Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 55 (1915)
- Issue
- Heft 15 (29.3.1915)
- Date
- 1915-03-29
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Sette 2 Nr. Iß Der JSraeltt. 39. März 1915 Ser PMWatag der Wischen Gemeinden Mttrl a. Min. am Rüsttage zum Peffachfeste. Nach den beim Bureau der „Deutsch-Holländischen Palästina-Verwaltung" bis gestern eingegangenen Nachrichten hat der Gedanke des Palästinatages allüberall im deutschen Vaterlande begeisterte Aufnahme gefunden. Großgemeinden, mittlere und dörfliche Kehillos werden wetteifern in dem Bestreben, ein klein wenig Balsam in die brennenden Wunden der auf heiligem Boden Duldenden zu träufeln und ein Werk der Liebe zu vollbringen, das den deutschen Juden vor Gott und Menschen zur Ehre gereichen soll! Jede Gemeinde, die noch keine Vorkehrungen getroffen hat, um ein gutes Sammelresultat zu sichern, beeile sich, dies während der ersten Festtage und Mtttelfeiertage nachzuholen. So möge das Fest der Erlösung im Zeichen jüdischen Gemilus Chessed stehen, das die Erlösung der Zukunft heraufführt «"22. Oesteweich. Eorrespondenzen und Aachnchien Ungarn. Aus den Semeinöen B udapckt Wie alljährlich sorgt auch dicsesmal die Pefter jüdische orth. Gemeinde dafür, daß die in Budapest garnisonierenden jüdischen Soldaten mit ritueller Kost für nst oersorgt werden. Die Zahl der zu versehenden Mannschaft ist sehr groß. In Spitälern und Lazaretten liegen viele Soldaten, die diese Hilfe erwarten. Ueber 2000 Soldaten kämen da in Betracht. Ueberaus vornehm ist es, daß diese Kultusgemeinde auch für die im großen Gefangenenlager bei Gran internierenden Russen jüdischer Konfession sorgt und auch dort für 3000 Personen rituelle Verköstigung über nee verschafft Das Militär-Oberkommando bringt dem Judentum, wie immer, auch da die größte Zuvorkommenheit entgegen. Cserhar, Mayer Tannen bau m wurde zum Rabbiner der hiesigen orth. Gemeinde gewählt und im Rahme einer ernsten Feier installiert. Z. B. A. Tötökszentnükios Am 9. März legte sich auf die hiesige Kultusgemeinde tiefe Trauer. Unser aügeliebter Oberrabbliner, Dr. Moriz Weiez, ist im Alter von 47 Jahren gestorben. Ein Verlust, den man weit über die hiesige Gemeinde hinaus aufrichtig betrauern wird. Als Zögling des Hildesdeimerschen Seminars zu Berlin trat der Heimgegangene vor 1.8 fahren das hiesige Rabbinat an, wo er bis zu seinem Lebensende segensreich wirkte. Ihm war die Gabe verliehen, wahre Frömmigkeit mit gründlichem, weltlichem Wissen in schöne Harmonie zu bringen. Mit großem Erfolge übte er n'v: und feine beste Kraft rvidmete er der Jugend, die er in der heiligen Lehre unterwies Welche Ehre ihm von allen Bewohnern entgegengebracht wurde, kam vorigen Freitag an seiner Bestattung lebhaft zum Ausdruck. Es hatten sich alle Notabilitäten der hiesigen Stadtgemeinde, darunter auch die katholischen und reformierten Geistlichen in der Synagoge eingefunden, wo sein Schwiegervater, Rabbiner Salamon Schück, Äarezag, Rabbiner Dr. Stein, Nagyszombot (Tyrnau), Rabbiner Dr. Schück, Temesvar, Rabbiner Dr. Singer, Varpalota und Rabbinatsverweser M. Schück, Karrzag ergreifende llivLN hielten. Ein fdmteijerifdier Protei) Zürich, 12. März. In einer stark besuchten Versammlung im Bolkshause protestierte die Züricher Arbeiterschaft gegen die neuesten Verbrechen des russischen Zarismus. Mit Hinblick aus die neueste« Judenverfolgungen führte der Hauptredner aus: „Ungeheuer groß ist das Maß der Verbrechen de« russischen Reaktion. - Und je größer die herannahende Gefahr, je grausamer der Unterdrückungskampf. Rebe« dem Kampf gegen die Arbeiterbewegung, von dem die überfüllten Gefängnisse zeugen, waren es die n a t i n> nalen Verfolgungen, mit denen sich der Zarismus mit unsterblicher Schmach beladen hat. Die Judenverfolgungen haben auch während des Krieges nicht aufgehört. Im Gegenteil. Bor uns liegt ein Tagesbefehl eines Generals, in dem die Juden allgemein als Spione und Verräter denunziert werden. Und mit denselben Mitteln geht der Zarismus gegen eine ganze Reihe von Völkerschaften vor. Und feit bem Ausbruch des Krieges ist es nicht bester geworden, sondern noch schlimmer. Durch den Krieg ist gerade die Reaktiv« gewaltig gestärkt worden." Eine geharnischte Protestresolution wurde einstimmig angenommen. Genf, 12. März. Zur Lage der Juden in Lemberg schreibt das in Paris erscheinende Blatt „Nasche Slowo": Die Lage der jüdischen Bevölkerung in Galizien ist furchtbar. Nach Erzählung des Vertreters der Jüdischen Kolonijattonsgesellschaft, Herrn Feinberg, ist in Lemberg nur die Armut zurückgeblieben, die Reichen sind noch vor der Einnahme Lembergs nach Wien geflohen. Anderthalb tausend Familie« erhalten täglich je ein Brot im Werte von 13 Kopeken. Andere 1500 Familien erhalten 6 Rubel monatlich auf die Familie, die übrigen täglich einige Kopeken. Um zu verstehen, welche Bedeutung eine solche Hilfe haben kann, muß man die unglaubliche Teuerung in Lemberg in Erwägung ziehen. Arnertka. kin fdiarfes ameriftanifdies Urteil- Mew-BarL, 26. Februar. Der amerkanische Schriftsteller George K e nnan, besten Enthüllungen von den enyetzlichen Zuständen in den Bervannungsorten Sibiriens ftürfiffingsfürforge in Ulanenbad. Marienvad, 10. März. Gegenwärtig befinden sich in Marienbad und Umgegend 310 Parteien, bestehend aus 183 Männern, 233 Frauen und 655 Kindern, zusammen also 1071 Seelen. Die Stadtgemeinde hgt ein ihr gehörendes Objekt recht wohnlich eingerichtet und 65 Personen finden da Unterricht. Das Tepler-Sttft gewährt in einer Urbikation 33 Leuten Unterkunft und der Hotelbesitzer Baruch hat sein sogenanntes Wirtschaftsgebäude, aus 10 möblierten Stuben bestehend, den Flüchtlingen zur Verfügung gestellt und logieren hier 53 Personen. Auch die Vorortgemeinde Aufchowitz, wo sich 132 Flüchtlinge aufhalten, gab in ihrer Turnhalle durch mehrere Wochen 40 Personen Logis, 577 Leute logieren in Martenbader Privatwohnungen. Die Zuschüste, die das Komitee im Januar gewahrte, betrugen rund 1100 Kronen und der Geldaufwand seit Beginn, wie Baarzuschüste, Mietebeiträge, angeschasfte Kleidungsstücke usw. erreichte die stattliche Höhe von 6000 Kronen. Das Hilfskomitee führt die Evidenzlisten, besorgt auch allmonatlich pünktlich die Auszahlung der staatlichen Unterstützungsgelder, 70 Heller pro Kopf und Tag. Uederdtes hat das Komitee eine Fürs.rgestätte mit einem permanenten Dienst etabliert und der Parteienverkehr ist ein sehr reger. Für die schulpflichtige Jugend beiderlei Geschlechts werden unter Leitung deS Ortsrabbiners Dr. Diamant Unterrichtskurse, in Hebräisch abgehalten. Dem k. k. Bezirkshauptmann, Herrn Dr. Baron Brechler von Troskowitz, wird allgemein ein überaus leutseliges und entgegenkommendes Benehmen den Flüchtlingen gegenüber nachgerühmt. Allerdings ist trotz der Fürsorge Schmalhans Küchenmeister der galtzischen Kolonie, was aber leider nicht zu vermeiden ist. >1. JSRAEL bpandauer Str. 10*“ D C D l I kj Gegenüber TCönigstrasse 11- 14_ L-J L,I \ Lw I l I dem Ratharse GEGRÜNDET 18,5 Kaufhaus für Leinen und Wäsche, Konfektion, Manuiakturwaren, Gardinen, Teppiche, Möbel. -N Wäsche- /-> Wohnungs" Ausstattungen Einrichtungen Die Anfertigung erfolgt in eigenen Übernahme vollständ. Einrichtungen ^Zuschneiderei- und Näherei-Sälen^ vonWohnungen,Villen, Landhäusern Man verlange den reich illustrierten Haupt-Katalog „J“ j