Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 55 (1915)
- Issue
- Heft 25 (10.6.1915)
- Date
- 1915-06-10
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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öt.it L JU. 25 il, sonst möglich seien. Ebenso ergehe es heute fe noch den jüdischen Professoren an' allen höheren U Lehranstalten, solange sie sich nicht lausen lassen. |j;' Der deutsche Beamteustaud sei heure noch so „judenrein" wie vvr dem Kriege uuo jeder % „jüdische" Staatsaiuvalt (altorney) sei zuvor -j' getauft. ßj- Auch abschreckende Zukunftsbilder über aus Lj Schicksal der deutschen Judeu fehlen den Ber- W Hetzungen der neutralen Juten' aller Staaten |f keineswegs. Insbesondere dankdarerl Stoff kuer zu biereu die offeneil lind versteckten, anrisen!!- tischen Wühlereien, die gegenwärtig im Zeichen des „Burgfriedens" (?; 'leider in ' Deutsch and wieder in die Halme schießen nad nur allzn- , schnell dem Ausland zur Kenntnis gelangen-. llcach ti dem Kriege, behaupten die engliscken und runckcheu Emissäre, würde der Judenhaß jil Deutschland il fürchterliche Gestalt allnehmeil u.s.w. u.s.w. Der Zweck all dieser Uebuugen ist so durchck sichtig, daß er eitles Kommentars nicht weiter |!- bedarf. Mail will eben Deutschland auch der Sympathien der über die ganze Erde vcr- L streuten Juden, und so Deutschland seuws i'p letzten Freundes in diesem Weltkrieg verlustig st! machen. Es gibt eben zwölf Millionen Inden, W vielleicht noch mehr. Was seither, nämlich ihre Verstreuthert, zugleich auch ihre Shnntachr und |;! Schwäche war, das ist heute ihre Kraft und in f Zukunft vielleicht auch Macht, die, militärisch betrachtet, allerdings nichts, gar nichts bedeutet. ^Hingegen als eine durch viertausendjährlge iche- -ff meinschafts- und fast ebenso alte Leidensgeschichte ss zusammengeschiveißte Blutgen ossenschaft mit seinem Gesetz und einem Glauben, ein siltllcher, i geistiger und vielleicht auch materieller Macht- Faktor, dessen Bundesgenosseilschafr selbst der ^mächtigste Staat dereinst nicht lvird entraten ff! können. So wird unsere Zerstreuung, ob der Es man uns seit W Jahrhunderten bedrückt, ver pachtet und verfolgt, llns gar noch zum Segen jjN werden. Möglich, daß die Feinde Deutschlands sich 8-solchen Gedankengängen hingeben und damit bei ^den Juden der neutralen Länder gegen Deutschland Haß säen wollet!. Daß wir deutsche Juden hiergegen s uns verwahren, ist nur natürlich. Und da möch- Zen wir uns an die Allierten Rußlands, an Ertg- Zand, Frankreich uub Italien mit der Frage wenden, was denit eigentlich sie getan und unternommen, um den grausigen Judensverfolgutigen in Rußland ein En de z u -machen? 1880, da kamen einmal alle Notablen i Englands in der Guildhall in London zusammen, 'allerdings höchste Würdenträger des Sraates, der Kirche, des Militärs, der Hochfinanz, Herzoge, i Lords, Bischöfe aller Bekenntnisse, Generale und s sonstige hohe Persönlichkeiten, urn gegen die Aüischlachtuug von Zehntamenden russischer Inden m Lrc Iöraetu protestieren. Hub von da an ließ man auch in. England ohne ein we iteres Wort daran zu wen den, weitere Zehuumseude Inden tu Rußland in den Kerkern und Kasemculcv, rn. Sibirien umkomruetl, in den Judenrnnous lang!um Hungers sterben und physisch und moralich zertreten. Und das edle vll6iou pchwieg dazu, schweigt Henne r-.e-ch dazu, dag russische Juden und jüdische Dotdaren ir: einer Weise bepandelr wervl.-r;, sirrchterün-g r als die Geschichte d-m Vst n-chheivon. ir.snch einer Vtalion. zu berichten s e g. Und nun zu Fraitkreich. S - n cin.eur Mru-cheru alter sieht es unter dorn Bn-.ne Rnglaass, ist sein Baniüer und sein Brnbündetcr geworae.--, ge. bliebe:, trog Houie!, Kischinew n. f. w. Und die Epigonen jener Franzosen, die zurr ü m-n Irr een Elrropas Mcnscherrreckn-- verkündeten und verschafften, ließen den schändlichsten Prozeß, den je eine Kultutnation erieor, an einenl jüdnann französischen Ossiz'er auskotuuren, obwohl es rffntbar lvar, dag der Ji.de in französischer Offiziersuniform nur uu pchuidlvies Opfer des Ju.deubaffes lvar. Wahrlich' wer sich aller dieser nicht eluraal einer sernliegnideu BergaiigenhU^ angeljörigor'. Zeitereignisse .riuueri, mttj; es uu'hc -.stts merkwürdig finden, wetNt herre, pZooderö in Ant-erika, lursere Feinde versuchen, die -oriigvn Juderr gegen unser Vaterland auszuhctzeu. Wir sind ..ber rrvtzderu der vollsien Zuversicht, baß tckn Jude, ob er in Dänemark, Schweden, Norwegen, in Griechenland oder in Italien, in Brasilien, ArgentitU'?,-, in Australien aber Kanada uno gar erst in der Noroatuerikani»che11 lt;;u i*. le-' r, arrch nur einen Augenblick sich in seinen Gerüi)len Uild poluscher Paucistellung 'wird beerr<.n iassen. Jede 2t a k i o n, d i e in i t R n ßla.rd m a r sd; i e v r, marfd) icvi gegen die Iudeuh e11!. Mve-eu die Juden Ettglanos, Frankeeichs m,v Jini ers il,rern Barerlarrde treu dierien, du? nr ihre Sache, ihr Reckt, ihre Pflicht. alle Juden aller unbcnerlrgten, neutralem Snuare'- aber, mögen jie Helge", wie n.c wollet-, nrögen sie liegen, wo sie wollen, darf cs nur eine Parole geben: für Deut;chlo.nd' gegen Rußland lt'rd rvas ihm Fcellnd imb verbün.bet ist. 10. Juni l»lö j wird. Man bat in Rußland gleich zu Kriegsj bro:■ ii den Sündenbock für alle zu erwartende \ lltieberlngetl bestirnuu, den PrÜgelkaabeu für unsälum'!d gewissenlose Generäle, die den Karren verialuelt, d-nt Blitzableiter für alle aus Ent- -änschlt'.-g gi'öor:ue Bolkswu!. Ultd so bald eine 2l''ede0.na.e nicht '.w hr zu verbergen ist, tauchen die A e kne eb efe h ' e und M c;; ierungsvc vü u g nt g e >t er. d t e I \i o e u a ns, die gu- : wnb auch een Ztveck Verfolger, den entfesselten wrKszorn ir. die I ud en a a s) e zu lenken. Bon. oröß'reut Interesse ist ein Brief, den die i-ierner „Tagwacht", das Organ der sofialderno- .Kischr'n Parrri -.-er Schweiz, veröffentlicht. Er dem ousloäriigen Sekretariat des Orgarlisationskomuees rer russischen Sozialdemokratie von einenr GervährSnnmn uns Rußland Die Spitäler werden . ■ t! '• ,uö«i ttuö lautet: „Di? VON PlU ZdkD idelru, kezaßlceu Agp. U'.ll» Fraue-z; beitiuit, bie an Schrnien r. mteillii, worin dir II. Wenn bei uns Glockengeläuts, und weitende Fahnen den Sieg rer gerechreu Sacke küncen und Dank und Jubel irr aller Herzen au'iösen, so ist irnmer mir Sicherheit daraus zu rechmn, Oie Verwundeten Juden des Verrats beschuldigt werden; cs toi cd gegen sie zur nkacho aui wrufen. Für die ganze Armee ist ein Befi.hl ergar.gen, du Soldaier. vor dem Verkehr nur itidis'chi'n 2lerzien und jüdischen Intelligenzlern. zu bervahren. Ä!au envartet keine Reform n — man erwartet Inden Pogrome. Es verlanr-.-e, d-'-ß der ObeOikomumudieronde Nikolaus Nikolajc.wltsch ein Manifest au die Armee erlasse-! hat, das den Zeitungen zu veröffentlichen nuter'agt iß. Das M.ncksest hetzt gegen die Inden ur.5 befiehlt, die gesarrrte jüdische Bevölkerm g aas dem Kriegsgediet ttUszuweisen. „In beit K.eiien rer Rcglerung," lautet der Brief mcuoe „rechne: man mir der Möglichkeit einer Revol.a on.» int Fülle eines Sieges sowohl, tvie auch nei oin.-. 'Niederlage. Man denkt der Revoltzli-../. -ü.znbengrn iuil einer orgänzeuden Zu wersursi.ru.. gc ge a Al- (tzaltz'ervan'en vou Grund uns BorK.i an die moblli- Ba.-ern nun rnit erner Agitation i e I u?; •: u." den Rusfi'ti in cki! /et;ten Tagen in vre Boöen unter den Füßen zu aegann, beeilte nmn sich der Judenavstrcl'nu.'.g aus Kowc.v folgen Kurland tu lassen. nne solche aus Das klang so uue-ianblk-.d, dcp; murr die Nachricht nicht so wberlich nehmen wollte. Sie hak sich in vollem Um.saugo' Wiedri jache, oan a t i bet. Ko!v n o bestätigt. Die amtliche „Rnßkra »- t o it t e" verzeichnet es alZ fertige Tat- ■!" I u b e n i vi u e r b alb 48 S t u nue r 1 tin e>: mußten und feil ie ©u;b£ von ij eu gänzll ch daß fick baio der we 1)C ©ct."t'.' nr ichiudlp Genichl ßs marterter, von Hans iüib Hof Br H agier van hacke, o-e h r "rl um h er fr Hmnb in unirr- Hr N'd>> N" '■■ier '-"''ff'""'' Mid bUiiie eit ne Mue pe und chraün, )!nr' der Sn ab einem be Vati s, ans dem d ’v vinm ' rütrovs ver richte! ( tand. rüivem'nuH der nn niu er den arderei Ssabi'u mar vee-vat d'.'lG a; i Lt me, Guck: Bit! g c? ä u h e r x . jt. Man. tc.iu sich das iub euvetne Sloiüno n'stellcn. ioeUii mau je Gelegenheit relabr, das Zeutcuru des jüoischen S'!-- >"s nlti'ü jüduckien Geist''>?--! Der Ahronsstab. i Von Rabbiner Tr. M. L.wi in Wreschen. \ t Entscheidend ^var bereite Ahrons Berustiug buidt dargetan. Die sich aeaeu leine und tbivses a>>u piche Berufung ausgelelint, batten ibre srevelbane ch,,, jpörllng mit dem Tode büüen »inisei, Eimvandssrei chatte Molos Wort seineBenärig'-nnr gernnden: ~~z 08 rx .Sc o in tut der el)(tnv(en, önmi lvird < ->> d! I stund tun, wer der Leine ist." Trr tltzoraen lvar ge kommen, und die Wahrbeit barte ihre Probe -n.r berr> stich bestanden. *>3cflijmürtt mit dem Diadem ckNUicher iErwählun.q stand Abron vor den 0!inten des p,fui/;en [SBclfcO da. Aber noch ein sichtliches 0,eichen, das dtrrch die Kuktlnst die .Stunde sortra.aen ioitie: rx!WX Z'ipn:, wer der ckeilige ist, den insu er zu firfj Inaljcn", veranschaulichte in tlarer Weise die von '-mit gewollte Heiligkeit des ersten Priesters in .gsrae!, der ^zwischen den Sterbenden und Gebenden stand-' und Las Volk sühnend, der -Deuche Einhalt gebot. X’lUe Stäbe, die die einzelnen Stamme mit dem i>.'nmen eines jeben Stammessürsten arrs das Geheiß des Herrn Moses brachten, blieben, wie sie waren, ohne Blatt sich über '.'lacht ir. einen büchenden und stuchtminaenden i Vrveig eines '.Pandelb nunes: e*-: nä‘% (i‘v I brachte eine tz'Nüle hervor, trieb Sv, eben und zeitig-,e l Plandeln. j Sicherlich in nicht abnchrsles gerade dieses Sinn j b.ld für die Veijve gewäbl'., die hier reut'Uu'U meve-. u j feil. Anders wie die übrigen -bäume eime.'te: der { T enger Der Mavdelscuch: seine .seinft ituii Kälugten.; Er in gleichsam immer „mach- und mixo durch den | (iirer, mit dem er seine PNäen r. r< - t:ed) r.ie er Vcrii.' j „einen Ansav >nr tzNmwiidnng zeig." Srl:'..tzg'äü>znr j Stellen ein i ressen des Snmbot se.r die ckingevnng ,md j Treue des Srammes VN-vi in seiner (ües.inubeii und! Ahrons im besonderen, mit denen sie nch nm die Salp e l des Herrn scharren und ihrer besonderen 'Itzeibe sieb \ wiicdig zeigten, ''tzie der Mandel bann: sich aber nur - dadurch anszeichnet, daß er in seiner p-ntsairnng den j andern Bänmen nur vorangsbl, ohne daß diese eima : ganz im Schatten bleiben, io ''alten rmrli die youtlou I und Ährotiiden in ihr er Begerüerun.; und ^'giersäliig. j Icit riir das -tzeilige der idemimheii nur die rveginener! sein, die sie zu den Psben des Gebens itibren, daß immermeljv an Dünke! und Siumifg.irg Slv-achs Bot! verliere: ::tr:t z'\:".rp ev.r *rr, die ganze Gemeinde beileht ans lanier ckeNigen und in ihrer Milte in Molw' Der r'l!) r o n s h a b büev n e d e n d e n T a s e i ,, b e s ejengnisses eine ewige, et,,dringliche und seiet" liche tb-'ahnnng: bemebr ,Israel seinem Priester natzn strebt und ihm gleich sein ganzes Veden vom Thora quell durchfluten läßt' kommt es seiner Bestimmung und Sendung anr nä'chsterk, die ihm Gottes Wort vorgezeichnet har, das es zu einem „Priesterreich" und zu l I! Nim ii Bo!!?' erhob, r ic '! orenug'.nn; des 's N'.u den P.'.ltdestas'Nn sollte das Poll NN and', mahnen: „Gottes Wort speicht und u>eu;t, sein DR!! e krönt und r.'i; i ■ e! s!i e i! e v! it!! b - und v e r s n g r, d a r n n, s o! i d e v tbe n f ch s i Nt b e s ch e i d e n n n d ui d, i d i e G v ,> - o g v e r r ü d e rt w o l l e n , a : r d e r ck r .'t ä e g e z o it e it u n d I m m e r u v n u e u e in e s i d' e i n s ch ä rs e n: ive r d e v. Altar b e r ü li r e >o : l!, m u i; heili g f e i n u n d »v e e a - s t! n g e rv r: ü rer d e in .tz eilt n e u a li t, i ü d e ni 'JiiUh einer sinnigen iViidraschaitfsassuug waubeUc iirt) der tllhronsftno in eine??,andelbNi.'e, damit sie als Warr.tti.g diene ab denen, die sich gegen Gesetz und Ni'edu. gegen die von. (Omi gefügte Drduung der Dinge rveitder: und sie an dev mahne, der es gesprochen: „,Zrh lvaate 'über n ein Wort, um es zu voilbriugen." Diese M'ahirnng kliaep in ihrer alten, so oft erprobten a'.n. bervährren Straf: ,ori, sie ergeht auch an unsere .zeit nnd an unser s'-eschiecht. Sie will unsere religiöse G»;me:r.schasr zur? ferne gegen die alte ,'Zahne und zur Selbs'iveiiie spornen, sie überiont aber auch die gege»- warligeu Stürtne, m-e gewaltig sie anäi toben und lärmen, und fordert zue Selbslbesimning ans. Sie rnsi da: r:" 2-, ,U>r -.an doch genug, ist es euch zu gering, rvas itjv iialu? esozn dieser Sturm, umvum dieses gewaltige Böliermerden? — Allein sie hören inete Sriinnu.' nichi oder mvlleu sie nicht vernehme», darum isr das rrorach.Ni's ihnen genüg Aber rmr denen, die diesen gernanig.steii aller Weltbrände entzündet, den Führertt uns nicht den nnglürkitchen Betörten. Am Ahronsstab blüht auch bk tzllebe und Milde. Sagt uns die Schrift: „Und StorachS Söhne starben nichts — die Söhne büßten atsv nicht die Schulder Bater, so ersehnen wir nicht die Strafe des Himmels