Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1915-07-08 · Heft 29 (8.7.1915) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 29 (8.7.1915)
Date
1915-07-08
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2448506-2448535--67586-2488480
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Sette 4 No. 29 Der Israelit. 8. Juli 1915 personal und 700 aus der Bürgerschaft bestellten Polizisten. Die Stadt ist in 16 Bezirke eingeteilt, an deren Spitze deutsche Poltzeibeamten stehen. Alle ordnungsliebenden Einwohner der Stadt werden es mit Freude begrüßen, das endlich nach einer Zwischenzeit schwankenden Tastens und Versuchens die unparteiische und unbestech liche deutsche Gerechtigkeit und Ordnungsliebe straff die Zügel der Polizeigewalt ergriffen hat. Die Versorgung von Lodz und Umgebung mit billigen und guten Lebensmitteln ist einen großen Schritt vorwärts gekommen. Den Bemühungen des Unterstützungs-Komitees ist es gelungen, Lebensmittel in größeren Quantitäten aus dem neutralen Ausland nach Lodz zu bringen. Diese sollen in erster Linie dazu dienen, den gemeinnützigen Anstalten ihre segenbringende Tätigkeit zu erleichten. In zweiter Linie werden Mittel und Wege gefunden werden, um die Lebensmittel auch der armen Bevölkerung zugängig zu machen. Es ist beabsichtigt, in verschiedenen Stadtteilen, in denen die arme Bevölkerung vorzugsweise wohnt, Verkaufsstellen einzurichten, in denen Lebensmittel in kleinen Mengen abgegeben werden. Ein dritter Teil wird dem öffentlichen Handel überreicht werden. Kornaschow, 2. Juli. Eine ganze Reihe von sanitären Maßnahmen wurden hier zwecks Bekämpfung der ansteckenden Krankheiten getroffen. So wurden u. a. Schutzimpfungen gegen Typhus, Cholera u. a. Krankheiten vorgenommen,' alle Einwohner find bereits geimpft. Besondere Sanitätskommissionen besuchen die Häuser, wo sie die Wohnungen säubern lassen und deren Bewohner in Anstalten schicken, wo sie einer gründlichen Säuberung unterzogen werden. Die Haare, event. auch der Bart werden geschoren, die Kleider desinfiziert, die langen Röcke gekürzt. Zur Isolierung der an ansteckender Krankheiten Leidenden werden auf städtische Kosten 10 Baracken errichtet. Man darf das Vertrauen zu den deutschen Behör en, die einzig von der Sorge für das Wohl der Bevölkerung geleitet werden, haben, daß sie über die im Interesse der Volksgesundheit gebotene Notwendigkeit hinaus von Gewaltmaßregeln bezüglich der zwangsweisen Aendcrung der durch Sitte, Gewohnheit und Tradition geheiligten Kleider und Barttracht der Einwohner absehen wird. Gesterrreirtz. Das befreite öalftien. Wie», 4. Juli. Den bereits mitgeteilten Kundgebungen reihen sich neue in Form von Gottesdiensten und Huldigungstelegrammen an. In Galizien selbst kennt die Freude keine Grenzen. In Krakau fand Donnerstag, den 24. Juni ein Festgottesdienst in der Synagoge statt, dem ein zahlreiches andächtiges Publikum, darunter auch der Präsident der Gemeinde Dr. Ttlles mit den Mitgliedern der Repräsentanz, Feldrabbtner Dr. Golinski, mehrere Offiziere rc. beiwohnten. Nach Absingung eines Jubelpsalmes hielt Rabbiner Dr. Thon eine schwungvolle, die Größe des Ereignisses treffend zeichnende Predigt, der das Kaisergebet und die Volkshymne folgten. Am nächsten Tage fand in Verbindung mit dem Abendgebete eine Festfeter für die jüdischen Soldaten statt, an welche Festungsrabbiner Dr. Weinsberg eine Ansprache hielt. Die Soldaten sangen hierauf die Kaiserhymne. Die galizische Landesorganisation der Agudas Jisroel richtete ebenfalls ein Huldigungstelegramm an den Kaiser, worauf ein warmes Dankschreiben von der Kabinettskanzlei einging. Wien,, 6. Juli. Wie aus Przemysl berichtet wird, ist der dortige Oberrabbiner, Rabbi Gedaijah S ch m e l k e s, der allen Kriegsnöten trotzend bis zuletzt auf seinen Posten ausharrte, kurz vor der Räumung der Festung durch die Russen aber nach Lemberg verbannt wurde, nunmehr aus der befreiten Hauptstadt in feine Gemeinde zurückgekehrt. Er wurde von seinen Gemetndekindern wie ein sieggekrönter Held mit allen Ehren und voller Begeisterung empfangen. Ungarn. Aus Oen OemeinSen. Prestburg. Ein Großer in Israel, Rabbi Gabriel Neuschloß, ist uns genommen worden. Einen der alten, echten n'v, bei denen Größe mitechter nvx gepaart war, haben lvir mit seinem Hinscheiden verloren. Als Schüler des Vsft icic rra lebte er den Idealen, welche dieser Große gelehrt. In den späteren Jahren hatte er sich noch angelegen sein lassen, Schüler und Freund unseres vor wenigen Jahren verstorbenen TXT c: th sin zu sein. Schüler, die vor 20 Jahren bei ihm lernten, gedenken noch heute mit Freude der $d1, wo sie unter seiner Leitung standen, bekunden, daß sie von ihm e*BBt r*v und min gelernt haben. Ein pnx in des Wortes wahrhafter Bedeutung, der durch seine Belehrung, durch seine ewö, durch seine ganze Lebensführung vorbildlich war, ist er uns gewesen. ,T2x;n. Groü - Tapolesany Vereinsrabbiner Josef Grünfeld erlag in einemPester Spital einer im Dienste geholten Krankheit. Echtes Thorarviffen und unerschütterliches Gottesvertrauen, gepaart mit tiefer Frömmigkeit, zeichnete ihn aus. Sein Heimgang versetzte unsere Gemeinde in tiefe Trauer, da er uns ein leuchtendes Vorbild jüdischen Lebens war. Eine junge Wittwe und drei kleine Kinder beweinen in ihm den Hort ihres Hauses. Seine in Waizen, wohin man ihn überführte, gestaltete sich zu einer imposanten Kundgebung der Trauer. ,T25t;r,. Z. B. A. Personalien. Berlin, 1. Juli. Am 13. d. M. hat Herr Seminarlehrer Gottfried Sender, Leutnant der Landwehr und Inhaber des Eis er n en Kr euze s 1. und 2. Klasse, bei einem Sturmangriff den Heldentod gefunden. Sender hatte sich gleich zu Kriegsbeginn durch hervorragende Tapferkeit ausgezeichnet, die in alten Zeitungen lobend hervorgehoben wurde. Gietz.n, 1 Juli. Nichts wirkt überzeugender als das lebendige Beispiel. Darum ist der Hintritt des Herrn Sußmann Hirsch S o n d h e i m hier, der in seiner ausgebreiteten Geschäftstätigkeit den Schabbos aufs Gewissenhafteste hütete und in der seinen Kindern gegebenen Erziehung die Heiligung des Schabbos in den Vordergrund rückte, ein Vertust nicht nur der hiesigen Israelitischen Religionsgesellschast, sondern auch eines weiteren Kreises der Judenheit. Von schlichter, vornehmer Denkungsart, gastfreundlich, wohltätig, vor allem von dem einzigen Verlangen erfüllt, sein Haus durch und durch jüdisch zu gestalten, genoß er allgemeines Ansehen. Dieses fand seinen letzten markanten Ausdruck in dem durch eine zahllose Taueruersammlung gebildeten Leichenbegängnis, bei welchem Provinzialrabbiner Dr. Hirsch seid das Lebensbild des Verewigten zeichnete. Herr Sondheim ist der erste, welcher auf dem neuen, nach heißen Kämpfen mit der Stadtgemeinde für die Israelitische Nellgionsgesellschafi erstrittenen Friedhofsgelände beerdigt'wurde. mstjri. Dudenhofen, 27. Juni. Am vergangenen Sonntag trug man hier Frau Sarah Reinhard, eine Wi ntrx in des Wortes bester Bedeutung, zu Grabe. Sie hat es verstanden, sich überall großes Ansehen zu erwerben und als würdige Vorsteherin des einzigen jüdischen Hauses am Platze dem Judentum Ehre zu machen. E.n Sohn, melcher im Felde steht, legt Zeugnis von der ihm im Elternhause gewordenen Erziehung zur Treue gegen das Vaterland und das Judentum ab. Bei der in Babenhausen erfolgten Beerdigung gab die große Beteiligung und die herzliche Grabrede des Herrn Lehrer Kaufmann, Dieburg, ein Bild von dem großen Verlust, den die Familie erlitten. ,T2X:n Hadamar» 3. Juli. Am Sonntag den 4 Juli feierten die Eheleute Moses Rosenthal und Frau die Goldene Hochzeit in selten geistiger und körperlicher Frische. Aus Nah und Fern kamen Verwandte und Bekannte herbeigeeilt und überaus zahlreich waren die Gratulationen, welche telegraphisch und schriftlich einliesen. Die Feier in der Synagoge verlief sehr würdig. Herr Lehrer Oppenheimer begrüßte in schöner Ansprache das Jubelpaar und hob hervor, daß die Eheleute es verstanden haben, ihre Kinder als fromme, gute Jehudin zu erziehen. Alsdann sprach der erste Vorsteher der Gemeinde, Herr H. Oppenheimer, im Namen der Gemeinde und überbrachte gleichzeitig im Aufträge des kgl. Landrats deffen Glückwünsche. Im Aufträge Sr. Majestät des Kaisers überreichte er alsdann die goldene Ehejubiläums- Medaille. Hieraus sprach der Bürgermeister Dr. Decher im Aufträge der Stadt. Mit einem Schlußgesang schloß die schöne Feier. Hameln, 20. Juli. Herr Lehrer und Kantor Ph. K a n st e i n begeht am *ön: rctP d. I. seinen 70. Geburtstag. Derselbe hatte 40 Jahre als Lehrer und Kantor fungiert, und hat sich Liebe und Achtung bei seinem Vorgesetzten, sowie bei seinen Schülern erworben. Sein letzter Wirkungskreis war Neumarkt i» Schlesien. Möge dem Jubilar ein langes und sorgen freies Leben und ein ungetrübter Lebensabend zuteil werden, rp'vi'. Prag, 1. Juli. Leo Herzberg-Fränkel, der bekannte Verfasser vielgelesener jüdischer Novellen, ist in seinem 08. Lebensjahre in Tepiitz (Böhmen) verschieden Kür de« «eklameteil ist die Redaktion «icht verantwortlich; insbesondere ist es ausschließlich Sache der Leser, dir i« «ellarneteil enthaltene» Empfehlungen ritueller Waren »der sonstiger «n, gaben reltgionSgesehltchen Charakter» ans ihre Anverkafffgkeit »« prüfe». Kaiser Friedrich Quelle —— Offenbaeh a. M. — Gegen Gieht nnd Rheumatismus bewährt. Alleiniger General - Vertreter: Friedrieb Statu, Frankfurt a. M.. GflnthersburgaDee 37. Tel. 259o. 714 Familiennachrichlen. Geburten Einen Sohn: Eugen Leoy (Kaufmann i, Laöenburg. r Telegramm-Adresse: Nesop Frankfartmala. Telepbon: Nr. 83. Amt Hansa. Spezialhans für Silberwaren Modelliero. Ciselierwerkstätte Lazarus Posen vve. ßoflltftränt Frankfurt a. M. Berlin V. Steinweg 12. Unter den Linden 5. Künstlerisch ausgeffthrte Kultasgegenstllnde. Ez Chajim, Tass, Jad, Ner-Tomid, Channkalampen etc. 0217 Man verlange gratis und franco Zusendung meines neuen Musterheftes, das eine reichhaltige Auswahl in allen Preislagen enthält Leipziger Lebensversicherungs-Gesellschaft auf Gegenseitigkeit (Alte Leipziger), errichtet 1880. Die diesjährige ordentliche Generalversammlung der Gesellschaftsmitglieder, die am 28. Juni abgehalten wurde, genehmigte die Jahresrechnung für 1914 und die Verwendung des Ueberschusses von 14,002,014.42 Al. nach dem Vorschläge des Aufsichtsrats. Darnach wurden 1,000,000 M. dem Ausgleichungsfonds, der dadurch auf 8,300,000 M. erhö,t wird, der Rest dem allgemeinen Sicherheils- und Dividendenfonds der Ver sicherten zugewiesen. Die Dividenden für die vor dem 1. Juni 1907 abgeschlossenen Versicherungen sind auch für 1918 wiederum auf 55°/« (bis 1907 42°,„ mh 48°/0, 1909 bis 1914 50°/0, 1915 55’/0) der ordentliche» (lebenslänglichen) Jahrespränuen festgesetzt. Bei Dividendenplan A erhalten die Versicherten diese de» Vorjahren gegenüber erhöhte Dividende unmittelbar, bei Dividendenplan 6 in Form entsprechend erhöhter Einheitsdividendensätze. Die seit dem 1. Juni 1907 abgeschloffenen, mehr als 5 Jahre bestehenden Versicherungen erhalten zunächst noch die nach den neuen Rechnungsgrundlagen für sie vorgesehenen Grund dividenden; die erstmals nach 10 und dann von 5 zu 5 Versicherungsjahren vorgesehenen Zusatzdividenden, die zum erstenmal 1917 zur Verteilung kommen werden, können nach den jetzigen Ueberschutzverhältnissen mil 25°,00/ anstatt wie bisher mit .15700 in den Vorjahren, angenommen werden. Die Einrichtungen der Gesellschaften ermöglichen es, trotz des Krieges bei dem alten wie bei dem neuen Bestand diese Dividenden zn verj teilen und in Aussicht zu nehmen. - Der Versicherungsbestand der Gesellschaft beträgt am Ende des Jahres I 1,089,230,401 M. I Sabbat-Anfang u. Ausgang toö hudö N2V O R Ta Anfang Datum AuSgang Uhr iMin. 19151 5675 Uhr jäßin, 10 28. Frankfurt a. M. 8 — Juli TammuS 9 35 Berlin . . . . — — — — München . . . 7 15 9 m Strastburg . . 7 30 9 2<» Stuttgart. . . — — — — Posen . . . . I — — — — Nürnberg. . . 7 30 v 14 Hamburg . . . | - X — —

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.