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Der Israelit · 1915-04-08 · Heft 16 (8.4.1915) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 16 (8.4.1915)
Date
1915-04-08
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Teile 4 No. 16 Her JSraellt. 8. April 1915 Korrespondenzen und Aachrichten. Keutstyes Uetrh. Das Pe&achfefi in 9er 9euffchen Armee Krankfurl a W, 7 April. Bon den verschiedensten .Punkten der Front tz'hrn nn? Berichte über die dort obgelialtenen feiet 'ichen 2 e d e r - 11 b c n d e und Festgott d k est e zu, die von den jüdischen SlricQcvn all übet nt! ah seelische Erquickung in schwerem Ringen mit dankbarer Inbrunst begrüßt wurden. In den E t a p p e ir - und G a r n i s o n s o r t e u ist aus lilrund eines kriegsministerielteu Erlasses, der leider etwas spät erschien, se nach dem cks die militärischen Interessen erlaubten, Urlaub oder Treu st b e s r e iu n g gewährt worden, und zwar, wie es der Erlaß als Norm entpsiehlt für die vier Iauptfeiertage, in m rnchen Armeekorps nur für zwei derselben. Petzach in 9en ttriegsgesangenen-dagern. Aerlin, 7. April. Mit vieler Mühe ist es schließlich gelungen, samtliche K r i e g s g e f a n g e n e n - L wg e r, :n denen 'ich eine größere 'Anzahl südiicher Ertegs gesaugetN'r befinden, dank dem überaus bereit null'aen Entgegenkommen desKriegsminifterinms ilnd der!öager-.Eommandanturen mit Reazzos zu versorgen. In einer Anzahl von lagern sau 'X'U unter Assistenz VON Rabbinern oder Lrhrekli aus den benachbarten Genleiitden 2 e d e r - I e i i v it statt.. Vergeltungsmaßnahmen für Memel Aerkin, 29. März. ' A st eine Anfrage von polnischer Seite hat das Große Hauptquartier erllcnt: „Der Feind ist R ußlaitd, folglkch kommt für Repressalien nicht polnisch r, litauischer oder jüdischer Besitz in Betracht, sondern nur russischer." nofichlußprüfungen. Würzöurg, 1. April. Um die zum Heeresdienst ausgehobeuen Schüler der Oberklassen der L eh rb ild u ngsanstalten vor Schädigung im Berufsleben'zu schützen, dann auch um dem empsindlichen Lehrer¬ und neuen Siedlungen. Der Hauptteil des Bortrages beschäftigte sich mit dem jüdischen Landbesitz in Palästina. Besonders interessant war die Schilderung eines »rationalen jüdischen Bolkssestes in der jüdischen Kolonie Rechoboth, das Paguet am Vorabend des jüdischen Osterfestes vor zwei Jahren mitfeierte. In anschaulicher Schilderung führte der Redner den Eyarakter der jüdischen Kolonien Rischon-Le-Zion und Pethach-Tikwah vor, in denen die jüdische Kolonisation ein reges Leben und einen wachsenden Wohlstand yervorgermen hat. Interessant ist, daß die Kolonie Perhach-Titwah, die zuerst dem jüdischen Fiskus eine Steuerleistung von <;0 Mk. brachte, nunmehr ca. 03.M9 Mk. Steuern ab führt. Der jüdischen Kolonisation in Palästina ist sicherlich eine reiche Zukunft Vorbehalten; freilich sind die Leide»» des Krieges auch für Palästina, wie für die ganze Türkei nicht gering. Den Freunden der Türkei nnd des Heiligen Landes muß es aber gelingen, die augenblickliche Not drrrch Sammlung von Geld und U e b e r s e n d u n g von Lebensmitteln zu lindern. Rußland und England haben in den letzten Jahren große Anstrengungen gemacht, um Palästina in ihre Interessensphären eirrzuziehen; aber nur durch Deutschland nvb durch die Kolonisationsbewegung sind wirklich positive Werte geschaffen worden. Die neue jüdische Kolonisation har es verstanden, jüdische Kolonisten fest in den palästinensischen Boden einzuwurzeln. „Der Zionismus bediente sich bisher bereits in wesentlichem Maße deutscher Formen der Organisation, er verdankt dem deutschen Idealismus Fichnscher Prägung unendlich viel von seinein Gedankengnt. Ec hat aber auch eine große Bedeutung für die deutsche Politik." Paquet gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß unter allen christlichen Völkern das deutsche »veitaus a»n »reift«» innere Beziehung zu»n Mangel abzuhelfen, hat das Kgl. Bahr. Staatsministerium für Anfang März eine Notschlußprüfung angeordnet. Sämtliche 11 Schüler der Oberklasse der Israelitischen Lehrbildungsanstalt Würzburg haben diese Prüfung, die am Kgl. Schullehrseminar unter Beiziehung des Lehrkörpers der Jsr.L.-B.A. zur Prüfungskommission abgehalten wurde, bestanden und harren nun zum größeren Teil der Einberufung zum Heeresdienst, zum kleirteren Teil der Verwendung im Schuldienst. Die Befreiung der jüdischen Seminaristen von der Prüfung in Harmonielehre und Orgelfpiel, die f. Zt. zu irrtümlichen Auffassungen geführt und beinahe eine Preßsehde hervorgerusen hätte, ist nunmehr zu einem endgültigen Abschluß gelangt. Auf ein Gesuch des Anstaltsleiters Rabbiner N. Bamberger erging nunmehr Verfügung von hoher Regierungsstelle, daß künftighin Synagogendienst Prüfungsgegenstand der israelitischen Seminarschlußprüfung zu bilden habe und im Zeugnis an Stelle von Harmonielehre uod Orgel figuriere. flbitarienfenabfchieb in 9er Leipziger Höheren israelischen Schule. Leipzig, 28. März Zum ersten Male seit ihrer vor drei Jahren erfolgten Begründung konnte jetzt die Höhere Israelitische Schule zu Leipzig die schöne Feier des Abiturientenabschiedes begehen. Sechs Jünglinge traten, von den besten Lehren und Segenswünschen der Schule begleitet, ins Leben hinaus. Die Entlassungsfeier, die am Sonntag, den 12. März 1915 in der Aula vor zahlreichen Gästen aus allen Gesellschaftsklassen und im Beisein der Delegierten fast aller jüdischen Vereine Leipzigs stattsand, war, den Zeitverhättniffen entsprechend, schlicht und einfach und hinterlleß gerade deshckb einen tiefen Eindruck. Oesterreich. Ruüifche „Liquibierung“ 9es Mischen örunhbesibes in öalijien. Wien, 18. März. Die Besetzung Galiziens durch Rußland ruft in russischen Negierungskreisen die Frage nach dem Recht des jüdischen Grundbesitzes in dem besetztem Gebiet Hervor. Der russische Generalgouverneur Galiziens, Graf Bobrinskq, Hat laut „BirsHewija Wjedomosti" vom 12. März M. Bl. Vorschläge gemacht, die schließlich zu einer vollen Liquidation des jüdischen Grundbesitzes in Galizien führen sollen. Zionismus habe und arn besten imstande sei, seine Sache, so »vie ein großer Teil des jüdischen Volkes die Verwirklichung erträ»»mt, zu fördern. Dafür bietet eine Gewähr, daß Deutschland, dem, »vie wir alle hoffen, die Durchführung der großen kulturellen Aufgaben Zufällen »vird, die das türkische Borderasien bietet, sicherlich nicht daran denkt, die in der Türkei lebenden Rationalitäten ihrer Eigenart zu entkleiden Es wird n»rr den berechtigten Wunsch zu verwirklichen stlchen, diesen Nationalitäten die europäische Zivilisation durch das Mittel der deutschen Sprache zu überbringen. Nicht darum kann es sich handeln, die nationalen Volkssprach.':» in einen Gegensatz zu der deutschen zu bringen. Jeder Konflikt kann oer»n»eden werden, »venu nur in Zukunft die deutsche Sprache unter allen europäischen Sprachen i»n Unterricht an die erste Sielte tritt und dalntt den Plntz aussüllt, den bisher die französische und englische ausgefüllt hat. Dies gilt auch für die jüdische Wiederbesiedlung Palästinas, deren Fortschritte »vir hier in Deutschland mit so viel Vertrauen, Spannung und Sympathie verfolgen, und die schon jetzt zu einer Renbelebung der hebräischen Sprache und Kultur geführt hat Paquet gab zum Schluß dem feste« Glauben Ausdruck, daß auch in allen Kreisen, nicht nur des deutschen, sondern auch deS nichtdeutschen Judentums, diese Form der deutschen Kulturpolitik Verständnis und Gegenliebe finden und kür die große, geheimnisvolle, glückliche Zukunft des Heiligen Landes eine der schönsten Grundlagen bilden »vird. Der Vortrag Paguets »oar außerordentlich gut besucht nnd fand den warmen Beifall einer zahlreichen Zuhörerschaft, die sich für die Jnsor»nationen des Redners dankbar zeigte und seinen Wünschen verständnisvoll beistimrnte. Zur Begründung dieser Maßregel führte Bobrtnfky die gleichen Erwägungen an, die in Rußland der Beschränkung der Rechte der Juden zugrunde liegen, in der Hauptsache den Hinweis auf angebliche Ausbeutung der Ortsbevölkerung. Nach Meinung von Bobrtnsky muß solche Liquidation des jüdischen Grundbesitzes logisch aus der ganzen russischen Gesetzgebung über die Juden folgen, und ist es am besten, eine solche Maßnahme auf einmal, ohne irgentwelche Abweichung, unmittelbar nach der Erklärung der Annexion Galiziens vorzunehmen!! Nach Vobrinsky entfallen etwa 80 Prozent des privaten Grundbesitzes in Galizien aus jüdische Eigentümer. Ungarn. Aus Den öemeinflen. Prestbnrg. U nser Oberrabbiner, Akiba Schreiber ging zu den jüdischen Kaufleuten, die es mit dein 7Z2' ganz leicht nehmen, um ihnen dringend ans Herz zu legen, aus der Not der Zeit die Lehre zu ziehen und als ersten Schritt der Rückkehr zur heiligen Tradition, das Geschäft am rctp zu schließen. Es gelang seinem Zureden, fünf größere Kaufleute zu bestimmen, am rav die Läden zu schließen. Z. B. A. Miskolz. Der Jahresbericht der hiesigen einheitlichen orthodoren Gemeinde meldet, daß das Einkommen 393,073 Kronen, die Ausgaben hiergegen 389,0K0 betrugen. Das Reinvermögen betrug 812,730 Kr. 1975 Mitglieder schicken 2327 Kinder in die Schulen. Die Gerneinde stiftete ein Kriegsspital mit 100 Betten, die p"n eines mit 25 Betten. Z. B. A. Budapest. Laut kriegsrninisterieüer Verordnung wurde bekannt gegeben, daß die im Felde und in den Garnisonen liegenden Soldaten den Anforderungen der Religion entsprechend am Peffach verpflegt werden. Diese Verordnung findet ihre Ergänzung im Erlaß des Kriegsministers sub. 1337/1915; daß den Juden im Felde ermöglicht werde, am nvs nach ihrem Ritus zu leben, bezw. daß diese in besonderen Kesseln ihre Speisen abkochen. Die zu solcher Verköstigung nötigen Speisen können aber nur als Liebesgaben ins Feld geschickt werden. Z. B. A. Frauenkirchen. Dr. E Goldstern, dessen Sohn, Dr. F. György bei der Behandlung der hier internierten Kriegsgefangenen infiziert und fast ein Opfer seines Berufes gervorden wäre, stiftete anläßlich seiner Genesung 29,009 Kr. zu Gunsten der hiesigen Armen. Z. B. A. Prestburg. Erzherzog Franz Salvator besuchte das Kriegsspital der orth. Gerneinde und gab seiner höchsten Zufriedenheit Ausdruck über die Opfer, die die hiesige Iudenheit in dieser ganzen Zeit für den Staat und den Herrscher brachten. Z. B. A. Sar.isao. Vor kurzem ist der Sohn unseres Rabbiners, Joel Fischer, nach 0 wöchentlichem Krankenlager zum größten Schmerze seiner Familie und unserer ganzen Gemeinde sanft verschieden. Der Verblichene »var erst 20 Jahre alt und »var trotzdein in den rveitesten Kreisen als großer 27N anerkannt, der mit hervorragender Begabung eisernen Fleiß verband. ctsc” hielten der Vater des Verstorbenen, der hiesige Oberrabbiner und Oberrabbiner R. Joe! Fellner aus Beled. .ts&tv Zwiegespräch. iAus der in Newyoi'l erscheinenden Tageszeitung „The Warben".) Kommt der Tausch still angeschwommen. Tief von unten, rief bvn unten Senkt ein paar von John Bulls Schiffen Zn den «^runden, zu den Gründen! Sagt der Tausch zum Engelländer: Paff ans unten! Pas; ans »inten Sonst liegt bald dein ganze Flotte "Ans den Gründen, ans den Gründen! :ü\\'Xi bei kluge Engellanber öalö nach untenJ vu'bt bev Tiusch sich auf zu .Himmel. Auf den Zeppelins u»rd Toben.'*) llud ei schickt sein Flamm und Feier. 'Aus den Engländer von oben! Sagt der Tausch zn»n Engellattder: Pas; aus oben! Pas; ans oben! Sonst zerstören dich ganz sicher 'JJieme Zeppelins und Toben! Kuckt der kluge Engelländer bald nach oben 5 Rur;o weiter in dem Kriege, Bis z»un letzten großen Siege! *) Toben — Tauben!

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