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Der Israelit · 1915-04-22 · Heft 18 (22.4.1915) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 18 (22.4.1915)
Date
1915-04-22
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Sette 6 Nr. 18 Der J-raelÜ stein: „Die Reform". Sind. med. A. Schuster: „Das jüdische Gebet". Stud. med. Fr. Rothschild : „Judentum und Kunst". Der Vorstand setzt sich zusammen aus: eand. med. A. Walter 1. Vorsitzender, Oberlehrer I. Kauffmann 2. Vorsitzender, stud. phil. E. Posen 1. Schriftführer, stud. chem. PH. Feist Kassierer, studt. med. Fr. Rothschild 2. Schriftführer. Ferienpräside: Oberlehrer I. Kauffmann. Nur noch eine knappe Woche trennt uns vom Beginn des zweiten im Zeichen des Krieges stehenden Semesters. Möge es uns den Frieden bringen, damit auch unsere Frankfurter V. I. A. sich zur vollen Blüte entfalten kann. Würzbu n, 8. April Trotzdem eine große Zahl der Mitglieder der hiesigen „Vereinigung Jüdischer Akademiker" zum Heeresdienst einberufen war, kann die Vereinigung auf eine recht erfolgreiche Tätigkeit in diesem Wintersemester zurückblicken. Die ortsansässigen Mitglieder betrachteten es als ihre vornehmste Ausgabe, dem hohen Ziel der Vereinigung, der Pflege echt jüdischen gesetzestreuen Geistes unter den Akademikern, auch in diesem Kriegssemester nachzustreben und die fehlenden Kräfte nach Möglichkeit durch recht rege Mitarbeit zu ersetzen. Ihr Hauptaugenmerk war auch jetzt auf die Abhaltung von amy’p gerichtet. An den Bereinsabenden mußte wegen des Ernstes der Zeit der gemütliche Teil zurücktreten, umsomehr wurde die Pflege der jüdischen Wissenschaft in Referaten und Diskussionen betrieben. Es wurden folgende Vorträge gehalten: 1. „Was will der B. I. A?" sstud. med. S. Suttner-, 2. „Die Bedeutung des rot?; das Verbot des Tragens" (stud. chem. S. B. Bamberger), 3. „Die Bedeutung des Chanukahfestes im Rahmen der übrigen triyie" (stud. med. R. Möllers, 4. „Aus der Hagadah der Mischnah" sRabb. Dr. S. Stein, Schweinfürt), 5. „lieber das Verhältnis der jüdischen Kriege und des jetzigen Weltkrieges zum Humanitätsprinzip" litud. ing. Roßmann), 6. „Die Geschichte des B. I. A." (Dr. med. Leo Tettz), t. „Der Krieg in der Bibel" (Rabbiner Dr. I. Wohlgemut, Kitzingen), 8. Diskussionsabend über: „Realismus und Idealismus". Der Vorstand setzte sich folgendermaßen zusammen: stud. med. Paul Hes, Präsident, stud. med. Raphael Möller, Schriftführer, Seminaroberlehrer Jakob S t o l l, Kassierer. Für den zu den Fahnen einberufenen Präsidenten trat in der zweiten Hälfte des Semesters Unterarzt Dr. med. Leo T e i tz in den Vorstand ein. Den Furenunterricht erteilte im ersten Quartal stud. med. Hes, im zweiten Rabb. Dr. Feinberg. Für das kommende Semester wurde folgender Vorstand gewählt: stud. med. dent Carl Rosenthal, Präsident, stud. med. Max Loewenstein, Schriftführer. Dr. med. Leo Teitz, Kassierer. Hamburg, 8. April. Der Verein zur Unter stützung kurbedürftiger Israeliten (Therefien-Stistung) hielt seine Generalversammlung unter Vorsitz des Herrn Dr. F. Marburg ab. Der Borfitzende hob bei Erstattung des Jahresberichts hervor, daß der Verein im verfloffenen Jahre 80 kurbedürftigen Israeliten Aufenthalt in einem Badeort oder Luftkurort gewähren konnte In den meisten Fällen wurde eine wesentliche Besserung des Gesundheitszustandes, oft auch eine glänzende Heilung erzielt. Die größte Zahl der Patienten entfiel aus die Plätze Segeberg, Soden, Nauheim und Oeynhausen. Auch im verflofienen Jahre mutzte wegen ungenügender Mittel eine größere Anzahl von Gesuchen unberücksichtigt bleiben. Aus der Abrechnung ergab stch, daß der Verein an jährlichen Beiträgen 2758 M. und an einmaligen Beiträgen 4105 M. vereinnahmte. Außerdem erhielt er von dem Vorstand der Deutsch-Israelitischen Gemeinde eine einmalige Zuwendung in Höhe von 1000 M. Diesen Einnahmen stehen sehr bedeutende Ausgaben gegenüber. Allein für Unterstützungszwecke wurden 8677 M. verausgabt: hierzu kommen die Unkosten für Anzeigen, Porto u. s. w. in der Höhe von 442 M., sowie für Botensalär 185 M. Die mit einem Fehlbetrag von 183,93 Dl. abschließende Abrechnung wurde als richtig anerkannt und genehmigt. Vermischtes. Be. litt, 10. April. In der Zeitschrift „Eoenobium" wird der Heldentod des Oberrabbiners von Lyon berichtet, der bis in die ersten Reihen der Kämpfer vordrang, um den Verwundeten und Sterbenden beizustehen j und dort von der tätlichen Kugel getroffen wurde. I Metz, 12. April. Während wir in anderen Jahren! während der Osterfeiertage kaum über 50 jüdische { Soldaten in hiesiger Garnison beherbergten, stieg die Zahl in diesem Kriegsjahre auf 350 Mann. Am Vorabend des Festes kamen 300 Mann aus bem Qelbe, Angehörige des 3. Bayr. Armeekorps, zumeist strenggläubige Leute. Unter der umsichtigen Leitung des hiesigen Oberrabbiners Dr. Netter wurde alsbald allen unterschiedslos in den jüdischen Restaurationen für die Dauer ihres Urlaubs ein Freitisch bewilligt und am ersten Pestachabend versammelten stch ungefähr 150 Mann im Soldatenheim. Für die hier Garnisonieren den fand man leicht in den Privathäusern, sowie in den jüdischen Garküchen Unterkunft. Ebenso ward die Verpflegung von etwa 20 25 jüdischen Soldaten in den Lazaretten in die Wege geleitet. Der Herr Oberrabbiner hat auch 22 April 1915 außerdem den Angehörigen des 18. Armeekorps im Einvernehmen mit deffen kommandierendem General 200 Kilogr. Mazzoth zugesandt und erhielt späterhin den erfreulichen Bescheid, daß die Sendung vom Generalkommando anläßlich der Osterfeter in» Grandprt6 (Argonnen) zur Verteilung gelangte. Auch hier hat Herr Lafsar Lewisohn-Frankfurt a. M. für einen großen Teil der Kosten zum Teil selbst gesorgt und andere zur Teilnahme daran veranlaßt. Jndeffen find die Kosten, die sich diesesmal auf viele tausende belaufen, bei weitem noch nicht gedeckt. Wen an dieser werktätigen Liebe teilzunehmen sein gutes Herz treibt, für den sei bemerkt, daß Herr Oberrabbiner Dr. Netter (Jsr. Konsistorium von Lothringenj^gerne Gaben vermittelt. Mainz, 19. April. Herr Rabb. Dr. Bondi haiangeordnet, daßw npusm W gefastet werde. Es dark mit Befriedigung hervorgehoben werden, daß durch die schönen und begeisterten Reden unseres Rabbiners die Spenden für die Oftjuden, sowie die Gaben für Erez Jtsroel eine unerwartete Höhe erreicht haben. Leipzig. 1. April. Vom Schöffengericht in Leipzig wurde der bekannte Antisemit Theodor F r i t s ch, der Herausgeber des inzwischen verbotenen „Hammer", wegen Beleidigung mehrerer jüdischer junger Damen aus Mülhausen im Elsaß und Freiburg im Breisgau zu 1200 Mark Geldstrafe verurteilt. Mannheim, 18. April. Eine prinzipielle Entscheidung fällte heute das hiesige Schöffengericht. Ein jüdischer Bäckermeister hatte an den Feiertagen in den Monaten Januar und Februar entgegen den Bundesratsbesttmmungen über die Bereitung von Backwaren schon vov 7 Uhr morgens mit dem Backen begonnen. Und zwar glaubte er eine strafbare Handlung damit nicht zu begehen, weil er „Berches" herstellte, die bis zum Sabbaranfang schon ,im Besitz der Kunden sein mußten, und die neue Verordnung eine Ausnahmebestimmung für Backwaren zu religiösen Zwecken Vorsicht. Das Gericht stellte sich auf den Standpunkt, daß diese Ausnahmebestimmung nur die Bereitung solcher Backwaren außer der vorgeschriebenen Zeit zuläßt, die „ausschließlich" zu religiösen Zwecken verwendet werden. Da der angeklagte Bäckermeister aber die Berches nicht nur seinen israelitischen Kunden verabfolgte, sondern auch zum freien Verkauf im Laden hielt, wurde der Bäckermeister wegen Uebertretung der Bundesrats-Verordnung zu einer Geldstrafe von 10 M. verurteilt. Frielendorf, 18. April. Ihren 98. Geburtstag feierte am 18. d. M. die Witwe des Fleischermeisters Noa Bachrach zu Frielendorf. Die Greisin besitzt 7 Kinder' 27 Enkel und 6 Urenkel. Sie ist noch sehr rüstig und ist die älteste Einwohnerin des Kreises. Für den Inseratenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere ist es ausschliesslich Sache der Leser, die im Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben religionsgesetzlichen Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. la Vertretung von Fachmann d. Mannfaktorwaren-, Leinen*, Wäschennd Bettenbranche gesucht. Anch ist derselbe nicht abgeneigt, sieh an einem Engros* oder Detailgeschäft dieser Branche sn beteiligen. Vorbedingung Sonnabends geschi. Angeb n. II. T. 18575 a. d. Exp. d. Bl. erb. Zn kleiner Stadt, 400t> Einw. nnd ungefähr 3« uifi. nntnilien in einem tüditiiu'u 10551 Buchbinder ost-legeiitieit geboten, ficfi eine tuttc Eristenz mtt. Angliedernng in»« 2dn'eit>tti(itevialieit u. 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