Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 55 (1915)
- Issue
- Heft 16 (8.4.1915)
- Date
- 1915-04-08
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2446951-2448506-2448522--67420-2488301- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
.915 No. 16 Sette 6 1 und Nasse rae4}"[ inner- Weltihrige, iCCunql ichien, Zaba, r für n 'ns Geeiten )/ der druck tnern inter inden S jüsetn;widum- 2t er fcnt- Technein 000 ein Darauf Den )W und Bi- Dic «den ind siva )arihnr ren. •äq: stfs) otzgcn rta-> ens als der hcn für das und gezu gertg >er- ,ibt ebe önt sie lNd ihr 'ft, er, ur ,sda lM ht zu c»s «i er re hl id s- '8 s, s n d r 8. April 1918 Der JSraeltt. Hilfsverein die der Cohn-Opipenheimerschen Stislnng entstammenden 300000 Ji und hat Herr James Simon seine 100000 Jk dem Technikum suir darlehnsweise zur Verfügung gestellt. Diese Darlehen in Höhe t>oit 400000 Jk machte der Hilssvercin als Äonkursforderung geltend. Dr. Beul Nathan und Dr. James Simon vertraten ferner als Geschäftsführer der von: Hanse Wrsiatzly gegründetell „Häisa-Jnternnt-G. m. b. H ' euch deren Vermögen tu Höhe von 215000 Mn als Kvnkurssorderung. Die Passiva bestehen somit größtenteils aus Posten die sich rechtlich zwar als Konknrsforoerunaen anmelden lassen, die aber tatsächlich oen Charakter von Schenkungen getragen haben. Aus diesen Forderungen ist unter Ausnutzung o m dnrcb den Krieg geschassenei: juristischen Möglichkeiten eitle buchntäßige Ueberschuldung konstruiert worden. Die angeblich nottvendige Einstellung der Zahlwtgen ist ebenso unbegründet. 80000 ’M. fällige und dringende Verpflichtungen sollten insgesamt. vorhanden seilt. Anch diese Summe ist erheblich zu hoch angelwmnlen worden. Es ist im übrigen schwer einzusehen, das; das tatsächliche Vorhandensein voll 80000 ,//. fälliger Ver p stich tnngen für die Herren Dr. 'Nathan intb Simon den Konkursalltrag über das Millionen '.ustitnt des Technikums absolut unverrueidlich ge Ulacht hat. Die Konkurserössilung hatte die Wirkung, daß alle Faktorei: außer den: .Hilfsverein aus geschaltet wurden. Der Hilfsvcrein verfügte über mehr als die Hälfte der Forderungen. Herr Wissotzkv hätte unter normalen Verhältnissen selbstverständlich die Zionistische Organisation mit seiner Vertretung betraut. Ebenso bot nur der Krieg die rechtliche Handhabe, dem Ratiomtlsonds eilten Platz im Glnnbigerausschuß zu verweigeru. Dem Hilfsverein war der Krieg eine willkommene Gelegenheit, das Technikum billig zu erwerben. Er wußte >daß die Zionistische Organisation nicht nlitöteten konnte. Wieviel der Hilfsverein auch immer bieten mochte, er lvar ii: der Lage, den größten Teil seines .Gebotes mit der Konkurrenzauote für die von ihn: vertretenen Forderung:'";.u verrechnen. Die Zionistische Organisation hätte fast ihr ganzes Gebot in bar bezahlen müsse!:. Die Notwendigkeit der Konkurseröffnung war sachlich weder in der Ueberschuldultg, noch ii: dem Vorhaltdensein von ungefähr 80 000 M. orirrgenden Forderuilgen begründet. Zun: ersten Male geht ein jüdisches, gcmnnm'itziges Institut in Konkurs. Diese Tatsache und daZ Vorgehen des .Hilfsvereins hat überall, insbesondere in Amerika, große Mißstintmung erregt. Herr Louis Marschall, Newyork, hat einen sehr scharfen Brief cm James Simon geschrieben. Die Her rer: Rosenwald und Indge Mack, Chicago, Haber: per Kabel gegen die Versteigerung energisch prolestierl. Ter Hilfsverein hat durch fein Vorgehen wemr feinen eigener: noch den jüdischer: Interessen einen Dienst erwiesen. Au: allerwenigsten aber hat er, roie er jetzt wird glaubei: machen »vollen, den delttscher: Interessen im Orient ge ltätzt. Seil: Vorgehen während des Krieges wird nur goeigltet seilt, bei der: Iudei: des Orients, Amerikas ui:d aller anderen Länder das größte Mißtrauen he wrznrufen. In einen: Rundschreibel: des H i t f s v e r - eins der deutschen Juden wird hingegen alle Schuld den Zionisten zugeschobei: und u. a. folgendes ausgeführt: „Zivltiftischc Veruauensperssnen haben sich bereit erklärt, für 150,000 Mart und gegen Begleichung Dirn etwa 20 bis 25,000 Mark Schulden das Tech nitum zu erwerben. Dieses Me bot bat der .Konkursverwalter als zl: niedrig zurüctgewiesen. Weiter wurde von zrvuistischel Seite oer Wunsch ausgesprochen, daß der Bersteigetungstermin für das Technikum bis nach Abschluß des .siriege* tmtausgeschvbeli werden möge. Da damit die Frage entstand, wer die svnlausenden zrosten sür Gehakter, Steuern, Bewachung, Instandhaltung der Gebäude usw. Hergeber: sollte, so wurde den zionistischen Unterhändlern seitens oes Kvitku.s Verwalters der Borschlag gemacht, den Bersteigeru.tgs tcxmiii für das Technikum auf ein Jahr hinaus zuschieben, lvvnn sie sich bereit ciUnrtcn, den schätzungsweise ermittelten Betrag, der für die liTluUtiuu: des bisherigen Auslandes während dieses Jahres notwendigen Aufwendungen ihrerseits zu tragen und ein Mindestgebot von 225,000 Mark zu gewährleist''-!. Dieser Borschlag ist von zionistischer Seite abg-.'!«'!m: worden; so fand denn die gerichttich festgesetzte Berftclgerung des Dechnitums statt mit dem Ergebnis, daß das Dbjekt mit altem Zubeavr für 225,000 Mark vom Hitssvereu! der Deutschen Inden erstanden worden ist. Der Plan für das Technikum stammt von Te. Aarhan her, der nach eingehenden Studien im Cvicnt nur nach wiederholtem Aufenthalt in Palästina sich von der 'Nützlichkeit und Notwendigkeit des nnternehim'lks für Misere «vlanbensgenossen und sür den Orient überzeugt hatte. Es gelang chm. sür idu Borhaben die Familie Wissotzky in Moskau zu interessieren, die alsdann sich bereitfinden ließ, 100,000 Rnvel für die Förderung des Planes herzng-.'ben. Aus diesen 100,000 Rubeln wurde eine Wolf Wis^otzky- Stistung des Hilssverems der Deutschen Inden also angegliedert an diese Organisation gevitder. Es gelang alsdann auch Dr. äiathan, Herrn Jakob H. Schiss'in Viewyork zur Hergabe von J00.000 Dollars zu veranlassen. Herr Jacob H. schiss machte aber berechtigterweise darauf aufmerksam, daß es nicht wünschenswert wäre, wenn eine Stiftung, die den Rum eil eines einzelnen Privatmannes führt, die Trägerin des gesamten Unternehmens würde, zu dem eine' größere Reihe von Personen schließlich beistenern müßte. Demgemäß wurde die an den Hilfsverein angeschlossene Wissotzti-Stistung und die Spende des Herrn Jacob H. Schiff vereinigt unter dem Atomen Jüdisches Institut sür technische Erziehung in P.Uiilerblichen Not zu steuern sucht. Wo aber der Geist Mangel fühlt und das Herz der Stärkung bedarf, da ist es noch besonders heilige jüdische Ueberlieferung, alles aufzubieten, um zu bessern und zu lindern. Wunderbar sind die Wege der Vorsehung, und was einem Mose yorenthalten wurde, die Wege des Herrn zu erforschen und ergründen, das dürfen wir uns an» allerwenigsten anmaßen wollen. Darum lehnen wir es ab, nach Gründen zu forschen, um die Liebe Gottes zu rechtfertigen, die diesen gewaltigsten aller Kriege zugelaffen. Wir sprechen vielmehr: „"7 ,mi Adonaj ist er und bleibt er", dessen Willen wir uns unter Schauern der Ehrfurcht beugen. Wir preisen ihn als den, der dv tnn, den Tag und die Nacht schafft", wir erkennen das Licht mitten im Dunkel dieser Schicksalsnacht in der Liebe, die sich jetzt allenthalben ihr Bürgerrecht erwirbt. Heil uns, daß Israels Kinder da nicht an letzter Stelle stehen, daß wir noch immer die Su law.ith sind, der das Hohelied der Liebe angestimmt wird: "[;n, Schön bist du, meine Traute!" £'2T. r.’tpyos HE" ~:n, Schön bist du, wenn du gute We.ke vollbringst, anon he* -;rr, in vollster Anmut erstrahlst du, wenn du Wohltätigkeit übst." Liese wohlverdiente Anerkennung wird uns niemaad versagen dürfen, ein jeder muß es urrs zugesteh.m, daß es uns heiliger Ernst ist mit unserm Tene: „Jct<r, der hungrig ist, komme und esse, wer die Rot fühlt, komme und feiere mit." Wir spenden freudig und willig für jedes Hilfswerk, das die Not der Zeit geboren, wir versagen auch nicht, wo die Hingebung an die Kneses Jisroel, die Liebe zu unserer Glaubensgemeinschaft neben den allgemeinen Pflichten uns noch vor besondere Ausgaben stellt. Da wird die deutsche Judenheit sich auch deffen bewußt sein, was ihr die Pflicht gebeut, wo in Palästina, dem heiligen Mittelpunkte unserer Vergangenheit, dem Lande unserer Sehnsucht und Hoffnung, das Elend eine bisher nicht gekannte Form angenommen hat. Ich würde die Sabbat- und Festfreude euch rauben, wollte ich die dort herrschende bittere Not bis ins einzelne schildern. Aber dazu muß ich euch spornen. Tretet an den beiden letzten Festtagen, denen diesmal die Weihe eines Palästinatages verliehen werden soll, freudig vor die Thora hm und bekennt eure Liebe zu ihr und zu der Stätte, von der sie ausgegangen, daß ihr opferbereit für das heilige Land spendet rr n;n« trs, „jeder nach seinem Können, nach dem Segen, den der Herr ihm verliehen hat". Weihet am letzten Festtage der Erinnerung an eure Lieben, denen ja auch Palästina das heilige Land ihres Glaubens mar, fromme Opfergabkn — o lastet Männer und Frauen, Jünglinge und Jlingfrauen das Licht des Erbarmens an diesem Tage strahlen zum Besten jener Armen nnd Aermsten, sprecht mit eurem Munde und mehr noch mit eurem Herzen: nstpr n^Bn* "jrotrx ex, Wollte ich dein ver gessen, Jerusa lem, versage meine Rechte". Der Prophet Jecheskel zeichnet uns in der heutigen Hastora mit der ihm eigenen Phantasie das Bild der Auferstehung, der Verjüngung und Neubelebung in Israel. Wir sprechen mit dem Propheten : pSx n nr?’, Du, o Herr, Du Allmächtiger, weißt es", wann dieses Bild zur Wirklichkeit heranreise»: wird. An uns aber ist es, nicht zu vergessen, T-cn Ssntr r,*e Se, daß „das ganze Haus Israel Genoffen umfaßt", daß wir einstehen müffen alle für einen und jeder für alle, daß in dieser Zeit allgemeiner Sorge und Bedrängnis wir uns selbst Entbehrungen auferlegen sollen, um für die Darbenden und Durstigen Mittel flüssig zu machen. So wird sich Gott der Herr auch unser und unserer Familien erbarmen und an uns zur Wahrheit werden lastend: ,bm» wk rot ’rorr» jvw mrx rix »msm, Und i'hua. Für die Fortführung des Unternehmens gab alsdann der Hilfsverein der Deutschen Juden noch "oei weitete seiner Stiftungen her: eine Stiftung des Herrn Dr. James Siiuvn'inr Betrage von 100.000 Marl und die Eohtt-i.ppetthelin-stistuttg des Hilfsvereins der Deutschen Juden im Benage von 000,00«» Mark. Die Familie Wissvtckh spendete schließlich in einem späteren Stadium nochmals 100,000 Rubel, womit auf dem Grund und Boden des Technikums eru Internal für die Schüler errichtet lnerden sollte. Auch diese glimme ist alsdann in den Bau der Schalen mit Justimmung der "amilie Wissvpkh hineiugesteckl worden. Endlich hatte der Jüdische Rationnlfvnds für den Erwerb von lstrund und Boden als eine An hypothekarischen Darlehns 80,000 Mark zur Verfügung gestellt. Alle diese Transaktionen find, was berpiv zuheben ist, vorgenommeu worden unter Onstimmnna alter Beteiligten und ohne daß auch nur ein xinrntor ieinais gegen irgend eine dieser Julvendungeu nnd gegen die Bedingungen, unter denen sie nach Lage der Dinge stattsinden mußten, Einspruch erhoben hätte. Dre Finanzierung gestaltete sich demnach folgender maßen: Der Hil'ssverein hatte aus Stiftungen, die bei ihril bestanden, 000,000 Mart berge geben. D.t zu kamen Ml Vorschüssen über 00,000 Mark, mithin in runder ^umme 000,000 Mark seitens oes Hilfs- Vereins der Deutschen Juden: 400,000 Mart Iwi: Herrn Jaeob H. Schiss in Newyork: zu der Stiftung der Familie Wissoyky beim Hilfsverein gab diese als dann aochnials 200,000 Mark, ivomil dir Haifa Inter la!t-«>)esetischasl begründet worden ist, an deren Spiye Herr Tr. James ^imvn Jlnv Dr. Nathan steheo. Endlich von zionistischer Seite ans dein Indischen Nationalsonds 80,000 Mark. Der Hilfsverein glaubt, iitbent er das Teck, itüi.m zunächst cavovinn hat, seine Pflicht getan uua das Unternehmen aus einer wirtschaftlich inißaudareu 2aste iieretn t zu ha den. Vemißte jüdische Familien Es sucht: Berl Getreu Gastwirt, Östrow bei Lemberg, derzeit Preßburg, 10. Land sturm - Arbeiterabteilung Meldungen nimmt „Israelit" entgegen. Schloime Ucker. Chemiker, Zürich, Limmatstr. 1 »il «Schweiz» Chane Ziro Schachne, bei A. Drenger, Frankfurt a.M.,Schützenstr. l4. XX«. Es we^derr gesucht: seine Frau Perl Ve«reu mit sechs Kindern. ainf) die Expedition des seinen Bruder verschon Ucker, Schächter, aus Ezermosch bei Czernowitz, Oesterreich (Bnkowina). 1- Josef Schachne und Frau Dina aus Sanok «Galizien), sind geflüchtet nach Ungarn, 2. Dav.Leifer Schachne und Frau («Kitei ans Sanok (Galizien ß ebenfalls gestttchtet. ich begnade den, der meine Gnade verdient; und ich erbarme mich des, den ich mit meiner Liebe zu Mitleid und Erbarmen anrege." Kleines Feuilleton. Zionismus und deutsche Kulturpolitik. Der Dichter Alsons P a q u e t, der im fernen und im nahen Orient Reisen unternommen hat, deren Schilderung seinen Namen weiten Kreisen vertrant gemacht hat, hielt am 24. März im Preußischen Abgeordnetenhaus den Schlußvortrag in einem Zyklus von Vor trägen, den das zionistische Kar toll jüd. Verbindung e n zugunsten des Roten Halbmondes veranstaltete. Ec sprach über Erlebnisse in jüdischen Kolonien. Er knüpfte daran, daß heute, da gleichsam die ganze Menschheit sich aus ein Neues Zeitalter vorbereitet, auch die seit einigen Jahrzehnten an Palästina geknüpfte« jüdischen Erwartungen an Boden gewinnen und daß auch ein großer Teil der Christenheit die Erscheinung des „jüdischen Zionismus" mit Erwar tungen und tiefen Sympathien begleitet. Mit dichte risch-lebendiger Kraft schilderte er Palästina mir seinen Gegensätzen von erhabener und strenger Oede und üppiger Lieblichkeit, die hügelige Stadt Jerusalem mit ihren engen Gasten und dem unendlich weilen Ausblick von der Zinne ihrer Häuser, die Berge Palästinas mit ihren vulkanischen Formen, steinigen Abhängen, die. Erdsenke am Jordan und die Ebenen mit ihren alten