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Der Israelit · 1915-08-12 · Heft 34 (12.8.1915) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 34 (12.8.1915)
Date
1915-08-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Sette 4 No. 34 Der JSraettr. 13. August 1915 nahmsweise dem im Schulchan Aruch Orach Ehajim 581 erwähnten Brauch entsprochen werde, wonach mit dem Sagen der Selichoth schon mit Beginn des Monats Ellul anzufangen sei. Wir überlassen es jedem einzelnen Mitgliede unseres Verbandes, zu dieser Anregung nach Maßgabe der örtlichen Verhältnisse Stellung zu nehmen, und beschränkten uns darauf, im folgenden ein kurzes Programm zu entwerfen. 1. ) Mit dem Sagen der Selichoth wird in diesem Jahre schon am Sonntag, dem 5. Ellul begonnen. 2. ) In den drei Wochen vom 5. — 28. Ellul wird an jedem Tage je eine von den drei Selichoth gesagt, die gewöhnlich an den sechs ersten Seltchoth-Tagen recitiert zu werden pflegen. In der 1. Woche wird die 1., in der 2. die 2., in der 3. die 3. dieser 3 Selichoth gesagt. Hieran schließt sich dann das entsprechende Pismon- Stück und die Wtdduj, die aber in diesen drei Wochen nur einmal gesagt zu werden braucht. 3. ) Falls die Selichoth vor dem Schachrts- Gebete gesagt werden, wird wie an den gewöhnlichen Selichoth - Tagen mit „Adon Olam" begonnen. Indessen können die Selichoth auch nach der Schemone Esre elngeschoben werden, in welchem Falle mit „El erech apajim" zu beginnen ist. Sur Verpflegung Ser jüöifcfien Kriegsgefangenen. AranKfnrt a. M., 8. August. Bekanntlich hat die „Freie Bereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums" im Dezember vorigen Jahres beim preußischen Kriegsministerium eine Verfügung erwirkt, durch welche in sehr entgegenkommender Weise allgemeine Grundsätze für die Einrichtung von rituellen Küchen in den Gefangenenlagern festgesetzt wurden; auch die übrigen deutschen Kriegsministerien und die Lagerkommandanten wurden von Berlin aus von der Verfügung in Kenntnis gesetzt. Der Durchführung der Verpflegung stellten sich, wie nicht anders zu erwarten, in praxi vielfach lokale Schwierigkeiten der verschiedensten Art entgegeninsbesondere haben die in manchen Lagern herrschenden ansteckenden Krankheiten den Zutritt und damit die Schaffung der notwendigen Einrichtungen erschwert, wahrend in vielen Fällen die weitgehende Zersplitterung der jüdischen Kriegsgefangenen auf die verschiedenen Lager sowie ihre Unentbehrlichkeit als Dolmetscher sich als hinderlich erwies. Erfreulicherweise hat nunmehr das b a y r isch e Kriegsmtntsterium auf Antrag zweier bayrischer Rabbtnate genehmigt, daß diejenigen jüdischen Kriegsgefangenen, die auf rituelle Verköstigung Wert legen/ in zwei bayrischen Lagern konzentriert werden, sodaß dort mit Unterstützung der „FreienVereinigung"Koscherküchen errichtet werden können. Bisher haben die jüdischen Gefangenen, um die Schwierigkeiten der Koscherverköstigung zu verringern, vielfach auf Fleischnahrung verzichtet. Der Treuhanönerfrag 9er Berliner Repräientanten- Werki«, 5. August. Die Verhandlungen der heutigen Sitzung der Reprasentantenversammlung wurden vom Vorsitzenden, Herrn Direktor Dr. Minden mit einem Neberblick über das Kriegsjahr eröffnet, unter Anführung des kaiserlichen Aufrufes an das Volk. Cingegangen ist u. a. ein umfangreiches Schriftstück von dem Synagogen-Verein Moabit, der energisch die Notwendigkeit eines konservativen Gottesdienstes in der dortigen Gegend betont. Es wird nach Kenntnisnahme von einer Reihe von Stiftungen eine weitere Erhöhung der Subvention des Vereins für Ferienkolonien jüdischer Kinder für das laufende Jahr von 300 Mk. genemigt. Mit der jüdischen R eformgemetnde zu'Berlin wird ein Treuhandvertrag nach Maßgabe eines vorliegenden Entwurfs geschlossen. Es folgte noch eine große Reihe von Abrechnungen und Bewilligungen minder wichtiger Natur. Andere Angelegenheiten wurden in einer zweistündigen geheimen Sitzung erledigt. Aus gen okkupierten Gebieten. Lodz, 6. Aug. Zu den Städten Polens, die sehr schwer gelitten haben, gehört auch A m sch t n o. Nach Mitteilungen von Flüchtlingen, die nach Lodz gekommen sind, wurden gleich nach der Austreibung der Juden alle jüdischen Geschäfte vom polnischen Mob geplündert. Auch die Gebet- und Lehrhäuser mit ihren heiligen Utensilien wurden nicht geschont. Nebelt dem Beth-Hamidrasch sah der Berichterstatter ein großes Faß, das mit Fetzen von Thorarollen gefüllt war. Auf seine Frage, wurde ihm erzählt daß durchziehende jüdische Soldaten diese Pergamentstücke auf den Schutthaufen gesammelt und, da sie sie auf dem eiltgerr Marsch nicht besser versorgen konnten, in diesem Fasse geborgen hätten. In einem christlichen Bäckerladen erhielt er ein kleines Brod für 30 Kopeken, eingepackt in einem losen Blatte einer Gemoro Wilnaer Ausgabe. Aus seine erstaunte Frage, wie er zu diesem Papier komme, zeigte ihm der Händler ganze Stöße von heiligen Büchern, die in allen Geschäften des Städtchens als Packpapier benutzt werden. holen, wir trugen das Faß zu zweit an einer Stange, sah ich plötzlich einen Regenbogen, wie ich ihn selten noch gesehen, da dachte ick. des Bundes, den Gott mit uns geschlossen; auch die Nachrichten vom östlichen Kriegsschauplatz erreichten uns un Schützengraben, da ging ein Lichtblick durch alle Reihen, und ein Schein von der Geburtstagsfrcudc, die um Dich, lieb Mütterchen gewoben ward, — ganz gewiß hatten sie sich alle um Dich geschart — kam auch aus mich. — Meine Karte aus H. erhielt Ihr wohl. Wir hielten abends und morgens in einem französischen Schulraum (düster, nicht wie in deutschen Schulen, Licht und Luft) pa ab, Dr. E. L. hatte die Fichrung, sprach auch einige Worte, aber eine gehobene Stimmung trat erst ein als rm und ncir 1NM gesungen winde nach Japhetscher Melodie, da kam Leben in die Runde und Wärme und man fühlte, datz rav war. Mittags atz ich mit Dr. L. zusammen, er halte in. einem feinen französischen Haufe Logis, wir unterhielten uns, auch war er sehr aufmerksam zu mir, erkundigte sich lebhaft nach L.. worüber ich ihm allerdings kcine frischgebackene Auskunft geben konnte. — Wegen des Nichtessens bei der allgemeinen Menage werde ich öfters erstaunt gesragr, warum ich auch im Kriege so daraus halte. Es ist merkwürdig, nirgends so sehr als hier draußen in Not und Gefahr merkt man, daß die Liebe Gottes und die Liebe zu seinem Gesetze das einzige ist, was uns übrig bleibt, unser bestes Teil; geben wir auch dies noch hin, dann sind wir in Wahrheit arm, haben keinen Funken von Licht und Frieden mehr im Herzen, und darum will ich danach trachten, w gut als es geht, sein Gebot zu bewahren, damit uns Leben bleibt, das Gott uns gnädiglich gewähren möge. — In Liebe immer Euer F. Talmudhumor aus dem Felde. Ein talmudkundig.'r Frankfurter schreibt uns aus Ncrdsrankreich: Die in Nummer 31 Ihres geschätzten Blattes unter „Jüdischer Humor" gebrachte Notiz, datz nach Anschlutz Italiens an den Dreiverband es nunmehr pp» ni28 gibt, hat mich veranlaßt, die Stelle in dwp *02 auszuschlagen und fand ich, datz man dieses bon mot noch weiter ausspinnen kann. Etwa solgendermatzen: 1. auf uton sagt der Erklärer: refyia np?» nerraniw (Englands Flaggenmitzbrauch.) 2. "nan,, ist ">2 npTim ms irrttp *i2*t (Frankreichs Stellungskrieg.) 3. JJn v ä a n„ d. i.: nrtunb rtr&yv zun (Italiens Krieg aus Profit.) 4. "lyapm,, bedeutet: witro L'n -ronntr <Rutzlands Brandlegungen im eigenen Lande.) Empfangen Sie herzlichen 2"', datz Sie mich zum Lernen veranlatzt haben und herzlichen Grntz aus dem Felde. Ihr ergebener N. B. Vermißte jüdische Familien. XXXI. Es sucht: Es werden gesucht: Nathan Löw, Frank- Schlome (Salom.) Willfnrt a. M., Mainstr ±2. ner aus Frysztak (Galizien); wurde als Geisel verschleppt. Meldungen nimmt auch die Expedition des „Israelit" entgegen. . Nachdem in letzterer Zeit die Deutschen den Platz besetzt haben, gingen sie sofort daran, den Plünderern das fremde Gut zu entreißen. Da aber die Eigentümer dieses Gutes sich zum größten Teil auf russischem Gebiet befinden, so ist es ihnen leider nicht möglich, zu ihrem Eigentum zu gelangen. RrrMarrd. Die luOennerfolgungen in der Reidisduma. Kopenhagen, 7. August. Wie der „Rjetsch" zu entnehmen ist, hat in der Duma der Führer der Kadetten, Miliukow, dessen Rede in dem amtlichen Auszug unerwähnt geblieben ist, auch die Judenverfolgungen der letzten Zeit zur Sprache gebracht. Er führte u. a. ans: ,,Dic Aufgabe der Duma, im Lande ein bewußtes politisches Leben einzuführen, wurde von der Regierung in jeder Weife gehemmt. Vollständiges Mißtrauen gegen das Volk ist immer noch der leitende Gedanke unseres politischen Lebens. Die Regierung hat alles getan, um die patriotische Begeisterung des Für de« «ellametett ist die «edattio» »icht verantwortlich; insbesondere ist es ausschließlich Sache der Leser, die i« Reklameteil enthaltene» Empfehlungen ritueller Ware» oder sonstiger Angaben religionsgesetzliche« LtzaralterS ans ihre Zuverlässigkeit zn prüfe». •Konfekt regelt den Stuhlgang bei Erwachsenen und Kindern. Proben nnd aufklärende Broschüre F. 60 gratis durch die Pharmakon Oesellsehait ehern. Fabrik, Frankfnrt a. Hain Kaiser Friedrich Qualle — Offenbaeh a. H. — Gegen Gicht und Rheumatismus bewährt. Alleiniger General - Vertreter: Friedrich. Stahl, Frankfurt a. M., Günthersburgallee 37. Tel.259 n. 714 Familiennachrichten. Geburten Eine Tochter: Jacob Levy (Farntrog) Berlin. r Telegramm-Adresse: Nesop Frankfnrimaln. Tfilcohoo Nr« 83« Amt Hadss« Spezialhaus für Silberwaren Modelliern. Ciselierwerkstätte Lazarus Posen Vve. Hoflieferant Frankfnrt a. M. Berlin V. Steinweg 12. Unter den Linden S. Künstlerisch aasgeführte Kultusgegenstände. Ez ChaJim, Tass, Jad, Ner-Tomid, Channkalampen etc. mi Man verlange gratis und franco Zusendung meines neuen Musterheftes, das eine reichhaltige Auswahl ln allen Preislagen enthalt j Sabbat-Anfang u. Ausgang. tröötsr rat? OR Ti Anfang Datum AuSgang Uhr.Min. 19151 5675 Uhr Mn. 13. 4. Frankfurt a. M. 7 10 August Elul 8 35 Berlin .... — — — — München . . . 7 — 8 11 Ttrastbnrg > . 0 45 8 35 Stuttgart. . . — — — — Bose« .... — — e. — — Nürnberg. . . 7 15 8 19 Hamburg. . .!- — — — f «i .* -1

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