurde in Stücke zerschlagen. Das Tauchbad ist zugeschüttet. Kostbare Manuskripte, Responsen und halachische Abhandlungen, von ganzen Rabbinergenerationen gesammelt und als Heiligtum bewahrt, sind vernichtet. Von einigen Fetzen, die der Berichterstatter aufhob, wird im genannten Blatte der sehr wehmutsvoll anmutende fragmentarische Inhalt wiedergegeben. Wo die 30000 Menschen von Sochatschew hingekommen sind, weiß kein Mensch. Die Granaten flogen von beiden Seiten in die Stadt und eS flüchtete, wer flüchten konnte. Was nachher, bei der Flucht der Russen, in der Stadt geschehen ist, entzieht sich der Untersuchung. Die traurigen Dokumente auf Markt- und Schulplatz lassen aber ahnen, daß sich hier etwas Gräßliches vollzogen hat. Man nimmt an, daß der Rest der Bewohner, sofern sie dem Schwerte und dem Hunger entgangen sind, nach dem inneren Rußland verschleppt worden sind. Rirtzlerrrd. Düölfdie ßeileln Kopenhagen, 25. August. Laut einer Mitteilung der „Jüdischen Volkszeitung" seien letzthin auf Vorordnung der Kiewer Polizeiverwaltung mehrere galizische Geiseln, die bis jetzt neben schweren Verbrechern im Gefängnis schmachten mußten, aus der Haft entlassen worden. Es befinden fich unter ihnen eine ganze Reihe prominenter Persönlichkeiten des galizisch-jüdischen öffentlichen Lebens, u. a. zwei Bürgermeister, ein Rabbiner, ein Professor, drei Großkaufleute u. v. m. Die Geiseln dürfen von nun an Privatquartiere beziehen und unter Einhaltung der täglichen Meldepflicht Bewegungsfreiheit in der Stadt genießen. Kirlgavren. Buigariftfie Hilfe für jüdifcfie Flüchtlinge- Sofia, 27. August. Die neuesten Ausweisungen trafen in Rußland diebessarabischen Juden, denen es in vielen Fällen noch schlechter erging, als ihren Brüdern in Litauen und Polen. Der Strom der Flüchtlinge ergoß fich zunächst über die rumänische Grenze, wo ihm aber die jndenfeindlichen Behörden rasch genug einen Damm entgegensetzten. In Bulgarien, wohin sich dann die Heimatlosen zum großen Teil wandten, fanden sie zuerst kühle Aufnahme. Hier zeigte sich aber das Mitgefühl der bulgarischen Juden im schönsten Lichte. Nach vieler Bemühung gelang es, für die Emigranten das NiederlvffungSrecht in gewissen Gegenden des Landes zu erwirken und eine groß angelegte jüdische Hilfsaktion ist an der Arbeit, das Los der unglücklichen Opfer der russischen Soldateska nach Möglichkeit zu erleichtern. JUtterttta. Das jltöifdie Sdiroarjbudi. Nerv-Kork, 20. August. Die Argumente für und wider den geplanten jüdischen Kongreß werden in Presse und Vereinen nach wie vor lebhaft zum Ausdruck gebracht. Die Kongressisten um Louis Brandes haben es an Propaganda nicht fehlen lassen, ohne jedoch die Gegenpartei zu bekehren. Inzwischen rüstet sich das Ocaanisationskomitee, alles Material für die Kongreßarbeit zusammenzuftellen. Dazu gehört vor allem ein sogenanntes schwarzes Buch, in dem alle Leiden, die die Juden Rußlands während der Kriegszeit erlitten haben, registriert werden sollen. Dies Schwarzbuch soll, so sagen die Einberufer, mehr als alle anderen Weiß-, Blau- und Grünbücher die gesittete Welt erschüttern und das Gewissen Europas wecken. Kür de» «eNameteil ist die ftelftltt»« »ich« veranrwortlich, insbesondere Ist e» a»»schlteßltch Lache der Leser, dir t« ttrffamtteil »»1tzalte»e» Empfehlungen ritueller Ware» «der sO»ßttger A«, W°s irÄWüf* "" •Konfekt den bei Erwachsenen und Kindern. Proben und aufklärende Broschüre F. 60 gratis durch die Pharmaka» Oesellschaft ehern. Fabrik, Frankiert a. Mai» Kaiser Friedrich Quelle ■ - - Offenbaeh a. X. Gegen Gfleht und Rheumatismus bewahrt Alleiniger Qeneral - Vertreter: Friedrieh Stahi, Frankfurt a. M., Günthersburgallee 87. Tel. 259o. 714 Gustav Schwarz, fiatleatstraSe 14, nächst Schauspielh. Kein Laden. Telephon Hansa 8 5 7 s. Besonders billige Preise. (3168) Telegramm-Adr esse: Nesop Franlcfurtmain. Spezialhans für Silberwaren Modellieru. Ciselierwerkstätte Lazarus Posen düoe. Telephon: Nr. 83. Amt Hans». 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