Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 55 (1915)
- Issue
- Heft 15 (29.3.1915)
- Date
- 1915-03-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit Ein Centralornan Iflr das orthodoxe Judentum //fld IHM1)1 r^^Ksgg Begründet non Dr. Lehmann in fflainz ssoa i 56. Jahrgang- Sranfcfiirt a. M . den 29. März 1915 14?vtißan 5675. M >5. UnrntBRRt p*o Vierteljahr r Gewöhnliche Ausgabe Rk. l.so, HestanSgabe (KunstdruM «k. S.—. LuSlaadSvreise: Gewöhnlich» LuStNche: Vesterreich-Unaarn » Ar., Rußland 1 Bnb* England I ah., Unrerika 60 et»., Rieoeriande 1.S0 fl.. Frarnkreich Fr». USO. UbommnentS Bei allen »oflaastalte«, Buchhandlungen. sowie direkt Bei dem Btdao. CfftanSooB» rar- M*-It Der Israelit erscheint jeden Donnerstag. Inserate: Sv Pfennig Mr die sechSgespattene Tolonel-Zeile; Rabatt nach Tarif. Jnseratenanuahme durch den Berlag deS JSraelit G. m. b. H., Frankfurt a.M., Gr. Lfchenbeimerstr. 23 Del«S84S,Amt Hansa, sowie fämtl. Annoncen-Exped. deS In- und Auslands. Ptatzo-rfchrMtt» »hoe NeelmidUchdett. Zahlnnge« können außer direkt an den »erlag erfolgen per Tonto det der ». ». VoHsparkaGe «Ulen ft». 79 MB. «onto »ei de» «. Wafts»«rnffr»a«t «ndnpeft Mo. 184X4. Tont« »ti ln Migaer Usnnnerd»«a in «tga and den» Fllialea. Der NacKSruck 9er flrfihel un9 Correfponöemen 9es „Israelit“ iR nur unter genauer Quellenangabe, un9, soweit es (ich um größere ltuksSbe Kanöeik, nur nach oorheriger Genehmigung geftaffef. * Anfrnf! An Palästina herrscht zurzeit eine bittere Not, wie he an Schwere und Ausdeünung . feil Me» scheu-jeden Ken nicht Vorhand«« war.! Tausende fyuttgern! Das Geschäftsleben stockt. Handwerker, Kinderlehrer, Gelehrte befinden sich in trostloser Lage. Darbenden Schulkindern fehlt es an Brot; die Aermsten brechen auf der Straße vor Entkräftung zusammen. Es herrscht eine nie dagewesene Teuerung, und es fehlt an Geld zum Betrieb von Notküchen und zur Verteilung der spärlichen Nahrungsmittel. Wir find nicht nur als Juden, sondern auch als Deutsche zur Hilfeleistung verpflichtet und handeln auch im Sinne unserer Reichsbehörden, wenn wir einem Teile der notleidenden Bevölkerung des uns verbündeten ottomanjschen Reiches mit dem Aufgebot aller Kräfte zu helfen uns bemühen. In dieser außerordentlichen -Lage appellieren wir an den glauvensbrüderlichen Sinn und die Menschenliebe der deutschen Synagogen - Gemeinden. Es sollen durch einmütigen Beschluß aller Rabbinate und Gemeindevorstände im Deutschen Reich die zwei letzten Tage des bevorstehenden Pessachfestes den Charakter eines großen Palästina - Tages derGemeinden Seaffchlaads .IIIIIIIIIMIIIIflljjllillilMiMlIMilHIlfflIMIMIIHIIIIIIIIIIIilililllimimiHlllllim erhalten. Alles, was an diesen beiden Tagen in sämtlichen Synagogen des Reiches an Thoraspenden, Erlös von Alijos und Mizwos, Haskoras Neschomaus-Gaben, Matnas-Jad-Spenden und sonstigen Liebesgaben, unter denen stch jüdische Opferwilligkeit an diesen Gedächtnistagen nach guter alter Gepflogenheit betätigt, eingehl, soll zu einer großen Sammlung vereinigt werden, zur Ausgestaltung des begonnenen Rettungswerkes. Dieses erstreckt fich auf Lebensmittelverteilung, Unterstützung von Notküchen, Errichtung und Erhaltung von Schulküchen in den ärmsten städtischen Schulen, gewerbliche Unterstützung und Darlehen für arme Handwerker, Witwen und Waisen, Thoragelehrte, Lehrer und verschämte, notleidende Familien. Die Deutsch-Holländische Palästina-Verwaltung, die noch in den schien Tagen vom deutschen General-Konsul in Jerusalem im Wege des „Auswärtigen Amtes''" zur kräftigen Aortschung ihres Kitfswerkes aufgefordert worden ist, wird durch ihre verantwortlichen Organe in Palästina die gesamten Mittel durch direkte Zuweisungen an die schwer Bedrängten ihrer schleunigen Verwendung zuführen. ßs gilt das Schlimmste von unseren Nrndern im heiligen -Lande abzuwenden. Es gilt ein KikfswerK von unaussprechlicher Größe zn stcherr" Berlin, Frankfurt am Main, Amsterdam, den 1. Nissan 5675. ' Deutsch-Holländische Palästina-Verwaltung _Der vorstehende Aufruf wird von den ^Vorständen des „Werbaudes orthodoxer Hlabviner Deutschlands". der .Bereinigung traditionell-gefchestrener Wabbiuer" und des"„Allgemeinen Mabbiner-Gerbandes in Deutschland"" aufs wärmste unterstützt. 8091