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Der Israelit · 1915-03-29 · Heft 15 (29.3.1915) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 15 (29.3.1915)
Date
1915-03-29
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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rü^MR«*«; W V. '^‘ V-\. ^r^ -:.. -*-«$£» 915 ruseste« rus: x der »ende lebe« it bie ti «* imuS Öen* eges legi dem Se r-;lben reihe des noch ktio« irde i in!nde chen Er« ontin die -rgs lien 13 rbel lige;tne iubjen. enhen mS W. März ttttö fetnerzett großes Aufsehen erregten, ließ sich in den ersten KriegSmonaten durch die „liberalen Versprechungen" der russischen Gewalthaber derart blenden, daß er in der Zeitschrift „Ouutlosk" die Wiedergeburt des russischen Koloffes und den Anbruch einer Freiheitsperiode im Zarenreiche prophezeite. Namentlich glaubte der amerikanische Optimist sichere Zeichen des Herannahens einer Zeit zu erblicken, wo auch die „Juden des Zaren" sich der bürgerlichen Gleichberechtigung mit anderen russischen Untertanen würden erfreuen können. Mr. Kennan fühlt sich jetzt in seiner Hoffnung bitter enttäuscht und macht nunmehr seiner Stimmung in einem aufsehenerregenden Aufsatz „Der Zar und die Juden" «ust, worin er schildert, wie loyal und opferfreudig die russischen Juden während des Krieges ihre Kräfte in den Dienst des Vaterlandes gestellt, wie sie aber dafür „die schwärzeste Undankbarkeit geerntet haben, deren sich ein Alleinherrscher schuldig machen könne." Mr. Kennan führt eine ganze Reihe von Beispielen an, woraus hervorgehe, daß die russische Reaktion sich auch nicht zum geringsten Zugeständnisse den Juden gegenüber herbeilasien wolle. Vereiisnachnchten. Pose», 19. März. Der Verband derSadbatfreunde, Ortsgruppe Posen, veranstaltete am Mittwoch, den 10 d. Mts, in den Rabbinats-Amtsräumen des Gemeindehauses eine öffentliche Versammlung, die von Damen und Herren stark besticht war. Der Vorsitzende, Herr Ptnkus Pleßner, begrüßte zunächst die Erschienenen, worauf Herr Rabbiner Dr. Silberberg feinen Bortrag „Die soziale und ethische Bedeutung des Sabbaths" hielt. Redner ging davon aus, daß der Sabbaih zu den grundlegenden Institutionen des Judentums gehöre. Ein Judentum ohne Sabbat sei ebenso undenkbar wie ein Sabbat ohne Judentum. Es sei das Bekenntnis des Juden, daß er alle Kraft und Fähigkeit, mit welcher er sein Wochenwerk vollbringe) einzig und allein dem Schöpfer verdanke. Am Sabbat lege der Jude durch Arbeitenthaltung die Schöpfung dem Schöpfer huldigend zu Füßen. Schon durch diesen Gedanken fei der Sabbat in sozialer Hinsicht ausgleichend und schütze vor Ueber- Hebung und Stolz. Der den Sabbat feiernde Jude sei darauf bedacht. Arme und Bedürftige an der Sabbatfeier des Hauses teilnehmen zu laffen. Ist er selbst freudig gestimmt, so will er auch anderen zur Feststimmuna verhelfen. - In ethischer Hinsicht kündet der Sabbat die Freiheit von den Erdenplagen der Werktage. Auch in den Zeiten des Druckes und der Verfolgung fand der Jude in feinem Sabbat sich und sein befferes „Selbst" wieder; der Sabbat gab ihm eine „neue Seele". An ihm widmete er sich ganz der Beschäftigung mit der Thora und lebte der Erziehung seiner Kinder für den Glauben. Der Hausherr und die Hausfrau waren in gleicher Weise bemüht, den Sabbat als ein Heiligtum der Familie aufzustellen. Mit dem Danke des Vorsitzenden, Herrn Pinkus Pleßner, namens des Vorstandes für den geist- und inhaltvollen Bortrag des Redners endete der anregende Abend. 'Hamburg, 8. März. Der „Verein selbst ä jt diger jüdischer Handwerker und Gewerbetreibender" hielt im Logenheim eine Versammlung unter Vorsitz des Herrn Heinemann ad. Nach der Aufnahme mehrerer Mitglieder teilte der Vorsitzende mit, daß 20 Mitglieder im Felde stehen. Die Berbandsleitung ersucht den Vorstand um feine Der Israel«». Ro. 19 •i-i'lie 3 Aitgenehmigung des Beschlusses, das für das Jahr 1915 der Berbandsbeitrag den angeschlossenen Vereinen erlaffen werde unter der Bedingung, daß diese Beiträge ausschließlich für Kriegsunterstützung der Mitglieder verwendet werden. Die Versammlung erklärt sich damit einverstanden. Es wurde ferner darauf htngewiesen, daß in der Geschäftsstelle des Vereins fich verschiedet e Lehrlinge gemeldet haben. Im Faüe der Bedürftigkeit des Lehrlings wird der „Verein zur Förderung des Handwerks unter den Juden" Unterstützung gewähren. Die Unterstützungskaffe verfügt, trotzdem ein größerer Bettag der Kriegshilie der Gemeinde überwiesen wurde, noch über 260 Mark. Die Wohltätigkeitsveranstaltung des Vereins ergab einen Ueberschuß von 2150 Mark, der die Kommission für das Wohlfahrtswesen der Gemeinde-Abteilung Kriegshilfe überwiesen wurde. Die Abrechnung wurde genehmigt. Der Vorstand wurde beauftragt, in der nächsten Zeit in Gemeinschaft mit dem Festausschuß einen patriotischen Abend zum Besten der Kriegshilfe zu veranstalten. Vermischtes. Sontra (Bez. Cassel», 9. März. Das Eiserne Kreuz erhielt der Sohn des' Kaufmanns und Ge meindeälteslen der hiesigen Synagogengemeinde, B. Lo ebenst ein, der Unterarzt Dr. Fritz Loebenstein, welcher bei der Ostarmce steht; es stehen außer ihm noch zwei Söhne des Herrn B. Loebenstein im Felde. Berlin, 6. März. In Leipzig wurde das Erscheinen der von Theodor Fritsch herausgegebenen Zeitschrift „Der Hammer" nach mehrfachen Verwarnungen jetzt bis zum 15. April verboten. Leipzig, 8. März. Der in Galizien gebürtige Moses Rotrenberg in Nürnberg, der ein Fleischwarengeschäft betreibt, hat nachgewiesenermaßen Mitte März 1913 in eineni Hotel eine religiöse Ehescheidung und am 2t. Juni 1913 in einer Pnvatwohnung eine Eheschließung nach jüdischem Ritus ohne den Nachweis der vorherigen Ziviltrauung vorgenommen. Rottenberg wurde daher wegen Anmaßung eines öffentlichen Amtes (£ 132 Str -G.-B.j in zwei Fällen, darunter einmal in Verbindung mit Vergehen gegen § 67 des Personenstandsgesetzes vom 6. Februar 1875 unter Anklage gestellt, jedoch vom Landgericht Nürnberg am 9. Januar 1914 freigesprochen. Auf die Revision der Staatsanwaltschaft hob jetzt das Reichsgericht auf Antrag des Reichsanwalrs die Freisprechung auf, soweit sie die unbefugte Eheschließung betraf und verwies die Sache an die Borinstanz zurück. Sprechsaal. Thorarolle«. Geehrte Redaktion! Sie haben in Nr 10 Ihres gefch. Blattes die Nachricht gebracht, daß in Sennheim die Synagoge samt 14 Th o rar oll sn zu Grunde ging. Dasselbe traurige Geschick ereilt Dutzende von Gotteshäusern in Galizien und Polen. Könnte man jedoch nicht wenigstens insofern eingreifen, daß, vielleicht durch einen angesehenen Rabbiner im neutralen Ausland, an die im Kriegsgebiet befindlichen Kehillaus der dringende Rat erteilt werde, die Sforim bei der ersten Gefahr in Sicherheit zu bringen, äußerstenfalls zu vergraben:-'; Indem ich für die Veröffentlichung dieser Zeilen im voraus bestens danke, zeichne mit vorzüglichster Hochachtung. Wien, 17. März 1915. L. G r ü n h u t. Für se» fteffameteii ist die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere ist eS ausschließlich Sache der Leser, die i« «eNameteU enthaltenen Empfehlungen ritueller «öareu oder sonstiger An» gaben rrligionsgesetzlichen Lharakters ans ihre .^öerläf^Wt zu prüfe». Kaiser Friedrich Ouelle -Offenbaeh a. V. -- Gegen Gietat und Rheumatismus bewährt. Alleiniger General - Vertreter: Friedrieh StalLi, Frankfurt a. N., Gfinthersburgallee 87. Tel.25Qa.714 Telegramm-Adresse: Nesop Frankfartmaia. Telephon: Nr. 83. Amt Hansa. 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Rußland mit seinem Judengesetz, mit feiner Tscherta, mit seiner Prozenmorm, mit seinen verzweifelten, in die Arme der Revolution getriebenen Jünglingen, mit denen finnischen Täuflingsfavriken, Rußland mit seinen Pogromen» Ritualmordhetzen, seinen unterirdischen Gelassen, in denen Verschwörungen und Attentate vorbereitet werde», mit seinen korrupten Beamten und zweischneidige» Polizeispitzeln, dieses Rußland zieht an unserem Auge so lebendig vorüber» daß unser Interesse an dem Kampf gegen dieses Barbarentum höchlichst gestärkt und die Hofstmng auf die baldige Niederwerfung dieses letzten Stückes finsteren Mittelalters gesteigert wird. Das Buch ist unentbehrlich zur vollen Erschließung deS Verständnisses für das, was jenseits der weitz-blaurotenGrenzpfähle jetzt des göttlichen Strafgerichtes harrt. Das Buch ist »u beziehen durch alle beffereu Buchhandlungen oder gegen Boreiuseudung deS Betrages direkt beim „Bertag des Israelit". Preis geb. Mk. 2.50, drosch. 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